Noch ein Kessel Buntes

SPARTAN (Deutschland / USA 2004, Regie: David Mamet)

spartan

(Fassung: DVD, Kinowelt, Deutschland)

Laura Newton (Kristen Bell), die Tochter des US-Präsidenten, ist spurlos verschwunden und Val Kilmer als Spezialagent Robert Scott soll alle Hebel in Bewegung setzen, um die junge Frau wieder aufzufinden. Doch auf seiner Suche gerät er plötzlich in Störfeuer aus eigenen Reihen…

Regisseur und Drehbuchautor David Mamet erzählt mit SPARTAN eine eigentlich ziemlich typische Agentengeschichte, die man so oder so ähnlich sicher schon viele Male gesehen hat. Warum mir nun gerade SPARTAN so ausgesprochen gut gefallen hat, kann ich mir selbst nicht erklären. Auf den ersten Blick unterscheidet sich Mamets Film nicht sonderlich von anderen Genrebeiträgen. Vielleicht lag es an Val Kilmer, der doch ausgesprochen überzeugend als kompromissloser Agent in Erscheinung tritt und hier so etwas wie einen zweiten Frühling zu erleben scheint. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass es David Mamet trotz aller Vorhersehbarkeit der Geschichte dennoch gelungen ist, über weite Streckung des Films Spannung und Gänsehaut zu erzeugen und der Film über ein nahezu perfektes Timing zwischen ruhigen, dramatischen und actionreichen Sequenzen verfügt. Vielleicht lag es auch am Mitwirken von Ed O’Neill und William H. Macy in  Nebenrollen, über deren Auftritte man sich immer wieder freuen konnte und bei denen man sich durchaus etwas mehr Screentime gewünscht hätte. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass SPARTAN in der Masse solcher Filme dann doch qualitativ etwas heraussticht und einfach ein ziemlich toller Film geworden ist.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

SCHUTZENGEL (Deutschland 2012, Regie: Til Schweiger)

schutzengel

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Die Teenagerin Nina (Luna Schweiger) wird Zeuge, wie ein Hotelangestellter vom einflussreichen Waffenmagnaten Thomas Backer (Heiner Lauterbach) – zwar versehentlich, aber doch eiskalt – ermordet wird. Backer versucht die Tat als Notwehr zu verkaufen, die Zeugin muss er dafür jedoch loswerden. Auftritt Max Fischer (Til Schweiger), ein absoluter Spezialist, der alles daran setzt, Nina zu beschützen und am Leben zu halten und dabei gegen Störfeuer aus den eigenen Reihen ankämpfen muss…

Im Abspann gedenkt Til Schweiger dem großen Tony Scott, der sich im August 2012 das Leben nahm und dessen Art des Actionkinos Schweiger wohl gerne nachgeeifert hätte. Könnte Scott sehen, was Schweiger aus seinem Vorbild gemacht hat, er würde sich im Grabe umdrehen. SCHUTZENGEL ist der verzweifelte Versuch, großes Actionkino nach Hollywood-Vorbild auch in Deutschland zu verwirklichen. So ehrbar dieses Vorhaben auch sein mag, so ernüchternd ist das Ergebnis ausgefallen. Gut, man muss neidlos anerkennen, dass SCHUTZENGEL stellenweise tatsächlich richtig gut aussieht. Aber halt nur stellenweise und kratzt man ein bisschen an der schönen Oberfläche, fällt der ganze Lack gleich ab. Schweiger umgibt sich zwar mit großer Prominenz aus Film und Fernsehen, mehr als Statistenrollen bleiben für die meisten der mitwirkenden Schauspieler jedoch nicht übrig. Nur ein kleines Beispiel: Antoine Monot Jr., der mich vor kurzem noch in WHO AM I – KEIN SYSTEM IST SICHER absolut überzeugt hat, wird sogar in den Anfangscredits aufgeführt, hat im Film letztendlich nur Screentime von gut 1 Minute. Sorry, das ist einfach nur lächerlich. SCHUTZENGEL fungiert einzig und allein als Spielplatz für Til Schweiger und seine Tochter Luna, die hier beide eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass schauspielerisches Talent innerhalb der Familie nicht unbedingt vorhanden ist. Man könnte auch sagen, dass das Spiel von Vater und Tochter fast nicht zu ertragen ist und vor allem die vorgetragenen Dialoge bestens dazu geeignet sind, Fremdscham beim verzweifelten Zuschauer auszulösen. Dann die Actionszenen, die auf den ersten Blick zwar durchaus ansprechend und spektakulär in Szene gesetzt zu sein scheinen, bei näherer Betrachtung aber vor allem daran leiden, dass sie komplett chaotisch und unübersichtlich inszeniert sind. Als Zuschauer weiß man nie, wer jetzt nun aus welcher Deckung heraus auf wen schießt und diese komplett anarchische Inszenierung des Raums führt letztendlich auch dazu, dass einem das Treiben auf der Leinwand bzw. dem Bildschirm gänzlich am Arsch vorbeigeht. So etwas wie Spannung oder Atmosphäre kommt während der epischen Laufzeit von gut 130 Minuten eigentlich nie auf. Einziger Lichtblick in SCHUTZENGEL ist Moritz Bleibtreu, der zwar auch keine allzu große Rolle abbekommen hat, in den wenigen Szenen, in denen er mitwirkt, aber alles versucht, den Film irgendwie zu retten und letztendlich auch der einzige Grund ist, weswegen man SCHUTZENGEL nun nicht als komplett beschissene Vollkatastrophe bezeichnen muss.

Til Schweiger, der ja nun nicht wirklich dafür bekannt ist, selbstkritisch sein zu können, hat in Interviews angemerkt, dass – da SCHUTZENGEL wohl kein allzu großer Erfolg gewesen ist – Actionkino aus Deutschland einfach nicht funktioniert. Ich behaupte, es würde eventuell funktionieren, wenn es sich um gutes Actionkino handeln würde. SCHUTZENGEL scheitert an einer Mischung aus Unvermögen und Größenwahn und erweist dem Genrekino in Deutschland einen Bärendienst. Denn wenn es selbst die heilige Kuh Schweiger nicht gebacken kriegt, Action im Kino zu etablieren, dann werden auch ähnliche Projekte talentierterer Filmemacher nicht mehr finanziert. Es ist ein Teufelskreis und eine Ironie des Schicksals, dass Schweiger als Schauspieler ja gerade Action ganz gut kann. Allerdings nicht, wenn er Dialoge von sich geben muss. Dann scheitert er wie hier. Ich will mir eigentlich seit Jahren mal wieder KNOCKIN‘ ON HEAVEN’S DOOR ansehen, den ich für den mit großen Abstand besten Schweiger-Film halte und den ich damals geliebt habe. Nach der Sichtung von SCHUTZENGEL und dem Wissen, dass Schweiger auch in diesem Film mehrere Dialogpassagen zu meistern hat, habe ich jedoch Angst vor einem Wiedersehen. Das wahre Talent von Til Schweiger scheinen bisher insbesondere Antoine Fuqua und Quentin Tarantino erkannt zu haben, die ihn in THE REPLACEMENT KILLERS und INGLOURIOUS BASTERDS in Rollen besetzten, in denen er grimmig schauen, rumballern und in erster Linie seinen Mund halten musste.

Bewertung: Mies (mit ein paar wenigen Momenten)! – 3/10

 

 

THE BEES (Mexiko / USA 1978, Regie: Alfredo Zacarías)

the bees

(Fassung: Blu-ray, Vinegar Syndrome, USA)

Während eine Gruppe von Wissenschaftlern in den USA verzweifelt versucht, eine hochaggressive und extrem gefährliche Bienenart aus Südamerika zu zähmen und in Nutztiere zu verwandeln, nehmen skrupellose Geschäftsleute die Gefahr, die von den Bienen ausgeht, nicht ernst und siedeln diese in Amerika an, da ausgerechnet diese Art einen wertvollen Rohstoff für Kosmetikprodukte liefert. Schon bald ziehen mordende Bienenschwärme durch die Vereinigten Staaten…

Halleluja, THE BEES ist auf seine ganz eigene Art und Weise einfach nur herrlich. Die Grundaussage des Films ist identisch mit denen unzähliger Genrekollegen aus dem Tier- und Ökohorrorbereich und lautet natürlich, die Natur nicht weiter auszubeuten, da diese sonst gnadenlos zurückschlagen wird. So begrüßenswert die Agenda des Films auch ist, die zu vermittelnde Botschaft hat das Problem, dass sie von einem Film vermittelt werden soll, der wirklich extrem unsinnig geraten ist (schon die ganze Ausgangssituation ist einfach nur komplett hanebüchen). THE BEES verfügt über keinerlei Spannung, keinen klassischen Handlungsstrang, der sich in irgendeiner Weise entwickeln würde, sondern lediglich um eine Aneinanderreihung verschiedener Szenen, die durch Taten handelnder Personen miteinander verbunden werden, die man bei kritischer Betrachtung einfach nur als bescheuert bezeichnen kann. In THE BEES ergibt wirklich gar nichts einen Sinn.

Für Fans obskurerer Filme ist Zacarías’ Genrebeitrag aber gleich aus mehreren Gründen einen Blick wert. Wegen dieser unglaublichen Selbstverständlichkeit und Ernsthaftigkeit, mit der noch der größte Unfug vermittelt werden soll, und durch die THE BEES einen herrlich naiven Charme entwickelt, dem man sich als B-Movie-Fan nur schwer entziehen kann und will. Wegen der herrlichen Stock-Footage-Sequenzen (bspw. der Flugzeugabsturz), die immer wieder eingebaut wurden, um diesem kleinen Film so etwas wie Größe zu verleihen. Und natürlich wegen der Besetzung, die mit John Saxon, Angel Tompkins und John Carradine mindestens drei B-Movie-Urgesteine aufweisen kann, denen man als Fan immer wieder gerne bei der Arbeit zusieht.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

SMITHEREENS (USA 1982, Regie: Susan Seidelman)

smithereens

(Fassung: DVD, Blue Underground, USA)

Regisseurin Susan Seidelman erzählt in SMITHEREENS die Geschichte der aus Jersey stammenden Wren (Susan Berman), die auf Biegen und Brechen versucht, in der Musikszene von New York Fuß zu fassen. Doch ohne Geld, ohne Bleibe und ohne Perspektive fällt das durchaus schwer. Ihre große Hoffnung setzt sie in den Musiker Eric (Richard Hell), mit dem sie sich am liebsten nach Kalifornien absetzen würde. Doch Eric hat – im Gegensatz zu dem in einem Van lebenden Paul (Brad Rijn) – nicht wirklich Interesse an Wren und nutzt diese stattdessen für seine Zwecke schamlos aus…

Susan Seidelman zeichnet das über weite Strecken durchaus ernüchternde Bild einer Generation bzw. Jugendkultur, in der sich jeder Einzelne eine Strategie zurechtgelegt hat, um irgendwie zu überleben. Und diese Strategie besteht in erster Linie darin, zuerst an sich selbst zu denken. So wie Wren bspw. von Eric ausgenutzt wird, nutzt sie wiederum den gutmütigen Paul aus, im Endeffekt um ihn sich warm zu halten, sollte der Plan mit Eric wider Erwarten für sie doch nicht aufgehen. Und als Zuschauer wird einem relativ schnell klar, dass SMITHEREENS für keine der Hauptfiguren ein wirklich zufriedenstellendes Ende bereit halten dürfte.

SMITHEREENS lebt in erster Linie von seiner Stimmung und Atmosphäre, die immer einen leichten Hauch an Melancholie versprüht, sowie von dem für solche Filme einfach unbezahlbaren Zeit- und Lokalkolorit des New York der frühen 80er Jahre. Zu den handelnden Figuren eine echte Beziehung aufbauen zu können fällt dagegen relativ schwer. Dafür sind deren Taten und Entscheidungen im Verlauf des Plots zu oft einfach zu wenig nachvollziehbar. So bleibt man eher in der Rolle des stillen Beobachters, was zuweilen ja auch nicht die allerschlechteste Rolle ist, die man als Zuschauer einnahmen kann. Wer Filme wie SUBURBIA oder LADIES AND GENTLEMEN, THE FABULOUS STAINS mochte, kann auch bei SMITHEREENS gerne mal einen Blick riskieren. Seidelmans Film kommt zwar nicht ganz an die Qualität der beiden genannten Filme heran, sehenswert ist er in meinen Augen dennoch geraten.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

MEN IN BLACK (USA 1997, Regie: Barry Sonnenfeld)

men in black

(Fassung: DVD, Columbia TriStar, Deutschland)

Wow, MEN IN BLACK hat nun auch schon wieder knapp 20 Jahre auf dem Buckel und scheint – schaut man ihn sich heute an – tatsächlich aus einer komplett anderen Zeit zu kommen, einer Zeit, die weit länger als nur 20 Jahre zurückliegt. Im Jahr 1997 war Sonnenfelds Film um die beiden von Will Smith und Tommy Lee Jones gespielten Agenten einer geheimen Regierungsorganisation, die das Treiben diverser Aliens auf der Erde zu überwachen haben, ein absoluter Blockbuster, großes Popcorn-Kino, das bis heute zwei Fortsetzungen nach sich zog. Im Vergleich mit den insbesondere von Superhelden beherrschten Blockbustern aus der Gegenwart, kommt MEN IN BLACK – der übrigens auch auf einem Comic aus dem Hause Marvel basiert – fast wie ein kleines B-Movie daher. Hier gibt es keine epische Laufzeit von weit über 2 Stunden, keine gebrochenen Helden, keinen überbordenden Bombast, bei dem ganze Städte dem Erdboden gleich gemacht werden. Barry Sonnenfeld erzählt seine einfach gestrickte Geschichte in knackigen 90 Minuten, überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Action, komischen Elementen, obskuren Aliens und auch heute noch ausgesprochen hübsch anzusehenden Effekten und scheint als oberste Agenda auf dem Schirm zu haben, seinem Publikum eine möglichst unterhaltsame und unbeschwerte Zeit zu bereiten.

Mir hat MEN IN BLACK bei diesem Wiedersehen nach vielen Jahren wirklich ausgesprochen viel Spaß gemacht, ich fand ihn ungemein sympathisch und unterhaltsam und hatte ihn gar nicht als so gut in Erinnerung. Jetzt bin ich schon sehr auf die beiden Fortsetzungen gespannt.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

SEE NO EVIL, HEAR NO EVIL (USA 1989, Regie: Arthur Hiller)

see no evil, hear no evil

(Fassung: DVD, Columbia TriStar, Deutschland)

In SEE NO EVIL, HEAR NO EVIL bilden der blinde Wally (Richard Pryor) und der taube Dave (Gene Wilder) eine Zweckgemeinschaft der besonderen Art, die sich plötzlich damit auseinandersetzen muss, dass sie sich aufgrund der Verkettung ungünstiger Umstände auf der Flucht vor der Polizei und skrupellosen Gangstern befindet. Vor dem Kiosk, den Dave betreibt und in dem auch Wally arbeitet, wurde nämlich ein Buchhalter ermordet, der zuvor noch eine wertvolle Münze in einem Kästchen mit Kleingeld verstauen konnte. Zum Zeitpunkt der Tat hatte Dave dem Opfer dem Rücken zugedreht, folglich den Schuss nicht gehört und sich nichts dabei gedacht, als er sich kurze Zeit später umdrehte und lediglich eine Frau von hinten weglaufen sah. Der blinde Wally konnte den Schuss natürlich hören, die Täterin aber nicht sehen. Und da Wally beim Opfer auch noch Schulden hatte, geraten die beiden Protagonisten unter Mordverdacht, fliehen im weiteren Verlauf der Handlung aus der Polizeigewahrsam, versuchen ihre Unschuld zu beweisen und müssen sich mit den Mördern auseinandersetzen, die hinter der wertvollen Münze her sind…

Gut, die ganze Ausgangssituation des Films ist natürlich reichlich albern und es dürfte jedem klar sein, dass die Qualität von Hillers Krimi- und Actionkomödie weniger in einer ausgetüftelten Handlung, sondern mehr in einer einzigartigen Gagparade zu finden ist, die sich logischerweise aus der jeweiligen Behinderung der beiden Hauptfiguren und vor allem auch aus der Tatsache speist, dass die beiden Protagonisten einfach nicht bereit sind, sich ihre jeweilige Behinderung einzugestehen und zu ihr zu stehen. Das mag vielleicht alles nicht unbedingt politisch korrekt sein, ist aber dafür einfach nur lustig und stellenweise wirklich zum Schreien komisch. Ob das nun eher kleinere Sequenzen sind, wie die, in der der blinde Wally einen anderen Blinden über die Straße begleitet und diesen und sich selbst geradewegs in den Laderaum eines Lastwagen manövriert, oder ob es sich um größer angelegte Szenen wie die Flucht mit dem Polizeiwagen handelt, in der selbstredend der blinde Wally hinter dem Steuer landet und vom tauben Dave dirigiert wird.

SEE NO EVIL, HEAR NO EVIL lebt von seinem ebenso schwarzen wie liebenswerten Humor und von seinen beiden Hauptdarstellern, die diesen einfach nur phänomenal rüberbringen. Vor allem Richard Pryor ist – ohne die tolle Leistung von Gene Wilder in irgendeiner Weise schmälern zu wollen – schlicht grandios und der Rolle und spielt den blinden Wally so unglaublich gut und überzeugend, dass man meinen könnte, Pryor selbst wäre blind. Dieser starre Blick, die Tatsache, dass er beim Spiel praktisch keine Mine verzieht, nie blinzelt – Pryors Leistung ist der pure Wahnsinn und der Hauptgarant dafür, dass SEE NO EVIL, HEAR NO EVIL so fantastisch funktioniert.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

THE PRINCIPAL (USA 1987, Regie: Christopher Cain)

the principal

(Fassung: DVD, Columbia TriStar, Deutschland)

Durch den Erfolg von Lesters CLASS OF 1984 aus dem Jahr 1982 hatte in den Folgejahren das Subsubgenre des “Terror an der Highschool”-Films zwar nicht unbedingt Hochkonjunktur, aber doch Konjunktur. Die Versatzstücke dieser Filme waren immer dieselben. Es gab die Problemschule im Problembezirk, brutale Banden, die vornehmlich mit Drogen handelten und auch vor Mord nicht zurückschreckten, einzelne Schüler, die tatsächlich etwas lernen wollten, unter diesen Bedingungen aber keine Aussicht auf schulischen Erfolg hatten, den einen Lehrer, der sich gegen den Bandenterror auflehnte und natürlich mindestens einen Schüler auf der Seite der Bösen, der im Laufe des Films bekehrt werden und die Seiten wechseln sollte.

Von diesen vorgegebenen Regeln weicht auch THE PRINCIPAL von Regisseur Christopher Cain nicht. Hier wird James Belushi, der nun nicht gerade den Vorzeigelehrer gibt, von einer harmlosen Schule an die schlimmste Schule der Stadt strafversetzt und soll dort den Job als Direktor übernehmen. Schon bald kommt es zu ersten Konfrontationen mit den Gangstern, die die Schule beherrschen und zur Entscheidung des neuen Direktors, hier gründlich aufzuräumen, was – mit einigen Hochs und Tiefs versehen – am Ende des Tages natürlich gelingt. Was THE PRINCIPAL von ähnlichen Filmen unterscheidet ist die Tatsache, dass Christopher Cain versucht, nicht zu sehr auf Exploitation zu setzen, sondern seine Geschichte eher ernsthaft und dramatisch aufzuziehen. Im Weg stehen ihm dabei allerdings der vorhersehbare und durch die Regeln des Genres vorgegebene Handlungsverlauf und die ziemliche klischeehafte Zeichnung der verschiedenen Charaktere. Auf der Habenseite stehen James Belushi, Louis Gossett Jr. und Rae Dawn Chong, durch deren Mitwirken hohe schauspielerische Qualität in den Film gebracht wird, eine ausgesprochen kurzweilig erzählte Geschichte und ein Finale, bei dem phasenweise sogar richtige Spannung aufkommt. Genrefans können gerne mal einen Blick riskieren.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

PRETTY PEACHES (USA 1978, Regie: Alex de Renzy)

pretty peaches

(Fassung: Blu-ray, Vinegar Syndrome, USA)

Ein kleiner Ausflug in den Bereich der klassischen Erwachsenenunterhaltung. Aus einer Zeit, in der noch nicht jeder Vollidiot mit einer Videokamera irgendwelche holprigen Ferkeleien drehen und in entsprechenden Portalen jedermann zugänglich machen konnte. Von den frühen 70er Jahren bis Mitte der 80er Jahre waren das tatsächlich noch richtige Filme, die oftmals einen echten Kinostart bekamen und von Leuten gedreht wurden, die etwas von ihrem Handwerk verstanden. Eine 35mm-Filmkamera ist dann doch nicht ganz so leicht zu bedienen wie eine einfache Videokamera. Dementsprechend aufwendig sind Filme wie PRETTY PEACHES dann auch geraten und es ist beruhigend zu sehen, dass auch diese unterschlagensten der unterschlagenen Filme von engagierten Labels wie bspw. Vinegar Syndrome aus den USA mittlerweile mit der Sorgfalt behandelt werden, die sie verdient haben, einem aufwändigen Restaurierungsprozess unterliegen und so für die Nachwelt erhalten werden.

PRETTY PEACHES handelt von einer jungen Frau (Desiree Cousteau), die nach einem Verkehrsunfall einen Gedächtnisverlust erleidet und zwei zwielichtigen Typen (Joey Silvera und Ken Scudder) in die Hände fällt, die die missliche Lage der Verunglückten schamlos auszunutzen versuchen. Diese Ausgangssituation führt natürlich zu allerlei frivolen Situationen, die entsprechend explizit dargestellt werden. PRETTY PEACHES lotet definitiv diverse Grenzen aus, hat so einige Sequenzen an Bord, die verklemmten Personen die Schamesröte ins Gesicht treiben könnte, ist vom Grundton dann aber auch wieder so charmant-naiv, locker und lustig geraten, dass die Sichtung dieses kleinen Hardcore-Klassikers von Anfang bis zum Ende ein einfach nur diebisches Vergnügen darstellt.

Bewertung: Gut! – 7/10

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