Mad Max: Fury Road / Non-Stop / Entourage: Season 8 / A Free Soul / Wall Street: Money Never Sleeps / Miami Vice: Season 5 / Verbrechen nach Schulschluss / Begin Again / Haywire

Filme und TV-Serien im Mai 2015 – Teil 3

Der letzte Sammeleintrag zu den in Mai gesehenen Filmen und TV-Serien:

MAD MAX: FURY ROAD (Australien/USA 2015, Regie: George Miller)

mad max fury road

(Fassung: Originalversion, 2D, Central Kino, Hof)

Ich gehe, weil ich mir schon seit Jahren Filme ausschließlich im Originalton anschaue, in Deutschland praktisch nicht mehr ins Kino. Wenn dann sogar hier im beschaulichen Hof alle heilige Zeiten mal ein Film im Originalton gezeigt wird und man das große Glück hat, dass es sich dabei auch noch um MAD MAX: FURY ROAD handelt, muss man das natürlich ausnützen. Zwar nur in 2D und auf einer der kleineren Leinwände, aber immerhin.
Nach knapp 30 Jahren schickt Regisseur George Miller seine Titelfigur, die hier von Tom Hardy gespielt wird, wieder auf eine irrsinnige Reise durch die postapokalyptische Welt. Wobei die Hauptfigur hier nicht komplett im Zentrum des Geschehens steht, es geht in erster Linie um die von Charlize Theron gespielte Furiosa, welche die fünf Frauen eines grausamen Warlords (Hugh Keays-Byrne) befreit hat und sich nun auf der Flucht ins gelobte Land befindet, den Warlord und unzählige seiner Schergen im Schlepptau. Max selbst gerät eher zufällig in dieses ganze Schlamassel, hilft aber natürlich, am Ende doch den Tag zu retten.
Das relativ simple Jagd/Flucht-Szenario inszeniert George Miller in einer Art und Weise, als ob es kein Morgen mehr gäbe. MAD MAX: FURY ROAD ist schlichtweg atemberaubend, drückt einen regelrecht in den Kinosessel und lässt einen die Augen überlaufen. Was Miller hier in einer perfekten Mischung aus handgemachten und computergenerierten Effekten auf die Leinwand gezaubert hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Mich persönlich hat MAD MAX: FURY ROAD komplett überrollt und platt gewalzt. Ich kann mich nicht daran erinnern, in den letzten Jahren einen visuell so ausgereiften und beeindruckenden Blockbuster gesehen zu haben wie diesen hier. Allein diese Sandsturmsequenz – der pure Wahnsinn. Ich kann meine Begeisterung nur schwer in Worte fassen und möchte einfach nur jedem, der ein Faible für Actionfilme hat, anraten, sich diesen Film im Kino anzusehen. Es ist der Hammer, der pure Wahnsinn.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk /potentieller Lieblingsfilm!

NON-STOP (Frankreich/Großbritannien/USA 2014, Regie: Jaume Collet-Serra)

non-stop

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Liam Neeson hat sich ja in den letzten Jahren zu einem echten Actionhelden auf der Leinwand entwickelt. In NON-STOP spielt er einen Air Marshall, der während eines Langstreckenfluges von einem Unbekannten erpresst wird. Dieser fordert die stolze Summe von $ 150 Mio. und droht damit, alle 20 Minuten ein Menschenleben innerhalb des Flugzeugs zu opfern, wenn das Geld nicht überwiesen wird…
Man muss sich schon vollkommen auf den teils obskur konstruierten Plotverlauf einlassen können, um mit NON-STOP seinen Spaß zu haben. Teilweise ist das, was Regisseur Jaume Collet-Serra seinen Zuschauern bietet, doch etwas arg abenteuerlich ausgefallen. Und auch über die extrem klischeehaft gezeichneten Charaktere sollte man wohlwollend hinwegsehen können. Gelingt dies, kann man sich von NON-STOP ziemlich gut unterhalten lassen. Der Film ist, so klischeehaft und konstruiert er auch sein und wirken mag, über weite Strecken tatsächlich verdammt spannend ausgefallen und vergeht – dem Thema des Films angemessen – sprichwörtlich “wie im Flug“.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

ENTOURAGE: SEASON 8 (USA 2011, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

In der achten und letzten Staffel von ENTOURAGE richtet sich der Fokus mehr und mehr auf die titelgebende Gefolgschaft von Vincent Chase (Adrian Grenier), von denen sich letztendlich jeder ein eigenes Standbein aufbauen kann. Und es geht um den von Jeremy Piven gespielten Ari Gold, der sich praktisch am Abgrund befindet und alles versucht, um seine Ehe zu retten…
Serienschöpfer Doug Ellin bringt ENTOURAGE in leider nur acht Episoden, die mal wieder wie im Flug vergangen sind, zu einem ausgesprochen schönen Ende. Als Zuschauer kann man sich insbesondere von dieser letzten Staffel ganz wunderbar treiben lassen und hat diese acht Folgen auch Zeit, sich auf den Abschied von die liebgewonnen Charakteren und ihren ganzen Macken, Schwächen und Stärken vorzubereiten. Es ist nur konsequent, dass die letzte Szene der Serie – nach dem Abspann – Jeremy Piven und seinem Ari Gold gehört. Er war der heimliche Star von ENTOURAGE, ich bin mir nicht sicher, ob die Serie ohne ihn auch so extrem gut funktioniert hätte.
Was Doug Ellin, seine Crew und seine Schauspieler mit ENTOURAGE erschaffen haben war definitiv überlebensgroßes Fernsehen. Eine der besten Serien, die ich persönlich je gesehen habe. Umso schöner, dass in Kürze der Kinofilm zur Serie anlaufen wird. So war diese letzte Episode glücklicherweise kein Abschied für immer.

A FREE SOUL (USA 1931, Regie: Clarence Brown)

a free soul

(Fassung: DVD, Warner, USA)

In A FREE SOUL geht es um Jan Ashe (Norma Shearer), eine junge und selbstbewusste Frau, die sich von niemandem etwas vorschreiben lassen will. Durch ihren Vater (Lionel Barrymore), einen alkoholkranken Anwalt, lernt sie den Gangster Ace Wilfong (Clark Gable) kennen – es entwickelt sich eine Liaison, die letztendlich in einer Katastrophe endet…
Mal wieder ein Film aus der Ära vor dem Production-Code, der Filmemacher in den USA wenige Jahre später in ihren Möglichkeiten stark beschränken sollte. Wie so viele andere Beispiele aus dieser Zeit überzeugt A FREE SOUL vor allem durch die erfreulich moderne und emanzipierte Zeichnung der weiblichen Hauptrolle. Die von Norma Shearer einfach nur famos gespielte Jan Ashe weiß genau, was sie will und ist nicht bereit, großartige Kompromisse einzugehen. Das müssen sowohl ihr Vater und ihr Freund (Leslie Howard), dessen Heiratsantrag sie ausschlägt, als auch der Gangster Ace, der glaubt, hier eine gehorsame Gespielin erobert zu haben, auf teils drastische Art und Weise erkennen.
Die für einen solchen Film relativ üppige Laufzeit von knapp über 90 Minuten (normalerweise wurde Geschichten dieser Art Anfang der 30er Jahre in maximal 75-80 Minuten erzählt) vergeht wie im Flug und es ist mir persönlich immer wieder eine Freude, mir Produktionen aus dieser Zeit anzusehen und mich von ihrer Frische, ihrem Mut und ihrem Tempo einnehmen zu lassen.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS (USA 2010, Regie: Oliver Stone)

wall street money never sleeps

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

23 Jahre nach WALL STREET hat Regisseur Oliver Stone – wohl auch als Reaktion auf die Entwicklungen innerhalb der Finanzmärkte in den Jahren zuvor – diese Fortsetzung gedreht, in der Shia LaBeouf den jungen Investmentbanker Jake Moore spielt, der mit der Tochter (Carey Mulligan) von dem mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassenen Gordon Gecko (Michael Douglas) liiert ist und der Geckos Manipulationskünsten zum Opfer fällt, da dieser hofft, über Moore wieder Kontakt zu seiner Tochter bekommen zu können.
WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS sieht toll aus, ist großartig besetzt und überzeugend gespielt – Michael Douglas ist erneut über jeden Zweifel erhaben, Eli Wallach ist in seiner letzten Rolle zu sehen, Josh Brolin gibt einen herrlich schmierigen Fiesling und dem Gastauftritt von Charlie Sheen als Bud Fox kann man ein gewisses Gänsehautpotential sicher auch nicht absprechen -, so wirklich gepackt hat mich diese Fortsetzung allerdings nicht. WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS fehlt einfach der Biss des Vorgängers, die Faszination, die dieser auf mich als Zuschauer ausgeübt hat, ist hier nur in ganz wenigen Momenten vorhanden. Ein schlechter Film ist diese Fortsetzung natürlich trotzdem, aber halt auch kein wirklich guter.

Persönliche Bewertung: Ok!

MIAMI VICE: SEASON 5 (USA 1988-1989; Idee: Anthony Yerkovich)

miami vice

(Fassung: DVD, Universal, USA)

Die letzten 21 Episoden der Kultserie aus den 80er Jahren. Und ja, wenn diese allerletzte, spielfilmlange Episode der Serie langsam auf ihr Ende zusteuert und kurz vor und auch während des Abspanns diverse Szenen zurückliegender Episoden und Staffeln eingeblendet werden, macht sich schon so etwas wie Wehmut breit und man mag es gar nicht so richtig glauben, dass es nun keine neuen Fälle vor Crockett und Tubbs mehr zu bearbeiten geben soll. Aber diese Wehmut darf – nüchtern betrachtet – natürlich auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Ende von MIAMI VICE zwingend erforderlich gewesen ist, um die Serie positiv im Gedächtnis behalten zu können. In dieser fünften Staffel, das merkt man überdeutlich, ist die Luft einfach raus. Es gibt zwar keine qualitativen Ausreißer mehr nach unten (wie in der Staffel zuvor), die einzelnen Folgen sind aber bestenfalls als solide und gut zu bezeichnen, auf echte Highlights wartet man vergebens und die Tatsache, dass in sehr vielen Episoden einzelne Hauptpersonen überhaupt nicht oder nur kurz auftauchen – vor allem Don Johnson macht sich verdammt rar in dieser Staffel – hat sich auch nicht unbedingt positiv auf das Seherlebnis ausgewirkt. Und dann ist auch noch der Start in die Staffel – mit dem Auflösen des Cliffhangers aus Season Nr. 4 und der Amnesie von Crockett – komplett misslungen. Hanebüchener kann man einen Plot gar nicht entwickeln. Es ist etwas schade, dass MIAMI VICE in den letzten beiden Staffeln so extrem abgebaut hat. So bleiben die ersten drei Staffeln als ganz vorzüglich und großartig, die letzten beiden Staffeln als solide und durchwachsen und die komplette Serie in der Gesamtbetrachtung als sehr gut in Erinnerung.

VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS (Deutschland 1959, Regie: Alfred Vohrer)

verbrechen nach schulschluss

(Fassung: DVD, Pidax, Deutschland)

Mischung aus Juvenile-Delinquent-Drama und Kriminalfilm aus deutschen Landen. Regisseur Alfred Vohrer zeichnet ein lebhaftes Bild des jungen Rebellen Fabian König (Christian Wolff), der wegen einer Nichtigkeit von der Schule fliegt, anschließend eine kriminelle Jugendbande gründet und schließlich zwischen zwei Frauen gerät, was ihm zum Verhängnis werden soll. Ich hatte – insbesondere aufgrund des Erscheinungsjahres – erwartet, dass VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS in der Tradition der diversen “scare movies“ aus den USA stehen dürfte, Filme, die gesellschaftliche Missstände (insbesondere innerhalb jugendlicher Subkulturen) mit erhobenem Zeigefinger anprangern und pflegen, aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen. Zwar gibt es auch in VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS die einfache Botschaft, dass sich Verbrechen am Ende doch nicht auszahlen, den erhobenen Zeigefinger lässt Vohrer jedoch weg. VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS wirkt rein gar nicht angestaubt oder altbacken, sondern ist vielmehr erstaunlich unbeschwert, spannend, wendungsreich und in gewisser Weise auch rasant inszeniert und bietet so herrlich kurzweilige Genreunterhaltung. Und diese (Party-)Szenen, die die Jugendlichen unter sich zeigen, sind so toll inszeniert, dass man sich am liebsten in den Film hineinbeamen möchte, nur, um sich in eine Ecke zu setzen und die diversen Protagonisten zu beobachten.

Persönliche Bewertung: Gut!

BEGIN AGAIN (USA 2013, Regie: John Carney)

begin again

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Nach dem großen Erfolg seines Low-Budgets-Werks ONCE (den ich mir Anfang des Monats angesehen hatte) verschlug es den irischen Regisseur John Carney in die USA, wo er BEGIN AGAIN drehen durfte. Einen Film mit deutlich höherem Budget, zwei namhaften Hauptdarstellern (Keira Knightley und Mark Ruffalo) und New York als heimlichen Star.
Carney bleibt auch in BEGIN AGAIN dem Thema Musik treu. Der Film dreht sich um einen verzweifelten Musikagenten (Ruffalo), der auf der Suche nach einem neuen Star eher zufällig auf die Sängerin und Songwriterin Gretta (Knightley) trifft und versucht, dieser einen Plattenvertrag zu verschaffen. Doch sein Plattenlabel, bei dem er kurz vorher die Segel geschmissen hatte, hat kein Interesse an einer Verpflichtung und aus Geldmangel entsteht die aberwitzige Idee, eine Demo-CD nicht in einem Studio, sondern an verschiedenen Orten New Yorks aufzunehmen, mit dem Sound der Stadt im Hintergrund.
BEGIN AGAIN ist einer dieser Filme, die man wohl einfach nur als schön bezeichnen kann. Die Chemie zwischen Ruffalo und Knightley stimmt, die Guerilla-Aufnahmesessions in den Straßen von New Yorks verursachen Gänsehaut und der bei einem Film wie diesen fast zwangsweise vorhandene Kitschfaktor wird dabei glücklicherweise relativ niedrig gehalten. Sehr schön auch zu sehen, dass der Plot – was die “Beziehung“ der beiden Hauptfiguren angeht – eben nicht diese typischen Verlauf nimmt. In 99 von 100 ähnlichen Filmen würden die Sängerin und der Produzent am Ende des Tages als Liebespaar in den Abspann entlassen werden und sich der ganze Film darauf konzentrieren, dass sich zwischen den beiden Protagonisten eine Liebesbeziehung entwickelt. Carney konzentriert sich stattdessen auf die Musik und legt BEGIN AGAIN als Liebeserklärung an die Alternative- & Indieszene an und hat ganz nebenbei noch einen der schönsten New-York-Filme der letzten Jahre gedreht. Der “deutsche“ Titel von BEGIN AGAIN stellt die Fragen “Can a Song Save Your Life?“ – nach Sichtung von BEGIN AGAIN darf man diese gerne mit Ja beantworten.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

HAYWIRE (Irland/USA 2011, Regie: Steven Soderbergh)

haywire

(Fassung: Blu-ray, Concorde, Deutschland)

HAYWIRE oder: Action Goes Arthouse. Regisseur Steven Soderbergh, der nun wahrlich nicht als Spezialist in Sachen Actionkino bekannt ist, schnappt sich mit Gina Carano eine Mixed-Martial-Arts-Kämpferin für die Hauptrolle und lässt diese in einem typischen Racheplot mit Jagd/Flucht-Szenario auf Stars wie Ewan McGregor, Michael Douglas, Antonio Banderas, Channing Tatum, Michael Fassbender, Mathieu Kassovitz und Bill Paxton treffen (wobei jetzt nicht alle der vorgenannten Schauspieler im Filme auf der Seite der Bösen stehen). Seinen eigentlich relativ simplen Plot erzählt Soderbergh verschachtelt, in Rückblenden und teils atemberaubend schönen Bildern. Die Kampfchoreographien sind exzellent und die Kampf- und Actionszenen kommen immer wieder unerwartet aus dem Nichts und zeichnen sich nicht durch übertriebenen Schnickschnack sondern eher durch staubtrockene Härte aus. Von den zahlreichen Fights ist insbesondere der am Strand im letzten Drittel des Films hervorzuheben, der einfach nur wunderschön in Szene gesetzt ist.
HAYWIRE ist auf seine Art und Weise schon ziemlich toll, aber irgendwie wurde ich während der Sichtung das Gefühl nicht los, dass diesem Film doch irgendetwas fehlt. Ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber so richtig begeistert hat mich Soderberghs Ausflug ins Actiongenre dann doch nicht. Kann mir aber gut vorstellen, dass HAYWIRE das Potential hat, nach weiteren Sichtungen noch zu wachsen.

Persönliche Bewertung: Gut!

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