September 2015: 6 Kurzkommentare

THE BOURNE LEGACY (Japan/USA 2012, Regie: Tony Gilroy)

the bourne legacy

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

THE BOURNE LEGACY schließt an die Ereignisse aus den ersten drei Filmen an, verzichtet jedoch auf ein Mitwirken des Titelhelden Jason Bourne – Matt Damon ist nicht einmal in einer Nebenrolle zu sehen – und präsentiert stattdessen mit Jeremy Renner in der Rolle des gejagten Agenten Aaron Cross einen neuen Hauptdarsteller. Um den Skandal um Jason Bourne möglichst zu vertuschen, sollen in THE BOURNE LEGACY wirklich alle Beweise bezüglich dieses speziellen Regierungs- bzw. Geheimdienstprogrammes, dessen Teil auch Jason Bourne gewesen ist, vernichtet werden – und dies schließt auch die entsprechenden Agenten mit ein. Doch der von Renner gespielte Cross überlebt den zu seiner Eliminierung gestarteten Drohnenangriff und begibt sich fortan auf die Flucht. Und dieses Jagd/Flucht-Szenario, das Regisseur Tony Gilroy hier inszeniert hat, ist über weite Strecken auch ziemlich spannend und packend geraten und THE BOURNE LEGACY überzeugt vor allem mit einer ausgewogenen Mischung aus Suspense- und Actionsequenzen.

Mir persönlich hat bei diesem Film jedoch etwas das Spektakel gefehlt, der ganze Film scheint mir – auch wenn es sicher zum Thema des Films passt – doch etwas zu unterkühlt inszeniert zu sein und echte Höhepunkte (und die erwarte ich persönlich von einem Actionfilm einfach) sind ziemlich rar gesät. Die drei Vorgänger mit Matt Damon konnten mich da einfach mehr fesseln und begeistern, was aus THE BOURNE LEGACY jetzt aber sicher keinen schlechten Film macht.

Persönliche Bewertung: Gut!

3 DAYS TO KILL (Frankreich/USA 2014, Regie: McG)

3 days to kill

(Fassung: Blu-ray, Universum, Deutschland)

In 3 DAYS TO KILL erfährt Top-Agent Ethan Renner (Kevin Costner), dass er aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr lange zu leben hat, zieht sich aus dem Dienst zurück und beschließt, die ihm verbleibende Zeit seiner Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) zu widmen, die gemeinsam mit ihrer Mutter (Connie Nielsen) in Paris lebt. Doch die Vergangenheit holt Renner in Form der attraktiven CIA-Agentin Vivi Delay (Amber Heard) wieder ein. Für sie soll er innerhalb von 3 Tagen einen der gefährlichsten Terroristen der Welt ausfindig machen und zur Strecke bringen. Dieser soll sich gerade in Paris aufhalten. Als Gegenleistung verspricht Vivi ein brandneues und noch nicht offiziell erhältliches Medikament, mit dem er sein Leben verlängern könnte. Renner willigt ein, das Chaos beginnt…

Ich mag die Filme von McG und bin auch der Meinung, dass er mit den beiden CHARLIE’S ANGELS-Filmen die vielleicht besten Actionkomödien der 00er-Jahre gedreht hat. Natürlich muss man sich mit den hoffnungslos überdrehten Geschichten, die McG so gerne in seinen Filmen erzählt, anfreunden können um seinen Spaß zu haben. Wem dies gelingt, der kommt auch bei 3 DAYS TO KILL auf seine Kosten. McGs Film ist eine wunderbar kurzweilige Mischung aus Actionfilm und Komödie, mit toll choreographierten und inszenierten Actionsequenzen und einfach nur irrsinnig komischen Momenten. Der Humor springt dem Betrachter jedoch nie offensiv ins Gesicht und wirkt bemüht oder überkonstruiert, er entwickelt sich einfach aus bestimmten Situationen heraus und ist gerade aus diesem Grund so gelungen. Kevin Costner als Agent wider Willen, Amber Heard als verführerische Femme fatale des Geheimdienstes und vor allem auch Hailee Steinfeld, die Costners Tochter spielt, haben merklich Spaß an ihren Rollen und es ist wahrlich ein Freude, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen.

3 DAYS TO KILL ist sicher kein Film, der irgendwann mal in einen Kanon aufgenommen werden könnte und man hat wahrscheinlich auch nichts verpasst, wenn man ihn nicht gesehen hat. Aber er macht das, was er macht auf überzeugende und ehrliche Art und Weise. Mir hat er gefallen.

Persönliche Bewertung: Gut!

INTERSTELLAR (Großbritannien/Kanada/USA 2014, Regie: Christopher Nolan)

interstellar

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

In einer nicht allzu fernen Zukunft begibt sich Matthew McConaughey auf eine Mission ins Weltall um ein Wurmloch zu erforschen und herauszufinden, ob die auf der anderen Seite dieses Wurmlochs liegenden Planeten für die Erdbevölkerung bewohnbar wären. Dabei überschreitet er die Grenzen von Raum und Zeit und verursacht beim Zuschauer abwechselnd Brechreiz und gähnende Langeweile.

INTERSTELLAR ist der letztjährige Film von Blender Christopher Nolan und hoffentlich der Abschluss einer nun schon drei Filme umfassenden “Wie verarsche ich mein Publikum?“-Reihe. Wie schon zuvor INCEPTION und THE DARK KNIGHT RISES ist INTERSTELLAR ein aufgeblasenes Nichts, ein Film, der von Nolan unnötig in die Längen gezogen und – noch unnötiger – überkompliziert erzählt wird, um dem Zuschauer vorzugaukeln, dass er jetzt gerade etwas ganz Großem beiwohnen würde. Das wirklich Schlimme ist, fast alle Zuschauer fallen auf Nolan herein. In der TOP 250 der IMDB befindet sich INCEPTION derzeit auf Rang 14, THE DARK KNIGHT RISES auf Rang 61 und INTERSTELLAR auf Rang 29. What the fuck!?! Mir fallen spontan 1.000 Filme ein, die allesamt besser sind als diese drei Blendgranaten.

Konnte man sich bei INCEPTION und THE DARK KNIGHT RISES jedoch zumindest noch an spektakulären Actionsequenzen ergötzen, bietet INTERSTELLAR auch in diesem Bereich nicht sonderlich viel. Der Film kann bei näherer Betrachtung fast gar nichts. Der ganze Plot ergibt in Verbindung mit den Handlungen der diversen Charaktere (die allesamt klischeehaft ohne Ende gezeichnet sind) überhaupt keinen Sinn, der Kitsch trieft aus allen Ecken und Enden, Matthew McConaughey ist mittlerweile an einem Punkt in seiner Karriere angelangt, an dem man sich als Zuschauer an ihm sattsieht und man sich wünscht, er würde nicht in jedem größeren Film mitspielen, Anne Hathaway, Michael Caine, Jessica Chastain, John Lithgow und Matt Damon sind komplett verschenkt und der ganze Film zieht sich über knapp 3 Stunden wie Kaugummi.

Positiv hervorzuheben sind lediglich Kameraarbeit, Ausstattung und Production Design sowie das Sound Design. Auf rein technischer Seite kann man Nolan nicht viel vorwerfen – wenn er es einfach mal lassen würde, alle paar Minuten das Bildformat zu wechseln, wäre dies allerdings sehr zu begrüßen – und, Film ist ja dann in erster Linie doch ein (audio)visuelles Medium, hier ist INTERSTELLAR dann tatsächlich ein echter Gewinner. Der Film sieht atemberaubend gut aus und der Ton drückt einen zeitweise regelrecht in den Sessel. Wenn aber der Inhalt nicht passt, nutzt auch die schönste Verpackung nicht viel.

Persönliche Bewertung: Naja!

MAN OF TAI CHI (China/Hongkong/USA 2013, Regie: Keanu Reeves)

man of tai chi

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

In MAN OF TAI CHI gerät ein junger Tai-Chi-Kämpfer (Tiger Chen Hu) in die Hände eines skrupellosen Geschäftsmannes (Keanu Reeves), der illegale Kämpfe organisiert und diese per Pay-Per-View weltweit verkauft. Und wenn bei den Kämpfen ein Teilnehmer sein Leben lässt, schnellt der Verdienst gleich noch mal in die Höhe…

MAN OF TAI CHI markiert das Regiedebüt von Keanu Reeves, um den es in den letzten Jahren ja doch eher etwas ruhig geworden ist. Da kann man dann auch mal so einen Klopper unters Volk hauen und das amerikanische Publikum mit einem Film konfrontieren, bei dem der Großteil der Dialoge auf Kantonesisch bzw. Mandarin aus den Boxen kommt. Man könnte so eine Entscheidung auch als Kassengift bezeichnen. Aber Keanu Reeves scheint das nicht viel gekümmert zu haben und allen Befürchtungen zum Trotz ist MAN OF TAI CHI, der ja weniger ein Film der großen Worte, sondern mehr ein Film der großen Kämpfe ist, sogar ziemlich ansehnlich geraten. Die tollen Kampfchoreographien (als Action Director fungierte Fight-Spezialist Yuen Woo-Ping, der bereits unzählige Filme mit seinen Choreographien veredelte) überzeugen auf ganzer Linie – mit am besten hat mir dabei der Kampf im Stroboskoplicht in der Mitte des Films gefallen – und am Ende des Tages ist es ja auch genau das, worum es in einem Film wie diesen hier geht. Und dann versprüht MAN OF TAI CHI, wohl auch wegen seines nicht wegzuleugnenden Trash-Appeals, einfach diesen wunderbar kindlich-naiven Charme, dem man sich als Genrefreund einfach nicht entziehen kann bzw. will. Have fun…

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

THE BIG BANG THEORY: SEASON 8 (USA 2014/2015, Idee: Chuck Lorre/Bill Prady)

the big bang theory

(Fassung: Blu-ray, Warner, Großbritannien)

Über THE BIG BANG THEORY muss man wohl keine allzu großen Worte verlieren. Die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander dürften hinlänglich bekannt sein und insbesondere der von Jim Parsons einfach nur genial verkörperte Sheldon Cooper gehört – wie natürlich die ganze Serie selbst auch – schon längst zur Popkultur. In den USA ist die neunte Staffel mittlerweile gestartet, in Europa gibt es die Serie bis Staffel 8 fürs Heimkino zu erwerben und diese 8. Staffel hab ich mir nun nach einem langen Jahr Wartezeit endlich ansehen können. Und man muss den beiden Serienschöpfern Chuck Lorre und Bill Prady einfach das große Kompliment machen, auch im achten Jahr noch immer großartige Unterhaltung abzuliefern. Vielleicht kann man der Serie vorwerfen, dass sich die einzelnen Charaktere nicht mehr sonderlich viel weiterentwickeln, die Figurenkonstellationen hinlänglich bekannt sind und keine großartigen Überraschungen mehr in der Entwicklung der Charaktere und der einzelnen Handlungsstränge geboten werden. Solange das, was man als Fan von der Serie bekommt, aber noch so ein extrem hohes Gag-Niveau aufweist wie auch in dieser achten Staffel, kann über diesen vermeintlichen Schwachpunkt in meinen Augen großzügig hinweggesehen werden.

Diese achte Staffel startet fast schon furios, pendelt sich sehr schnell auf einem hervorragenden Niveau ein und sinkt lediglich in den letzten paar Folgen auf ein “nur“ noch sehr gutes Niveau ab. Mein persönliches Highlight: die Episode THE FOCUS ATTENUATION, während der die drei Mädels in Vegas sind und die vier Jungs versuchen, etwas Neues und Innovatives zu entwickeln. Allein die Sequenz, in der die vier Freunde über die verschiedenen Zeitebenen in der BACK TO THE FUTURE-Reihe philosophieren, ist einfach nur zum Schreien komisch und schlichtweg unbezahlbar.

Ganz zum Abschluss des Textes möchte ich noch auf die größte Stärke von THE BIG BANG THEORY eingehen, nämlich dieses fast gleichberechtigte Nebeneinanderstehen der verschiedenen Charaktere. Natürlich ragt der von Parsons gespielte Sheldon Cooper heraus, aber anders als bspw. bei HOW I MET YOUR MOTHER, wo allein der von Neil Patrick Harris gespielte Barney Stinson für einen Großteil der Gags verantwortlich ist und praktisch alle anderen Charaktere austauschbar wären, würde THE BIG BANG THEORY in meinen Augen mittlerweile nicht mehr funktionieren, wenn man einen der sieben Hauptdarsteller austauschen würde. Hier bereichert jeder einzelne der sieben Hauptcharaktere die Show auf seine eigene Art und Weise, jeden hat man mit seinen Ticks und Macken, Stärken und Schwächen mittlerweile liebgewonnen und keinen einzigen möchte man missen. Wahrscheinlich funktioniert THE BIG BANG THEORY auch deshalb so vorzüglich.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

SAFE (USA 2012, Regie: Boaz Yakin)

safe

(Fassung: Blu-ray, Concorde, Deutschland)

Jason Statham killt sich als Ein-Mann-Armee durch New York, beschützt dabei ein kleines Mädchen und räumt unter korrupten Cops und der russischen und chinesischen Mafia auf. Und sonderlich viel mehr Plot hat SAFE dann auch nicht wirklich zu bieten.

Regisseur Boaz Yakin präsentiert über gut 90 Minuten harte Action, die – und das ist erfreulich – mal nicht ironisch gebrochen ist. SAFE macht keine großen Gefangenen und geht mit seinen unbarmherzigen und staubtrocken inszenierten Actionsequenzen, seinen blutigen Shoot-Outs und der erbarmungslosen Konsequenz, mit der das alles gezeigt wird, ziemlich kompromisslos zur Sache. Vor allem Fans des Actionkinos der 80er Jahre dürfen gerne mal einen Blick riskieren, wenngleich ich auch sagen muss, dass dem Film ein bisschen mehr Spannung gut getan hätte. SAFE läuft zwischendurch immer mal wieder Gefahr, zu eintönig zu werden. Gibt’s sonst noch was zu diesem Film zu sagen? I don’t think so…

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

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