Filme und Serien im Juni 2015 – Teil 1

THE CALL (USA 2013, Regie: Brad Anderson)

the call

(Fassung: Blu-ray, Universum, Deutschland)

Halle Berry spielt Jordan Turner, eine Telefonistin in der Notrufzentrale in Los Angeles, die einst aufgrund einer falschen Entscheidung ein junges Mädchen einem Killer auslieferte. Nun, ein halbes Jahr später, wird erneut ein junges Mädchen (Abigail Breslin) entführt und Jordan setzt alles daran, das Leben des Teenagers zu retten…

Regisseur Brad Anderson hat mit THE CALL einen kleinen und ziemlich feinen Thriller hingelegt. Natürlich gibt es Klischees zuhauf (insbesondere natürlich die Zeichnung, der Background und das “Motiv“ des Killers, aber natürlich auch die Tatsache, dass die von Berry gespielte Jordan ihre zweite Chance bekommt und so ihre Katharsis erfährt) und auch die eine oder andere Entscheidung der handelnden Personen scheint nicht immer logisch zu sein, aber letztendlich sind diese Klischees und diese falschen Entscheidungen der Pro- und Antagonisten ja auch erforderlich, damit die Handlung des Films möglichst spannend und spektakulär  entwickelt werden kann. Wer sich als Zuschauer einfach fallen und von Regisseur Brad Anderson gefangen nehmen lässt, wird mit einem zeitweise sauspannenden und extrem kurzweiligen Thriller belohnt. THE CALL erfindet das Rad definitiv nicht neu, aber er unterhält ganz vorzüglich und ist für Fans des Genres sicher einen Blick wert.

Persönliche Bewertung: Gut!

THAT GUY DICK MILLER (USA 2014, Regie: Elijah Drenner)

that guy dick miller

(Fassung: DVD, Indiecan Entertainment, USA)

Es gibt ja diese typischen Nebendarsteller, deren Gesichter man zwar aus unzähligen Filmen und TV-Serien kennt, deren Namen den meisten Zuschauern allerdings unbekannt bleiben. Dick Miller ist der Inbegriff eines solchen Darstellers. Zwischen 1955 und 2014 hat der mittlerweile 86 Jahre alte Schauspieler in immerhin 175 Filmen und TV-Serien mitgewirkt und jeder, der sich für Filme interessiert, sollte sein Gesicht kennen. Er war bspw. der Waffenhändler, der von Arnold Schwarzenegger in THE TERMINATOR niedergeschossen wird, er hat in wohl jedem Film von Regisseur Joe Dante (z.B. GREMLINS, THE ‘BURBS und EXPLORERS) mitgespielt und er hat – insbesondere in den 60er und 70er Jahren – unzählige Filme für Roger Corman gedreht. Das besondere an Dick Miller war dabei immer, dass er jeder Rolle – so klein sie auch gewesen ist – in gewisser Weise seinen Stempel aufgedrückt hat. Gerade Freunde des Genrefilms freuen sich immer wieder, wenn sie ihn in einem Film entdecken.

Regisseur Elijah Drenner, der bereits die sehr sehenswerte Dokumentation AMERICAN GRINDHOUSE gedreht hat und außerdem ein vielbeschäftigter Mann ist, wenn es um Kurzdokumentationen zu Exploitationfilmen anhand bevorstehender Heimkinoveröffentlichungen geht, hat Dick Miller nun mit THAT GUY DICK MILLER ein kleines Denkmal gesetzt. Der Zuschauer bekommt einen Einblick in die lange Karriere des sympathischen Schauspielers, es gibt viel Archivmaterial – auch eine Menge private Aufnahmen – zu sehen und Weggefährten wie Joe Dante, Roger Corman, Allan Arkush, Jonathan Kaplan und Mary Woronov plaudern aus dem Nähkästchen und erzählen die eine oder andere hörenswerte Anekdote. Neben dem Portrait eines Schauspielers ist THAT GUY DICK MILLER aber auch gleichzeitig ein interessanter und nostalgischer Blick zurück auf die B-Movies aus der Corman-Schmiede und für den Exploitationfan auch als eine Art Filmführer bestens geeignet. Da gibt es schon so einige Ausschnitte aus mir bisher unbekannten Filmen zu sehen, die man nach Sichtung dieser Doku gerne entdecken möchte.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

GLI INTOCCABILI (Italien 1969, Regie: Giuliano Montaldo)

gli intoccabili

(Fassung: Blu-ray, Blue Underground, USA)

In GLI INTOCCABILI geht es um Hank McCain (großartig: John Cassavetes), der ohne es zu wissen zum Spielball des Mafioso Charlie Adamo (Peter Falk) wird. Adamo versuchte sich in ein Casino einzukaufen, jedoch ohne Erfolg, und nun soll McCain dieses Casino für ihn ausrauben. Als Adamo jedoch erfährt, dass einer der Casinoeigner ausgerechnet sein Boss Don DeMarco (Gabriele Ferzetti) ist, muss er alles daran setzen, McCain, der fest davon überzeugt ist, auf eigene Rechnung zu handeln, aufzuhalten. Doch das gestaltet sich ausgesprochen schwierig…

Regisseur Giuliano Montaldo präsentiert seinen Zuschauern eine schöne Mischung aus Gangsterfilm, Heist Movie und Thriller. GLI INTOCCABILI ist spannend und wendungsreich inszeniert, toll gespielt und bis in die kleinsten Nebenrollen mit (Genre-)Stars wie John Cassavetes, Britt Ekland, Peter Falk, Gabriele Ferzetti, Luigi Pistilli, Florinda Bolkan und Gena Rowlands hervorragend besetzt. Und dann diese einfach nur unwiderstehliche Atmosphäre, die GLI INTOCCABILI bereits innerhalb kürzester Zeit entwickelt und die einen als Zuschauer sofort packt und bis zum spektakulären Finale nicht mehr loslässt.

Persönliche Bewertung: Gut!

THE GIRLFRIEND EXPERIENCE (USA 2009, Regie: Steven Soderbergh)

the girlfriend experience

(Fassung: Blu-ray, Magnolia, USA)

In Zeiten der Weltwirtschaftskrise ist auch der Job von Chelsea (Sasha Grey), einem Luxus-Call-Girl, nicht mehr krisensicher. Sie lebt zwar gemeinsam mit ihrem Freund Chris (Chris Santos) in einem luxuriösen Loft in Manhattan, muss sich aber ernsthafte Gedanken darüber machen, wie sie sich in Zukunft weiter vermarkten will. Zur wirtschaftlichen Krise gesellt sich auch noch eine Krise privater Natur, als Chelsea in einem potentiellen Kunden ihren Seelenverwandten gefunden zu haben scheint und Chris davon verständlicherweise nicht überaus begeistert ist…

Was durchaus als Vorlage für einen interessanten Plot gedient hätte, interessiert Regisseur Steven Soderbergh nur am Rande. Mit einem extrem schmalen Budget von gerade mal 1,7 Mio. Dollar innerhalb von 14 Tagen abgedreht und mit der – mittlerweile ehemaligen, zum damaligen Zeitpunkt noch aktiven – Pornodarstellerin Sasha Grey in der Hauptrolle durchaus radikal und eigenwillig besetzt, ist THE GIRLFRIEND EXPERIENCE mehr Arthouse-Experiment und weniger das Erzählen einer Geschichte. Soderbergh arbeitet viel mit Rückblenden, verschiedenen Handlungs- und Erzählebenen und verleiht jeder von diesen einen ganz eigenen Look. Storytechnisch hat THE GIRLFRIEND EXPERIENCE nicht sonderlich viel Substanz, aufgrund seiner eigenwilligen “Erzähl“weise und seiner noch eigenwilligeren Optik übt Soderberghs Low-Budget-Experiment aber dennoch einen ganz eigenen Reiz und eine ganz eigene Faszination aus.

Persönliche Bewertung: Gut!

JOHN WICK (USA 2014, Regie: Chad Stahelski)

john wick

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Meine Fresse, was für ein Brett! Keanu Reeves spielt den ehemaligen Profikiller John Wick, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird, als der Sohn eines russischen Gangsterbosses nichts Besseres zu tun hat, als ihn zu überfallen, sein Auto zu stehlen und seinen Hund zu töten. Wick begibt sich auf einen Rachefeldzug, der in der jüngeren Kinovergangenheit seinesgleichen sucht und hinterlässt nicht viel mehr als Schutt und Asche.

Mit JOHN WICK hat Regisseur Chad Stahelski die vielleicht ultimative Hommage an das Actionkino der 80er Jahre gedreht. Hier gibt es ohne große Kompromisse voll eins auf die Zwölf, Stahelskis Film ist komplett humorbefreit, derbst brutal und mit einfach nur grandiosen Shoot-Out-, Fight- und sonstigen Action-Sequenzen gesegnet. Hier dürfte das Herz eines jeden Actionfans deutlich höher schlagen und es ist einfach schön zu sehen, dass ein Film wie dieser auch heutzutage noch für die große Leinwand gedreht werden kann. JOHN WICK würde auch im Double-Feature mit Filmen wie COMMANDO, COBRA, INVASION U.S.A. oder DEATH WISH 3 mehr als vorzüglich funktionieren und fast scheint es so, als habe dieser Film die letzten 30 Jahre irgendwo in einer Zeitkapsel verbracht und wurde erst jetzt durch Zufall entdeckt. Wenn doch auch die THE EXPENDABLES-Filme so oder so ähnlich ausgesehen hätten wie dieser Film hier…

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

THE GORGON (Großbritannien 1964, Regie: Terence Fisher)

the gorgon

(Fassung: DVD, Sony, Deutschland)

Wie am 11.06. bekannt wurde, verstarb am 07.06. in London Christopher Lee an Herzversagen, keine zwei Wochen nach seinem 93. Geburtstag. In Gedenken an diesen ebenso groß- wie einzigartigen Schauspieler musste ich mir einfach einen Film mit ihm ansehen. Die Wahl fiel auf THE GORGON, eine von Lees Hammer-Produktionen. Ein mir bisher unbekannter Film, in dem der unvergessliche – und durch seine Filme ja auch in gewisser Weise unsterbliche – Schauspieler einmal mehr gemeinsam mit Peter Cushing vor der Kamera stand.

In THE GORGON dreht sich alles um einen jungen Mann (Richard Pasco), der den mysteriösen Tod seines Vaters mit Hilfe des von Christopher Lee gespielten Prof. Meister aufklären will und dabei auf eine Wand des Schweigens stößt. Insbesondere der von Cushing gespielte Arzt der kleinen Stadt scheint etwas zu verbergen zu haben…

THE GORGON bietet grundsolide, routinierte und ausgesprochen schöne Gruselunterhaltung, welche sich im vorliegenden Fall der griechischen Medusa-Sage bedient, und ist angesiedelt in den typischen Settings (ich liebe diese spinnwebenverhangenen, alten Schlösser) der britischen Kultschmiede und ausgestattet mit dieser unnachahmlichen Atmosphäre, die so viele Filme der Hammer Studios auszeichnet. Undurchsichtige Machenschaften sorgen für kurzweilige Spannung und mit Cushing und Lee sind zwei absolute Großmeister ihres Fachs in den beiden Hauptrollen zu sehen (auch wenn der Part von Christopher Lee leider deutlich kleiner ausgefallen ist als der von Cushing). Wer Filme dieser Art zu schätzen weiß, dürfte auch an THE GORGON seinen Spaß haben, dessen bin ich mir sicher.

Persönliche Bewertung: Gut!

INVADERS FROM MARS (USA 1986, Regie: Tobe Hooper)

invaders from mars

(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

Hoopers Remake des gleichnamigen Science-Fiction- und Paranoia-Films aus den 50er Jahren passt ganz wunderbar in seine Entstehungszeit, machten in den 80er Jahren ja nicht gerade wenige Filme Furore, die Kinder und Jugendliche zu Hauptprotagonisten meist phantastischer Abenteuer machten.

In INVADERS FROM MARS muss der junge David (Hunter Carson) mit ansehen, wie alle Erwachsenen um ihn herum von außerirdischen Invasoren zu willenlosen Werkzeugen umfunktioniert werden. Mit Hilfe der Schulkrankenschwester Linda (Karen Black) wendet er sich an das Militär in Form des von James Karen gespielten General Wilson und versucht, so den Tag zu retten.

Und auch wenn INVADERS FROM MARS an die hohe Qualität manch ähnlicher (Sub-)Genrevertreter wie beispielsweise THE GOONIES, GREMLINS oder auch YOUNG SHERLOCK HOLMES vielleicht nicht ganz herankommen mag, so weiß Hoopers Film doch mit einer schwungvollen Mischung aus Action, Spannung und Humor zu überzeugen. Das Finale ist spektakulär und das von Stan Winston stammende Creature Design über jeden Zweifel erhaben.

Persönliche Bewertung: Gut!

MOONRISE KINGDOM (USA 2012, Regie: Wes Anderson)

moonrise kingdom

(Fassung: Blu-ray, Universum, Deutschland)

Ein Waisenjunge (Jared Gilman) verlässt in einer Nacht- und Nebelaktion sein Pfadfindercamp, ein Mädchen (Kara Hayward) haut von zu Hause ab. Zusammen wollen sie in eine gemeinsame Zukunft flüchten, doch die Eltern des Mädchens (Bill Murray und Frances McDormand), der ortsansässige Polizist (Bruce Willis) sowie der Leiter des Camps (Edward Norton) und jede Menge Mitpfadfinder befinden sich bereits auf ihrer Fährte…

Die Filme von Regisseur Wes Anderson kann man entweder lieben oder hassen. Ein Zwischending ist eigentlich nicht möglich. Entweder man kommt mit dieser ganz besonderen Art klar, mit der Anderson seine Geschichten erzählt oder es dürfte problematisch werden, seine Filme gut zu finden. MOONRISE KINGDOM ist wieder ein typischer Anderson-Film und für mich als Fan des eigenwilligen Regisseurs bedeutete dies, dass ich gut 90 Minuten einen riesengroßen Spaß hatte. Ich liebe die Optik, die Andersons Filme auszeichnet, den trockenen und teils rabenschwarzen Humor, der sie durchzieht, die skurrilen und schrulligen Charaktere, die sie bevölkern und die einfach nur wunderschönen Geschichten, die von ihnen erzählt werden. Auch auf MOONRISE KINGDOM trifft all dies zu. Ein visuell beeindruckender, saukomischer, herrlich schräger und einfach nur richtig, richtig guter Film!

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

FIREFLY: SEASON 1 (USA 2002-2003, Idee: Joss Whedon)

firefly

(Fassung: DVD, 20th Century Fox, Deutschland)

In Nerdkreisen ist die Empörung darüber, dass FIREFLY nach nur 11 ausgestrahlten Folgen (von insgesamt 14 produzierten) wieder abgesetzt wurde, noch heute ziemlich groß. Irgendwie verständlich, denn FIREFLY hätte es durchaus verdient gehabt, eine echte Chance zu bekommen. Diese hatte die Serie jedoch niemals. Die Differenzen der ausstrahlenden Fox Studios und des Machers Joss Whedon waren einfach zu groß und so war das TV-Projekt FIREFLY praktisch von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Nicht nur, dass Fox lediglich 11 der 14 produzierten Folgen ausstrahlte, sie wurden auch noch in komplett chaotischer und sinnentstellender Reihenfolge gesendet (Höhepunkt des Chaos dürfte sicherlich die Tatsache sein, dass ausgerechnet die Pilotfolge, also der Einstieg in die Serie, von Fox als letztes ausgestrahlt wurde). Zwar verfügt jede Episode für sich über eine abgeschlossene Handlung, die sich im Laufe dieser ersten und einzigen Season jedoch aufbauende Rahmenhandlung und die Entwicklung der verschiedenen Charaktere wurde durch die chaotische Ausstrahlungsreihenfolge komplett torpediert und so ist es nicht verwunderlich, dass nur wenige Zuschauer einschalteten. Erst auf DVD, als alle 14 Folgen in der korrekten Reihenfolge veröffentlicht wurden, entwickelte sich FIREFLY zur Kultserie und ermöglichte es Whedon, im Jahr 2005 mit SERENITY einen Kinofilm zu drehen, mit dem er sein Objekt schließlich doch noch zu einem Ende bringen konnte.

Ich selbst habe FIREFLY erst jetzt zum ersten Mal gesehen (der Kinofilm folgt dann in ein paar Tagen) und muss sagen, dass ich die Empörung über das Absetzen der Serie zwar durchaus nachvollziehen kann, den extremen Hype, der um sie gemacht wurde, aber dann doch nicht ganz verstehe.

FIREFLY ist sicherlich innovativ und außergewöhnlich und die Idee, das Science-Fiction-Genre mit dem Genre des Westerns und auch mit dem Genre des Abenteuerfilms zu verbinden, halte ich für ausgesprochen gelungen. Was mir ein bisschen fehlt, ist die Nachhaltigkeit des Ganzen. Als wirklich herausragend hab ich beispielsweise keine einzige Episode empfunden, die Qualität der erzählten Geschichten schwankt zwischen solide, gut und sehr gut und für eine Serie, die erst Anfang dieses Jahrtausends produziert wurde, empfand ich FIREFLY als erstaunlich “dated“, was vielleicht auch an den – wohl aus Budgetgründen – nicht immer wirklich gut gelungenen Effekten liegen dürfte. Toll ist dagegen die Mischung aus teils ziemlich krudem Humor und durchaus heftigen Gewaltspitzen (nicht aufgrund der graphischen Darstellung, sondern aufgrund der Handlungen, die die Personen vollziehen). Nathan Fillion und Adam Baldwin rocken zudem – jeder auf seine eigene Art und Weise – ziemlich das Haus und Morena Baccarin ist “hot as hell“. Da war durchaus viel Potential vorhanden, welches sicherlich genutzt und weiterentwickelt hätte werden können.

Persönliche Bewertung: Gut!

WANTED DEAD OR ALIVE (USA 1987, Regie: Gary Sherman)

wanted dead or alive

(Fassung: DVD, Anchor Bay, USA)

Kopfgeldjäger Rutger Hauer soll Gene Simmons (ja, den Bassisten von KISS) zur Strecke bringen, der hier einen Terroristen aus Nahost zum Besten gibt. Schon bald wird die Angelegenheit persönlich…

Actionkino aus den 80er Jahren – die Rollen zwischen Gut und Böse sind klar verteilt und natürlich kann man Filmen wie diesen hier, die aufgrund ihrer Terrorismus-Thematik ja leider immer noch eine gewisse Aktualität aufweisen, den Vorwurf machen, ideologisch durchaus fragwürdig geraten zu sein. Kann man, muss man aber nicht. Man kann sich als Fan des 80er-Jahre-Kinos auch einfach nur von ihnen unterhalten lassen. Bei WANTED DEAD OR ALIVE fällt insbesondere auf, das weniger die Action, sondern mehr der Thrill im Vordergrund steht. Echte Actionszenen sind rar gesät und Regisseur Gary Sherman ist viel mehr am Spannungsaufbau und der Charakterisierung des von Rutger Hauer gespielten Protagonisten interessiert und das gelingt ihm auch richtig gut. WANTED DEAD OR ALIVE zeigt keinen Amoklauf eines schießwütigen Militaristen, sondern die penible Jagd eines desillusionierten Mannes, der eine persönliche Rechnung zu begleichen hat. WANTED DEAD OR ALIVE ist praktisch der Thriller unter den Actionfilmen aus den 80er Jahren und sei hiermit jedem Freund dieser Art von Kinos wärmstens empfohlen. Und das Ende des Bösewichts – “Fuck the bonus!“ – ist “priceless“!

Persönliche Bewertung: Gut!

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