The Remains of April

PADDINGTON (Frankreich / Großbritannien 2014, Regie: Paul King)

paddington

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Basierend auf einer Kinderbuchserie des britischen Autoren Michael Bond – der bereits in den 70er, 80er und 90er Jahren als Vorlage diverser Animations-TV-Serien diente – erzählt PADDINGTON die Geschichte eines kleinen, sprechenden Bären, der aus dem Dschungel Perus nach London kommt und dort eine Bleibe sucht. Glücklicherweise wird er bereits kurz nach seiner Ankunft am Bahnhof Paddington von Henry Brown (Hugh Bonneville) und seiner Familie aufgegriffen, die ihm eine vorübergehende Unterkunft zur Verfügung stellen. Schon schnell wird das Leben der Browns von Paddington, dem der Schauspieler Ben Whishaw seine Stimme leiht, ziemlich auf den Kopf gestellt…

Regisseur Paul King hat mit PADDINGTON tatsächlich einen Kinder- bzw. Familienfilm gedreht, bei dem die abgedroschene “Unterhaltung für die ganze Familie“-Floskel passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Solch durch und durch harmlose Geschichten wie die des kleinen Bären hier neigen ja oft dazu, das kindliche Zielpublikum zwar in ihren Bann zu ziehen, erwachsene Zuschauer, die sich das mit anschauen müssen, aber maßlos zu langweilen. Durch die Figur der fiesen Millicent, die von einer bestens aufgelegten Nicole Kidman herrlich gemein interpretiert wird, kommt in PADDINGTON Leben in die Bude, wobei es King schafft, seinen weiblichen Bösewicht so zu inszenieren, dass Kinder von ihm wohl keine Albträume bekommen dürften. Die Balance zwischen spannenden, dramatischen und lustigen Momenten – allein die Badezimmerszene ist zum Schreien komisch – ist Regisseur King ganz vorzüglich gelungen und so bietet PADDINGTON – und nun komme ich zu einer Variation  der obigen Floskel zurück – über die komplette Laufzeit ausgesprochen kurzweilige Unterhaltung für Jung und Alt.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

DAWN OF THE PLANET OF THE APES (USA 2014, Regie: Matt Reeves)

dawn of the planet of the apes

(Fassung: Blu-ray 3D, 20th Century Fox, Deutschland)

 Die Vorgeschichte zum Sci-Fi-Klassiker PLANET OF THE APES, die Regisseur Rupert Wyatt mit RISE OF THE PLANET OF THE APES im Jahr 2011 bereits auf ausgesprochen sehenswerte Weise begonnen hat zu erzählen, wird von Regisseur Matt Reeves in dem drei Jahre später entstandenen DAWN OF THE PLANET OF THE APES nun fortgesetzt, jedoch ohne dabei qualitativ an den unmittelbaren Vorgänger heranzukommen.

Die vom Schimpansen Caesar (Andy Serkis) angeführten Affen haben sich in den Wäldern nun schon vor einigen Jahren eine Siedlung errichtet und kommen praktisch nicht mehr mit Menschen in Kontakt. Viel mehr gehen sie davon aus, dass die Menschheit das im Vorgänger freigesetzte Virus nicht überlebt hat. Weit gefehlt, im zerstörten San Francisco gibt es nicht wenige Überlebende und die sind dringend auf eine funktionierende Energieversorgung angewiesen. Hilfreich könnten dabei die Arbeiten an einem Staudamm sein, der sich jedoch unmittelbar in der Nähe der Affensiedlung befindet…

Das Problem von RISE OF THE PLANET OF THE APES ist, dass man diese Geschichte, die hier erzählt wird, auf die eine oder andere Weise schon unzählige Male gesehen hat. Wegen des Staudamms kommt es zu Konflikten, beiderseitiges Misstrauen schürt Hass und Kriegstreiber auf beiden Seiten versuchen, diese Situation für sich auszunutzen. RISE OF THE PLANET OF THE APES reiht Klischee an Klischee und wäre wirklich weit davon entfernt, als guter oder empfehlenswerter Film bezeichnet werden zu können, wenn er in visueller Hinsicht nicht wirklich alles richtig machen würde. Regisseur Reeves und seine Effekte-Crew ziehen hier wirklich alle Register ihres Könnens und man muss einfach neidlos anerkennen, dass RISE OF THE PLANET OF THE APES einfach phantastisch – streckenweise sogar atemberaubend – gut aussieht und man als Zuschauer ob der gebotenen Schauwerte während der Sichtung gar keine Zeit daran verschwenden mag, sich über den Inhalt des Gezeigten großartige Gedanken zu machen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

PLANET OF THE APES (USA 1968, Regie: Franklin J. Schaffner)

planet of the apes

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Nach der Sichtung von DAWN OF THE PLANET OF THE APES am Abend zuvor verspürte ich große Lust, mir Schaffners Original aus dem Jahr 1968 nach vielen, vielen Jahren – zuletzt dürfte ich den Film als Jugendlicher im Fernsehen gesehen haben – mal wieder anzusehen. Diese letzte Einstellung, mit der Freiheitsstatue im Sand, hat sich natürlich für alle Zeiten ins Gehirn und in die Netzhaut eingebrannt. Das Ende von PLANET OF THE APES gehört zur Allgemeinbildung innerhalb der Pop-Kultur, selbst Leute, die den Film nie gesehen haben, dürften wissen, dass sich der von Charlton Heston gespielte Astronaut nach seinem Raum-Zeit-Sprung nicht etwa auf einem fremden Planeten, sondern tatsächlich auf der Erde befindet. Was für ein filmisches Glück wäre es, wenn man Filme wie diesen hier, komplett ohne Vorwissen, zum ersten Mal ansehen und sich vom Twist am Ende genauso überraschen lassen könnte wie das damalige Premierenpublikum. Es spricht natürlich für Schaffners Film, dass er auch mit Kenntnis dieses Twists und knapp 50 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch hervorragend funktioniert.

PLANET OF THE APES ist eine der ganz großen Dystopien der Filmgeschichte, herausgekommen in einer Zeit, in der das Kino – gerade im Bereich des Sci-Fi-Films – immer wieder die Finger in die diversen Wunden der Menschheit gelegt hat und die Zuschauer auf mitunter drastische Art und Weise zum Umdenken bringen wollte. So drastisch, so intelligent, so spannend und so ungemein unterhaltsam wie hier wurde den Zuschauern jedoch nur selten der Spiegel vorgehalten und die Botschaft die hinter PLANET OF THE APES steckt, die Religions- und Ideologiekritik, die Schaffner – bzw. Romanautor Pierre Boulle als Vorlagengeber – dem Zuschauer hier auftischt, hat leider bis zum heutigen Tage nichts an ihrer Aktualität verloren.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

HOUSE OF CARDS: SEASON 2 (USA 2014, Idee: Beau Willimon)

house of cards

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Nachdem es der ebenso charismatische wie intrigante Kongressabgeordnete Francis Underwood (Kevin Spacey) zum Ende der ersten Staffel als Vizepräsident ins Weiße Haus geschafft hat, versucht er nun in der zweiten Staffel mit seinen Intrigen den Präsidenten zu stürzen…

Qualitativ steht diese zweite Season der Auftaktstaffel in so gut wie nichts nach. Die 13 Episoden umspannende Geschichte rund um den unwiderstehlichen Unsympathen lebt erneut von der glaubwürdigen Figurenzeichnung, der packenden Entwicklung des Plots und der erstklassigen Besetzung, der es spielerisch gelingt, diese ganzen, eigentlich unfassbaren Wendungen, welche die Geschichte so hervorbringt, als das realistischste und normalste der Welt erscheinen zu lassen.

Das einzige Problem dieser zweiten Season macht sich die Serie selbst, und zwar mit der Auftaktepisode. Die ist – was das Überschlagen von Ereignissen angeht – einfach so unfassbar und legt, insbesondere in Sachen Spannung, die qualitative Messlatte so extrem hoch, dass es den folgenden 12 Episoden eigentlich nie gelingt, diese erste Folge in irgendeiner Weise noch zu übertreffen. Aber das ist jetzt Jammer auf extrem hohem Niveau.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

JURASSIC WORLD (USA 2015, Regie: Colin Trevorrow)jurassic world

(Fassung: Blu-ray 3D, Universal, Deutschland)

 Nach dem eher vergessenswerten JURASSIC PARK III dauerte es ganze 14 Jahre bis die von Steven Spielberg einst so erfolgreich gestartete Reihe wiederbelebt wurde. In JURASSIC WORLD wird der Zuschauer nun mit einem voll funktionsfähigen und von Tausenden zahlenden Besuchern bevölkerten Dino-Park konfrontiert, in dem ein genetisch verändertes und extrem aggressives Exemplar außer Kontrolle gerät. Und der von Steven Spielberg als ausführender Produzent betreute Film funktioniert tatsächlich richtig gut.

Regisseur Colin Trevorrow hat aus den Fehlern, die Joe Johnston beim Vorgänger unterlaufen sind, ganz offensichtlich seine Lehren gezogen und mit JURASSIC WORLD einen Film abgeliefert, der ganz eindeutig den Geist des Originals ausstrahlt und qualitativ in meinen Augen nicht sonderlich weit von diesem entfernt ist. Wie einst Spielberg in JURASSIC PARK konzentriert sich auch Trevorrow in JURASSIC WORLD in erster Linie auf seine handelnden Personen, ist darum bemüht, seine Charaktere zu entwickeln und lässt diese – nachdem dies geschehen ist – sodann in die brenzlige Situation geraten, um die sich der Film letztendlich dreht. JURASSIC WORLD zehrt vor allem von der Chemie, die sich zwischen den beiden Hauptdarstellern Chris Pratt und Bryce Dallas Howard langsam entwickelt und davon, dass Trevorrow diese so wichtige Balance zwischen ruhigen und spektakulären Momenten ganz vorzüglich gelungen ist. Die Action-Sequenzen sind auf der einen Seite so choreographiert und wohldosiert eingesetzt, dass man als Zuschauer nicht mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen hat, bieten auf der anderen Seite aber auch so viel Spektakel und Schauwerte, dass man auch als Erwachsener immer wieder mit großen, staunenden (Kinder-)Augen das Geschehen auf dem heimischen TV verfolgt. Eine Fortsetzung bzw. ein Reboot, welches dem Original wirklich zur Ehre gereicht.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

PROMETHEUS (Großbritannien / USA 2012, Regie: Ridley Scott)

prometheus

(Fassung: Blu-ray 3D, 20th Century Fox, Deutschland)

Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Idris Elba, u.a. begeben sich in PROMETHEUS Ende des 21. Jahrhunderts auf eine Reise in die Tiefen des Weltalls um dort auf einem fernen Planeten Antworten auf die ewige Frage nach der Entstehung der Menschheit zu suchen und – so hoffen natürlich alle Beteiligten – wenn möglich auch zu finden…
Wenn mich meine Erinnerung nicht trübt, sind die Kritiker damals nicht ganz so wohlwollend mit Scotts PROMETHEUS umgegangen. Obwohl Scott immer betont hatte, das PROMETHEUS lediglich im selben Universum wie die ALIEN-Filme spiele, deswegen aber nicht als direktes Prequel zu verstehen sei, dürften viele vielleicht doch enttäuscht gewesen sein, dass in PROMETHEUS (fast) keine Aliens vorkommen. Anders kann ich mir die durchwachsenen Stimmen zu Scotts Film ehrlich gesagt nicht erklären. Oder vielleicht war auch meine Erwartungshaltung aufgrund dieser Stimmen so niedrig, dass mich PROMETHEUS tatsächlich ohne jegliche Probleme für sich gewinnen konnte. Denn ich muss sagen, was Scott dem Zuschauer hier bietet, ist richtig gutes Science-Fiction-Kino. Vom Start weg hat mich insbesondere diese ganz vorzügliche Mystery-Atmosphäre begeistern können, die Scott aufbaut, die immer dichter wird und die im Zusammenspiel mit diesem philosophischen Unterbau der Handlung für nicht wenige Gänsehautmomente sorgt. Dazu gesellen sich dann noch diese wundervollen, auf Designs von H.R. Giger beruhenden Settings, eine sich stetig steigernde Spannung, der eine oder andere Schock-Effekt und eine tolle Besetzung und fertig ist ein Science-Fiction-Film, der weitaus besser ist als sein Ruf und von dem man sich – sofern man sich vorbehaltlos auf ihn einlässt – in meinen Augen nur begeistern lassen kann.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

BOLT (USA 2008, Regie: Byron Howard / Chris Williams)

bolt

(Fassung: Blu-ray 3D, Disney, Deutschland)

Gemeinsam mit seinem Frauchen Penny (Miley Cyrus) erlebt der kleine Hund Bolt (John Travolta) die tollsten Abenteuer und rettet diese aufgrund seiner Superkräfte immer wieder aus größter Gefahr. Als eine Rettungsaktion jedoch nicht gelingt und Penny den Bösen in die Finger fällt, bricht Bolt aus seiner Behausung aus und versucht auf eigene Faust, Penny aus den Klauen der Bösewichter zu befreien. Was Bolt dabei jedoch nicht weiß, ist, dass für Penny keinerlei Gefahr droht, er in Wirklichkeit ein Schauspielhund ist, in einer Action-TV-Serie mitwirkt und nicht wirklich über Superkräfte verfügt. So muss er sich außerhalb des ihm bekannten TV-Sets plötzlich ohne große Fähigkeiten in der Realität behaupten…

Die Ausgangssituation von BOLT stellt so etwas wie die Disney-Variante von Weirs THE TRUMAN SHOW dar, in der Jim Carrey als Truman Burbank einst feststellen musste, dass sein ganzes Leben nur Teil einer Fernsehsendung ist und die wahre Welt da draußen ganz anders aussieht. So ergeht es auch dem von John Travolta gesprochenen Hund Bolt, der sich auf einen wilden Road Trip begibt, um sein geliebtes Frauchen Penny zu retten. Wie es für Road Movies üblich ist, ist auch hier der Weg das Ziel und wie es für Disney-Filme üblich ist, gibt es für das junge Zielpublikum dann auch noch eine ebenso positive wie einfach gestrickte Botschaft mit auf den Weg. Den Trip, den Bolt unternimmt, haben die beiden Regisseure Byron Howard und Chris Williams ausgesprochen spannend, lustig, actionreich und spektakulär in Szene gesetzt und so ist BOLT ein Film, der definitiv auch erwachsene Freunde von Animationsfilmen ansprechen dürfte. Schon die Auftaktsequenz, in der der Zuschauer, der sich nicht vorher über den Plot des Films informiert hat, selbst nicht weiß, dass er es hier mit einer Film-im-Film-Szene zu tun hat, ist in ihrer Dynamik, in ihrem visuellen Einfallsreichtum und in ihrer Rasanz ziemlich atemberaubend geraten und dieses erste Highlight soll im weiteren Verlauf des Films nicht das einzige bleiben. BOLT macht richtig viel Spaß und präsentiert neben gelungener Animations-Action auch so einige, irrsinnig komische Sequenzen, wobei für die Gags insbesondere die beiden Sidekicks von Bolt, die dieser während seines Trips kennenlernt und die ihn schließlich auf seiner Suche begleiten und sich mit ihm anfreunden, eine Katze und ein dicklicher, sich mit einer durchsichtigen Plastikkugel fortbewegender Hamster, verantwortlich zeichnen. Und wenn die Macher dann auch noch den für Disney so typischen Kitschfaktor im Finale des Films etwas minimiert hätten, man könnte für BOLT wirklich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

THE DROP (USA 2014, Regie: Michaël R. Roskam)

the drop

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Barkeeper Bob (Tom Hardy) arbeitet in einer Bar seines Cousins Marv (James Gandolfini) in New York, die dem organisierten Verbrechen als vorübergehender Lagerort von dreckigem Geld dient. Als die Bar eines Tages überfallen wird, bekommen Bob und Marv ein Problem…

THE DROP ist ein erfreulich ruhig erzählter Gangsterfilm, der in seiner unaufgeregten Art an das Genrekino der 70er Jahre erinnert. Als Zuschauer kann man sich von der Stimmung und Atmosphäre, die THE DROP ausstrahlt wunderbar treiben lassen und dabei tief in die verschiedenen Handlungsstränge, die Roskam miteinander verbindet – neben der Sache mit dem Überfall geht es für Bob auch noch um eine sich anbahnende Romanze, einen kleinen Hund und einen psychopathischen Stalker – eintauchen, nur um immer wieder durch heftige Spannungs- und Gewalteruptionen ausgesprochen unsanft geweckt zu werden.

Tom Hardy und Noomi Rapace, die als Hardys Love Interest zu sehen ist, spielen schlicht großartig und der tolle James Gandolfini, der im Juni 2013 verstarb, hinterlässt mit dem erst nach seinem Tod veröffentlichten THE DROP ein mehr als sehenswertes Vermächtnis. Ein ganz wunderbarer, kleiner Film, der an dieser Stelle wärmstens weiterempfohlen werden soll.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

SEASON OF THE WITCH (USA 2011, Regie: Dominic Sena)

season of the witch

(Fassung: Blu-ray, Universum Film, Deutschland)

Angefixt von dem vor kurzem gesehenen GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE landete mit SEASON OF THE WITCH gleich der nächste Film mit Nicolas Cage in der Hauptrolle im heimischen Blu-ray-Player. Ich hätte es einfach sein lassen sollen.

Nicolas Cage und Ron Perlman spielen zwei vom ewigen Schlachtengetümmel müde Tempelritter, denen wegen Untreue ein Leben im Kerker droht und die sich mit einer letzten Mission der diversen Anklagepunkte, die gegen sie erhoben werden, entledigen und ein Leben in Freiheit leben können. Im tiefsten Mittelalter wütet die Pest durch das Land und die beiden Protagonisten sollen eine junge Frau, die der Hexerei verdächtigt und für die Seuche verantwortlich gemacht wird, von A nach B bringen, damit dieser dort ein fairer Prozess gemacht werden kann. Eine enorm eintönige und unbeholfene Reise durch seltsame Settings und gesäumt von miesen CGI-Effekten nimmt ihren Lauf…

SEASON OF THE WITCH ist ein Paradebeispiel für einen Film, den nicht mal mehr seine unfreiwillige Komik und das unfassbare Overacting von Nicolas Cage retten kann. Es ist nun wirklich nicht meine Art, mich über Filme lustig zu machen, aber was Regisseur Dominic Sena dem Zuschauer hier auftischt, hätte es tatsächlich verdient, auf dem nächsten Marktplatz ausgestellt und ausgelacht zu werden. Es ist ja nicht so, dass SEASON OF THE WITCH nicht auch seine Momente hätte, diese generieren sich jedoch in erster Linie aus zumeist unfreiwilliger Komik. Zum Beispiel aus dem zwischen Cage und Perlman den ganz Film über stattfindenden Wettkampf im doof dreinschauen (aus dem jedoch kein Sieger hervorgeht), aus der interessanten Wischmoppfrisur, die Cage am Anfang des Films auf seinem Kopf spazieren trägt, aus der unglaublichen Maske, die man dem armen Christopher Lee verpasst hat, der als an der Pest erkrankter Kardinal in einem Bett liegt und aussieht, als hätte man ihm eine verfaulte Kartoffel auf die Stirn geklebt, aus diesen unzähligen, tollen Dialogzeilen der Marke “We believe what we want to believe.“, “Honor is not a thing to be dismissed or forgotten.“ oder auch “We’re going to need more holy water.“, die allesamt mit einer Inbrunst vorgetragen werden, als gäbe es kein Morgen mehr, und natürlich aus dieser schier unübersichtlichen Anzahl von Sequenzen purer Suspense, wie bspw. der, in der Nicolas Cage mit seinem Pferd über eine wacklige Holzbrücke schreitet. SEASON OF THE WITCH ist ganz großes Kino, die Schauspieltruppe des Laientheaters in Rheda-Wiedenbrück hätte es nicht viel besser hinbekommen. Schon besser, aber nicht viel besser.

Bewertung: Mies (mit ein paar netten Momenten)! – 3/10

 

 

CLICK (USA 2006, Regie: Frank Coraci)

click

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Adam Sandler spielt den ständig gestressten Michael Newman, der sich abrackert um in seiner Firma als Partner anerkannt zu werden und dabei leider seine Familie viel zu sehr vernachlässigt. Als er eines Tages von dem mysteriösen Morty (Christopher Walken) eine magische Fernbedienung geschenkt bekommt, mit der er sein eigenes Leben kontrollieren kann, scheinen alle Probleme gelöst zu sein. Doch mit dem übermäßigen Einsatz der Fernbedienung kommt es für Michael erst richtig dicke…

CLICK reiht sich ganz wunderbar in die bisher noch recht übersichtliche Filmographie von Regisseur Frank Coraci ein, der vor diesem bereits mit Sandler bei THE WEDDING SINGER und THE WATERBOY zusammengearbeitet hatte und nach CLICK u.a. die beiden Kevin-James-Komödien HERE COMES THE BOOM und ZOOKEEPER sowie BLENDED (wieder mit Adam Sandler in der Hauptrolle) drehen sollte. Allesamt Filme, die ungemein liebenswürdig sind und in ihrer kompletten Harmlosigkeit einfach nur verdammt sympathisch rüberkommen. Auch CLICK erlaubt sich – bis auf ein paar herrliche Szenen mit gemäßigterem Gross-Out-Humor – praktisch keinerlei Ausbrüche, die dazu führen könnten, dass man diesem Film irgendeine böswillige Agenda unterstellen könnte. Was ihn aber – insbesondere von den anderen Sandler-Filmen Coracis doch unterscheidet – ist die Tatsache, dass dieser Film hier, wohl wegen seines phantastischen Plots, weniger eingängig wirkt als seine Gesinnungsgenossen. Mitunter schleichen sich in CLICK doch einige Längen ein, nicht alle Gags wollen zünden und stellenweise fand ich die Konsequenzen, die Sandler wegen der Fernbedienung ertragen muss, doch arg konstruiert und “unglaubwürdig“ (wenn man dieses letzte Wort vor dem Hintergrund der phantastischen Handlung des Films so benutzen darf). Toll war dagegen dieser doppelte Twist am Ende, da er das so Offensichtliche doch wieder ins Gegenteil verkehrt hat.

Für Freunde von Adam Sandler dürfte auch dieser nicht ganz so gute Film definitiv einen Blick wert sein, wer mit Sandler eh nix anfangen kann, sollte vielleicht gerade von diesem Film erst recht die Finger lassen.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

THE WEDDING RINGER (USA 2015, Regie: Jeremy Garelick)

the wedding ringer

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Der gutmütige Doug Harris (Josh Gad) kann es noch immer nicht fassen, dass die ausgesprochen attraktive Gretchen (Kaley Cuoco) auf seinen Heiratsantrag mit Ja geantwortet hat. Doug ist ein absoluter Durchschnittstyp, hat keine Freunde und nun panische Angst, an seiner bald stattfindenden Hochzeit ohne Trauzeugen dastehen zu müssen. Damit dies nicht passiert, heuert er Jimmy Callahan (Kevin Hart) an, der sich als sein Trauzeuge ausgeben soll. Doch schon bald gerät die Lügengeschichte außer Kontrolle…

Ab in den Berieselungsmodus. THE WEDDING RINGER ist eine dieser mittlerweile schier unzähligen Komödien aus den USA, die irgendwie immer nach demselben Muster abzulaufen scheinen, bei denen einem während der Sichtung zu jeder Sekunde bewusst ist, dass das, was man sich gerade reinzieht, nicht sonderlich viel mit Qualitätskino zu tun hat sondern ausschließlich zum kurzweiligen Zeitvertreib geeignet ist. Allein die Ausgangssituation von THE WEDDING RINGER ist hanebüchener Blödsinn, der komplette Handlungsverlauf unglaubwürdig bis zum geht nicht mehr und die moralische Botschaft am Ende – Filme wie dieser benötigen neben dem ganzen Unfug, den sie präsentieren und der üblichen Portion Gross-Out-Humor (das Stichwort für diesen Film lautet Junggesellenabschied) natürlich auch immer eine moralische Botschaft – wirkt aufgesetzt und wie mit dem Holzhammer vorgetragen.

Warum mich persönlich Filme wie dieser hier immer wieder magisch anzuziehen scheinen kann ich mir mittlerweile selbst nicht mehr erklären. Am Ende des Tages ist es manchmal wahrscheinlich einfach nur angenehm, sich mit niveauloser Unterhaltung berieseln zu lassen. Ich mochte Garelicks Film trotz all seiner Schwächen die man ihm sicherlich vorwerfen könnte.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

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