November 2015 – Sammelbeitrag Nr. 3

LESBIAN VAMPIRE KILLERS (Großbritannien 2009, Regie: Phil Claydon)

lesbian vampire killers

(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

Die beiden Loser Jimmy (Mathew Horne) und Fletch (James Corden) beschließen im Suff, nachdem Jimmy wieder mal seine Freundin und Fletch seinen Job verloren hatte, einen Trip ins britische Hinterland zu unternehmen. Das Ziel wird durch den Wurf eines Dartpfeils ausgewählt und die Wahl hätte nicht schlechter ausfallen können. Schon kurz nach ihrer Ankunft müssen sich die beiden Freunde mit lesbischen Vampiren (!!!) herumärgern…

LESBIAN VAMPIRE KILLERS ist das, was man gemeinhin als Partyfilm bezeichnet. Sympathischer Thrash, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur existiert, um Blödsinn zu verbreiten und sein Zielpublikum mit diversen Schauwerten und ein paar netten Gags zu unterhalten. Funktioniert in diesem Fall auch recht gut, weil Claydon seinen Film mit diesem typischen, britischen Humor gespickt hat und die an die alten Hammer-Filme und diverse Gothic-Grusler erinnernden Locations und Settings schlichtweg toll sind.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

 

WELCOME TO NEW YORK (Frankreich/USA 2014, Regie: Abel Ferrara)

welcome to new york

(Fassung: Blu-ray, Altitude, Großbritannien)

Im Mai 2011 wurde der damalige geschäftsführende Direktor des IWF, Dominique Strauss-Kahn, in New York festgenommen und wegen versuchter Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Freiheitsberaubung eines Zimmermädchens angeklagt. Die Klage wurde später wegen fehlender Glaubwürdigkeit des Opfers fallengelassen; Strauss-Kahn kam frei.

Dieser reale Fall diente als Vorlage für Ferraras fiktiven Film WELCOME TO NEW YORK, der die Ereignisse auf den erfundenen Machtmenschen Devereaux (Gérard Depardieu) überträgt, einem Unsympathen vor dem Herrn, einer einfach nur widerlichen Gestalt, die der Meinung ist, sich alles nehmen zu können, was ihr gefällt, einem Mann ohne jeglichen Respekt vor seinen Mitmenschen, einem sexsüchtigen Monster ohne Gewissen oder Schuldbewusstsein. Strauss-Kahn war von Ferraras Film verständlicherweise alles andere als begeistert, wollte sogar Klage erheben, sein Erscheinen konnte er glücklicherweise nicht verhindern.

WELCOME TO NEW YORK ist in meinen Augen schwer zu bewerten. Ist der Film in der ersten Hälfte noch wirklich ausgesprochen intensiv gespielt – ein genialer Schachzug ist die Besetzung der Hauptrolle mit Gérard Depardieu, einem Schauspieler, der, vorsichtig ausgedrückt, ja durch diverse Eskapaden in den letzten Jahren nicht mehr unbedingt zu den unumstrittensten seines Fachs gehört, hier aber einfach nur großartig agiert und der Hauptfigur ein wahrlich erschreckendes Gesicht verleiht -, verliert sich der Film in der zweiten Hälfte immer mehr. Man weiß aufgrund des realen Falles, wie die ganze Sache ausgehen wird. Man weiß, dass es sich bei den Devereauxs dieser Welt um unbelehrbare und uneinsichtige Menschen handelt. Ferrara kann irgendwann keine neuen Erkenntnisse mehr liefern und vielleicht hätte dem Film eine etwas straffere Laufzeit ganz gut getan. Unbedingt sehenswert ist WELCOME TO NEW YORK in meinen Augen natürlich trotzdem.

Persönliche Bewertung: Gut!

 

THE LONG, HOT SUMMER (USA 1958, Regie: Martin Ritt)

the long, hot summer

(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

 Paul Newman ist der Rumtreiber Ben Quick, der schließlich in einer kleinen Stadt in den Südstaaten strandet und dort an den Patriarchen Will Varner (Orson Welles) gerät, der mit eiserner Hand sowohl seine Familie als auch die gesamte Kleinstadt regiert und Ben für seine Zwecke missbrauchen will…

Basierend auf diversen Kurzgeschichten von William Faulkner hat Regisseur Martin Ritt mit THE LONG, HOT SUMMER ein opulent ausgestattetes Südstaaten-Drama gedreht. THE LONG, HOT SUMMER ist ein Film voller Intrigen, Verrat, Liebe und Hass, mit einer schwül-heißen Atmosphäre und geschliffenen Dialogen, die mit ihren eindeutigen Zweideutigkeiten in sexueller Hinsicht damals so einige Zensoren sicher auf die Palme gebracht haben dürften. Im Zentrum des Films steht die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen dem von Newman gespielten Rumtreiber und Varners Tochter Clara (Joanne Woodward). In den Szenen, die Newman und Woodward gemeinsam haben, brennt regelrecht die Leinwand, die Chemie zwischen den beiden ist unbeschreiblich und es ist deutlich zu sehen, dass hier mehr dahintersteckt, als nur Schauspielerei. Eine Vermutung, die sich schließlich bewahrheiten sollte, den Newmann und Woodward wurden auch hinter der Kamera ein Paar und heirateten kurz nach Abschluss der Dreharbeiten.

Die Chemie der beiden Hauptdarsteller, der einfach großartige Orson Welles, die mehr als eindrucksvolle Kameraarbeit von Joseph LaShelle, die intensive Atmosphäre, die beeindruckenden Settings und vieles mehr machen THE LONG, HOT SUMMER zu einem dieser Filme, die man wohl einfach nur als “Großes Kino“ bezeichnen kann.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

FLASHDANCE (USA 1983, Regie: Adrian Lyne)

flashdance

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Schon die Titeleinblendung zu Beginn gibt die Marschrichtung der folgenden 90 Minuten vor. In Großbuchstaben fährt der Filmtitel durchs Bild, es gibt keine Einzeleinstellung, FLASHDANCE ist von der ersten Minute an in Bewegung und das soll sich auch nicht groß ändern.

Erzählt wird eine eher stereotype Geschichte einer jungen Frau mit einem großen Traum. Alex Owens (Jennifer Beals) arbeitet tagsüber als Schweißerin und geht an den Abenden in einer Bar ihrer großen Leidenschaft als Tänzerin nach. In aufwendigen Choreographien unterhält sie die Gäste, ihr großer Traum – das Tanzen zum Hauptberuf zu machen und den Durchbruch als Tänzerin zu schaffen – scheint in weiter Ferne. Wie das in Filmen wie diesem hier aber nun mal so ist, wird es ihr am Ende doch gelingen und auf dem Weg zum Ziel findet sie gleich noch die große Liebe.

FLASHDANCE ist auf den ersten Blick nur eine weitere Mischung aus einer typischen Underdog- und einer typischen Love-Story. Vergleicht man ihn aber bspw. mit DIRTY DANCING, der ja auch einen Tanzfilm mit einer Liebesgeschichte verbindet, so könnten die Unterschiede nicht größer sein. Der Grund dafür findet sich hinter der Kamera. Regisseur Adrian Lyne sollte nach FLASHDANCE u.a. NINE 1/2 WEEKS und FATAL ATTRACTION drehen, die beiden Produzenten Don Simpson und Jerry Bruckheimer insbesondere im Bereich des Actionkinos tätig sein. FLASHDANCE nimmt den Look späterer Actionfilme des Duos Simpson/Bruckheimer bereits vorweg, verstrahlt eine ähnlich kühle Atmosphäre wie Lynes spätere Filme und begeistert mit perfekt choreographierten Tanzszenen in Videoclipästhetik und einem dieser Soundtracks für die Ewigkeit. Man könnte FLASHDANCE auch als Prototyp des Kinos der 80er Jahre bezeichnen und wollte man sich diesen Film im Double Feature mit einem anderen Film ansehen, so wäre bspw. TOP GUN weitaus besser dazu geeignet als DIRTY DANCING und jeder, der einen Kanon essentieller Filme der 80er Jahre erstellen will, kommt in meinen Augen an Lynes FLASHDANCE nicht vorbei.

Abschließend noch was aus der Kategorie “unnützes Filmwissen zum wieder Vergessen“: Der Song Maniac von Michael Sembello, der durch diesen Film zum Hit wurde, hatte ursprünglich einen komplett anderen Text, wurde eigentlich inspiriert durch Lustigs gleichnamigen Film aus dem Jahr 1980 und handelte somit von einem Serienkiller. Sembellos Ehefrau hatte den Song in seiner ursprünglichen Fassung eher versehentlich mit auf ein Tape gepackt, welches an Paramount gesendet wurde, die Musik für FLASHDANCE suchten. Die Leute von Paramount waren von der Musik, nicht aber von den Lyrics begeistert und so musste Sembello einen neuen Text schreiben. Aus dem manischen Killer wurde eine manische Tänzerin.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

THE FIGHTER (USA 2010, Regie: David O. Russell)

the fighter

(Fassung: Blu-ray, Senator/Universum, Deutschland)

Auch ein Film über einen Underdog, der den Weg an die Spitze schafft. Sogar auf wahren Begebenheiten beruhend. THE FIGHTER erzählt die Geschichte der beiden boxenden Brüder Micky Ward (Mark Wahlberg) und Dicky Eklund (Christian Bale) und Mickys beschwerlichen Weg an die Spitze in seiner Gewichtsklasse.

Russells Film ist in erster Linie mal das, was gemeinhin wohl als großes Schauspielerkino bezeichnet wird, ein Film, der sich irgendwie automatisch für diverse Preise qualifiziert (Bale und Melissa Leo, die die Mutter der beiden Brüder spielt, haben dann auch beide einen Oscar und einen Golden Globe in den Nebenrollen-Kategorien erhalten), sich in gewisser Weise vielleicht aber auch den Vorwurf gefallen lassen muss, dass er mitunter doch arg künstlich und gestellt wirkt. Es hat etwas gedauert, bis ich mit THE FIGHTER warm geworden bin. Insbesondere Bales Spiel war mir etwas zu exaltiert, etwas zu übertrieben, etwas zu gekünstelt. Aufgewogen wurde dies durch Melissa Leo, Amy Adams (in der Rolle von Mickys Freundin Charlene) und Mark Wahlberg, die allesamt das richtige Maß in ihrer Darstellung gefunden haben und deren Charaktere man auch tatsächlich ernst nehmen konnte. Und aufgewogen wurde das natürlich auch durch die Geschichte an sich, die mich irgendwann doch so gepackt hat, dass der eigentliche Störfaktor Bale vernachlässigt werden konnte. Und die mal etwas andere Inszenierung (insbesondere den Look betreffend) der Boxszenen fand ich auch ziemlich großartig.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

RUBBER (Angola/Frankreich 2010, Regie: Quentin Dupieux)

rubber

(Fassung: Blu-ray, Capelight, Deutschland)

Einen Film über einen Autoreifen drehen, der durch die Wüste kullert und mit telekinetischen Kräften Gegenstände, Kleintiere und menschliche Köpfe zum Platzen bringt? – Kann man machen, muss man aber nicht.

Sich einen Film über einen Autoreifen anschauen, der durch die Wüste kullert und mit telekinetischen Kräften Gegenstände, Kleintiere und menschliche Köpfe zum Platzen bringt? – Kann man machen, sollte man aber wohl nur, wenn man wirklich gar nichts anderes zu tun hat (also gerade auch nicht Farbe beim Trocknen oder Gras beim Wachsen zusehen kann).

Am Anfang von RUBBER erscheint ein Polizist in der Wüste, der sowohl dem Zuschauer vor der Leinwand als auch einer in diesem Moment noch nicht im Bild zu sehenden Gruppe von Menschen erklärt, dass alle großen Filme der Filmgeschichte Szenen beinhalten, für die es eigentlich keinen Grund gibt und dass der nun folgende Film diese Grundlosigkeit zu feiern gedenkt. Danach überreicht er der Gruppe Ferngläser und diese hat das ebenso zweifelhafte Vergnügen wie der Zuschauer, einen Autoreifen beim planlosen Durch-die-Wüste-rollen und Sachen-zum-Platzen-bringen zu beobachten.

RUBBER hatte gleich nach dieser Anfangssequenz bei mir verloren. Filme, die meinen, sich selbst – auch noch gleich zu Beginn – erklären zu müssen, disqualifizieren sich schon allein aufgrund dieser Tatsache. Aber selbst mit viel Wohlwollen und sämtlichen zugedrückten Augen kann ich mir persönlich einfach nicht erklären, weshalb man RUBBER tatsächlich für einen guten Film halten sollte. Die gut 80 Minuten Laufzeit ziehen sich wie Kaugummi, Dupieux’ Film ist einfach nur stinklangweilig und nervig, es gibt keine Spannung, keinen Witz und die Tatsache, dass hier Wings Hauser mitgewirkt hat, stimmt richtiggehend traurig.

Punkten kann RUBBER nur auf technischer Seite. Regisseur Dupieux, der auch für Drehbuch, Musik, Schnitt und die Kameraarbeit verantwortlich zeichnete, hat sich bei letzterer richtig ins Zeug gelegt und seinen Film mit einer Vielzahl an atemberaubenden Bildern und Einstellungen ausgestattet, die man sich gerne als Poster in Großformat an die Wand hängen möchte. Das stimmt ein kleines bisschen versöhnlich und lässt RUBBER nicht zum kompletten Ärgernis werden, die Kameraarbeit hätte aber definitiv einen besseren Film verdient gehabt.

Persönliche Bewertung: Mies (mit einigen – wegen der tollen Kameraarbeit – wenigen guten Momenten)!

 

C(R)OOK (Deutschland/Österreich 2004, Regie: Pepe Danquart)

c(r)ook

(Fassung: DVD, EuroVideo, Deutschland)

C(R)OOK ist ein deutsch-österreichischer Tarantino-Klon, ein Film mit einer durchgeknallten Geschichte, ebenso durchgeknallten Charakteren, viel schwarzem Humor, schrägen Dialogen, absurden Situationen und all den anderen Spielereien, die man von Filmen dieser Art zur Genüge kennt. In den letzten Jahren sind Filme dieser Art erfreulicherweise etwas rarer geworden, man hat sich an ihnen satt gesehen, sie mögen einfach nicht mehr funktionieren.

C(R)OOK ist nun schon über 10 Jahre alt, damals waren Filme wie dieser noch an der Tagesordnung und zumindest der hier funktioniert auch heute noch – selbst wenn man ihn sich zum ersten Mal anschaut – erstaunlich gut. Das liegt in erster Linie an der großartigen Besetzung. Henry Hübchen als kochender Gangster Oskar und Corinna Harfouch als seine Freundin, die Therapeutin Maria, harmonieren einfach großartig miteinander, Josef Hader ist als Polizist Nowak ebenso in seinem Element wie Moritz Bleibtreu als leicht debiler Gangster Valentin, Roland Düringer als Valentins Sidekick Belmondo ist die absolute Schau und ein Film, in dem eine meiner absoluten deutschen Lieblingsschauspielerinnen, die bezaubernde und leider viel zu selten zu sehende Nadeshda Brennicke, mitwirkt, hat allein schon wegen ihr einen Stein bei mir im Brett. Lediglich den unnötigen Storytwist am Ende hätte es nicht gebraucht, der ist fast schon als ärgerlich zu bezeichnen.

Persönliche Bewertung: Gut!

 

HOW I MET YOUR MOTHER: SEASON 7 (USA 2011/2012, Idee: Carter Bays/Craig Thomas)

how i met your mother

(Fassung: DVD, 20th Century Fox, Deutschland)

Schon ein bisschen komisch, aber HOW I MET YOUR MOTHER gefällt mir mit jeder Staffel ein bisschen besser. Normalerweise ist bei Serien ja eher das Gegenteil der Fall. Auch im mittlerweile siebten Jahr dreht sich natürlich wieder alles um die Freundschaft der Protagonisten und Teds (Josh Radnor) Suche nach der Frau fürs Leben. Was sich bereits in den letzten beiden Staffeln angedeutet hatte, wird nun auch in Season 7 konsequent fortgeführt. Die Haupthandlung steht mehr im Vordergrund, die Episoden scheinen mehr miteinander verbunden zu sein, die extrem lose Erzählweise der ersten vier Staffeln ist nur noch selten vorhanden und in sich abgeschlossene Ereignisse, die früher in einer einzelnen Folge abgehandelt worden wären, finden nun größtenteils über mehrere Episoden statt. Vor allem die seit der vorherigen Staffel immer wieder eingestreuten, nachdenklichen Momente, tun der Serie richtig gut und verleihen den verschiedenen Charakteren auf ihre späten Serientage deutlich mehr Tiefe. In Sachen Gagdichte muss man den Autoren zudem ein ganz großes Kompliment machen. Die ist immer noch extrem hoch und Neil Patrick Harris glänzt in der Rolle des Barney Stinson einmal mehr in praktisch allen 24 Folgen. Er ist noch immer der Hauptgrund, weswegen die Serie so gut funktioniert.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

MÄNNERHERZEN (Deutschland 2009, Regie: Simon Verhoeven)

männerherzen

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Deutsche Beziehungskomödie, die siebenhundertdreiundzwanzigste. Wobei MÄNNERHERZEN wohl deutlich besser und unterhaltsamer geraten sein dürfte als die meisten der unzähligen anderen Filme dieser Art, die seit dem Erfolg von Wortmanns DER BEWEGTE MANN im Jahr 1994 das Epizentrum des deutschen Kino- und TV-Films darstellen. Zwar gibt es auch hier die typischen Klischee-Figuren zu sehen und auch Til Schweiger gilt es einmal mehr zu ertragen, ansonsten ist Verhoeven da aber schon ein ausgesprochen unterhaltsamer Genrebeitrag gelungen. Das liegt vor allem an der episodenhaften Erzählweise, die für Abwechslung sorgt und die diversen, kleinen Geschichten der verschiedenen Protagonisten lose miteinander verbindet. Und das liegt insbesondere auch an Hauptdarsteller Christian Ulmen (wegen dem ich mir den Film überhaupt angesehen habe), der in seiner Rolle als verklemmter Beamter auf der Suche nach einer Freundin einfach nur zum Schreien komisch ist und alle sonstigen Schwächen des Films locker aufwiegt. Ach ja, Justus von Dohnányi als skurriler Schlagerstar ist auch ziemlich toll.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

 

SCACCO ALLA REGINA (Deutschland/Italien 1969, Regie: Pasquale Festa Campanile)

scacco alla regina

(Fassung: Blu-ray, Mondo Macabro, USA)

SCACCO ALLA REGINA erzählt die Geschichte der wohlhabenden, jungen Silvia (Haydée Politoff), die sich immer mehr in Tagträumen mit sexuellen Unterwerfungsfantasien verliert und sich dazu entschließt, als persönliche Assistentin der berühmten Schauspielerin Margaret Mevin (Rosanna Schiaffino) anzuheuern. Diese findet die Unterwürfigkeit ihrer neuen Angestellten überaus angenehm und nutzt diese schamlos aus…

Regisseur Pasquale Festa Campanile hat mit SCACCO ALLA REGINA ein Fest für die Sinne geschaffen. Die ausladende Villa der Schauspiel-Diva, die als Location gewählt wurde, ist schlicht atemberaubend, die Einrichtung dieser, mit ihrer Mischung aus 60er-Jahre-Chic und ausufernder Dekadenz (da steht ein mechanisches Pferd (!!!) im Wohnzimmer rum), schlichtweg traumhaft schön, die Wahl der Kostüme einfach zum Niederknien und stellenweise – insbesondere in Silvias Traumsequenzen – meint man, sich nicht in einem Film, sondern auf einem psychedelischen Trip zu befinden. Für Freunde des italienischen Films der 60er und 70er Jahre dürfte SCACCO ALLA REGINA allein aufgrund seines Set Designs schon eine echte Offenbarung darstellen. Die Geschichte rund um Dominanz und Unterwerfung geht in dieser visuellen Pracht fast etwas unter, wobei der Ansatz, den Pasquale Festa Campanile gewählt hat, um den Zuschauer die Begierden Silvias näher zu bringen, durchaus interessant ist. Die Problematik wird nicht exploitativ ausgeschlachtet (was sich sicher angeboten hätte), stattdessen bringt Festa Campanile viel Mitgefühl für seine Figuren auf, entwickelt die Beziehung zwischen Margaret und Silvia auf glaubwürdige Art und Weise und findet schließlich auch ein angemessenes Ende für seinen Film.

Persönliche Bewertung: Gut!

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