Shocktober 2015 – Final Batch / October 2015 – Non-Horror-Stuff

MAMA (Kanada/Spanien 2013, Regie: Andrés Muschietti)

mama

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Vor fünf Jahren verschwanden zwei kleine Mädchen (Megan Charpentier und Isabelle Nélisse) spurlos, nun werden sie in der Wildnis wiedergefunden und sollen künftig bei ihrem Onkel Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) und dessen Freundin Annabel (Jessica Chastain) aufwachsen. Doch die Jahre in der Einsamkeit der Wildnis haben ihre Spuren bei den beiden Schwestern hinterlassen und als Lucas nach einem mysteriösen Unfall im Krankenhaus landet und Annabel fortan mit den Kindern allein im Haus ist, muss sie bald feststellen, dass hier etwas gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Offensichtlich wurden die Mädchen in der Wildnis von einer Kreatur beschützt, welche die Kinder Mama nennen. Und diese Kreatur nimmt es mit der Aufgabe als Beschützer immer noch sehr genau…

Einer der besseren Horrorfilme der letzten Jahre. Weil Regisseur Andrés Muschietti eine sehr gute Balance zwischen ruhigen Momenten und Schockeffekten findet, über weite Strecken eine wahrlich beunruhigende Atmosphäre aufbaut und mit Jessica Chastain in der Hauptrolle – die ich mit ihren kurzen, schwarzen Haaren fast nicht erkannt hätte – eine Hauptdarstellerin am Start hat, die ihr Handwerk versteht und MAMA allein durch ihr Mitwirken ungemein aufwertet. Leider hat Muschietti (der auch für das Drehbuch mitverantwortlich zeichnete) das Ende versaut und erweist seinem bis dahin eigentlich sehr guten Film einen Bärendienst. Der Schluss von MAMA ist tatsächlich eine ziemliche Katastrophe und mag so gar nicht zu dem passen, was man zuvor gesehen hat. Aber man muss ja nicht alle Entscheidungen verstehen, die ihm Laufe des Entstehungsprozesses eines Films so gefällt werden.

Persönliche Bewertung: Gut!

PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI (Italien 1980, Regie: Lucio Fulci)

paura nella città dei morti viventi

(Fassung: DVD, Blue Underground, USA)

Während einer Séance hat Mary Woodhouse (Catriona MacColl) eine Vision von einem Priester in einer Kleinstadt, der Selbstmord begeht und dadurch die Pforten zur Hölle öffnet. Gemeinsam mit dem Reporter Peter Bell (Christopher George) macht sich Mary auf die Suche nach dieser Stadt um das Schlimmste zu verhindern…

PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI ist einer von Fulcis berüchtigten Goreklassikern und trägt seit seinem Erscheinen die Last mit sich herum, immer wieder auf seine Gore-, Splatter- und Ekelsequenzen reduziert zu werden. Natürlich muss ich zugeben, dass diese Szenen – eine Frau kotzt sich nicht nur die Seele, sondern auch gleich sämtliche Gedärme aus dem Leib, der Kopf eines Mannes macht Bekanntschaft mit einer Bohrmaschine, die Protagonisten sind einem Wirbelsturm aus Maden ausgesetzt, usw. – auch in mir den kleinen Gorehound von früher wieder zum Leben erwecken und dessen Herz höher schlagen lassen, die wahre Qualität von PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI liegt aber woanders. Ich finde es einfach faszinierend, wie sich Fulcis Film – zwar noch nicht ganz so extrem, aber doch ähnlich wie in dem ein Jahr später entstandenen Glanzstück …E TU VIVRAI NEL TERRORE! L’ALDILÀ – den Regeln einer herkömmlichen Narration und eines herkömmlichen Spannungsaufbaus zu entziehen versucht. Dinge passieren hier einfach, ohne dass es weiterer Erklärungen bedarf und ohne dass großartig auf bestimmte Ereignisse hingearbeitet werden müsste. PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI definiert sich nicht durch seine Geschichte, sondern vielmehr durch seine albtraumhafte Stimmung, die er erzeugt, durch seine unheimliche Atmosphäre und durch seinen ebenso simplen wie intensiven Score von Komponist Fabio Frizzi, der den Zuschauer durch den Film trägt. Auch in PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI kommt man als Zuschauer irgendwann an einen Punkt, an dem es egal ist, ob man der Handlung nun noch folgen mag oder nicht, an dem nur noch die vermittelte Stimmung von Bedeutung ist und man bereit ist, Fulci alles abzunehmen und alles zu glauben, was er einem so vorsetzt. PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI ist ein Film von morbider Schönheit.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

THE MASK OF FU MANCHU (USA 1932, Regie: Charles Brabin / Charles Vidor)

the mask of fu manchu

(Fassung: DVD, Warner, USA)

Ein englisches Archäologenteam soll das erst vor kurzer Zeit entdeckte Grab des berühmt-berüchtigten Dschingis Khan sichern und die darin enthaltenen Schätze bergen, insbesondere die Maske und das Schwert des Eroberers, zwei Artefakte, denen magische Kräfte nachgesagt werden. Die Zeit drängt, denn auch der von Boris Karloff gespielte Superverbrecher Dr. Fu Manchu will die sagenumwobenen Artefakte in seinen Besitz bringen und hat gar grausige Dinge mit diesen vor…

THE MASK OF FU MANCHU ist ein netter kleiner Gruselstreifen aus längst vergangenen Tagen, der Grusel- und Mystery-Elemente mit denen des Abenteuerfilms verbindet und so versucht, seine Zuschauer bei der Stange halten. Was vor gut über 80 Jahren noch gelungen haben mag, ist heute jedoch fast ein Ding der Unmöglichkeit. Im Gegensatz zu ähnlichen Filmen aus der damaligen Zeit fehlt es THE MASK OF FU MANCHU einfach an Spannungspotential, an Atmosphäre und auch an Charme. Die Settings sind größtenteils ausgesprochen spartanisch ausgefallen und so etwas wie Gruselstimmung kommt nur sehr selten – und dann auch nur ansatzweise – auf. Lediglich ein paar wenige Szenen bleiben im Gedächtnis, die sind dann aber auch allesamt ziemlich toll geraten (Fu Manchu ganz am Anfang mit dem dampfenden Gebräu, eine aus einem Totenschädel krabbelnde Spinne, die Foltereinlagen der sadistischen Tochter Fu Manchus und die Sequenz mit den Krokodilen) und sorgen letztendlich dafür, dass ich doch eine verhaltene Empfehlung für den Film aussprechen möchte.

Persönliche Bewertung: Nett!

LADY IN THE WATER (USA 2006, Regie: M. Night Shyamalan)

lady in the water

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In LADY IN THE WATER findet Paul Giamatti als Hausmeister einer Apartmentanlage ein Fabelwesen im Swimmingpool und versucht, dieses mit Hilfe der Bewohner der Anlage vor fiesen Monstern zu retten…

Nach seinen vier erfolgreichen Plot-Twist-Filmen (THE SIXTH SENSE, UNBREAKABLE, SIGNS und THE VILLAGE) knallt Regie-Wunderkind M. Night Shyamalan dem Publikum diesen obskuren Fantasy-Mystery-Märchen-Mix um die Ohren, fiel damit komplett auf die Fresse und sollte sich danach dazu entschließen, sein Publikum mit Filmen wie THE HAPPENING (den ich persönlich richtig toll finde) noch mehr zu strapazieren bzw. auf die Probe zu stellen.

Weshalb jetzt gerade LADY IN THE WATER damals so extrem kritisiert wurde, mag sich mir nicht erschließen. Wahrscheinlich waren alle enttäuscht, dass es keinen Plot-Twist am Ende gab. Vielleicht hat Publikum und Kritik nicht gefallen, dass sich Shyamalan selbst als eine Art unverstandener Märtyrer inszeniert (er spielt einen Schriftsteller, dessen Werk irgendwann die Welt verändern wird, im Hier und Jetzt allerdings mit Missachtung gestraft wird) und in seinem Film zudem noch einen Filmkritiker als Witzfigur installiert hat. Hängt man sich an solchen Dingen auf, läuft man allerdings Gefahr, zu sehen, dass man es hier im Grunde mit einem ausgesprochen schönen Fantasy-Grusel-Märchen zu tun hat, mit einer zwar einfach gestrickten und vielleicht kitschigen, aber doch lobenswerten Botschaft, das mit tollen Schauspielern besetzt, toll fotografiert und mit einem stimmigen Score versehen ist und an dem es bei näherer Betrachtungsweise in meinen Augen rein gar nichts auszusetzen gibt.

Persönliche Bewertung: Gut!

TRICK ‚R TREAT (USA 2007, Regie: Michael Dougherty)

trick 'r treat

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In TRICK ‚R TREAT verbindet Regisseur Michael Dougherty verschiedene, sich in der Halloweennacht abspielende Handlungsstränge lose miteinander und erschafft dadurch einen ausgesprochen kurzweiligen und unterhaltsamen Episodenfilm zum Thema Halloween. Urbane Legenden, fiese Killer, Werwölfe und ein im höchsten Maße aggressives Kürbismännchen sorgen für reichlich Abwechslung. Spannung, schwarzer Humor, eine unheimliche Atmosphäre, der eine oder andere What-the-Fuck-!?!-Moment und viele Schauwerte vereinen sich zu einem homogenen Ganzen und sorgen dafür, dass die extrem übersichtliche Laufzeit von gerade mal knapp 80 Minuten regelrecht wie im Flug vergeht. Dazu die tolle Kameraarbeit, die gelungene Song-Auswahl auf dem Soundtrack und einige bekannte Gesichter auf der Besetzungsliste (Anna Paquin, Brian Cox) und fertig ist ein rundum gelungener Horror- bzw. Gruselspaß, der wohl jedem Genrefreund ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte.

Persönliche Bewertung: Gut!

TEENAGE ZOMBIES (USA 1960, Regie: Jerry Warren)

teenage zombies

(Fassung: DVD, Vinegar Syndrome, USA)

In TEENAGE ZOMBIES geraten ein paar Teenager auf einer eigentlich menschenleeren Insel in die Fänge einer verrückten Wissenschaftlerin, die dringend menschlichen Nachschub für ihre Experimente mit einem Nervengas benötigt, durch das ihre Opfer in willenlose Kreaturen verwandelt werden…

Bereits im Jahr 1957 gedreht, erblickte Warrens Film – wenn man den Angaben in der IMDB glauben darf – erst drei Jahre später die Leinwände diverser Drive-In-Kinos. TEENAGE ZOMBIES ist dabei klar als B-Movie aus den 50er Jahren zu identifizieren, mit seiner Mischung aus Science Fiction, Verschwörungstheorien und sanftem Grusel (wenn man die unheimlichen Szenen des Films überhaupt so bezeichnen kann) und gefällt heute in erster Linie wegen seiner herrlich naiven Machart, dem komplett unschuldigen Tonfall, den er anschlägt, seiner strikten Trennung zwischen Gut und Böse und diesem fast schon kindlich-naiven Charme, den er verbreitet.

TEENAGE ZOMBIES dürfte schon damals niemanden schockiert haben und er tut es heute erst recht nicht. Und mit ganz großer Sicherheit hat man auch nichts in seinem Leben verpasst, wenn man nun gerade diesen Film hier nicht gesehen haben sollte. Trotzdem ist es schön, dass es ihn gibt und den Jungs vom US-Label Vinegar Syndrome, die solche kleinen obskuren Filme vor dem kompletten Vergessen bewahren und für die Nachwelt erhalten, sei an dieser Stelle mal mein aufrichtiger Dank ausgerichtet.

Persönliche Bewertung: Nett!

AMER (Belgien/Frankreich 2009, Regie: Hélène Cattet / Bruno Forzani)

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(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

In AMER folgt der Zuschauer der Protagonistin Ana in drei Stadien ihres Lebens. Als Kind (Cassandra Forêt) in einer albtraumhaften Sequenz in der heimischen Villa kurz nach dem Tod des Großvaters, als Teenager (Charlotte Eugène Guibeaud) im Sommerurlaub beim Austesten ihrer sexuellen Reize und schließlich als erwachsene Frau (Marie Bos), die in ihr Elternhaus, die mittlerweile verlassene Villa, zurückkehrt und dort mit den Ängsten ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. AMER ist eine Coming-of-Age-Geschichte im Horrorgewand, auf der einen Seite sehr experimentell und sehr artifiziell, auf der anderen Seite aber auch lebendig, organisch, berauschend und mitreißend.

Die beiden Regisseure Hélène Cattet und Bruno Forzani erzählen die Geschichte, in der immer wieder die Grenzen von Fiktion und Realität ineinander verschwimmen, praktisch ausschließlich mit Bildern, Soundeffekten und der Musik. Es gibt in AMER so gut wie keine Dialoge und die wenigen, die vorhanden sind, tragen nichts dazu bei, die Geschichte weiterzubringen. Würde AMER komplett ohne gesprochenes Wort auskommen, es wäre im Endeffekt auch egal. Formal orientieren sich Cattet und Forzani am italienischen Giallo der 70er Jahre, brechen diesen auf sein visuelles Grundgerüst herunter und tauchen ihren Film in einfach nur atemberaubende Bilder. Die Farben Rot, Gelb, Grün und Blau dominieren, immer wieder gibt es Close-Ups, insbesondere vom menschlichen Auge, dann wieder werden die Bilder unscharf, verschwimmen regelrecht vor dem Auge des Betrachters – dazu der aus klassischen Gialli wie LA TARANTOLA DAL VENTRE NERO oder LA POLIZIA CHIEDE AIUTO entliehene Score; AMER ist wie ein einziger Rausch, ein beeindruckendes filmisches Experiment und ein mehr als würdiger Abschluss meiner Horrorsichtungen in diesem Oktober.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

AVENGERS: AGE OF ULTRON (USA 2015, Regie: Joss Whedon)

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(Fassung: Blu-ray 3D, Walt Disney, Deutschland)

Nachdem Marvel über Jahre hinweg zunächst in diversen Einzelfilmen ein zuvor (fast) nur in Comics existierendes Superheldenuniversum in die Filmwelt übertragen hatte, kam es im Jahr 2012 in THE AVENGERS zum lang herbeigesehnten Gipfeltreffen der einzelnen Protagonisten. Und dieses Gipfeltreffen war schlichtweg atemberaubend und die Vorfreude auf das, was da noch so kommen sollte, stieg ins Unermessliche.

3 Jahre später kehrt das aus Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Hawkeye (Jeremy Renner), Black Widow (Scarlett Johansson) und dem Hulk (Mark Ruffalo) bestehende Superheldenteam nun in AVENGERS: AGE OF ULTRON zurück und die Vorfreude von damals wurde mittlerweile durch eine gewisse Übersättigung von heute ersetzt. Das Blockbusterkino scheint fast nur noch aus diversen Superheldenfilmen zu bestehen und in den beiden konkurrierenden Häusern Warner (welche das Universum der DC-Comics rund um Superman und Batman betreuen) und Marvel scheint es nur noch darum zu gehen, den anderen in Sachen Bombast zu übertreffen. Man darf durchaus gespannt sein, wann dieses System kollabieren wird und sich die noch zahlreich vorhandenen Zuschauer gelangweilt abwenden werden.

In AVENGERS: AGE OF ULTRON geht es nun um die künstliche Intelligenz Ultron, die als Android ihr Unwesen treibt und – um die Erde zu retten – die gesamte Menschheit auslöschen will. Einmal mehr ist es an den Titelhelden, dies zu verhindern. Vergleicht man AVENGERS: AGE OF ULTRON mit seinen Vorgänger aus dem Jahr 2012 ist auffallend, dass diese Fortsetzung – anders als THE AVENGERS – weitaus nicht so homogen und in sich geschlossen wirkt. Ähnlich wie einst IRON MAN 2 scheint AVENGERS: AGE OF ULTRON ein Zwischenfilm zu sein, der benötigt wird, um künftige Filme vorzubereiten. Vieles in Whedons Film scheint nur kurz angerissen zu sein – sei es auf der Handlungsebene, beim Einführen neuer Charaktere oder bei der Weiterentwicklung der Beziehungen der Figuren untereinander – und so wirkt AVENGERS: AGE OF ULTRON irgendwie etwas unausgegoren und im Vergleich mit seinem genialen Vorgänger fast schon enttäuschend.

Gerettet wird der Film letztendlich durch seine Schauwerte. Die Action Set Pieces, die Whedon dem Zuschauer hier präsentiert, sind schlichtweg atemberaubend. Die Choreographie der verschiedenen Actionsequenzen scheint nicht von dieser Welt, als Zuschauer kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und – im Endeffekt macht ja auch immer der Ton die Musik – das Sound Design in diesen Actionszenen ist mit dem Wort brachial noch absolut unzureichend beschrieben. In diesem Bereich ist AVENGERS: AGE OF ULTRON nahe an der Perfektion, insbesondere auch weil es Whedon gelingt, seinen Zuschauer immer bei Laune zu halten und die Action so intensiv und abwechslungsreich zu inszenieren, dass sich wirklich keinerlei Ermüdungserscheinungen breitmachen. Und das ist ja durchaus eine Kunst, die nicht jeder Blockbuster-Regisseur beherrscht. AVENGERS: AGE OF ULTRON läuft vor Schauwerten fast über und wirkt dennoch nie überladen.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER (Deutschland 1994, Regie: Helge Schneider)

00 schneider - jagd auf nihil baxter

(Fassung: DVD, EuroVideo, Deutschland)

Helge Schneider und seine Filme – entweder man hasst sie oder man liebt sie. Dazwischen gibt es nicht sonderlich viel Freiraum. Ich habe seine drei Filme aus den 90er Jahren – TEXAS – DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM, diesen hier und PRAXIS DR. HASENBEIN – damals wahrscheinlich nur ein einziges Mal (und wohl auch eher so nebenbei) gesehen und die Erinnerung an sie war bzw. ist komplett verblasst. So kam die jetzige Sichtung von 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL, der gemeinhin als Schneiders bester Film gilt, praktisch einer Erstsichtung gleich.

Helge Schneider, der neben den beiden Hauptrollen gleich noch zwei kleinere Nebenrollen bekleidete, die Musik komponierte und für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnete, versucht als 00 Schneider den Mord an einem Zirkusclown aufzuklären und gerät dabei dem Bösewicht Nihil Baxter (die zweite Hauptrolle, die Schneider spielt) auf die Spur. Schneider klamaukt sich dabei mit seinen kongenialen Partnern Helmut Körschgen (als Sidekick von 00 Schneider), Andreas Kunze (als Frau 00 Schneider) und Werner Abrolat (als Polizeipräsident) durch einen absurd-komischen Plot, der sich hauptsächlich in obskuren Settings (die Einrichtung des Unterschlupfs von Nihil Baxter ist der absolute Knaller) abspielt. Die absichtlich schlechte Machart des Films, der irrsinnige Humor und die noch irrsinnigere Geschichte vereinen sich dabei zu einem unwiderstehlichen Ganzen, welches dem dieser Art von Humor positiv zugeneigten Zuschauer eine Lachsalve nach der anderen garantiert. Ein Heidenspaß!

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE (Deutschland 2013, Regie: Helge Schneider)

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(Fassung: Blu-ray, Senator/Universum, Deutschland)

Knapp 20 Jahre nach 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER kehrte Helge Schneider in der Titelrolle zurück und versucht erneut, ein reichlich obskures Verbrechen zu lösen. An die Qualität des Vorgängers reicht diese Quasi-Fortsetzung jedoch nicht ansatzweise heran. Das größte Problem von 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE ist, dass Helge Schneider im Lauf der Jahre seine kongenialen Mitstreiter verloren gegangen sind. Werner Abrolat verstarb bereits im Jahr 1997, Helmut Körschgen im Jahr 2002 und Andreas Kunze schließlich im Jahr 2010. Helge Schneider ist in 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE praktisch auf sich allein gestellt und die gezeigte One Man Show tut dem Film nicht wirklich gut, sondern wirkt mit zunehmender Laufzeit eher ermüdend. Das zweite Problem des Films ist – so doof sich das vielleicht anhören mag -, dass dieser Film hier handwerklich, insbesondere was die Kameraarbeit angeht, viel zu gut gemacht ist. Im Vorgänger war es gerade dieses Zusammenspiel aus vorgetäuschtem Dilettantismus und dem ganzen Blödsinn, den die Mitstreiter vor der Kamera veranstalteten, der den Film so unwiderstehlich machte. Hier mögen der Inhalt (Plot, Dialoge, Schauspiel) und die Verpackung (Kameraarbeit und Settings) einfach nicht zusammenpassen. Schneider wirkt fast etwas verloren in diesem Film, agiert irgendwie zu bemüht und kommt schon beinahe altersmüde rüber. So sehr es mir leid tut, es sagen zu müssen, aber im Vergleich zum Vorgänger ist 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE eine echte Enttäuschung.

Persönliche Bewertung: Naja!

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