Jahresendspurt – 5. Teil

LEGEND OF THE GUARDIANS: THE OWLS OF GA’HOOLE (Australien/USA 2010, Regie: Zack Snyder)

legend of the guardians - the owls of ga'hoole

(Fassung: Blu-ray 3D, Warner, Deutschland)

 Zack Snyder computer-animiertes Fantasy-Abenteuer basiert auf der “Legend of the Guardians“-Romanreihe der Schriftstellerin Kathryn Lasky, die in einer von Eulen besiedelten Welt spielt und diese zu Helden ihrer Geschichten macht. LEGEND OF THE GUARDIANS: THE OWLS OF GA’HOOLE erzählt eine tpyische Geschichte vom Kampf Gut gegen Böse, und zwar konsequent mit all den Fantasy-Klischees, die in so eine Geschichte einfach reingehören. Storytechnisch darf man sich von dem Film, der in Teilen zudem arg an die THE LORD OF THE RINGS-Trilogie von Peter Jackson erinnert, also nicht allzu viel erwarten, wer ein Faible für das Fantasy-Genre hat, dürfte von Snyders Film jedoch trotzdem bestens unterhalten werden. Denn an der technischen Seite gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Die verschiedenen Pro- und Antagonisten wurden mit ausgesprochen markanten Stimmen – u.a. von Geoffrey Rush, Hugo Weaving, Sam Neill und Helen Mirren – ausgestattet und in visueller Hinsicht ist Snyders Film schlicht atemberaubend. Die Animationen kann man einfach nur als grandios bezeichnen, die Bilder, die da am Rechner entstanden sind, sind von beeindruckender Schönheit und ich habe selten bessere 3D-Effekte gesehen als in diesem Film hier.

Bewertung: Sehr gut!

 

SNOWPIERCER (Frankreich/Südkorea/Tschechien/USA 2013, Regie: Bong Joon-ho)

snowpiercer

(Fassung: Blu-ray, Ascot Elite, Deutschland)

In SNOWPIERCER von Regisseur Bong Joon-ho ist die Erde in einer nicht allzu fernen Zukunft von einer dicken Schnee- und Eisschicht bedeckt. Überleben in der Kältehölle ist praktisch unmöglich. Die letzten Überlebenden rasen in einem ellenlangen Hochgeschwindigkeitszug schon mehrere Jahre rund um die Erde. Im Zug selbst herrscht eine Zweiklassengesellschaft. Während die Unterdrückten am Ende des Zuges regelrecht vor sich hinvegetieren müssen, genießt die gehobene Gesellschaft in den vorderen Wagons ihr Leben in Saus und Braus. Zumindest bis zu dem Tag, an dem die Unterdrückten revoltieren und sich auf einen blutigen Feldzug zum vorderen Teil des Zuges machen…

Toll an SNOWPIERCER ist, dass er Abwechslung bietet – sowohl was die Handlung angeht, als auch was deren Inszenierung betrifft -, dass er mit Schauspielern wie Chris Evans, Jamie Bell, Song Kang-ho, Ed Harris, John Hurt und Tilda Swinton richtig gut besetzt ist und dass er visuell extrem ansprechend realisiert wurde (das gilt insbesondere für die Gestaltung der diversen Zugabteile, durch die sich die Unterdrückten kämpfen – als Zuschauer meint man sich manchmal schon fast in einem Videospiel zu befinden und mit den Protagonisten von Level zu Level zu springen, so ungemein verschieden sind die Abteile gestaltet). Nicht so toll an SNOWPIERCER ist, dass er mit über zwei Stunden Laufzeit einfach zu lang geraten ist und ihm insbesondere im letzten Drittel doch deutlich die Luft auszugehen scheint. Und auch das Regisseur Bong Joon-ho mitunter wohl etwas zu viel gewollt hat, fällt eher negativ ins Gewicht. SNOWPIERCER ist stellenweise einfach zu übertrieben, zu abgedreht, zu krude. Wägt man die positiven und negativen Aspekte gegeneinander ab, bleibt am Ende jedoch noch immer ein guter und sehenswerter Film übrig.

Bewertung: Gut!

 

THE SHIELD: SEASON 6 (USA 2007, Idee: Shawn Ryan)

the shield

(Fassung: DVD, Sony, USA)

 Was sich nach der schwächeren vierten Staffel bereits mit Staffel Nr. 5 angekündigt hatte, ist nun Gewissheit: THE SHIELD kehrt in Staffel Nr. 6 endgültig zu alter Stärke zurück.

Im Mittelpunkt der ersten Folgen dieser Staffel steht zunächst die verbitterte Suche von Vic Mackey (Michael Chiklis) nach dem vermeintlichen Mörder seines Kollegen Lem, nicht ahnend, dass sich dieser in seinen eigenen Reihen befindet. Ebenso besessen wie Vic ist mittlerweile der von Forest Whitaker gespielte Kavanaugh von der Abteilung für Innere Angelegenheiten, der – aus Mangel an stichhaltigen Beweisen – schließlich gleich am Anfang dieser Season versucht, Vic mit gefälschten Beweisen in den Knast zu bringen und dort schließlich selbst landet. Doch die Tatsache, dass Kavanaugh nichts mehr gegen ihn ausrichten kann, verschafft dem streitbaren Cop noch lange keine Ruhe – er erfährt, dass er in wenigen Wochen in den Vorruhestand versetzt werden soll und bekommt einen neuen Boss für sein Strike Team vor die Nase gesetzt…

Es ist verdammt viel los in den insgesamt 10 Episoden dieser vorletzten Staffel, die dem Zuschauer kaum Zeit zum Durchatmen gestattet, ihn mit spektakulären Einsätzen, dem wendungsreichen Rahmenplot, den durch die Bank diskussionswürdigen und streitbaren Protagonisten und dieser einmal mehr absoluten Realismus vortäuschenden Machart (mit ihren Wackelkameras, grobkörnigen Bildern und unzähligen Close-Ups) bestens unterhält und schließlich wieder mit einem Cliffhanger entlässt, der große Vorfreude auf die siebte und letzte Staffel dieser tollen Cop-Serie macht.

Bewertung: Hervorragend!

 

THE EAST (Großbritannien/USA 2013, Regie: Zal Batmanglij)

the east

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Großbritannien)

Erst vor kurzem hat die junge und aufstrebende Sarah (Brit Marling) einen begehrten Job bei einer privaten Ermittlungsgesellschaft ergattert, schon bekommt sie ihren ersten Auftrag. Sie soll versuchen, die Öko-Terroristen-Gruppe “The East“ zu infiltrieren und von deren neuesten Anschlagplänen berichten. Tatsächlich gelingt es Sarah, in den inneren Kreis der Gruppe rund um den charismatischen Anführer Benji (Alexander Skarsgård) zu gelangen. Doch je mehr sie selbst zum Teil der Gruppierung wird, desto zerrissener wird sie auch im Hinblick auf ihren ursprünglichen Job…

THE EAST hat mich als Zuschauer etwas ratlos zurückgelassen. Ich weiß einfach nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Allein die Tatsache, dass er mich auch noch ein paar Tage nach der Sichtung beschäftigt, zeugt jedoch davon, dass man Batmanglijs Mischung aus Thriller und Drama eine gewisse Qualität nicht absprechen kann. THE EAST stellt die Frage, wie weit man gehen darf, um auf Missstände skrupelloser Geschäftemacher hinzuweisen, schlägt sich dabei aber auf keine Seite und macht dem Zuschauer die Beantwortung dieser Frage – aufgrund der teils extrem drastischen Maßnahmen, die die Gruppierung ergreift – nicht gerade leicht. THE EAST ist definitiv ein Film, der nachwirkt, der aber ein großes Problem hat, welches ausgerechnet in der Person von Hauptdarstellerin Brit Marling zu finden ist, für die THE EAST so etwas wie eine Herzensangelegenheit gewesen sein dürfte (zeichnete sie doch auch für Drehbuch und Produktion (mit-)verantwortlich). Zu der von ihr gespielten Sarah kann man als Zuschauer nur schwer eine Beziehung aufbauen, Marling bleibt einfach blass in ihrer Rolle und wird von ihren Co-Stars – insbesondere von Ellen Page – regelrecht an die Wand gespielt. Die schwache Hauptrollenbesetzung verhindert dann auch, dass man THE EAST als sehr guten Film bezeichnen könnte. Gut ist er allein aufgrund der Mitwirkung von Ellen Page sowieso. Das steht in meinem persönlichen Filmgesetzbuch geschrieben.

Bewertung: Gut!

 

INVASION OF THE BODY SNATCHERS (USA 1956, Regie: Don Siegel)

invasion of the body snatchers

(Fassung: Blu-ray, Olive Films, USA)

 So, nun also die erste Verfilmung der Geschichte um die außerirdischen Sporen, die exakte, emotionslose Duplikate von Menschen erstellen können, während sich diese im Schlaf befinden. Inszeniert von Don Siegel, kam INVASION OF THE BODY SNATCHERS damals im Jahr 1956 in die Kinos und traf exakt den Nerv des Publikums. In einem Jahrzehnt, das von Kommunismus-Angst und Kalter-Krieg-Panik beherrscht wurde, welche die USA in einen Zustand von Paranoia und Massenhysterie versetzten, schossen Sci-Fi-Filme, welche diese Ängste bebilderten, massenweise aus dem Boden und Siegels Verfilmung der Vorlage von Jack Finney ist eines der Highlights dieser Filmwelle.

Als Zuschauer begleitet man den Arzt Dr. Bennell (Kevin McCarthy), der nach und nach bemerkt, dass das Verhalten seiner Mitbürger in einer kalifornischen Kleinstadt immer obskurere Züge annimmt und der schließlich hinter das schreckliche Geheimnis kommt und verzweifelt die Flucht antreten muss um zum Highway in die nächstgrößere Stadt zu gelangen und dort die Menschen vor der Infiltration durch die außerirdische Lebensform zu warnen.

Nach Sichtung der Kaufman-Verfilmung hatte ich geschrieben, dass ich mir fast nicht vorstellen kann, dass Kaufmans Version noch einmal übertroffen werden könnte. Rein subjektiv betrachtet hat das Siegels Film dann tatsächlich auch nicht ganz geschafft, was sich aber wohl ausschließlich daraus begründen lässt, dass zwischen diesen beiden Filmen über 20 Jahre liegen und die Kaufman-Version gegenüber der Siegel-Version schon allein aufgrund der besseren technischen Möglichkeiten einen aus heutiger Sicht nicht zu verachtenden Vorteil hat. Sieht man beide Filme erst jetzt zum ersten Mal, wirkt Kaufmans Film natürlich weitaus erschreckender. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, wie verstörend Siegels Film damals im Jahr 1956 auf sein Publikum gewirkt haben muss, wie effektiv er damals gewesen sein dürfte und wie die reale Angst vor der Gleichschaltung des Kommunismus der fiktiven Angst vor der Gleichschaltung durch die Außerirdischen in die Karten gespielt haben dürfte. Denn Siegels INVASION OF THE BODY SNATCHERS ist auch heute noch ungemein spannend und unheimlich und innerhalb dieser existierenden vier Verfilmungen, die ich in diesem Monat allesamt gesehen habe, ebenso wie Kaufmans Film praktisch über jeden Zweifel erhaben.

Bewertung: Sehr gut!

 

DEAD RISING (USA 2015, Regie: Zach Lipovsky)

dead rising

(Fassung: Blu-ray, Polyband, Deutschland)

Die gleichnamige, im Jahr 2006 gestartete Videospiel-Reihe von Capcom schrie im Endeffekt ja förmlich nach einer Verfilmung. Dieses Rufen wurde nun erhört und mehr oder weniger unterhaltsam umgesetzt. DEAD RISING ist typischer Fun-Splatter-Trash von nicht gerade hohem Anspruch. Regisseur Zach Lipovsky hat den Film, der in den USA sogar im Kino gelaufen ist, im Stile einer Direct-to-Video-Produktion gedreht, mit ein paar halbwegs bekannten Gesichtern und wohl ausschließlich am Rechner entstandenen Effekten. Die größte Leistung von Lipovsky ist dabei, dass DEAD RISING – der für einen solchen Film eine fast schon epische Laufzeit von knapp 120 Minuten aufzuweisen hat – tatsächlich nie langweilig wird und den geneigten Genrefan bestens bei Laune zu halten versteht. Ja, ich gebe es zu, wer einfach mal wieder Lust hat, den kleinen Gorebauern aus sich raus zu lassen, macht mit diesem Zombiespaß garantiert nichts falsch. Und diese Sequenzen im TV-Studio mit dem Zombiekämpfer Frank West (Rob Riggle) sind „fucking priceless“!

Bewertung: Unterhaltsam!

 

NOTHING BUT THE NIGHT (Großbritannien 1973, Regie: Peter Sasdy)

nothing but the night

(Fassung: DVD, Scorpion Releasing, USA)

 In NOTHING BUT THE NIGHT ermitteln Christopher Lee als Colonel Charles Bingham von Scotland Yard und Peter Cushing als Arzt Sir Mark Ashley gemeinsam in einem mysteriösen Fall. Mehrere Mitglieder einer Stiftung für Waisenkinder kamen unter geheimnisvollen Umständen ums Leben. Der Schlüssel zur Lösung des Rätsels scheint in einem traumatisierten Mädchen zu liegen, der kleinen Mary (Gwyneth Strong)…

Peter Sasdy hat NOTHING BUT THE NIGHT im Stil eines typischen Krimis inszeniert, streckenweise könnte man fast meinen, man habe es hier mit einer der späteren Wallace-Verfilmungen zu tun. Sasdy baut langsam Spannung auf, schickt seine Zuschauer gemeinsam mit seinen beiden Ermittlern auf diverse Fährten und offenbart am Ende ein wahrlich schreckliches Geheimnis. NOTHING BUT THE NIGHT ist grundsolide Genrekost, ein Film, der ein heutiges Publikum sicher weder begeistern noch beeindrucken kann, für Fans von Filmen aus der damaligen Zeit aber allein schon wegen dem gemeinsamen Mitwirken der beiden Genrelegenden Christopher Lee und Peter Cushing unbedingt zu empfehlen ist.

Bewertung: Ok!

 

THE RETURN OF DOCTOR X (USA 1939, Regie: Vincent Sherman)

the return of doctor x

(Fassung: DVD, Warner, USA)

 In THE RETURN OF DOCTOR X begleitet der Zuschauer den aufstrebenden Reporter Walter Garrett (Wayne Morris), der zunächst die Sensationsmeldung vom Tod der beliebten Schauspielerin Angela Merrova (Lya Lys) unters Volk bringt, nur um kurz darauf feststellen zu müssen, dass der zuvor von ihm gefundene Leichnam plötzlich spurlos verschwunden ist und die Tote nur einen Tag später putzmunter vor ihm steht. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Arzt Michael Rhodes (Dennis Morgan), versucht er diese Unmöglichkeit aufzudecken…

Da man als Zuschauer am Anfang selbst Zeuge vom Mord an der Schauspielerin wird und kurze Zeit später Humphrey Bogart – in einer wirklich herrlich obskuren Rolle – wie ein lebender Toter durchs Bild schlurft, dürfte es nicht allzu überraschend sein, dass in Shermans Film nur wenig Spannung aufkommen kann. Es ist doch relativ schnell klar, in welche Richtung der Film am Ende hinauslaufen wird. Seinen Unterhaltungswert zieht THE RETURN OF DOCTOR X aus seiner schönen Mischung aus Mystery-Elementen, komischen Momenten und kurzen Sequenzen feinen Grusels. Und Humphrey Bogart ist einfach die Schau!

Bewertung: Unterhaltsam!

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