Final Thoughts of May

THE SLAMS (USA 1973, Regie: Jonathan Kaplan)

the slams

(Fassung: DVD, Warner Archive, USA)

Jim Brown ist Curtis X. Hook, der soeben den Mob um stattliche 1,5 Mio Dollar erleichtert und das erbeutete Geld sicher versteckt hat und nun wegen einer eigentlichen Lappalie im Knast landet. Seine Zeit dort würde er eigentlich locker absitzen, dumm nur, dass ihm sowohl die Beklauten und auch korrupte Staatsdiener, die von der Sache Wind bekommen haben, das Leben zur Hölle machen möchten, um ihm das Versteck der Beute zu entlocken. Als Hook auch noch mitbekommt, dass sein Versteck in wenigen Tagen abgerissen werden soll und das Geld dann für immer verloren sein dürfte, entschließt er sich dazu, einen Ausbruchsversuch zu wagen…

Für Regisseur Jonathan Kaplan, der einst unter Roger Corman seine ersten Schritte als Regisseur unternahm, Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre einige größere Erfolge verzeichnen konnte – u.a. drehte er das Oscar-prämierte Vergewaltigungsdrama THE ACCUSED mit Jodie Foster in der Hauptrolle – und mittlerweile beim TV gelandet ist, war THE SLAMS damals die dritte Regiearbeit und stellte einen weiteren Versuch eines größeren Hollywood-Studios – hier: MGM – dar, unter seinem Banner auf den damals so erfolgreichen Blaxploitation-Zug aufzuspringen. Und die Zutaten passen durchaus: Hauptdarsteller Jim Brown bringt die nötige Coolness eines echten Blaxploitation-Helden mit, der Film geizt nicht mit Gewalt und präsentiert in ein paar außerhalb des Gefängnisses spielenden Szenen natürlich auch die obligatorischen, nackten Damenbrüste. Etwas problematisch ist das Setting im Gefängnis, da sich bis zur Planung und Durchführung der Flucht – die übrigens mit einigen netten Ideen und Wendungen überraschen kann – im räumlich arg begrenzten Gefängnis-Setting doch etwas Längen einschleichen, man sich als Zuschauer natürlich nur wenig Sorgen um das Wohlergehen der Hauptfigur machen muss und echte Spannung erst im Finale aufkommen kann.

Für Freunde des Kinos der 70er Jahre im Allgemeinen und für Fans des Exploitationfilms im Speziellen gibt’s für THE SLAMS natürlich trotzdem eine Empfehlung. Allein schon wegen der kantigen Typen, die diesen Film bevölkern, wegen dieses unnachahmlichen 70er-Jahre-Looks und vor allem auch wegen dieser wundervollen Atmosphäre, die praktisch alle guten Genreproduktionen aus der damaligen Zeit für Fans so unwiderstehlich macht.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

HARLEY DAVIDSON AND THE MARLBORO MAN (USA 1991, Regie: Simon Wincer)

harley davidson and the marlboro man

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Mickey Rourke und Don Johnson spielen die beiden Titelfiguren Harley (Rourke) und Marlboro (Johnson), zwei waschechte Haudegen, die – weil sie gerade nichts anderes zu tun haben – einen Geldtransporter überfallen um ihre Lieblingskneipe vor der Schließung zu retten. Doch statt Geld erbeuten sie Drogen und deren Besitzer sind darüber nicht gerade erfreut…

Wenn man HARLEY DAVIDSON AND THE MARLBORO MAN halbwegs objektiv betrachten möchte, muss man sicher eingestehen, dass Simon Wincer hier einen ziemlichen Schmarrn fabriziert hat. Die Ausgangssituation und der komplette Handlungsverlauf des Films sind absolut hanebüchen und nicht wirklich dazu geeignete, Argumente für ein Gelingen des Films ins Feld zu führen. Wincers Film lebt einzig und allein von seinen beiden Hauptdarstellern, die – wie es sich für ein Buddy Movie gehört – die zwischen ihnen ständig schwelenden Konflikte auf möglichst alberne und coole Art untereinander austragen, nie um einen Spruch verlegen sind und ein paar hübsch fotografierte Actionsequenzen zu bewältigen haben. Man merkt Wincers Film an, dass er in einer Zeit entstanden ist, in dem das humorbefreite Actionkino der 80er Jahre langsam aber sicher durch Filme abgelöst werden sollte, in denen Action und Gewalt nur noch mit Humor und dummen Sprüchen einhergingen.

Ich selbst habe HARLEY DAVIDSON AND THE MARLBORO MAN nun seit über 20 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen und muss gestehen, dass ich den Film – wohl vor allem aus nostalgischen Gründen, aber auch weil ich finde, dass Rourke und Johnson in diese Rollen passen wie die Faust aufs Auge und herrlich miteinander (dis-)harmonieren – auch heute noch sehr gerne mag. Dass er Menschen, die ihn jetzt, im Jahr 2016, zum ersten Mal in ihrem Leben sehen, auf irgendeine Art und Weise noch ansprechen könnte, möchte ich jedoch stark anzweifeln.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

SHOOT TO KILL (USA 1988, Regie: Roger Spottiswoode)

shoot to kill

(Fassung: DVD, Touchstone, Deutschland)

In SHOOT TO KILL bzw. DEADLY PURSUIT (so der internationale englische Titel, der die Handlung des Films im Gegensatz zum US-Originaltitel kurz und knapp auf den Punkt bringt) jagen Sidney Poitier als FBI-Agent und Tom Berenger als Bergführer einen gefährlichen Killer (Clancy Brown) durch unwirtliche Gebirge nahe der kanadischen Grenze und liefern sich einen Wettlauf gegen die Zeit. Denn der skrupellose Verbrecher hat Berengers Filmfreundin Kirstie Alley in seiner Gewalt und es steht zu befürchten, dass er sie nicht mit dem Leben davonkommen lassen wird, sobald er sich in Sicherheit wiegt…

Ich habe das Anfang des Monats schon in meinem Text zu MIDNIGHT RUN angemerkt und kann es auch hier einfach nur wiederholen: schade, dass solche Filme nicht mehr gedreht werden. Ohne großartige Exposition ist man sofort drin in Spottiswoodes Film, der – aufs wesentliche herunter gebrochen – zwar nicht viel mehr als eine simple Jagd/Flucht-Story anzubieten hat, es aber ohne Probleme versteht, den Zuschauer für sich einzunehmen. Die Einführung und Charakterisierung der Figuren erfolgt praktisch nebenbei und ist doch so gelungen, dass man sofort eine Bindung zu den handelnden Personen aufbaut. Sofort hofft und bangt man mit den Protagonisten und mindestens ebenso schnell verteufelt man den Bösewicht. SHOOT TO KILL ist jetzt vielleicht kein kompletter Über-Film geworden (dazu haben sich im Mittelteil etwas zu viele Längen eingeschlichen und die Szene mit der schnell ausgegrabenen Höhle im Schnee strapazierte die Glaubwürdigkeit des Films doch sehr und war mir einfach etwas “too much“), aber er liefert spannende, schnörkellose und unaufgeregte Unterhaltung vor teils extrem atemberaubender Kulisse. Wer ein Herz für das Kino der 80er Jahre hat, sollte unbedingt einen Blick riskieren.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

LANTANA (Australien / Deutschland 2001, Regie: Ray Lawrence)

lantana

(Fassung: DVD, Universal, Großbritannien)

Regisseur Ray Lawrence konfrontiert den Zuschauer in LANTANA mit verschiedenen Paaren, die alle ihre Beziehungsprobleme haben und die – ohne es unbedingt auf Anhieb zu ahnen – alle in gewisser Weise miteinander in Verbindung stehen. Und dann geht es auch noch um eine wie vom Erdboden verschwundene Frau. Bis es soweit ist, dauert es jedoch relativ lange, und das ist vielleicht auch die eine große Schwäche dieses Films, der vielleicht etwas zielgerichteter inszeniert hätte werden müssen und den man – würde man allein die schauspielerischen Leistungen bewerten – als Zuschauer eigentlich gerne als hervorragenden Film weiterempfehlen würde.

Vielleicht ist das auch einfach nur mal wieder ein Jammern auf hohem Niveau, aber für meinen Geschmack hat sich Regisseur Ray Lawrence einfach etwas zu viel Zeit gelassen um seine Charaktere einzuführen und zu entwickeln, um seine Figurenkonstellationen zu positionieren und um seine Zuschauer mit vagen Hinweisen hinters Licht zu führen um so auch die Spannung des Films hochzuhalten. Wenn man sich vorher nicht die Inhaltsangabe durchgelesen hat – was eigentlich immer von Vorteil ist – kann man tatsächlich nie so richtig einschätzen, in welche Richtung sich LANTANA letztendlich entwickeln wird. Das Problem dabei ist, dass man ab einem gewissen Punkt das Gefühl einfach nicht mehr losbekommt, dass das, was man hier zu sehen kriegt, nur wenig zielgerichtet zu sein scheint. So gut mir die schauspielerischen Leistungen auch gefallen haben und so sehr ich mich von dem leichten Mystery-Touch des Films gefangen nehmen lassen wollte, am Ende des Films – wenn sich dann mehr oder weniger doch alles wieder in Wohlgefallen aufzulösen scheint – reift bei mir als Zuschauer auch die Erkenntnis, dass der Aufwand, den Regisseur Lawrence in den ersten 2/3 des Films betrieben hat, ein weitaus besseres Schlussdrittel verdient hätte und eine nüchterne Aufwand/Ertrag-Rechnung hier wohl nicht gerade positiv ausfallen würde. Gut und sehenswert ist LANTANA natürlich dennoch. Wie schon geschrieben, Gejammer auf hohem Niveau.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

MO’ BETTER BLUES (USA 1990, Regie: Spike Lee)

mo' better blues

(Fassung: DVD, Universal, Deutschland)

Denzel Washington ist Bleek Gilliam, ein überaus talentierter Jazztrompeter, der mit seinen Bandkollegen (u.a. Wesley Snipes und Giancarlo Esposito) Abend für Abend in einem angesagten Club das Publikum begeistert. Musik ist Bleeks Leben, ihr ordnet er alles unter und übersieht dabei fast, die diversen Pulverfässer, die um ihn herum jederzeit hochzugehen drohen: da wäre sein von Snipes gespielter Saxophonist Shadow, der endlich für seine Auftritte angemessen entlohnt werden möchte und ernsthafte Planungen anstrebt, die Band zu verlassen, da wäre sein Freund und Manager Giant (Spike Lee), den seine Wettsucht in den Ruin getrieben hat und der Schulden bei Menschen angehäuft hat, bei denen man besser keine Schulden haben sollte, und da wären nicht zuletzt seine Beziehungen zu zwei verschiedenen Frauen, zur Lehrerin Indigo (Joie Lee) und zur Sängerin Clarke (Cynda Williams), die sich immer komplizierter organisieren lassen…

Einmal mehr kreiert Regisseur Spike Lee mit MO’ BETTER BLUES einen Mikrokosmos voller Emotionen, im vorliegenden Fall jedoch einen Mikrokosmos in den es sich als Zuschauer etwas leichter und unbekümmerter eintauchen lässt als in die seiner unmittelbaren Vorgänger- und Nachfolgefilme DO THE RIGHT THING und JUNGLE FEVER. Obwohl in MO’ BETTER BLUES neben den vielen komischen Momenten auch jede Menge tragische Augenblicke vorkommen, ist das hier ein Film, der für seine Zuschauer mit seiner ruhigen Art, seiner einladenden Farbgebung, seiner beruhigenden, teils traumhaften Atmosphäre und seiner mitreißenden Musik eine Art Wohlfühloase generiert, in der man sich – bildlich gesprochen – nur zu gerne niederlässt um in ihr zu verweilen. MO’ BETTER BLUES ist einer dieser Filme, in die man mit spielerischer Leichtigkeit versinken kann, über deren manchmal etwas schrullige Art – insbesondere in den Szenen mit Spike Lee – man nur zu gerne schmunzeln möchte und von denen man mit einem mehr als positiven Gefühl in den Abspann entlassen wird. Und dann ist MO’ BETTER BLUES natürlich so ganz nebenbei eine Liebeserklärung an die Kunst der Musik.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

GAME OF THRONES: SEASON 3 (USA 2013, Idee: David Benioff / D.B. Weiss)

game of thrones

(Fassung: Blu-ray, HBO/Warner, Großbritannien)

Der Kampf um Thronfolgen, diverse Schlachten, das Paktieren und Intrigieren (angeblich) Verbündeter, die versuchte Flucht vor Feinden, usw., usf. – dies alles geht nun in die dritte Runde und dies alles ist auch in dieser dritten Runde ungemein unterhaltsam und wegen der einfach nicht weniger werden wollenden Schauwerte auch ausgesprochen nett anzusehen.

Aber auch wenn mir GAME OF THRONES noch immer außerordentlich gut gefällt, muss ich doch anmerken, dass die Serie für mich persönlich nicht so funktioniert wie sie wohl – wenn man den Hype berücksichtigt, der schon seit Jahren um sie gemacht wird – für den Großteil der Zuschauer funktionieren dürfte. Ich gebe zu, ich lasse mich von GAME OF THRONES ausschließlich berieseln, der Verlauf der Handlung ist mir dabei ziemlich egal und ich verspüre keinerlei Motivation, wirklich jeden dieser unzähligen Nebencharaktere seinem Clan zuzuordnen oder mir einen Überblick zu verschaffen wer nun aus welchem Grund gegen wen kämpft, mit wem paktiert und auf was auch immer irgendwelche Ansprüche erhebt und ich finde es ehrlich gesagt richtig bewundernswert, dass sich die Vielzahl der Zuschauer wohl offensichtlich tatsächlich für diese in meinen Augen ziemlich aufgeblasene Handlung begeistern kann, in Gedanken Stammbäume erstellt und es schafft, so etwas wie Sympathien für einzelne Charaktere aufzubauen und mit diesen mitzufiebern.

Für mich funktioniert GAME OF THRONES nur als perfektes “eye candy“, als Musterbeispiel für Exploitation im aufwändigen Gewand – als das funktioniert die Serie aber auch wirklich richtig, richtig gut. Ich freue mich schon auf die vierte Staffel.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

HIGH SCHOOL BIG SHOT (USA 1959, Regie: Joel Rapp)

high school big shot

(Fassung: DVD, Something Weird Video, USA)

 Ein kleiner No-Budget-Beitrag aus dem Bereich des zum damaligen Entstehungszeitpunkt überaus beliebten Subgenre des Juvenile-Delinquent-Films. In HIGH SCHOOL BIG SHOT dreht sich alles um den Musterschüler Marv (Tom Pittman), der sich eines Tages ernsthafte Hoffnungen macht, bei Betty (Virginia Aldridge), der beliebtesten (und scheinbar auch einzigen) Schülerin seiner Schule zu landen und dafür sogar bereit ist, einen kriminellen Pfad einzuschlagen…

Man könnte sich nun natürlich mit Leichtigkeit über HIGH SCHOOL BIG SHOT lustig machen. Bspw. über seine tristen Settings, seine hölzernen Darsteller oder seine überkonstruierte Handlung. Regisseur Joel Rapp hat seinen Film ganz offensichtlich ohne nennenswertes Budget mit nicht unbedingt hochtalentierten Schauspielern in ein paar Hinterzimmern gedreht. So wird bspw. die Highschool lediglich von einem Lehrer und einer Handvoll Schülern bevölkert – letztere sehen zum Großteil viel zu alt für ihre Rollen aus -, irgend ein geschäftiges Treiben auf Straßen oder in Bars, in die der Film kurze Ausflüge unternimmt, findet praktisch nicht statt und irgendwie wirkt HIGH SCHOOL BIG SHOT auf krude Art und Weise etwas leblos. Und doch möchte ich an dieser Stelle eine kleine Lanze für den Film brechen, denn bei näherer Betrachtung der – zugegebenermaßen etwas arg abenteuerlichen – Handlung fällt doch auf, Regisseur und Drehbuchautor Joel Rapp es auf wundersame Weise geschafft hat, in einen Film, der gerade mal 60 Minuten dauert, schier unendlich viel hineinzustecken. HIGH SCHOOL BIG SHOT ist Coming-of-Age-Geschichte, Love Story, Familiendrama, Kriminalfilm und Heist Movie in einem und wird durch diese ziemlich verrückte Mischung – und natürlich auch wegen seiner ausgesprochen kurzen Laufzeit – zu keinem Zeitpunkt langweilig und zaubert dem geneigten Zuschauer das eine oder andere fette Grinsen während der Sichtung ins Gesicht.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

ARMED AND DANGEROUS (USA 1986, Regie: Mark L. Lester)

armed and dangerous

(Fassung: DVD, Sony, Großbritannien)

Zwischen Kultfilmen wie CLASS OF 1984, COMMANDO und EXTREME JUSTICE, die ja allesamt eher etwas heftigere Kost zu bieten hatten, drehte Regisseur Mark L. Lester diese kleine Action-Komödie mit John Candy und Eugene Levy in den Hauptrollen. Candy spielt einen gescheiterten Polizisten, Levy einen ebenfalls gescheiterten Rechtsanwalt. Die beiden Protagonisten lernen sich in ARMED AND DANGEROUS bei einer Security-Firma kennen, bei der sie untergekommen sind, sorgen zunächst für viel Chaos, kommen schließlich einer waschechten Verschwörung auf die Spur und retten am Ende natürlich den Tag.

ARMED AND DANGEROUS erinnert vom Ansatz zunächst stark an die in den 80er Jahren ausgesprochen beliebte und erfolgreiche POLICE ACADEMY-Reihe – ein ganzer Haufen von chaotischen Typen, die alle einen Job ausüben möchten, für den sie offensichtlich nicht geeignet sind, werden nach lustigen Trainingssequenzen auf die Menschheit losgelassen -, die, als Lesters Film startete, bereits 3 Filme umfasste, wendet sich dann aber sehr schnell seinen beiden Protagonisten und der aufzudeckenden Verschwörung zu und erinnert im weiteren Verlauf dann doch eher an ein Buddy-Movie. Lester inszeniert seinen Film unheimlich rasant, hat einige verdammt witzige Sequenzen zu bieten, bemüht sich so gut es eben geht um Spannung und beendet seine gut 80 Minuten dauernde Geschichte schließlich in einer äußert hübsch anzusehenden Verfolgungsjagd. Das größte Plus des Films ist jedoch seine grandiose Besetzung. Neben den beiden Stars und Meg Ryan, die so etwas wie die weibliche Hauptrolle abbekommen hat, geben sich bis in die kleinsten Nebenrollen aus unzähligen (Genre-)Produktionen bekannte Gesichter die sprichwörtliche Klinke in die Hand. U.a. sind Robert Loggia, Brion James, Don Stroud, Steve Railsback, Tony Burton und Tommy ‚Tiny‘ Lister mit von der Partie (um nur mal ein paar Namen zu nennen) und in einer Mini-Sequenz habe ich sogar den großartigen David Hess entdecken können. ARMED AND DANGEROUS ist schon allein aufgrund seiner Besetzung unbedingt sehenswert und sei hiermit jedem 80er-Jahre-Afficionado zur Sichtung empfohlen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

KNOCK KNOCK (Chile / USA 2015, Regie: Eli Roth)

knock knock

(Fassung: Blu-ray, Universum, Deutschland)

Keanu Reeves spielt den Architekten Evan, der eigentlich ein Wochenende mit seiner Familie am Strand verbringen sollte, wegen dringend zu erledigender Arbeiten aber stattdessen alleine zuhause geblieben ist – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als zwei junge und vollkommen durchnässte Frauen (Lorenza Izzo und Ana de Armas) vor seiner Tür stehen und um Hilfe bitten. Evan lässt sie herein und begeht damit den Fehler seines Lebens. Von der Exaltiertheit und Freizügigkeit seiner beiden Gäste komplett überfordert, lässt er sich auf ein sexuelles Abenteuer ein und erwacht schließlich in einem Albtraum…

Mal wieder ein Beispiel des allseits beliebten Terror- bzw. Home-Invasion-Films, nur dass Regisseur Eli Roth, der auch am Drehbuch mitarbeitete, die Genrekonventionen mit KNOCK KNOCK umkehrt und komplett auf den Kopf stellt. Sind die Eindringline normalerweise männlichen Geschlechts und die Opfer in solchen Filmen vornehmlich weiblich, ist es hier ein scheinbar starker Mann, der gegen die Waffen des vermeintlich schwächeren Geschlechts einfach nicht ankommen mag. Als Zuschauer möchte man dem von Reeves gespielten Evan regelrecht zurufen, dass er sich doch endlich mal effektiv zur Wehr setzen solle, muss aber hilflos mit ansehen, wie dieser gegen seine immer mehr in den Wahnsinn abzudriften scheinenden Gegnerinnen einfach keinerlei Chance zur Gegenwehr bekommt.

Warum dieser in meinen Augen ungemein spannende und als Terror- bzw. Horrorfilm auch verdammt effektive Film beim Publikum komplett durchgefallen zu sein scheint – in der IMDB kommt KNOCK KNOCK momentan auf eine durchschnittliche Punktzahl von gerade mal 4.9/10 – mag sich mir nicht wirklich ergründen. Vielleicht war KNOCK KNOCK seinem Zielpublikum ja einfach zu unangenehm. Unbeschwerte Unterhaltung sieht definitiv anders aus, aber das war ja noch nie die Sache von Eli Roth. Und das ist auch gut so.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

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