02/2016 – Sichtungen 1-9

PROMISED LAND (USA / Vereinigte Arabische Emirate 2012, Regie: Gus Van Sant)

promised land

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Matt Damon und Frances McDormand agieren in PROMISED LAND als Außendienstmitarbeiter eines großen Energieriesen und sollen den Bewohnern einer von der Wirtschaftskrise arg gebeutelten Kleinstadt für möglichst wenig Geld Bohrrechte an ihren Grundstücken abkaufen. Doch was als Routineauftrag beginnt, entwickelt sich zum Problem, denn die beiden Vertreter des Energiekonzerns werden nicht überall mit offenen Armen empfangen und schon bald formiert sich erster Widerstand gegen einen Verkauf der Bohrrechte, da die Fördermethode, das umstrittene Fracking, doch einige Gefahren birgt…

Regisseur Gus Van Sant konfrontiert den Zuschauer in PROMISED LAND mit einer ganz eindeutigen und auch begrüßenswerten Aussage und positioniert sich glasklar für den Umweltschutz und gegen skrupellose Konzernmachenschaften. PROMISED LAND nimmt den Zuschauer relativ schnell für sich ein, wegen seiner unterstützenswerten Agenda, wegen seiner ruhigen, atmosphärischen und unaufdringlichen Erzählweise, wegen der ausgesprochen authentisch wirkenden Zeichnung der von der Krise heimgesuchten Kleinstadtbewohner und auch wegen der überzeugenden Darsteller, die – allen voran die tolle Frances McDormand – hier richtig gute Arbeit abliefern.

Aber es gibt auch Schattenseiten, und die hängen insbesondere mit dem etwas arg klischeehaften und vorhersehbaren Handlungsverlauf und mit der Tatsache zusammen, dass Van Sant die Möglichkeit, den Zuschauer richtig zu fordern, einfach nicht nutzt. Denn aus dem Potential, was allein schon aufgrund des Fakts vorhanden ist, dass es sich bei den beiden Protagonisten ja eigentlich um die Bösewichter des Films handelt, wird viel zu wenig gemacht. Das wird insbesondere bei einer näheren Betrachtung des von Matt Damon gespielten Steve Butler deutlich. Klar, er versucht, die kleinen Leute finanziell übers Ohr zu hauen, mehr kriminelle Energie legt er jedoch nicht an den Tag. Er ist kein eiskalter Menschenfänger, der genau weiß, mit welchen weitreichenden Folgen die Einwohner zu kämpfen haben werden, welchen Gefahren sie sich auszusetzen drohen, wenn sie sich auf den Deal mit dem Energiekonzern einlassen. Er ist davon überzeugt, dass es sich bei den vorgebrachten Bedenken um urbane Legenden handelt und wird so eher als bemitleidenswertes Opfer, als willenlose Marionette des Energieriesen, gezeichnet. In das Dilemma, als Zuschauer tatsächlich mit einem richtigen Bösewicht mitzufiebern, wird man von Van Sant leider nie gebracht. Ein nur mittelmäßiger oder gar schlechter Film ist PROMISED LAND trotz dieser Schwäche natürlich trotzdem nicht, er ist halt nur etwas arg handzahm geraten.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

BIG GAME (Deutschland / Finnland / Großbritannien 2014, Regie: Jalmari Helander)

big game

(Fassung: Blu-ray, Ascot Elite, Deutschland)

Mittelpunkt der Handlung von BIG GAME ist Oskari (Onni Tommila), ein 13-jähriger Junge, der einen Initiationsritus über sich ergehen lassen muss. Um seine Männlichkeit zu beweisen, soll Oskari eine Nacht allein in den finnischen Wäldern verbringen und am nächsten Morgen mit einem getöteten Tier zurückkehren. Während Oskari seine Aufgabe angeht wird am Himmel über ihm die Air Force One zum Ziel eines terroristischen Angriffs und US-Präsident Moore (Samuel L. Jackson) landet in einer Rettungskapsel mitten in Oskaris Jagdgebiet…

BIG GAME ist nicht sonderlich spannend, bietet auch keine überbordende Action (wie einem das Plakat bzw. das Cover der Blu-ray gerne vorgaukeln würde) und scheint insgesamt betrachtet eher für ein jugendliches und weniger für ein erwachsenes Publikum konzipiert zu sein. Regisseur Jalmari Helander hat da einen Film gedreht, den man – halbwegs objektiv betrachtet – gerade mal als nett bzw. unterhaltsam bezeichnen könnte. Aber Objektivität beim Filmeschauen ist ja immer ein schwieriges Thema und bei BIG GAME kamen dann tatsächlich noch ein paar Faktoren zusammen, die den Film für mich zu einem echten Vergnügen werden ließen. Beispielsweise die beeindruckende Naturkulisse, in der die Geschichte spielt, und die für nicht wenige, visuelle Highlights sorgt. Oder die Tatsache, dass Samuel L. Jackson hier so herrlich gegen sein übliches Rollenklischee besetzt ist. Der von ihm gespielte US-Präsident ist meilenweit davon entfernt, in irgendeiner Weise cool zu sein, vielmehr handelt es sich um ein komplettes Weichei und Jackson scheint diese Rolle tatsächlich verdammt viel Spaß gemacht zu haben. Größter Pluspunkt des Films ist allerdings die Chemie, die sich mit zunehmender Laufzeit zwischen Samuel L. Jackson und seinem kindlichen Co-Star entwickelt. Die beiden harmonieren gar prächtig miteinander und BIG GAME läuft vor urkomischen, oft beinahe slapstickhaften Szenen, die dieses Zusammenspiel mit sich bringt, stellenweise regelrecht über. BIG GAME hat mich einige Male herzhaft zum Lachen gebracht (allein das erste Aufeinandertreffen der beiden späteren Verbündeten ist einfach nur saukomisch) und mir allein schon aufgrund dieser Tatsache viel Spaß bereitet.

Zum Abschluss noch ein kritisches Wort zur deutschen Blu-ray, die für O-Ton-Liebhaber leider nur bedingt zu gebrauchen ist. Bei Auswahl des O-Tons werden in den Szenen, in denen im Original finnisch gesprochen wird, keine automatischen Untertitel eingeblendet (was eigentlich mittlerweile Standard für Heimkino-Veröffentlichungen sein sollte), stattdessen müssen diese immer wieder manuell zugeschaltet werden. Das beeinträchtigt den Filmgenuss erheblich.

Memo an mich: in Zukunft nach Möglichkeit auf Veröffentlichungen aus dem Hause Ascot Elite verzichten und lieber auf Alternativen aus Großbritannien oder den USA zurückgreifen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

VACATION (USA 2015, Regie: John Francis Daley / Jonathan M. Goldstein)

vacation

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Vor über 30 Jahren unternahm Rusty Griswold (Ed Helms) mit seiner Familie einen denkwürdigen Ausflug in den Erlebnispark Walley World. Nun möchte Rusty seinem Vater Clark (Chevy Chase) nacheifern und entschließt sich dazu, diesen Trip nun auch mit seiner Frau (Christina Applegate) und seinen beiden Söhnen (Skyler Gisondo und Steele Stebbins) zu unternehmen – was allerdings nicht auf allzu große Begeisterung stößt…

Der mittlerweile fünfte Griswold-Film übergibt den Staffelstab an die nächste Generation. Bereits 18 Jahre sind seit dem unmittelbaren Vorgänger VEGAS VACATION vergangen und Chevy Chase und Beverly D’Angelo absolvieren hier nur noch einen kurzen Gastauftritt am Ende der Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Ed Helms als Rusty, seine Familie und der ereignisreiche Road Trip, bei dem natürlich alles schief geht, was so schief gehen kann. VACATION pendelt irgendwo zwischen Fortsetzung der Reihe und losem Remake des auf denselben Titel hörenden Auftaktfilms aus dem Jahr 1983. Die beiden Regisseure Daley und Goldstein haben ein paar nette Referenzen an das große Vorbild eingebaut und der von Ed Helms gespielte Rusty erinnert in seinem Verhalten natürlich stark an den von Chevy Chase gespielten Clark Griswold aus den Filmen zuvor. Was VACATION leider völlig abgeht, ist der hintergründige und auch sympathische Humor, der praktisch alle Vorgängerfilme mit Chase in der Hauptrolle – so grell diese in ihren Gags auf den ersten Blick auch gewesen sein mochten – ausgezeichnet und sehenswert gemacht hat. Daley und Goldstein setzen lieber auf offensiven Gross-Out-Humor, der in nicht wenigen Sequenzen wirklich sämtliche Geschmacksgrenzen zu sprengen droht. Auch das ist stellenweise saukomisch, unterhält aber eher oberflächlich; so etwas wie Herz und Seele hält erst am Ende – bei den Gastauftritten von Chevy Chase und Beverly D’Angelo – Einzug in den Film und da wird einem auch richtig bewusst, wie weit VACATION qualitativ doch von den Original-Filmen entfernt ist. Am Ende des Tages hat man als Zuschauer zwar einen absolut unterhaltsamen Film gesehen, als Fan der Vorgängerfilme aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass es manchmal vielleicht besser wäre, nicht jede einst erfolgreiche Filmreihe wiederzubeleben.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

TREFFER (Deutschland 1984, Regie: Dominik Graf)

treffer

(Fassung: DVD, EuroVideo, Deutschland)

In TREFFER begleitet man die drei Freunde Albi (Maximilian Wigger), Franz (Dietmar Bär) und Tayfun (Tayfun Bademsoy) auf ihrer Suche nach Glück, Zufriedenheit und Freiheit. Doch die gestaltet sich für die drei Motorradfreaks als ausgesprochen schwierig. Geldprobleme, Jobprobleme, Bekanntschaften mit den falschen Menschen und ein stetiger Wandel am Rande der Legalität führen schließlich dazu, dass die Geschichte von Albi, Franz und Tayfun in einer Katastrophe zu enden droht.

TREFFER überzeugt vor allem durch seinen Zeit- und Lokalkolorit, seine leicht melancholisch angehauchte Atmosphäre und die überzeugenden Leistungen der drei Hauptdarsteller, die diese drei schwierigen Charaktere ausgesprochen authentisch verkörpern. Die (Anti-)Helden taugen vielleicht nicht unbedingt als bedingungslose Sympathieträger und Identifikationsfiguren, Regisseur Dominik Graf gelingt es jedoch mit spielerischer Leichtigkeit beim Zuschauer so viel Empathie für Albi, Franz und Tayfun zu erzeugen, dass man diesen drei Typen während der kompletten Laufzeit die Daumen drückt und hofft, dass sich am Ende vielleicht doch noch alles zum Guten wendet, auch wenn man befürchtet, dass dies wohl nicht unbedingt der Fall sein wird.

TREFFER ist großes, deutsches Fernsehen. Unbedingt sehenswert.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

EVERLY (USA 2014, Regie: Joe Lynch)

everly

(Fassung: Blu-ray, Splendid, Deutschland)

Die Handlung von EVERLY lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: Salma Hayek ist als titelgebende Everly in einem Appartement eingesperrt und versucht zu fliehen. Hiroyuki Watanabe trachtet ihr als fieser Gangsterboss nach dem Leben und versucht alles, um sie nicht lebend aus dem Appartement entkommen zu lassen.

Was folgt ist ein knapp 90-minütiges Kammerspiel der etwas derberen Art. Everly wehrt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ihre Angreifer und der geneigte Zuschauer wird Zeuge eines stattlichen Blutbades mit skurrilen Killern, abgedrehten Situationen und ausgesprochen kreativen Tötungsarten. Ernst nehmen kann man Lynchs Film natürlich keine fünf Sekunden lang – dafür ist das Teil viel zu überzeichnet und durchgedreht. Wem der Sinn nach einem typischen Tarantino-Klon mit heftigen Funsplatter-Einlagen steht, kann gerne mal einen Blick riskieren, alle anderen sollten vielleicht lieber die Hände von EVERLY lassen. Ich persönlich fand Lynchs Film durchaus gelungen und unterhaltsam, insbesondere weil er es geschafft hat, sein begrenztes Setting – EVERLY spielt praktisch ausschließlich in einem Appartement – effektiv zu nutzen und seinen Film über 90 Minuten so abwechslungsreich zu gestalten, dass beim geneigten Zuschauer keine Ermüdungserscheinungen auftreten.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

FRANCES HA (Brasilien / USA 2012, Regie: Noah Baumbach)

frances ha

(Fassung: Blu-ray, MFA+ / Ascot Elite, Deutschland)

Greta Gerwig ist Frances, die in New York mit ihrer besten Freundin Sophie zusammenlebt und von einer Karriere als Tänzerin träumt. Aber irgendwie scheint praktisch alles im Leben der 27 Jahre alten Hauptfigur nicht so recht in die Gänge kommen zu wollen. Das Geld ist knapp, die Ausbildung an der Tanzakademie erweist sich als zäh und schwierig, ihre WG mit Sophie muss sie aufgeben, als diese in einer festen Beziehung landet und sie selbst mag gerade in Liebesdingen einfach kein Glück haben…

Regisseur Noah Baumbach erzählt die Geschichte von Frances in einfach gehaltenen Schwarz/Weiß-Bildern und lässt den Zuschauer so auf relativ schlichte Art und Weise an diversen Stationen von Frances’ Suche nach dem Sinn des Lebens teilhaben. FRANCES HA lebt dabei in allererster Linie von seiner Hauptdarstellerin. Greta Gerwig spielt diesen vielschichtigen Charakter so überzeugend und glaubwürdig, dass man sich als Zuschauer nur schwer der Faszination entziehen kann, die von der Hauptfigur ausgeht. Man könnte sie aufgrund ihrer diversen Taten und Verhaltensweisen gleichzeitig umarmen und trösten, aufwecken und schütteln, lieben und hassen, man möchte mit ihr lachen und weinen und ihr nicht selten einfach nur eine schallende Ohrfeige verpassen – Frances scheint wie ein guter Freund zu sein, mit dem man durch dick und dünn gehen würde, dem man aber auch nicht selten einen Tritt in den Allerwertesten verpassen möchte, damit er seinen Kram endlich auf die Reihe bringt. FRANCES HA ist ein Film über Freundschaft, über Lebensziele, über Träume. Er ist auf seine ebenso schlichte wie direkte Art stellenweise einfach nur wunderschön und diese Sequenz, in der Frances zu den Klängen von Bowies “Modern Love“ durch die Straßen von New York läuft, versprüht pure Kinomagie. Toll!

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

GET HARD (USA 2015, Regie: Etan Cohen)

get hard

(Fassung: Blu-ray (Extended Cut), Warner, Deutschland)

Will Ferrell ist James King, ein schwerreicher Hedgefonds-Manager, der aufgrund seiner unfassbaren Naivität zum Opfer eines gegen ihn gerichteten Komplotts wird und wegen Betrugs zu 10 Jahren Haft in San Quentin verurteilt wird. Nun bleiben dem Opfer widriger Umstände genau 30 Tage Zeit um sich fit für den Knast machen zu lassen. Für diesen Job hat King ausgerechnet Darnell Lewis (Kevin Hart) auserkoren, der – so schlussfolgert King – allein schon aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe definitiv schon einige Jahre hinter Gittern verbracht haben muss. Darnell, der dringend Geld benötigt, hat zwar noch nie ein Gefängnis von innen gesehen, lässt King aber in dem Glauben und macht sich an die Arbeit…

Man muss Will Ferrell und diese ganz spezielle Art des Humors, in der kein Witz zu flach ist, keine Gürtellinie zu tief hängt und kein Tabu existiert, das nicht gebrochen werden darf, schon mögen, um mit GET HARD seinen Spaß haben zu können. Ich persönliche halte Will Ferrell für einen der großartigsten Komiker unserer Zeit und kann mich schon allein bei seinen diversen Grimassen immer wieder regelrecht kaputtlachen. Folgerichtig empfand ich auch GET HARD als ungemein witzig, sehenswert und unterhaltsam, auch wenn diese erste große Regiearbeit von Regisseur Etan Cohen qualitativ sicher bei Weitem nicht an andere Großtaten von Will Ferrell heranreicht, ich denke da insbesondere an ANCHORMAN: THE LEGEND OF RON BURGUNDY und STEP BROTHERS. Ich habe keinerlei Problem damit, wenn Leute GET HARD nicht mögen, weil sie mit Ferrell und seiner Art des Humors nichts anfangen können. Nicht nachvollziehen kann ich jedoch diverse Stimmen, die GET HARD Rassismus und Homophobie vorgeworfen haben. Denn das halte ich speziell in diesem Film überhaupt nicht für angebracht. Klar, der von Ferrell gespielte James King ist rassistisch und homophob, jedoch nicht aus Überzeugung, sondern aufgrund seines schlichten Gemüts und seiner unfassbaren Dummheit. Es wird mir hoffentlich niemand, der seinen Kopf zum Denken benutzt, erzählen wollen, dass dieser bemitleidenswerte Trottel für einen als Zuschauer als Vorbild dienen könnte, als Identifikationsfigur, der es nachzueifern lohnt. Ich finde es eigentlich ziemlich toll, dass GET HARD auf komplett überzeichnete Art und Weise den vermeintlichen Helden als rassistischen und homophoben Trottel entlarvt und dadurch ja auch diesen ganzen rassistischen und homophoben Trotteln, die leider Gottes so durch die Straßen ziehen, einen entsprechenden Spiegel vor die Fresse hält.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

SUPERNATURAL: SEASON 1 (USA 2005 / 2006, Idee: Eric Kripke)

supernatural

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In SUPERNATURAL stehen die beiden Brüder Sam (Jared Padalecki) und Dean Winchester (Jensen Ackles) im Mittelpunkt. Als Sam noch ein Baby war, kam die Mutter der Brüder unter mehr als mysteriösen und definitiv übernatürlichen Umständen ums Leben. Ihr Vater (Jeffrey Dean Morgan) hat sein ganzes Leben darauf ausgerichtet, die für den Tod seiner Frau verantwortliche Macht zu finden und zu töten. Während sich sein älterer Sohn Dean ihm anschloss und sich mit ihm gemeinsam auf die Jagd nach Dämonen und anderen übernatürlichen Wesen machte, sagte sich Sam los und versucht nun, ein normales Leben als College-Student zu führen. Doch als der Vater der Brüder spurlos verschwindet, holt auch Sam seine eigentliche Berufung auf ausgesprochen drastische Art und Weise ein – seine Freundin stirbt auf dieselbe Art und Weise wie einst seine Mutter – und er macht sich gemeinsam mit Dean auf Dämonenjagd…

Nach THE SHIELD habe ich mir mit SUPERNATURAL nun eine Serie ausgesucht, die bestens zum Entspannen und Berieseln geeignet ist und so insbesondere nach nervigen Tagen im Büro ihren Weg in den Player findet. In dieser ersten Staffel gibt es noch keinen großartigen Handlungsbogen, die einzelnen Episoden werden zwar durch einen hauchdünnen, roten Faden zusammengehalten, sind ansonsten aber jeweils eigenständig und pendeln sich im Lauf der Staffel auf ein durchaus unterhaltsames Level ein. Qualitativ ist da jedoch noch ziemlich viel Luft nach oben. Wirklich gut sind höchstens ca. 1/3 der insgesamt 22 Episoden, der Rest ist halt nett und unterhaltsam. In den guten Folgen wird aber auch deutlich, welches Potential in der Serie steckt – dies scheint ja später auch ausgeschöpft zu werden, sonst hätte es die von Eric Kripke erdachte Serie bisher wohl kaum auf elf Staffeln gebracht -, denn die sind dann auch tatsächlich richtig schön creepy, atmosphärisch und unheimlich geraten. Mal schauen, wie es in der nächsten Staffel weitergeht.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

TATORT: DAS MÄDCHEN AUF DER TREPPE (Deutschland 1982, Regie: Peter Adam)

tatort - das mädchen auf der treppe_01

tatort - das mädchen auf der treppe_02

(Fassung: DVD, ARD Video, Deutschland)

In ihrem vierten gemeinsamen Fall müssen Schimanski (Götz George) und Thanner (Eberhard Feik) den Mord an einer Frau aufklären und sich gleichzeitig um deren 17-jährige Tochter kümmern. Die besitzt keinerlei Vertrauensperson, an die sie sich wenden könnt und scheint – so stellt sich bald heraus – selbst in großer Gefahr zu schweben…

DAS MÄDCHEN AUF DER TREPPE hat mir von den bisherigen Schimanski-Fällen am besten gefallen. Der zu lösende Fall steht im Vordergrund und der Weg zur Klärung des Verbrechens ist spannend und wendungsreich. Die Chemie zwischen George und Thanner ist einmal mehr die halbe Miete für das Gelingen des Films und auch Chiem van Houweninge hat in der Rolle des Hänschen wieder ein paar ausgesprochen nette Szenen abbekommen. Ziemlich toll ist auch das Zusammenspiel zwischen den beiden Kommissaren und Anja Jaenicke, die als Katja das titelgebende Mädchen auf der Treppe verkörpert und sowohl Schimanski als auch Thanner immer wieder vor schwierige Situationen stellt. Und dann liegt über dem Film noch so eine wunderbar mystische, manchmal schon fast melancholische Grundstimmung – diese Szene in der Disco beispielsweise, in der sich Anja Jaenicke als Katja allein und gedankenverloren auf der Tanzfläche befindet, verursacht pure Gänsehaut -, die vor allem durch den wunderbaren Synthie-Score von Tangerine Dream erzeugt wird. DAS MÄDCHEN AUF DER TREPPE macht Lust auf mehr und die Tatsache, dass Regisseur Peter Adam noch drei weitere Schimanski-Fälle als Regisseur begleitet hat, schürt die Vorfreude – gerade auf diese drei Filme – immens.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s