Juni 2016: Beitrag Nr. 1

HIGH SCHOOL CAESAR (USA 1960, Regie: O’Dale Ireland)

high school caesar

(Fassung: DVD, Something Weird Video, USA)

Ähnlich wie der kurze Zeit zuvor gesehene HIGH SCHOOL BIG SHOT handelt es sich auch bei HIGH SCHOOL CAESAR um einen typischen Vertreter des Juvenile-Delinquent- bzw. High-School-Films aus der damaligen Zeit. Im direkten Vergleich zu Rapps Film fällt vor allem auf, dass Regisseur O’Dale Ireland definitiv ein höheres Budget zur Verfügung gehabt haben dürfte. Die Settings sind nicht ganz so trist und trostlos geraten, die Schauspieler scheinen talentierter und mit der Sequenz des illegalen Autorennens und der anschließenden Verfolgungsjagd hat HIGH SCHOOL CAESAR sogar so etwas wie echtes Spektakel zu bieten. Was diesem Film hier jedoch fehlt und was ja in gewisser Weise das Salz in der Suppe solcher Filme ist, ist dieser gewisse Hauch von Wahnsinn, dieser Mut, dem Zuschauer mit etwas zu konfrontieren, an das sich dieser auch noch ein bisschen länger zurückerinnern kann. Die komplett obskure Handlung aus HIGH SCHOOL BIG SHOT wird sicher eine Zeit in meinem Gedächtnis bleiben, bei Irelands Film hier bin ich mir nicht so sicher.

In HIGH SCHOOL CAESAR dreht sich alles um den ebenso reichen wie verwöhnten Matt Stevens (John Ashley), der gemeinsam mit seinen Freunden versucht, die Macht an seiner Schule an sich zu reißen. Mit Schutzgelderpressung, das Verkaufen von geklauten Tests und einer getürkten Wahl, die ihm das Amt des Schülersprechers einbringt, versucht Matt seinen Einfluss ständig zu vergrößern, muss sich dabei aber auch mit einer Handvoll Widersachern rumärgern. HIGH SCHOOL CAESAR verläuft sehr konventionell und komplett harmlos, die Geschichte hält praktisch keine Überraschungen parat und es ist natürlich schon sehr schnell klar, wie die ganze Angelegenheit ausgehen wird und dass dieses Ende für den unsympathischen Bully der Schule kein positives sein wird. So ist Irelands Film zwar durchaus nett anzusehen und zum sinnlosen Totschlagen von Zeit sicher gut geeignet, so etwas wie Begeisterung oder auch nur gesteigertes Interesse beim Zuschauer zu wecken, gelingt HIGH SCHOOL CAESAR jedoch zu praktisch keinem Zeitpunkt.

Bewertung: Ganz ok! – 5/10

 

 

SNAKE EYES (Kanada / USA 1998, Regie: Brian De Palma)

snake eyes

(Fassung: DVD, Touchstone, Deutschland)

Nicolas Cage spielt den Cop Rick Santoro, der wegen eines Boxkampfes in Atlantic City Zeuge eines Attentats auf den US-Verteidigungsminister wird. Gemeinsam mit dessen Sicherheitschef Kevin Dunne (Gary Sinise), gleichzeitig einer seiner ältesten und besten Freunde, versucht Santoro noch vor Ort den Fall zu lösen und landet mitten in einer typischen Verschwörung…

Als SNAKE EYES im Jahr 1998 in die Kinos kam befand sich Nicolas Cage gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Regisseur Brian De Palma hatte zuvor den Mega-Blockbuster MISSION: IMPOSSIBLE gedreht – eigentlich beste Voraussetzungen für einen ganz großen Erfolg und am Ende des Tages war SNAKE EYES mit einem Budget von 69 Mio. Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von knapp über 100 Mio. Dollar natürlich auch kein Verlustgeschäft für die Macher, so wirklich begeistert waren Publikum und Kritik damals jedoch nicht. In gewisser Weise durchaus nachvollziehbar, denn nach einer mehr als beeindruckenden Sequenz zum Auftakt, die über 12 Minuten ohne einen Schnitt auskommt und in der De Palma alle wichtigen Charaktere vorstellt, und der anfangs noch ausgesprochen spannend begonnenen Auflösung des Rätsels – mit Rückblenden und aus verschiedenen Perspektiven setzt sich das Puzzle langsam zusammen -, muss ich doch feststellen, dass SNAKE EYES nach etwas über der Hälfte der Laufzeit doch langsam die Puste auszugehen scheint und auch die Spannung mehr und mehr nachlässt. Da helfen dann auch ein wahrlich entfesselt aufspielender Nicolas Cage und alle formalen Kniffe des Regisseurs nicht mehr wirklich weiter.

Im Lauf der Jahre habe ich fast alle Filme von Brian De Palma gesehen und zähle ihn zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren. Innerhalb seiner Filmographie gehört SNAKE EYES für mich zu seinen wenigen, etwas schwächeren Werken, wobei an dieser Stelle natürlich unbedingt klargestellt werden muss, dass es sich auch bei einem schwächeren Film von Brian De Palma immer noch um einen guten Film handelt.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

THE NICE GUYS (USA 2016, Regie: Shane Black)

the nice guys

(Fassung: Savoy Kino Hamburg, O-Ton-Vorstellung)

Wenn ich schon mal die Gelegenheit habe, mir einen aktuellen Film im Kino im O-Ton anzusehen, dann muss ich diese natürlich auch wahrnehmen. So nun geschehen mit THE NICE GUYS, den in anlässlich eines Kurzaufenthalts in Hamburg im wirklich wunderschönen Savoy-Kino in der dortigen Bahnhofsgegend genießen konnte…

Im Mittelpunkt des Films stehen die gänzlich unterschiedlichen Privatdetektive Jackson Healy (Russell Crowe) und Holland March (Ryan Gosling), die im Los Angeles der späten 70er Jahre beide auf der Suche nach einer verschwundenen jungen Frau sind, sich zu einer eher unfreiwilligen Zweckgemeinschaft zusammenfinden und  mitten in eine Verschwörung hineingeraten, in der es u.a. auch um den mysteriösen Selbstmord eines Pornostarlets geht…

THE NICE GUYS ist nach KISS KISS BANG BANG aus dem Jahr 2005 und IRON MAN THREE aus dem Jahr 2013 die erst dritte Regiearbeit von Shane Black, der – obwohl er lediglich eine relativ übersichtliche Filmographie auf den Seiten vor oder hinter der Kamera aufweisen kann – allerdings schon knapp 30 Jahre im Geschäft ist, nennenswert erstmals im Jahr 1987 in Erscheinung trat und damals als Drehbuchautor eines Films mit dem Titel LETHAL WEAPON maßgeblich dazu beitragen sollte, dass sich das Actionkino nachhaltig verändern sollte. Ob man ihn dafür nun eher lieben oder eher hassen soll, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn man also weiß, dass Shane Black einer der Männer gewesen ist, die dafür verantwortlich zeichneten, dass das Actionkino mittlerweile ohne Humor und gespielter Coolness nicht mehr vorstellbar zu sein scheint, dürfte man sich nicht wundern, dass es auch in THE NICE GUYS vornehmlich um Klamauk und Albernheiten im spektakulären Gewand geht. Die Story von der Suche nach der verschwundenen Frau, von der Verschwörung, die die beiden plötzlich aufdecken, ist im Endeffekt nicht viel mehr als ein MacGuffin, der dazu verwendet wird, die beiden Protagonisten in möglichst viele absurde Situationen zu bringen, aus denen sie sich möglichst witzig und cool zu befreien haben. Wer mit dieser Art von Kino also nichts oder nicht sonderlich viel anzufangen weiß, sollte wohl lieber die Finger von THE NICE GUYS lassen. Wer sich darauf einlassen kann und will, wird dafür mit einem unglaublich unterhaltsamen Film bewohnt, der von zwei herrlich aufgelegten Hauptdarstellern dominiert wird, die sich die Gags gegenseitig zuspielen und mit Sicherheit jede Menge Spaß beim Dreh gehabt haben dürften. Zudem ist die Zeichnung des L.A. der späten 70er Jahre unglaublich glaubwürdig und authentisch geraten und allein diese unfassbar geile und dekadente Partysequenz – incl. eines Einhorns und hinter Glas im Pool schwimmenden Meerjungfrauen – rechtfertigt für Freunde hübscher Schauwerte allein schon die Sichtung des Films.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER (Deutschland 1962, Regie: Werner Klingler)

das geheimnis der schwarzen koffer

(Fassung: DVD, Universum, Deutschland)

Nach dem großen Erfolg der Edgar-Wallace-Verfilmungen der Rialto, die seit 1959 die Zuschauer in Scharen in die Kinos lockten, sicherte sich der umtriebige Produzent Artur Brauner die Rechte an den Romanen von Wallaces Sohn und startete mit seiner Produktionsschmiede CCC im Jahr 1962 mit DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER eine Reihe von Bryan-Edgar-Wallace-Filmen, die sich natürlich stilistisch an den Vorbildern der Rialto orientierten.

In DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER muss sich Joachim Hansen als Inspektor Robert Finch mit einer geheimnisvollen und mysteriösen Mordserie auseinandersetzen, deren Rätsel nach einigen kruden Wendungen – auch das kennt man aus den Wallace-Filmen – am Ende natürlich aufgeklärt wird. Lust auf die weiteren Filme dieser Reihe macht dieser Auftakt jedoch nicht wirklich. Das liegt zu großen Teilen an der Tatsache, dass die Geschichte einfach nicht sonderlich spannend geraten ist und über die komplette Laufzeit etwas ziellos vor sich hinplätschert und den Zuschauer eher sanft in den Schlaf wiegt als in gebannt vor dem Bildschirm zu fesseln. Es liegt aber auch an Hauptdarsteller Joachim Hansen, dem einfach das Charisma der Ermittler der großen Vorbilder fehlt, und an Chris Howland als “comic relief“, der eine etwas armselige Eddi-Arent-Kopie abgibt. Positiv zu erwähnen wäre Senta Berger als “love interest“ und das Schlussdrittel des Films, in dem es Regisseur Werner Klingler dann auch endlich gelingt, so etwas wie Spannung und Atmosphäre zu erzeugen und zumindest ein kleines bisschen Wallace-Feeling aufkommen zu lassen.

Bewertung: Ganz ok! – 5/10

 

 

THE DELTA FORCE (Israel / USA 1986, Regie: Menahem Golan)

the delta force

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Chuck Norris ist Major Scott McCoy, der seinen Job bei der militärischen Spezialeinheit Delta Force eigentlich hingeschmissen hatte, aufgrund einer Flugzeugentführung durch palästinensische Terroristen aber dann doch wieder den Kampfanzug anzieht und natürlich den Tag rettet.

THE DELTA FORCE ist ein Paradebeispiel für das komplett humorbefreite Actionkino der 80er Jahre, für Filme, in denen es nur Gut und Böse gab, keinerlei fließende Grenzen vorhanden waren und die mit ihrer ultrareaktionären Agenda eigentlich jedem normal denkenden Menschen den Angstschweiß auf die Stirn treiben sollten, da durchaus zu befürchten ist, dass es den Machern mit der Botschaft, die Filme wie THE DELTA FORCE in die Welt sendeten, durchaus ernst gewesen sein dürfte. Was ihn von anderen Genrevertretern unterscheidet ist seine schon fast epische Länge von etwas über 2 Stunden und die Tatsache, dass die erste der beiden Stunden auf höchste manipulative Weise dazu genutzt wird, menschliche Tragödien in schwülstiger Musik entstehen zu lassen, natürlich nur, damit das fröhliche Action-Massaker in der zweiten Hälfte entsprechend gerechtfertigt werden kann.

Wenn man wie ich mit Filmen dieser Art aufgewachsen ist, sie sich als Jugendlicher aufgrund der meist immer spektakulären Actionszenen reingezogen hat und nie so wirklich auf den Gedanken gekommen ist, das Gezeigte in irgendeiner Weise zu hinterfragen, ist man bei einem Wiedersehen mit Filmen wie THE DELTA FORCE einfach nur hin- und hergerissen. Der Verstand sendet zwar die richtigen Signale, das Herz jedoch schwelgt in purer Nostalgie und zu behaupten, man würde hier nicht für gut 2 Stunden eine richtig gute Zeit mit dem Film haben, wäre natürlich glatt gelogen. Ich werde Kino dieser Art immer lieben, kann und will Filme wie THE DELTA FORCE eigentlich gar nicht so ernst nehmen, dass ich sie kritisch hinterfragen müsste und stehe einfach dazu, dass es mitunter nichts Schöneres gibt als für 2 Stunden in eine Welt zu flüchten, in der man einfach mal jegliche politische Korrektheit an der Garderobe abgeben kann um sich von Knallern wie THE DELTA FORCE einfach nur ganz vorzüglich unterhalten zu lassen. Deswegen muss man sich ja noch lange nicht mit der transportierten Botschaft identifizieren (was für mein Verständnis auch komplett unmöglich wäre).

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

BISTURI, LA MAFIA BIANCA (Italien 1973, Regie: Luigi Zampa)

bisturi, la mafia bianca

(Fassung: DVD, filmArt, Deutschland)

In BISTURI, LA MAFIA BIANCA dreht sich alles um die Machenschaften in der Privatklinik des angesehenen Chirurgen Prof. Vallotti (Gabriele Ferzetti), der das dysfunktionale Gesundheitssystem im Italien der 70er Jahre gnadenlos ausnutzt um seine Taschen zu füllen. Um seine außergewöhnliche Stellung beizubehalten ist Vallotti dabei zu allem bereit. Kunstfehler und sonstige Schlampereien werden professionell vertuscht, nicht mehr zu heilende Patienten mit Medikamenten kurz aufgepäppelt und danach entlassen, damit die Klinik ja keine Todesfälle zu vermelden hat. Die einzigen, die sich trauen, Vallotti so etwas wie Paroli zu bieten, sind der desillusionierte Arzt Dr. Giordani (Enrico Maria Salerno) und die engagierte Krankenschwester Maria (Senta Berger)…

BISTURI, LA MAFIA BIANCA ist ein Paradebeispiel des gesellschaftskritischen Kinos aus Italien in den 70er Jahren. Zu sagen, dass das Drama von Regisseur Luigi Zampa den Finger in die sprichwörtliche Wunde legen würde, wäre noch milde ausgedrückt. Zampa legt den Finger auf die Wunde und sticht dann mit aller Kraft hinein. Der Film ist eine Anklage gegen ein Gesundheitssystem, welches nur den Reichen und Mächtigen nützt, ein Aufruf für eine dringend benötigte Gesundheitsreform (die dann ein paar Jahre später tatsächlich kommen sollte) und so ganz nebenbei auch noch ein überaus spannend – und in den nicht wenigen Operationsszenen auch enorm unangenehm – anzusehendes Beispiel einer gelungenen Mischung aus Drama und Thriller. BISTURI, LA MAFIA BIANCA ist ernstes, schwer verdauliches und mitunter vielleicht auch etwas sperrig wirkendes Kino aus Italien, von dem alle, die lediglich nach leichter Unterhaltung suchen, wohl lieber die Finger lassen sollten.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

THE WALK (USA 2015, Regie: Robert Zemeckis)

the walk

(Fassung: Blu-ray 3D, Sony, Deutschland)

Regisseur Robert Zemeckis entführt den Zuschauer zunächst ins Paris und im weiteren Verlauf dann ins New York der 70er Jahre und erzählt die wahre Geschichte des Hochseilartisten Philippe Petit (toll: Joseph Gordon-Levitt), dem es im August des Jahrs 1974 in einer illegalen Nacht- und Nebelaktion mit diversen Helfern gelang, ein Drahtseil zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers zu spannen, nur um anschließend in schwindelerregender Höhe über dieses Drahtseil zu balancieren…

Was einen als Zuschauer an THE WALK sehr schnell einnimmt, ist diese ungemein sympathische, federleichte und auch irgendwie beschwingte Inszenierung. THE WALK ist ein Film, von dem man sich sofort mitreißen lässt, von dem man sich treiben lassen will und der es insbesondere im letzten Drittel schafft, Spannung zu erzeugen, wo eigentlich gar keine Spannung mehr entstehen dürfte, da aufgrund der wahren Tatsachen, auf denen THE WALK beruht, sein Ausgang ja bereits bekannt ist. Um diese Spannung aufzubauen bedient sich Robert Zemeckis in seiner Inszenierung bei alten Heist Movies – nur dass hier eben keine Bank oder ähnliches überfallen, sondern “lediglich“ ein Drahtseil gespannt werden soll – und das funktioniert, auch dank der überzeugend agierenden Darsteller und der authentischen Darstellung der beiden Weltstädte zur damaligen Zeit, wirklich ausgesprochen gut. Vielleicht wirkt THE WALK streckenweise etwas zu selbstverliebt (wenn man den Ausdruck so verwenden mag), etwas zu unkritisch der geplanten Aktion und seinem sicher auch streitbaren Protagonisten gegenüber, vielleicht an manchen Stellen vor dem Schlussdrittel des Films auch einfach ein bisschen zu langatmig, wirklichen Schaden können diese vermeintlichen Schwächen dieser Liebeserklärung an das Leben, den Mut, die Stadt New York und ihr einstiges Wahrzeichen allerdings nicht zufügen. Und die 3D-Effekte, die Zemeckis insbesondere während des Drahtseilakts auffährt, sind der absolute Hammer.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

DIE HERREN MIT DER WEISSEN WESTE (Deutschland 1970, Regie: Wolfgang Staudte)

die herren mit der weißen weste

(Fassung: Blu-ray, Pidax, Deutschland)

Regisseur Wolfgang Staudte lässt in DIE HERREN MIT DER WEISSEN WESTE eine Gruppe von rüstigen Rentnern und Pensionären auf Mario Adorf los, der als gewiefter Gauner Dandy Stiegler nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA nach Berlin zurückkehrt um dort mit seinen Komplizen (u.a. Herbert Fux) und seiner Geliebten Susan (Hannelore Elsner) ein ganz großes Ding zu drehen, jedoch nicht ahnt, dass der mittlerweile pensionierte Oberlandesgerichtsrat Zänker (Martin Held) einen ausgeklügelten Plan ausgeheckt hat, um ihm endlich das Handwerk zu legen. Zu seiner aktiven Zeit ist Zänker das nie gelungen und nun versucht er gemeinsam mit seinen sich ebenfalls bereits im Ruhestand befindlichen Freunden (u.a. Rudolf Schündler und Heinz Erhardt), Dandy mit dessen eigenen Waffen zu schlagen.

DIE HERREN MIT DER WEISSEN WESTE ist eine ganz wunderbare Mischung aus Kriminalfilm, Heist Movie und Komödie geworden, die vor allem durch ihre ungemein sympathische, federleichte und unaufgeregte Inszenierung sowie mit ihrer bestens aufgelegten Rentnergang rund um Martin Held zu begeistern weiß. Es macht richtig viel Spaß, den Protagonisten dabei zuzusehen, wie sie den Profi-Gaunern immer wieder einen Schritt voraus sind und diese dadurch regelrecht in den Wahnsinn zu treiben scheinen und man merkt es den Schauspielern auch an, dass sie beim Dreh dieses Films eine verdammt gute Zeit gehabt haben dürften. Hervorheben möchte ich dabei vor allem Heinz Erhardt, der es sichtlich zu genießen scheint, nicht komplett im Mittelpunkt zu stehen und dessen Wortwitz in diesen wohldosierten Einheiten in diesem Film weitaus besser zur Geltung kommt als in den Filmen, die er als Hauptdarsteller alleine zu tragen hatte. Richtig toll sind natürlich auch Mario Adorf und Herbert Fux auf Seite der Bösen und für Hannelore Elsner gibt es im Endeffekt nur ein Wort, welches sie in ihrer Rolle adäquat beschreiben kann und das lautet: atemberaubend.

Wer mit dem deutschen Kino aus der damaligen Zeit etwas anfangen kann, sollte sich DIE HERREN MIT DER WEISSEN WESTE auf keinen Fall entgehen lassen.

Bewertung: Gut! – 7/10

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