The Movies of March 2017

Hier meine gesammelten Gedanken zu den von mir im März angesehenen Filmen. Die Reihenfolge der Texte entspricht dabei der Reihenfolge des persönlichen Gefallens, wobei die ersten drei Filme sich doch ziemlich deutlich vom Rest abheben.

the neon demon

Ein junges Mädchen aus der Provinz macht in THE NEON DEMON (Dänemark / Frankreich / USA 2016, Regie: Nicolas Winding Refn) bereits kurz nach ihrer Ankunft in Los Angeles große Karriere als Model und zieht dadurch schnell den Neid diverser Konkurrentinnen auf sich, die auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurückschrecken.

Was an THE NEON DEMON von Anfang an fasziniert ist reine Oberfläche. Ähnlich wie die Welt der Models, in der er spielt, geht es offensichtlich nur um den Schein und weitaus weniger um das Sein. Das wird erst im letzten Drittel zum Thema, wenn Nicolas Winding Refn sein visuelles Zauberwerk schließlich komplett durchdrehen lässt und den Zuschauer schließlich mit offen stehendem Mund in den Abspann entlässt. Ein faszinierendes, berauschendes Werk. Ein Film, in dem jeder Frame perfekt durchkomponiert zu sein scheint, von dem man sich unzählige Screenshots im XXL-Format an die Wand hängen könnte und der mit seiner einzigarten Optik und dem immer wieder treibenden Score von Cliff Martinez eine Symbiose eingeht, die man fast schon als perfekt bezeichnen kann.

Bewertung: 9/10

 

In VIZI PRIVATI, PUBBLICHE VIRTÙ (Italien / Jugoslawien 1976, Regie: Miklós Jancsó) versucht ein aufmüpfiger Thronfolger zu Zeiten des 19. Jahrhunderts seinen Vater immer wieder durch dekadente und ausufernde Feste zu provozieren und zahlt schließlich dafür einen hohen Preis.

Wow, Sexploitation Meets Arthouse-Cinema. Regisseur Miklís Jancsó präsentiert mit seinem provokanten Sittenbild der dekadenten Oberschicht ein ungemein ästhetisch und sinnlich gefilmtes Erotikdrama, welches – trotz viel Detailfreude und Schauwerten in exorbitanter Höhe – mit dem gemeinen Softcore-Schmuddel-Film der 70er Jahre nicht wirklich viel gemeinsam hat. Ob Setting, Kostüme oder Kameraarbeit – insbesondere in technischer Hinsicht ist Jancsós Film schlichtweg brillant und kann alleine schon aufgrund seiner wunderschönen Bilder, die er in einer Tour auf die Leinwand bzw. per Blu-ray auf den heimischen Flatscreen zaubert absolut begeistern.

Bewertung: 9/10

 

Ein homosexuelles Paar wandert in 春光乍泄 | CHUN GWONG CHA SIT (aka Happy Together, Hongkong / Japan / Südkorea 1997, Regie: Wong Kar-Wai) von Hongkong nach Argentinien aus um dort das gemeinsame Glück zu finden, nur um schon sehr schnell herausfinden zu müssen, dass es weder miteinander noch getrennt voneinander leben kann.

Regisseur Wong Kar-Wai zeichnet ein eindringliches Portrait einer dysfunktionalen Liebesbeziehung, eingefangen in einfach nur wunderschöne Bilder und dabei eine zutiefst melancholische Atmosphäre erzeugend, ist das hier ein Film, der einen als Zuschauer praktisch ab der ersten Szene einfach nicht mehr loslässt und bis zum Ende zutiefst bewegt und berührt. Großes Kino!

Bewertung: 9/10

 

 

Vier Gefängnisinsassen haben in LE TROU (Frankreich / Italien 1960, Regie: Jacques Becker) einen scheinbar perfekten Fluchtplan ausgeheckt und müssen sich plötzlich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass ein fünfter Sträfling in ihre Zelle verlegt wird, den sie nun wohl oder übel in ihren Plan einweihen müssen.

Beckers Film beruht auf wahren Begebenheiten, als Vorlage diente ein Roman von José Giovanni, der einst selbst an einem Gefängnisausbruch beteiligt war, fast alle Rollen wurden mit Laienschauspielern besetzt, einer der Insassen wird gar von einem ehemaligen Mithäftling Giovannis gespielt. Das alles, die kammerspielartige Inszenierung, der bis zum Abspann gänzliche Verzicht auf einen Score und teils minutenlange Einstellungen ohne Schnitte verleihen dem Film eine unglaubliche Authentizität und machen die Sichtung des Films zu einem ungemein intensiven und spannenden, mitunter aber auch extrem anstrengenden Erlebnis. Beeindruckend.

Bewertung: 8/10

 

Dustin Hoffman spielt in STRAIGHT TIME (USA 1978, Regie: Ulu Grosbard) einen auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassenen Straftäter, der, nachdem ihm eine faire Behandlung verwehrt bleibt, schnell wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt.

Mischung aus Thriller und Drama, die ein ziemlich ernüchterndes Bild der Chancen entlassener Straftäter auf Rehabilitierung Resozialisierung in der Gesellschaft zeichnet. Der von Hoffman gespielte Max Dembo hat im Endeffekt nie eine Chance und wird durch Handlungen seines schmierigen Bewährungshelfers ziemlich schnell wieder auf die schiefe Bahn gebracht. STRAIGHT TIME braucht zwar ein gutes Stück, bis er in Fahrt kommt, lässt den Zuschauer aber spätestens nach ca. der Hälfte der Laufzeit einfach nicht mehr los und bleibt bis zum grandiosen Ende immer spannend. Mit Dustin Hoffman, Theresa Russell, Gary Busey, M. Emmet Walsh, Harry Dean Stanton und Kathy Bates ist der Film zudem exquisit besetzt und der Zeitkolorit des Los Angeles der späten 70er Jahre ist eh durch nichts zu ersetzen.

Bewertung: 8/10

 

In EN MAN SOM HETER OVE (Schweden 2015, Regie: Hannes Holm) wird das Leben eines verbitterten Spießbürgers mit Todessehnsucht durch eine junge Familie, die in das Nachbarschaft der Reihenhaussiedlung zieht, ganz gehörig auf den Kopf gestellt.

Ganz vorzüglich gespielte Tragikomödie aus Schweden, die dem Zuschauer einen scheinbar kompletten Unsympathen als Identifikationsfigur unterjubelt. In diversen Rückblenden erfährt man, warum Ove letztendlich so ist, wie er ist und man kommt als Zuschauer nicht umhin, große Empathie für den grantigen, älteren Herrn zu entwickeln, mögen seine Verhaltensweisen, die er im Lauf der Handlung an den Tag legt, stellenweise auch noch so obskur und verachtenswert sein. Das große Plus von Holms Film ist, dass er über weite Strecken ohne den für solche Geschichten typischen Kitsch auskommt. Ein kleines Minus von EN MAN SOM HETER OVE ist hingegen, dass so manche Ereignisse im Lauf des Films doch etwas arg dick aufgetragen zu sein scheinen. Hier wäre etwas Weniger ganz eindeutig deutlich Mehr gewesen. Diese kleine Schwäche macht dann aber im nächsten Moment der grandiose Rolf Lassgård in der Hauptrolle und der feine, subtile und manchmal auch schwarze Humor, der den Film durchzieht, wieder wett. Alleine diese kurze Szene, in der Ove eine aufdringliche Journalistin kurzerhand in seine Garage sperrt, um seine Ruhe vor ihr zu haben, ist nicht viel weniger als cineastisches Gold.

Bewertung: 8/10

 

Kompletten Irrsinn präsentiert D’WILD WILD WENG (Philippinen 1982, Regie: Eddie Nicart), in dem es der nur etwas über 80 cm große Weng Weng mit einem Fiesling in einer Art Westernstadt aufnimmt und diesen mit seinem “normal“ großen Sidekick gehörig aufmischt.

Wenn es diesen Film nicht geben würde, man müsste ihn einfach drehen. Hier gibt es so eine Masse an Unglaublichkeiten zu bestaunen, dass es wirklich jedem Freund des etwas absurderen Kinos während der Sichtung die eine oder andere Freudenträne in die Augen treiben dürfte. Spätestens wenn im Finale der kleine Held mit einer Gatling Gun und der Hilfe eines kleinwüchsigen Indianerstammes die Schergen des Fieslings – die u.a. aus Samurais und Ninjas bestehen – niedermacht, wähnt man sich im 7. Exploitation-Himmel.

Bewertung: 8/10

 

Ein skrupelloser Weltraumherrscher plant in SPACEBALLS (USA 1987, Regie: Mel Brooks) die Sauerstoffressourcen eines friedlichen Planeten zu rauben, hat dabei jedoch die Rechnung ohne einen wackeren Helden und dessen (halb-)tierischen Weggefährten gemacht.

Es dürfte ca. 25 Jahre her sein, dass ich Brooks’ STAR WARS-Verarsche zum letzten Mal gesehen habe und das jetzige Wiedersehen nach so langer Zeit hat verdammt viel Spaß bereitet. Keine Ahnung, ob echte STAR WARS-Puristen über diesen Film ebenso herzhaft lachen können wie ich – deckt er die kindliche Naivität der Sternenkriegssaga doch gnadenlos auf -, aber das ist am Ende des Tages sowieso nur zweitrangig. SPACEBALLS hat es längst zum Kultfilm geschafft, bietet jede Menge zitier- und erinnerungswürdiger Sequenzen und liefert ein regelrechtes Feuerwerk meist zeitloser Gags ab. Geil!

Bewertung: 8/10

 

Eine Gruppe von Einbruchspezialisten rund um Robert Redford soll in SNEAKERS (USA 1992, Regie: Phil Alden Robinson) für die US-Spionageabwehr ein geheimes Dechiffrierungsprogramm beschaffen und landet dabei in einem riesigen Schlamassel.

Ein Viertel Jahrhundert hat SNEAKERS mittlerweile auf dem Buckel und wenn man ihn sich so ansieht, merkt man, wie sehr sich doch das Blockbusterkino verändert hat. Eine starbesetzte Mischung aus Komödie, Kriminalfilm und Heist Movie wie diese hier würde heutzutage kaum noch realisiert werden. Das wäre viel zu wenig Spektakel für das angestrebte Zielpublikum und es gäbe wohl kaum die Chance, dass dieser Film auch heute noch das Dreifache seines Budgets wieder einspielen könnte. Irgendwie schade, eine gewisse Entschleunigung täte dem jetzigen Mainstream-Kino sicher ganz gut. SNEAKERS ist mit seiner unaufgeregten Art, seiner ebenso spannenden wie witzigen Geschichte und seiner grandiosen Besetzung schon ziemlich toll. Well, they just don’t make ’em like this anymore…

Bewertung: 8/10

 

Um eine der rein ausstattungstechnisch wohl erlesensten Verfilmungen der Geschichte des wohl berühmtesten Vampirs aller Zeiten handelt es sich bei BRAM STOKER’S DRACULA (USA 1992, Regie: Francis Ford Coppola).

Eine beeindruckende Besetzung, die fast zwangsläufig große Schauspielkunst liefert, edel ausgestattete Kulissen und Settings – das sieht schon alles nach richtig großem Kino aus, was Coppolas Film ja natürlich auch ist. Umso schöner, dass bei all der Größe nicht vergessen wurde, dass das hier eine Horrorgeschichte und kein Kostümball ist. Die Atmosphäre ist ungemein dicht und wirkt oft auch durchaus bedrohlich. Die Effekte sind teils ausgesprochen krude ausgefallen und Coppola geizt weder mit blutigen Details noch mit nackten Tatsachen. Und Szenen wie die in der Irrenanstalt, kann man sich heute – 25 Jahre später – in einer größeren Studioproduktion mit einer solchen Besetzung nicht mehr wirklich vorstellen.

Bewertung: 8/10

 

Ein goldenes Ticket gewährt fünf glücklichen Gewinnern in WILLY WONKA & THE CHOCOLATE FACTORY (USA 1971, Regie: Mel Stuart) Zutritt zu einer geheimnisvollen Schokoladenfabrik, in der alle Kinderträume wahr zu werden scheinen.

Herrlich skurrile Mischung aus Kinderfilm, Musical und Fantasyfilm. In kunterbunten Settings bekommt das junge Zielpublikum eine positive Botschaft – Wahrheit zahlt sich aus – vermittelt und als Erwachsener kann man sich an jeder Menge obskurer Einfälle und einem bestens aufgelegten Gene Wilder als mysteriösen Fabrikbesitzer erfreuen.

Bewertung: 8/10

 

 

Ein Medizinstudent entdeckt in BEZETEN – HE GAT IN DE MUUR (Deutschland / Niederlande 1969, Regie: Pim de la Parra) in seiner Bude ein Loch in der Wand, durch das sich ganz vorzüglich das auffällige Treiben in der Nachbarwohnung beobachten lässt.

Voyeurismus, Besessenheit, Drogen, Mord – die deutsch-niederländische Ko-Produktion geizt weder mit Schauwerten noch mit Spannung und präsentiert ein buntes Potpourri teils extrem sleaziger Abgründe. Hauptdarstellerin Alexandra Stewart, die hier die Freundin des Voyeurs spielen und mit diesem so einiges mitmachen muss, ist eine Augenweide und lohnt alleine schon die Sichtung des Films. Und für das Drehbuch zeichnete übrigens ein gewisser Herr Scorsese mitverantwortlich.

Bewertung: 7/10

 

Roy Scheider als Geheimagent, der in LAST EMBRACE (USA 1979, Regie: Jonathan Demme) verschiedenen Anschlägen und Morddrohungen ausgesetzt ist und auf eigene Faust versucht, herauszufinden, wer ihm nach dem Leben trachtet.

Unbedingt sehenswerter Film aus der früheren Schaffensphase von Jonathan Demme, der hier einen grundsoliden Thriller mit Mystery-Touch abgeliefert hat und der sich insbesondere durch seinen langsamen Spannungsaufbau und einer Atmosphäre stetigen Unbehagens auszeichnet. Toll auch der unverwechselbare Zeit- und Lokalkolorit des New Yorks der späten 70er Jahre und die bis in die kleinsten Nebenrollen mit bekannten Gesichtern – neben Roy Scheider spielen u.a. Charles Napier, Christopher Walken, John Glover, Sam Levene, David Margulies, Max Wright und Joe Spinell mit – gespickte Besetzungsliste.

Bewertung: 7/10

 

Ein von Kurt Russell angeführtes Quartett begibt sich in BONE TOMAHAWK (USA 2015, Regie: S. Craig Zahler) zu Zeiten des Wilden Westens auf die Suche nach der verschleppten Frau des örtlichen Rinderbarons.

Zu viele Vorschusslorbeeren tun oft auch nicht gut. Dieses unglaubliche Meisterwerk, als welches Zahlers Film vielerorts gefeiert wurde, ist er dann am Ende halt doch nicht. Aber Kurt Russell spielt die männliche Hauptrolle, was schon fast zwangsläufig dazu führt, dass dieser Kannibalen-Western ein ziemlich guter Film geworden ist. Besonders gefallen hat mir die wundervolle Kameraarbeit und wie die teils melancholische Grundstimmung des Films immer wieder durch plötzliche Gewalteruptionen erschüttert wird. Schwächen hat BONE TOMAHAWK vor allem im Mittelteil, wenn manchmal einfach zu wenig Abwechslungsreiches passiert um die Spannung wirklich hochhalten zu können.

Bewertung: 7/10

 

Ganz wunderbare Gruselatmosphäre gibt’s in THE CITY OF THE DEAD (Großbritannien 1960, Regie: John Llewellyn Moxey), in dem eine Studentin in einem abgelegenen Dorf Erkundungen zu Hexenritualen anstellen will.

Ein unheimlicher Hexenkult, ein nebelverhangenes Nest im Nirgendwo, Kellerverliese voller Spinnweben, Christopher Lee in einer undurchsichtigen Rolle und pünktlich zur Halbzeit des Films ein Plottwist, den man so nicht unbedingt erwartet hätte. Fans klassischen Gruselkinos machen hier definitiv nichts falsch.

Bewertung: 7/10

 

Bela Lugosi verwandelt Menschen mittels eines Elixiers in WHITE ZOMBIE (USA 1932, Regie: Victor Halperin) in willenlose Kreaturen und soll mit dieser Gabe auch einem reichen Schnösel behilflich sein, damit dieser die Frau seiner Träume für sich besitzen kann.

Visuell beeindruckendes und atmosphärisch ungemein dichtes Gruselkino aus den frühen 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Bela Lugosi muss im Endeffekt nur anwesend sein um ein kreuzunheimliche Stimmung zu verbreiten, die Verwendung diverser Horror-Settings (u.a. aus DRACULA und FRANKENSTEIN) der Universal Studios ist für das Erzeugen dieser Stimmung natürlich auch bestens geeignet und die experimentelle Kameraarbeit und die tollen Make-Up-Effekte tun ihr Übriges, um aus Halperins Film – auch aus heutiger Sicht –  einen unbedingt sehenswerten Vertreter des klassischen Gruselkinos zu machen.

Bewertung: 7/10

 

Prince spielt sich in dem halbautobiografisch angelegten PURPLE RAIN (USA 1984, Regie: Albert Magnoli), in dem ein junger Musiker versucht, durch regelmäßige Auftritte in einem angesagten Club groß rauszukommen, im Endeffekt selbst und macht dabei natürlich vor allem in den zahlreichen Konzertsequenzen eine richtig gute Figur. Der Story rund um diese Konzertszenen ist fast zwangsweise etwas klischeebehaftet und lässt in ihrem Verlauf keine großartigen Überraschungen zu. Aber wer will das den Machern schon verdenken? Die Konzertszenen sind atemberaubend, der Titelsong ein einziger magischer Moment und mit dem Einsatz des Überhits “When Doves Cry“ gibt’s auch mindestens eine erinnerungswürdige Szene, die nicht im oder auf der Bühne des Clubs spielt.

Bewertung: 7/10

 

Blake Lively wird in THE SHALLOWS (USA 2016, Regie: Jaume Collet-Serra) von einem Hai angegriffen und kann sich gerade noch auf einen Felsen retten, der allerdings nur bis zum Einsetzen der Flut Schutz bieten kann.

Nachdem das Subgenre des Hai-Films in den letzten Jahren praktisch komplett in den Sümpfen absurdester B- und C-Movies versunken ist, bringt THE SHALLOWS wieder so etwas wie Seriosität ins Genre zurück. Collet-Serra legt seinen Film als Kammerspiel unter freiem Himmel an. Das Natursetting ist atemberaubend, der Raum extrem begrenzt und der aggressiv seine Runden drehende Hai stellt tatsächlich eine permanente Bedrohung dar. Blake Lively macht ihre Sache als schwer verletzte Surferin auf diesem kleinen Felsen richtig gut und die sich stetig steigernde Spannung entlädt sich schließlich in einem fast schon etwas zu spektakulären Finale, in dem Collet-Serra dann doch etwas die Gäule durchgegangen sind und in dem die CGI-Effekte auch nicht immer die allerbeste Figur machen.

Bewertung: 7/10

 

In IS YOUR HONEYMOON REALLY NECESSARY? (Großbritannien 1953, Regie: Maurice Elvey) steht ein frisch verheirateter Ehemann in seiner Hochzeitsnacht plötzlich mit zwei Ehefrauen da.

Diese Geschichte des frisch verheirateten Ehemannes, der ausgerechnet in seiner Hochzeitsnacht feststellen muss, dass die Scheidung seiner vorherigen Ehe nie rechtskräftig geworden ist und nun – da seine Ex- bzw. Noch-Ehefrau plötzlich an seiner Tür klingelt – alle Hände voll damit zu tun hat, diese Angelegenheit vor seiner neuen Ehefrau zu vertuschen, ist natürlich ganz vorzüglich geeignet, den Zuschauer mit jeder Menge Verwechslungen, Albernheiten und absurden Ausflüchten über knapp 80 Minuten bei der Stange zu halten und ihm ausgesprochen kurzweilige und witzige Unterhaltung zu liefern. Ein diebischer Spaß.

Bewertung: 7/10

 

In the THE SECRET LIFE OF PETS (Japan / USA 2016, Regie: Chris Renaud / Yarrow Cheney) gehen während eines Spaziergangs zwei um die Gunst ihres Frauchens rivalisierende Hunde verloren und sehen sich plötzlich den Gefahren des wilden Lebens in den Straßen von New York ausgesetzt.

Für Liebhaber von Animationsfilmen ist ja schon seit einigen Jahren ein goldenes Zeitalter angebrochen. War diese Sparte früher – zumindest was die US-Produktionen angeht – fest in der Hand von Disney/Pixar, gibt es mittlerweile jede Menge Studios, die auf den Erfolgszug aufgesprungen sind und jede Menge gute Filme raushauen. Auch mit der Sichtung von PETS, von den Machern der DESPICABLE ME-Filme, macht man sicher nichts falsch. Renau und sein Co-Regisseur präsentieren extrem kurzweilige und rasante Action und eine Menge wirklich gelungener Gags. Der größte Pluspunkt des Films ist jedoch die feine Beobachtungsgabe, welche die Macher bei der Animation der Haustiere bewiesen haben. Jeder Halter eines Haustieres dürfte dem bunten Treiben in nicht wenigen Szenen mit einem fetten Grinsen beiwohnen. Ja, diese verrückten Viecher verhalten sich auch im echten Leben nicht viel anders als ihre animierten Freunde.

Bewertung: 7/10

 

In der dystopischen Zukunft des Jahres 2050 wird die USA von Konzernen regiert und das Volk in ROGER CORMAN’S DEATH RACE 2050 (USA 2017, Regie: G.J. Echternkamp) mit einem ultrabrutalen Autorennen bei Laune gehalten.

DEATH RACE 2000 aus dem Jahr 1975 war einer der ganz großen Hits von Produzent Roger Corman. Nachdem in den letzten Jahren bereits ein Remake und zwei Sequels hierzu das Licht der Leinwände bzw. Flatscreens erblickten, hat Roger Corman – mittlerweile 90 Jahre alt (!) – es sich nicht nehmen lassen, ein eigenes Remake seines Klassikers zu produzieren. Und dieses Remake dürfte vor allem einem etwas unbedarfteren Publikum die Haare zu Berge stehen lassen. DEATH RACE 2050 ist eine komplett überspitzte und bitterböse Satire auf den American Way of Life und präsentiert mit Malcolm McDowell als Präsident der Vereinten Konzerne von Amerika eine grelle Donald-Trump-Parodie, die nun – nachdem der Mann mit der verrückten Frisur tatsächlich zum US-Präsidenten gewählt wurde – eine noch größere Wirkung erzielt als sich die Macher damals beim Dreh gedacht haben dürften. Unbedingt positiv hervorzuheben wäre noch, dass auch bei diesem Film die Handschrift von Corman als Produzent unverkennbar zu erkennen ist. Es ging bei ihm nie ausschließlich um grelle Exploitation mit exorbitanten Schauwerten, es ging auch immer um die Figuren, die seine wilden Geschichten bevölkerten und diesem Stil ist er sich auch hier treu geblieben. Die einzige und wohl auch eklatanteste Schwäche des Films ist der heutigen Zeit, seinem sicher extrem niedrigen Budget und den technischen Möglichkeiten geschuldet, die hier einfach aufgrund Geldmangels nicht ausgenutzt werden konnten. Die 70er Jahre sind vorbei, der Charme und die Atmosphäre, die die damaligen Filme allein aufgrund ihrer Entstehungszeit ausgemacht haben, können mit teils grottenhässlichen CGI-Effekten einfach nicht reproduziert werden. Corman-Aficionados wie ich selbst es einer bin erfreuen sich natürlich trotzdem an den Film. Denn tief unter den missratenen Effekten ist ein großes Herz begraben, das definitiv an der richtigen Stelle schlägt.

Bewertung: 7/10

 

Prince als verführerischer Barpianist, der sich in UNDER THE CHERRY MOON (USA 1986, Regie: Prince) an der französischen Riviera von reichen Frauen aushalten lässt und auf einem seiner Beutezüge plötzlich die wahre Liebe findet.

Bereits diese kurze Skizzierung der Handlung dürfte klar machen, dass Prince in seinem zweiten Kinofilm – bei dem er auch gleich Regie führte – auf große Gefühle und großen Kitsch setzt. Hier ist wirklich alles komplett over the top; sei es das Produktions- und Kostümdesign, der Plot, das exaltierte Getue des Hauptdarstellers und die wirklich wunderbar anzusehende Schwarz/Weiß-Fotografie von Kameramann Michael Ballhaus (die in gewisser Weise jedoch auch dazu führt, den Film – der auch irgendwie komplett aus der Zeit gefallen zu sein scheint – zumindest noch halbwegs am Boden zu halten; in Farbe würde wohl die Leinwand bzw. der Bildschirm des heimischen TVs explodieren). Aber irgendwie funktionieren dieser ganze Kitsch und diese ganzen Übertreibungen erstaunlich gut. Man ist als Zuschauer geneigt, diesem Film einfach verdammt viel zu verzeihen und lässt sich nur zu gerne von diesem campy Märchen einlullen und verzaubern. Und das Ende ist der Knaller!

Bewertung: 7/10

 

Eine Astronomin hat in THE MAFU CAGE (USA 1978, Regie: Karen Arthur) alle Hände voll zu tun, um ihre jüngere Schwester, die spätestens seit dem plötzlichen Tod des gemeinsamen Vaters extreme Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legt, irgendwie unter Kontrolle zu halten.

Einer dieser Filme, die heutzutage in dieser Form einfach nicht mehr entstehen könnten. THE MAFU CAGE verbindet ein psychologisches Drama rund um eine schwer dysfunktionale Beziehung zweier Schwestern mit Horrorelementen und ist über seine komplette Laufzeit einfach nur extrem seltsam, aufgrund dieser Tatsache aber auch wieder absolut faszinierend.

Bewertung: 7/10

 

Kim Basinger als Bankräuberin, die in THE REAL MCCOY (USA 1993, Regie: Russell Mulcahy) nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis auf Bewährung eigentlich ein normales Leben führen will, durch widrige Umstände aber zu einem allerletzten Bankraub gezwungen wird.

Typisches Kino der 90er Jahre, hier als Mischung aus Heist Movie und Familiendrama angelegt und mit Kim Basinger, Val Kilmer und Terence Stamp ganz vorzüglich besetzt. Im Verlauf der Handlung gibt’s zwar Logiklöcher die so tief sind wie die Schluchten des Grand Canyon, wenn man ein Faible für Kino dieser Art hat, kann man da aber locker drüber hinwegsehen. Ich mag den Film.

Bewertung: 7/10

 

Zac Efron begibt sich mit seinem Großvater Robert De Niro in DIRTY GRANDPA (USA 2016, Regie: Dan Mazer) auf einen Road Trip, der seine Zukunft nachhaltig verändern soll.

Was auf den ersten Blick wie eine weitere, niveaulose Gross-Out-Komödie aussehen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung sogar als ziemlich guter Film. Natürlich gibt es derben Humor unter der Gürtellinie und deftige Zoten, es gibt aber auch nicht wenige Momente der ruhigeren Sorte. Im Endeffekt geht es um das Treffen richtiger Entscheidungen und das Wahrnehmen zweiter Chancen. Klar, vielleicht ist das alles etwas zu klischeehaft und platt geraten, aber allein dabei zuschauen zu können, welchen riesigen Spaß De Niro an dieser für ihn doch eher ungewöhnlichen Rolle gehabt haben dürfte, macht den Film schon sehenswert.

Bewertung: 7/10

 

Heinz Erhardt versucht als Vorstandsvorsitzender eines hochverschuldeten Fußballvereins in WILLI WIRD DAS KIND SCHON SCHAUKELN (Deutschland 1972, Regie: Werner Jacobs) gegenüber seiner in Brasilien lebenden Schwester – um deren großzügige Mitgiftversprechen der Vereinskasse überführen zu können – mit Hilfe von Fotomontagen vorzutäuschen, dass seine drei Töchter geheiratet hätten, landet mit dieser Masche aber ganz schnell im tiefsten Schlamassel nachdem sich seine Schwester kurzfristig zu einem Heimatbesuch angekündigt hat.

Einer der Erhardt-Filme, die auch nach vielen Jahrzehnten noch ganz vorzüglich funktionieren. Weil hier tatsächlich eine echte Geschichte erzählt wird und nicht nur einzelne Episoden aneinandergereiht werden. Weil Erhardt hier nicht den kompletten Alleinunterhalter geben muss und sein Wortwitz nicht wie ein Fremdkörper wirkt, sondern fester Bestandteil der Handlung ist. Und weil diese Verwechslungsgeschichte so extrem schwungvoll und kurzweilig inszeniert ist, dass sie einem auch heute einfach nur verdammt viel Spaß bereitet.

Bewertung: 7/10

 

Terence Hill und Bud Spencer verschlägt es als zerstrittenes Duo in CHI TROVA UN AMICO TROVA UN TESORO (Italien / USA 1981, Regie: Sergio Corbucci) auf eine einsame Insel, auf der angeblich ein Schatz begraben sein soll.

Ein komplett grenzdebiler Beitrag aus dem Spencer/Hill-Kosmos, der nichtsdestotrotz von der ersten bis zur letzten Minute enorm viel Laune verbreitet, ein hohes Tempo geht und in der deutschen Vertonung mit einer Gaga-Synchro gesegnet ist, die einem vor Fremdscham ein ums andere Mal die Röte in die Wangen treibt. Ich fand das bunte Treiben vielleicht auch gerade deshalb jedoch extrem kurzweilig und verdammt unterhaltsam.

Bewertung: 7/10

 

 

Chris Hemsworth und Jessica Chastain versuchen in THE HUNTSMAN: WINTER’S WAR (USA 2016, Regie: Cedric Nicolas-Troyan) zu verhindern, dass das sich in Charlize Theron und Emily Blunt personifizierte Böse die Macht über einen magischen Spiegel erlangt.

Wirklich ausgesprochen nett anzusehendes Fantasy-Abenteuer, welches vor allem durch seine Besetzung, seine teils atemberaubenden Bilder und sein tolles Production Design zu überzeugen weiß. Großartige Überraschungen darf man sich von der erzählten Geschichte erwartungsgemäß nicht erhoffen, wer Lust auf einen kurzweiligen Snack aus Action, Fantasy und Humor haben sollte, darf hier aber auf jeden Fall gerne zugreifen. Ein Film für verregnete Sonntagnachmittage.

Bewertung: 6/10

 

Nachdem seine Schwester samt Familie bei ihm eingezogen ist, wird für Heinz Erhardt als Finanzbeamter im Ruhestand in UNSER WILLI IST DER BESTE (Deutschland 1971, Regie: Werner Jacobs) das Geld knapp und er ist gezwungen, einen Job als Vertreter von Elektrogeräten anzunehmen.

Heinz Erhardt in einer seiner Paraderollen. Hier verbreitet er als Vertreter diverser Haushaltsgeräte in stimmig aneinandergereihten Episoden das komplette Chaos und als Zuschauer und Freund eskapistischen Blödsinns lehnt man sich grinsend auf der Couch zurück und harrt der Dinge, die da so kommen mögen. Großartige Überraschungen darf man natürlich nicht erwarten. Der Meister des Wortspiels wirft einmal mehr die Kalauerkanone an, feuert damit aus allen Rohren, stiftet heilloses Durcheinander und steht am Ende – wenn sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat – doch als strahlender Sieger da.

Bewertung: 6/10

 

In seinem letzten Auftritt als Gendarm gehen Louis de Funès und seinen in LE GENDARME ET LES GENDARMETTES (Frankreich 1982, Regie: Jean Girault) vier junge Politessen verloren, die den schusseligen Polizisten zur Ausbildung anvertraut wurden.

Der letzte Auftritt von de Funès als Gendarm war dann leider auch der letzte Leinwandauftritt des französischen Komikers überhaupt. Nur knapp 4 Monate nach dem französischen Kinostart dieses Films starb de Funès im Alter von 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Als Fan des Komikers hätte man ihm sicher einen besseren letzten Film gewünscht als diesen hier. Man kann zwar auch diesem insgesamt sechsten Gendarm-Film einen gewissen – mitunter auch durchaus hohen – Unterhaltungswert nicht absprechen, der präsentierte Klamauk bietet jetzt allerdings nicht wirklich großartig neues. Die aus den vorherigen Filmen bekannten Muster und Klischees werden brav abgearbeitet und von Highlights wie OSCAR oder JO ist de Funès’ letzter Film qualitativ leider meilenweit entfernt.

Bewertung: 6/10

 

 

Jake Gyllenhaal und Ben Kingsley liefern sich in PRINCE OF PERSIA: THE SANDS OF TIME (USA 2010, Regie: Mike Newell) ein abenteuerliches und actionreiches Wettrennen um einen magischen Dolch.

Seltsam sterile Videospieladaption, die dem Zuschauer zwar über die knapp 2-stündige Laufzeit immer etwas zu bieten versucht, der es aber dennoch praktisch zu keiner Sekunde gelingt, den Zuschauer so für sie zu interessieren, dass dieser irgendeine Beziehung zum Film, zur erzählten Geschichte oder zu den handelnden Personen aufbauen könnte. Newells Wüsten-Abenteuer fließt an einem vorbei, die diversen Actionszenen wirken bald schon ermüdend und während der Abspann läuft, kann man sich fast schon nicht mehr daran erinnern, um was es in dem Film nun eigentlich gegangen ist.

Bewertung: 5/10

 

 

Ex-Basketball-Superstar Dennis Rodman als Geheimagent, der sich in SIMON SEZ (Belgien / Deutschland / USA 1999, Regie: Kevin Elders) mit einem ebenso verrückten wie gefährlichen Waffenhändler anlegt.

Was Regisseur Kevin Elders da eigentlich genau gedreht hat, dürfte er wahrscheinlich selbst nicht wissen. Vielleicht sollte der Film eine überdrehte Agentenfilmparodie werden. Ich habe keine Ahnung, was er letztendlich geworden ist. Der Film sieht aus, als habe man Bewusstseinsströme verschiedener Kleinkinder abgefilmt und wild durcheinander gemischt. Nichts ergibt wirklich Sinn, nicht wenige Sequenzen laden zur Fremdscham ein und wenn nach knapp 80 Minuten schließlich der Abspann einsetzt, raucht einem als Zuschauer aufgrund des dargebotenen Unfugs regelrecht der Kopf. Immerhin haben es ein paar nette Action- und Kampfchoreographien in den Film geschafft und Langeweile kann man ihm sicher auch nicht vorwerfen. Am Ende des Tages ist das Teil hier natürlich nur für filmische Allesfresser noch halbwegs interessant und goutierbar.

Bewertung: 4/10

The Movies of February 2017

Der Monat ist zu Ende, es gibt wieder ein paar lose Gedanken zu allen gesehenen Filmen. Angeordnet sind die kurzen Texte in der Reihenfolge des persönlichen Gefallens.

the-proposition

Verdammt großartig ist THE PROPOSITION (Australien / Großbritannien 2005, Regie: John Hillcoat), ein Neo-Western, der im australischen Outback im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts spielt und in dem sich ein Gesetzloser auf einen Deal mit dem Gesetz einlässt, aus dem am Ende nur Verlierer hervorgehen können.

Überwältigende Bilder von Kameramann Benoît Belhomme, eine wahrlich unter die Haut gehende Geschichte aus der Feder von Nick Cave, der gemeinsam mit Warren Ellis auch noch die Musik beigesteuert hat, eine zutiefst melancholische Stimmung und Atmosphäre sowie mehr als überzeugende Darsteller sorgen dafür, dass Hillcoats THE PROPOSITION einer dieser Filme ist, denen man sich als Zuschauer unmöglich entziehen kann, die einen vollkommen vereinnahmen und schließlich regelrecht atemlos in den Abspann entlassen.

Bewertung: 9/10

 

Als faszinierendes Portrait einer außergewöhnlichen und nicht gerade unkomplizierten Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen möchte ich THE DUKE OF BURGUNDY (Großbritannien / Ungarn 2014, Regie: Peter Strickland) gerne bezeichnen.

Es geht um Liebe und Leidenschaft, um Geben und Nehmen und das Missverhältnis, das entstehen kann, wenn der eine Teil zu viel vom anderen fordert. Und es geht natürlich nicht zuletzt um sexuelle Obsessionen und – in der filmischen Umsetzung – um den Umgang mit dem Tabuthema S&M. Regisseur Strickland nähert sich seinem Thema auf ungemein ästhetische und behutsame Art und Weise. Er nimmt seine beiden Hauptcharaktere ernst und bringt dem Zuschauer so auf ungemein einfühlsame Art deren gegenseitiges Dilemma näher. Strickland füttert das Kopfkino, verzichtet praktisch gänzlich auf nackte Tatsachen oder gar explizite Details und arbeitet stattdessen mit Andeutungen, symbolträchtiger Bildsprache und einer – in nicht wenigen Momenten – fast schon melancholisch-verträumten Atmosphäre.

Bewertung: 9/10

 

 

Chris Rock spielt sich in TOP FIVE (USA 2014, Regie: Chris Rock), bei dem er neben Hauptrolle und Regie auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, wohl in gewisser Weise selbst. Zumindest dürfte dieser Film, in dem ein ehemaliger Stand-Up-Comedian und jetziger Superstar durch ein geführtes Interview mit einer Journalistin – gespielt von Rosario Dawson – damit beginnt, sein jetziges Leben zu reflektieren und dadurch am Ende des Tages wieder zu seinen Wurzeln zurückfindet, mit Sicherheit den einen oder anderen autobiographischen Zug aufweisen.

Fälschlicherweise als Komödie beworben und vermarktet, ist TOP FIVE viel mehr ein authentisch wirkender Einblick in die Licht- und Schattenseiten des Showgeschäftes, ein Drama, welches vor allem durch die großartige Chemie zwischen Chris Rock und Rosario Dawson begeistert und darüber hinaus auch so einige denkwürdige Szenen zu bieten hat, von denen nicht wenige in meinen Augen als echte “Magic Moments“ durchgehen.

Bewertung: 8/10

 

Ein britischer Tontechniker wird von einem italienischen Regisseur engagiert und in das titelgebende BERBERIAN SOUND STUDIO (Großbritannien 2012, Regie: Peter Strickland) gebeten um dort an der Vertonung eines Films zu arbeiten, eine Arbeit, die den schüchternen Briten schon bald überfordert und die Grenzen zwischen Film und Realität mehr und mehr ineinander verschwimmen lässt.

Stricklands Film ist sowohl eine Liebeserklärung an die meist im Hintergrund stehenden Leute aus der Sound-Crew eines Filmes als auch an den italienischen Giallo der 70er Jahre. Wer großen Wert auf eine nachvollziehbare Handlung legt, dürfte hier massiv enttäuscht werden. Strickland erzählt keine Geschichte im herkömmlichen Sinn, sondern vermittelt mit seinen Bildern und seinen Tönen eher Stimmungen und Gefühle, erzeugt eine unheimliche Mystery-Atomsphäre und gleitet insbesondere im letzten Drittel des Films mehr und mehr ins Surreale ab. Wer sich darauf einlassen kann, dürfte begeistert sein.

Bewertung: 8/10

 

Ganz wunderbaren B-Movie-Charme versprüht MOONSHINE COUNTY EXPRESS (USA 1977, Regie: Gus Trikonis) aus der Corman-Schmiede, in dem ein fieser Schurke einen lästigen Konkurrenten im Schwarzbrenner-Business umbringen lässt um das illegale Geschäft für sich alleine zu haben und sich schließlich damit auseinandersetzen muss, dass dessen drei attraktive Töchter in keinster Weise gewillt sind, klein beizugeben.

Trikonis’ Film bietet alles, was man sich von einem Streifen wie diesem hier erhofft: jede Menge bekannte Gesichter aus dem Exploitation-Bereich (u.a. John Saxon, Claudia Jennings und Candice Rialson), einen fiesen Bösewicht, sympathische Heldinnen, die sich diesem widersetzen, die eine oder andere spektakuläre Autoverfolgungsjagd und eine über die komplette Laufzeit ausgesprochen rasante und kurzweilige Art der Inszenierung. Geiler Film!

Bewertung: 8/10

 

Spencer Tracy als alternden Rechtsanwalt mit Alkoholproblemen in THE PEOPLE AGAINST O’HARA (USA 1951, Regie: John Sturges) dabei zuzusehen, wie dieser verzweifelt versucht, einen offensichtlich zu Unrecht des Mordes angeklagten Mann freizubekommen, katapultiert einen als Zuschauer zurück in die klassische Hollywood-Zeit, in der einzig und allein die schauspielerischen Leistungen und die erzählte Geschichte im Mittelpunkt standen.

Dem Zahn der Zeit haben sicher nicht alle Filme von damals so gut standgehalten wie dieser hier. Sturges Film bleibt bis zum großen Finale spannend, kann auch heute noch aufgrund seiner tollen Schauspieler überzeugen und hat im Lauf der Jahre tatsächlich erstaunlich wenig Staub angesetzt.

Bewertung: 8/10

 

In GRIMSBY (Australien / Großbritannien / USA 2016, Regie: Louis Leterrier) gerät ein Top-Agent des britischen Geheimdienstes in den Verdacht des Verrats weil ihn sein tollpatschiger Bruder in Gestalt von Sacha Baron Cohen nach jahrelanger, verzweifelter Suche endlich ausfindig gemacht und sich den denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für das Wiedersehen ausgesucht hat.

Actionspezialist Louis Leterrier trifft auf den Chaoskomiker Sacha Baron Cohen – herausgekommen ist ein komplett irrsinniger Hybrid aus geiler Actionchoreographie und übelstem Gross-Out-Humor, der sämtliche Grenzen des guten Geschmacks sprengt und den man wohl nur hassen oder lieben kann. Ich muss zugeben, die eine oder andere Szene fand ich auch etwas zu sehr “over the top“ (und wie dieser Film hier eine Freigabe ab 12 Jahren von der FSK bekommen konnte, ist mir ein absolutes Rätsel), bei unzähligen anderen Sequenzen lag ich jedoch fast weinend vor Lachen auf der Couch. Ich mochte GRIMSBY, sehr sogar.

Bewertung: 8/10

 

Ein komplett bizarres Szenario bekommt man von SONNY BOY (Italien / USA 1989, Regie: Robert Martin Carroll) geliefert, in dem ein Kleinkind zufällig in die Hände eines komplett dysfunktionalen Pärchens gerät und von diesem zu einem willenlosen Werkzeug geformt wird, welches im Erwachsenenalter auf Befehl diverse kriminelle Handlungen durchzuführen hat.

Zunächst einmal ist dieser Film komplett aus seiner Entstehungszeit herausgefallen. Er fühlt sich – schon allein aufgrund der Ausgangssituation für die Geschichte und dem weiteren Verlauf der Handlung – praktisch über die komplette Laufzeit nach einem typischen Vertreter des alle Grenzen auslotenden 70er-Jahre-Exploitation-Kinos an und hat auch exakt den Look dieser damaligen Genrevertreter. Wer aufgrund des skizzierten Szenarios nun erwartet, dass Regisseur Carroll seinen Film vor allem mit Geschmacklosigkeiten am laufenden Band garniert hat, kann beruhigt bzw. muss enttäuscht werden. So bizarr SONNY BOY vielleicht auch sein mag, Carroll schafft den fast unmöglich wirkenden Spagat zwischen schriller Exploitation und einfühlsamer Geschichte praktisch mühelos, nimmt alle seine Figuren ernst und erschafft so vor allem im Schlussdrittel stellenweise einen Film von fast poetischer Schönheit.

Bewertung: 8/10

 

Eine Gruppe von Lebensmitteln findet in SAUSAGE PARTY (USA 2016, Regie: Greg Tiernan / Conrad Vernon) heraus, was wirklich mit ihnen passiert, wenn sie von den Menschen aus dem Supermarkt mitgenommen werden.

Politisch höchst inkorrekter Animationsklamauk aus der Feder von u.a. Seth Rogen und Jonah Hill. Wer deren Art von Humor mag und schätzt wird auch mit SAUSAGE PARTY verdammt viel Spaß haben. Ein Film, der zwar genüsslich Grenzen überschreitet und teils extrem derben Gross-Out-Humor liefert, bei näherer Betrachtung aber auch ein satirisch komplett überzeichnetes Statement zur politischen Weltsituation abgibt, damit auf der richtigen Seite steht und allein aus diesem Grund zwei Daumen nach oben verdient hat.

Bewertung: 8/10

 

 

Durch die düsteren Ecken von L.A. begleitet man als Zuschauer den titelgebenden THE CANDY TANGERINE MAN (USA 1975, Regie: Matt Cimber), einen nicht zu großartigen Späßen aufgelegten Zuhälter, und wird dabei Zeuge seines Tages- und Nachtwerks.

Einen herkömmlichen Plot gibt es eigentlich nicht wirklich, der Film setzt sich eher aus verschiedenen Handlungselementen zusammen. Der von John Daniels gespielte Zuhälter versucht seine Prostituierten unter Kontrolle zu halten, liefert sich ein Katz- und Maus-Spiel mit zwei Polizisten, beginnt eine blutige Fehde mit der Konkurrenz und versucht nebenbei, noch ein richtig dickes Ding zu drehen, bei dem ein mehr als stattlicher Geldbetrag herausspringen könnte. Regisseur Cimber holt dabei aus den offensichtlich geringen Mitteln, die er zur Verfügung hatte, nahezu das Maximum raus. Sein Film spielt zwar nicht in einer Liga mit den großen Klassikern des Blaxploitation-Kinos, kann aber durch seine Authentizität vermittelnde Stimmung, sein Setting in den eher ungemütlicheren Ecken der Stadt der Engel, seinen megacoolen Hauptdarsteller, seine grimmige Atmosphäre und jede Menge teils ausgesprochen derber What-the-Fuck-Momente absolut überzeugen.

Bewertung: 7/10

 

Louis de Funès und seine Kollegen werden in LE GENDARME EN BALADE (Frankreich / Italien 1970, Regie: Jean Girault) in den Ruhestand zwangsversetzt, was sie – um die schon bald einsetzende Langeweile zu bekämpfen – allerdings nicht daran hindert, weiter die Uniform anzuziehen und heimlich auf Streife zu gehen.

De Funès im Ruhestand ist sogar noch einen Tick witziger als De Funès mit Schmetterlingen im Bauch (den Text hierzu gibt es weiter unten). Girault inszeniert ausgesprochen rasant, gelungene Gags gibt es praktisch im Minutentakt und nebenbei ist der Film natürlich auch eine Liebeserklärung an alle Menschen, die sich nur wegen ihres fortgeschrittenen Alters nicht mal einfach so nebenbei abschieben lassen sondern selbst noch aktiv bleiben.

Bewertung: 7/10

 

In seinem dritten Auftritt als Gendarm verliebt sich Louis de Funès in LE GENDARME SE MARIE (Frankreich / Italien 1968, Regie: Jean Girault) in die bezaubernde Claude Gensac.

Louis de Funès erneut in einer seiner Paraderollen. Als Gendarm mit Schmetterlingen im Bauch richtet er einmal mehr heilloses Chaos an und bereitet einem als Zuschauer so extrem vergnügliche 90 Minuten. Eine wunderbare 60er-Jahre-Atmosphäre, das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern aus diversen De-Funès-Filmen und die wiederholt federleichte Inszenierung von Regisseur Jean Girault machen auch aus dem dritten Teil der Reihe einen Film, den man sich als Fan immer wieder gerne ansieht.

Bewertung: 7/10

 

Ziemlich durchdrehende Exploitation aus Griechenland liefert ΤΑΓΚΟ 2001 | TANGO 2001 (Griechenland 1974, Regie: Kostas Karagiannis), in dem ein wohlhabender Außenseiter, der von allen nur belächelt und ausgenutzt wird, auf ganz eigene Art und Weise versucht, seinem Dilemma zu entfliehen.

Ganz viel Sleaze, psychedelische Nachtclubsequenzen, grandiose Inneneinrichtungen, What-the-Fuck-Momente im Überfluss und eine Geschichte, bei der man sich nie so sicher sein kann, welche Wendung sie als nächstes einschlagen wird. Ja, doch, TANGO 2001 bietet wirklich ganz schön viel für so einen kleinen, schmuddeligen Film.

Bewertung: 7/10

 

Die Dokumentation THE SEARCH FOR WENG WENG (Australien 2007, Regie: Andrew Leavold) begibt sich auf die Spuren des im Jahr 1992 verstorbenen Weng Weng, der mit nur 83 cm Körpergröße als einer der kleinsten Schauspieler aller Zeiten in die Annalen der Exploitation-Filmgeschichte eingegangen ist.

Regisseur Andrew Leavold hatte den Weng-Film FOR Y’UR HEIGHT ONLY gesehen und es sich danach zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des kleinwüchsigen Hauptdarstellers in einer Dokumentation zu beleuchten. Der nach jahrelangen Recherchearbeiten fertiggestellte Film gewährt einen einfühlsamen und über weite Strecken ausgesprochen interessanten Einblick in ein Mysterium der Filmgeschichte. Regisseur Leavold ist es gelungen, so viele Weggefährten wie möglich vor die Kameras zu locken und so nicht nur Licht ins Dunkel um Weng Weng zu bringen, sondern gleichzeitig auch einen Einblick in das philippinische Kino der 70er und 80er Jahre zu gewähren. Die dabei geleistete Recherchearbeit verdient höchste Anerkennung, wobei man allerdings auch konstatieren muss, dass der fertige Film eindeutig als nerdiges Fanprojekt verstanden werden sollte und nicht unbedingt als professionelle Filmdokumentation.

Bewertung: 7/10

 

Bud Spencer und Terence Hill lassen erneut die Fäuste fliegen und legen sich in PARI E DISPARI (Italien / USA 1978, Regie: Sergio Corbucci) mit der Glücksspielmafia an.

Corbuccis Film zeigt das kongeniale Duo in Bestform. Ausgesprochen hübsch choreographierte Prügeleien en masse, eine ungemein rasante Inszenierung und eine deutsche Synchro, die wahrlich keine Gefangenen macht – wo Spencer und Hill draufsteht ist im vorliegenden Fall auch definitiv Spencer und Hill drin.

Bewertung: 7/10

 

Sofern es einem gelingt, über die etwas krude Ausgangssituation hinwegzublicken, kann man auch mit BLACK FRIDAY (USA 1940, Regie: Arthur Lubin), einem weiteren Film in dem Lugosi und Karloff mitwirken, richtig viel Spaß haben. Lugosi hat hier allerdings eine etwas kleinere Rolle abbekommen. Mehr Screentime hat Karloff als Mediziner, der einem sterbenden Freund in einer illegalen Hauruckaktion das Gehirn eines Gangsters verpflanzt. Das zieht natürlich schwerwiegende Konsequenzen nach sich, muss der so Geheilte fortan mit einer gespaltenen Persönlichkeit leben. Ein Fakt, aus der Karloff wiederum seinen Nutzen ziehen mag, denn irgendwo im Gehirn des Gangsters sind Informationen zum Versteck einer stattlichen Geldsumme verborgen und die gilt es nun hervorzuholen.

Das ist natürlich keine Geschichte, die einem größeren Logiktest standhält, wenn man das als gegeben hinnimmt und akzeptiert, bekommt man dafür eine ausgesprochen kurzweilige Mischung aus Horror- und Gangsterfilm serviert, die von Anfang an als Rückblende erzählt wird und bis zu ihrer endgültigen Auflösung den einen oder anderen Haken schlägt. Schön.

Bewertung: 7/10

 

Mel Gibson ist der titelgebende BLOOD FATHER (Frankreich 2016, Regie: Jean-François Richet), der versucht, seine Tochter vor einer ganzen Armee finsterer Gestalten zu beschützen.

Schnörkellos inszeniertes Jagd/Flucht-Szenario, welches Mel Gibson mal wieder in einer überzeugenden und irgendwie auch maßgeschneiderten Rolle präsentiert. Ich mochte diesen Old-School-Vibe, den der Film verbreitete. Erin Moriarty als Gibsons Tochter spielt zudem richtig gut und die Kameraarbeit von Robert Gantz ist über weite Strecke eine einzige Augenweide.

Bewertung: 7/10

 

In BAD MOMS (USA 2016, Regie: Jon Lucas / Scott Moore) sind drei Frauen in ihren Rollen als perfekte Mütter komplett überfordert und entschließen sich eines Tages dazu, einfach mal ein bisschen mehr an sich selbst zu denken – was sich am Ende des Tages natürlich positiv für sie und ihre Kinder auswirkt.

Durchaus gelungene Komödie, die weitaus harmloser daherkommt als der Titel womöglich zu versprechen mag. Der Verlauf der Geschichte ist natürlich ziemlich vorhersehbar und auch an jeder Menge Klischees wurde nicht gespart. Letztendlich gewinnt der Film durch jede Menge Funken von Wahrheit, die in ihm stecken und seine Armada von überzeugenden Schauspielerinnen.

Bewertung: 7/10

 

Solide 90er-Jahre-Action liefert MONEY TRAIN (USA 1995, Regie: Joseph Ruben), in dem sich Woody Harrelson als Cop mit Geldsorgen dazu entschließt, den titelgebenden Zug zu überfallen, mit dem die Einnahmen sämtlicher New Yorker U-Bahn-Stationen eingesammelt und transportiert werden.

Ein Hauch Buddy-Movie – Wesley Snipes ist als Harrelsons Adoptivbruder und Partner wider Willen mit an Bord -, ein bisschen Romantik – Jennifer Lopez fungiert als Love Interest -, ein paar hübsch anzusehende Subplots und ein zumindest halbwegs spektakuläres Finale runden einen Film ab, der zu keinem Zeitpunkt verleugnen kann, aus welchem Jahrzehnt er stammt, der heutigen Action- und Blockbuster-Filmen in Sachen Spektakel und Schauwerten natürlich nicht annähernd das Wasser reichen kann, diesen jedoch in Sachen Charme und Sympathiewerte haushoch überlegen ist.

Bewertung: 7/10

 

In THUNDERHEART (USA 1992, Regie: Michael Apted) soll Val Kilmer als junger FBI-Agent mit indianischen Vorfahren einen Mord in einem Indianerreservat gemeinsam mit einem älteren Partner aufklären und sticht bei seinen Ermittlungen mitten in ein Wespennest hinein.

Der Film hat kommt zwar nicht wirklich ohne Klischees aus, hat das Herz aber auf dem rechten Fleck und liefert dabei grundsolide und gute Thriller-Handlung mit Mystery-Touch.

Bewertung: 7/10

 

Eine Gruppe jugendlicher Straftäter ohne jegliche Perspektive liefert sich in SHOPPING (Großbritannien / Japan 1994, Regie: Paul W.S. Anderson) – angeführt von einem jungen Jude Law – erbitterte Kämpfe mit der Polizei und einer rivalisierenden Bande.

Für einen Debütfilm – für den mittlerweile entweder leidenschaftlich geliebten oder ebenso leidenschaftlich verachteten Paul W.S. Anderson stellte dies hier die erste Regiearbeit dar und Jude Law, damals Anfang 20, gab hier sein Leinwanddebüt in einer Hauptrolle – ist SHOPPING mehr als ordentlich geraten. Ich mochte die Punkrock-Attitüde des Films, dieses Unverschämte, Rotzige, das er ausstrahlt, aber gleichzeitig auch die zutiefst melancholischen Momente, die ihn immer wieder durchziehen. In den Actionszenen zeigt Anderson schon deutlich sein gutes Gespür im Timing solcher Sequenzen und der Soundtrack des Films ist ziemlich geil geraten.

Bewertung: 7/10

 

 

In seinem fünften Auftritt als Gendarm bekommt es Louis de Funès in LE GENDARME ET LES EXTRA-TERRESTRES (Frankreich 1979, Regie: Jean Girault) mit Außerirdischen zu tun.

Erste leichte Abnutzungserscheinungen machen sich breit. Nachdem die Gendarm-Reihe nach dem vierten Film eine Pause von immerhin 9 Jahren eingelegt hatte, krankt dieser fünfte Beitrag insbesondere daran, dass nicht mehr die komplette Besetzung zur Verfügung stand. Vor allem das Fehlen von Claude Gensac als Ehefrau des kleinen Cholerikers schmerzt doch sehr. Zudem war mir dieser Film mit den außerirdischen Blechkameraden auch einfach eine Spur zu albern und wirkte mit seinem ganzen Verwechslungsszenario – die Außerirdischen können die beliebige Gestalt von Menschen annehmen – mitunter doch sehr bemüht. Auch wenn das ganze Treiben über weite Strecken natürlich immer noch verdammt unterhaltsam ausgefallen ist, mir persönlich fehlte einfach die Leichtigkeit in der Inszenierung, welche die Vorgängerfilme allesamt ausgezeichnet hatte.

Bewertung: 6/10

 

Wenn Michael Bay etwas kann, dann ist das maximale Unterhaltung mit minimalstem Anspruch zu verbinden. Dazu muss er nicht mal selbst Regie führen, es genügt schon seine Mitwirkung als Produzent, um aus einem Film wie TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: OUT OF THE SHADOWS (China / Hongkong / Kanada / USA 2016, Regie: Dave Green), in dem Megan Fox und die vier riesigen Ninjaschildkröten mal wieder den Tag retten müssen, ein herrlich unbekümmertes Vergnügen zu machen. Das ist filmisches Fast Food mit dem größtmöglichen Unterhaltungsfaktor, rasant inszeniert, mit netten Gags und spektakulären Action-Set-Pieces ausgestattet und mit einem Sound Design gesegnet, welches – eine ordentliche Anlage vorausgesetzt – die heimische Couch unter dem Allerwertesten vibrieren lässt.

Bewertung: 6/10

 

Nett unterhaltsam ist EVE OF DESTRUCTION (USA 1991, Regie: Duncan Gibbins), in dem ein außer Kontrolle geratener Android wieder eingefangen werden muss.

Sympathische, kleine B-Produktion, die aus ihrem schmalen Budget so viel wie möglich herauszuholen vermag. Über ein Viertel Jahrhundert nach Erstveröffentlichung hat das alles zwar schon ordentlich Staub angesetzt und verbreitet nicht mehr wirklich viel Spannung, Zwei damals noch angesagte Hauptdarsteller (die heute wahrscheinlich niemand mehr kennt), das geradlinige Jagd-Flucht-Szenario und ein paar blutige Shoot-Outs sorgen aber dennoch dafür, dass Fans des Actionfilms der damaligen Zeit bei Sichtung dieses Streifens sicher ein paar wohlige Nostalgieschübe bekommen dürften.

Bewertung: 6/10

 

Bud Spencer und Terence Hill in Doppelrollen. In NON C’È DUE SENZA QUATTRO (Italien 1984, Regie: Enzo Barboni) werden die beiden angeheuert um in die Haut zweier Milliardäre zu schlüpfen, denen sie zum Verwechseln ähnlich sehen. Die fürchten nämlich um ihr Leben und wollen ihre Doppelgänger als Kanonenfutter verwenden. Aber natürlich kommt alles anders als erwartet.

So unterhaltsam diese weitere Zusammenarbeit von Spencer und Hill auch sein mag, an die Großtaten des schlagkräftigen Duos kommt Barbonis Film eigentlich nie heran. Dazu war mir der Film in seiner Gesamtheit doch etwas zu schlafmützig inszeniert und kam über die komplette Laufzeit eigentlich nie so richtig in Fahrt.

Bewertung: 6/10

 

Komplett harmlosen aber doch irgendwie auch unterhaltsamen Klamauk bietet das Heinz-Erhardt-Vehikel DAS KANN DOCH UNSREN WILLI NICHT ERSCHÜTTERN (Deutschland 1970, Regie: Rolf Olsen), in dem Erhardt mit der Familie in den gemeinsamen Italien-Urlaub fährt, nur um sich dort mit den ungeliebten Nachbarn zu duellieren (und am Ende natürlich zu versöhnen).

Wo Erhardt drauf steht, ist Erhardt drin. Die präsentierten Gags dürften schon damals nicht mehr ganz frisch gewesen sein, seine unzähligen Wortspiele sind altbekannt und das interessanteste an diesem Film dürfte noch sein, auf welch naiv-charmante Weise er das deutsche Spießbürgertum abbildet und so der kompletten Lächerlichkeit preisgibt.

Bewertung: 6/10

 

MARY REILLY (Großbritannien / USA 1996, Regie: Stephen Frears) erzählt die klassische Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde aus der Perspektive der titelgebenden und von Julia Roberts gespielten Haushälterin des Wissenschaftlers.

Einer dieser Filme bei denen zwar nicht sonderlich viel anbrennen kann, die dafür aber auch nicht besonders innovativ geraten sind, sondern eher für routinierte und – wenn man es so nennen mag – teils biedere Unterhaltung stehen. Die hier vorliegende Mischung aus Horror, Drama und Romanze ist überaus prominent besetzt und allein aufgrund dieser Tatsache absolut solide gespielt. Viel mehr – vielleicht noch die ziemlich tolle Ausstattung – dürfte von diesem Film auf lange Sicht jedoch nicht im Gedächtnis hängen bleiben.

Bewertung: 6/10

 

 

Für dieses riesige, kreative Loch, in dem sich Hollywood nun schon seit Jahren befindet, ist JASON BOURNE (China / Großbritannien / USA 2016, Regie: Paul Greengrass), in dem sich Matt Damon als Jason Bourne mal wieder ein Katz- und Mausspiel mit seinem früheren Arbeitgeber liefert, ein perfektes Beispiel.

Regisseur Greengrass hält seine Kamera, seine diversen Pro- und Antagonisten und seinen Film zwar immer in Bewegung, doch diese ständige Bewegung führt zu keinerlei Intensität, weckt kein großartiges Interesse und lässt den Zuschauer eher als teilnahmslosen Beobachter zurück. Der Hauptplot ist aus den vorherigen Filmen hinlänglich bekannt und mittlerweile nun wirklich nicht mehr dazu geeignet, so etwas wie Spannung zu verbreiten und der Nebenplot um das neue Geheimprogramm der CIA mit dem erfolgreichen Jungunternehmerstar ist nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk. Wenigstens sind ein paar nette Actionszenen vorhanden und in ein paar wenigen Momenten blitzt auch kurz so etwas wie Potential auf, insgesamt betrachtet ist das alles aber viel zu wenig um so etwas wie echte Begeisterung bei mir als Zuschauer hervorzurufen. Der mit Abstand schwächste Teil der ganzen Reihe.

Bewertung: 5/10

The Movies of January 2017

In den letzten Monaten hatte ich leider weder die Zeit noch die Muse, diesen Blog hier weiterzuführen. Um ihn nicht komplett einschlafen zu lassen, gibt es nun – so zumindest der Plan – immer am Monatsende eine kleine Rückschau auf meinen persönlichen Filmmonat mit ein paar losen Gedanken zu den gesehenen Filmen.

 

Im Januar 2017 stachen für mich insbesondere 4 Filme heraus, die ich allesamt als herausragend bezeichnen möchte:

hell-or-high-water

Mein persönliches Filmhighlight im Januar war HELL OR HIGH WATER (USA 2016, Regie: David Mackenzie), in dem Ben Foster und Chris Pine als Brüderpaar im ländlichen Texas Banken ausrauben um mit dem erbeuteten Geld den Familienbesitz in Form einer Farm zu retten. Alles geht gut, bis die beiden zu unvorsichtig werden und sich mit Jeff Bridges ein kurz vor der Rente stehender Texas Ranger an ihre Fersen heftet, der als letzte Amtshandlung die Bankräuber unbedingt zur Strecke bringen will.

Der Film lebt von seinen drei phantastischen Hauptdarstellern, seiner tollen Kameraarbeit, seinem wundervollen Score von Nick Cave und Warren Ellis, seiner behutsam die Spannungsschraube immer mehr anziehenden Geschichte und seiner ungemein intensiven Atmosphäre.

 

RAMPART (USA 2011, Regie: Oren Moverman), in dem Woody Harrelson einen dreckigen Cop spielt, der ins Visier der Abteilung für Innere Angelegenheiten gerät, war der zweitbeste Film, den ich im Januar gesehen habe.

Ein ungemein intensiv und glaubwürdig gespieltes Cop-Drama, das mich einfach nicht mehr losgelassen hat. Am Ende des Tages machen dann wohl doch die Schauspieler den Unterschied zwischen herausragenden, sehr guten, guten, durchschnittlichen und eher schlechten Filmen aus. In RAMPART spielen neben Woody Harrelson u.a. Robin Wright, Ned Beatty, Sigourney Weaver, Steve Buscemi, Anne Heche, Cynthia Nixon, Brie Larson, Ben Foster, Robert Wisdom und Ice Cube mit. Noch Fragen?

 

Platz 3 des persönlichen Januarrankings geht an SING STREET (Großbritannien / Irland / USA 2016, Regie: John Carney), in dem sich ein Teenager im Dublin der 80er Jahre Hals über Kopf in ein Mädchen verliebt und kurzerhand eine Band gründet, um die Angebetete für sich zu gewinnen.

Nach ONCE und BEGIN AGAIN spielt auch im dritten Film von Regisseur John Carney die Musik bzw. die Liebe zur Musik die heimliche Hauptrolle. Wer insbesondere mit der Musik der 80er Jahre aufgewachsen ist, dürfte sich bei diesem Film von Beginn an einfach nur wohl fühlen. Der Soundtrack ist göttlich und für seine Geschichte findet Carney genau die richtige Balance zwischen tragischen und komischen Momenten.

 

Beim vierten hervorragenden Film des vergangenen Monats handelt es sich um BROOKLYN’S FINEST (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua), der die Geschichten dreier verschiedener Polizisten in den Straßen von Brooklyn erzählt.

Ethan Hawke versucht dabei während teils waghalsiger Einsätze schmutziges Geld auf die Seite zu schaffen, um seiner Familie ein besseres Leben zu bieten, Richard Gere ist als desillusionierter Polizist kurz vor dem Ruhestand zu sehen, der lieber mal in die andere Richtung schaut um jeglichen Ärger kurz vor der Pensionierung aus dem Weg zu gehen und Don Cheadle ist der Undercover-Cop, bei dem die Grenzen zwischen Dienstpflicht und den Verlockungen des organisierten Verbrechens langsam zu verschwimmen drohen.

Erwartungsgemäß nicht ganz ohne Klischees auskommend lässt Regisseur Fuqua seine drei parallel und teils extrem ruhig erzählten Handlungsstränge unaufhaltsam auf ein Finale zulaufen, welches an Intensität kaum zu überbieten ist.

 

 

Sehr gut gefallen haben mir folgende Filme:

Den Anfang macht FEDORA (Deutschland / Frankreich 1978, Regie: Billy Wilder), in dem William Holden als klammer Filmproduzent versucht, eine zurückgezogen lebende Filmdiva aus vergangenen Tagen ausfindig zu machen und diese zu einem Comeback zu überreden. Dabei stößt er auf einige Geheimnisse.

Knapp 30 Jahre nach seinem Meisterwerk SUNSET BLVD. griff Billy Wilder mit FEDORA noch einmal das Thema Traumfabrik auf und besetzte seinen Film abermals mit William Holden in der männlichen Hauptrolle, der sich erneut mit einer alternden Filmdiva herumschlagen musste. Hier nun allerdings mit umgekehrten Voraussetzungen. Sollte Holden knapp 30 Jahre zuvor noch für die Diva arbeiten, versucht er nun eine solche davon zu überzeugen, für ihn vor die Kamera zurückzukehren. Natürlich kommt man nicht umhin, die beiden Filme miteinander zu vergleichen und fast zwangsläufig muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass FEDORA in diesem Vergleich nur als zweiter Sieger hervorgehen kann. Die große Klasse eines SUNSET BLVD. erreicht der Film leider nie, was aber natürlich nichts daran ändert, dass es sich auch bei Wilders vorletzter Regiearbeit um einen sehr guten Film handelt. Wegen seiner überzeugenden Schauspieler, wegen des südländischen Flairs, das er verbreitet, wegen seines Mystery-Touchs und nicht zuletzt, weil er diese unausweichliche Problematik der Showbranche, mit dem Alter nicht klar zu kommen und alles für die ewige Jugend zu tun, ausgesprochen überzeugend auf die Leinwand bringt.

 

Ein sehr guter Film ist auch ZOOTOPIA (USA 2016, Regie: Byron Howard / Rich Moore / Jared Bush) aus dem Hause Disney/Pixar geworden, in dem ein Kaninchen allen Widerständen zum Trotz seinen Traum verwirklicht und als Polizeibeamtin Furore macht.

Besonders zu erwähnen ist, dass ZOOTOPIA einfach auf der richtigen Seite steht und seinem jungen Zielpublikum auf einfache Art und Weise eine positive und zutiefst humanitäre Botschaft vermittelt. Und das nicht mit dem Vorschlaghammer oder dem erhobenen Zeigefinger, sondern auf ausgesprochen rasante, spannende und lustige Art und Weise.

 

Sehr gut und komplett außergewöhnlich ist THE LOBSTER (Frankreich / Griechenland / Großbritannien / Irland / Niederlande 2015, Regie: Yorgos Lanthimos) geraten, in dessen nicht allzu fernen Zukunft alleinstehende Menschen in ein Hotel gebeten werden, in dem sie 45 Tage Zeit haben, um einen neuen Partner fürs Leben zu finden, andernfalls werden sie in ein Tier verwandelt. Zu den Betroffenen gehört auch Colin Farrell, der in einen Hummer verwandelt werden soll und kurz vor Ablauf seiner Zeit verzweifelt nach Alternativen sucht.

Stellenweise ist THE LOBSTER zwar vielleicht etwas zu bemüht skurril geraten, insgesamt betrachtet stellt diese krude Mischung aus Komik, Spannung und Dramatik aber eine willkommene Abwechslung zum üblichen Mainstream-Einheitsbrei dar, begeistert zudem mit teils atemberaubend schönen Kameraeinstellungen und einem Colin Farrell in Höchstform in einer für ihn ausgesprochen ungewöhnlichen Rolle.

 

Das Prädikat “sehr gut“ hat sich auch LE GENDARME DE SAINT-TROPEZ (Frankreich / Italien 1964, Regie: Jean Girault) verdient, der Auftaktfilm der Gendarm-Reihe mit Louis de Funès, in dem er von einem beschaulichen kleinen Ort, den er mit eiserner Faust regiert hatte, ins weltoffene Saint Tropez versetzt wird und dort allerhand Chaos anrichtet.

Neben de Funès, der mal wieder voll in seinem Element ist, möchte ich hier unbedingt noch die bezaubernde Geneviève Grad in der Rolle seiner Tochter erwähnen, die ihre Sache als ebenso charmanter wie attraktiver Gegenpol zum cholerischen Hauptdarsteller richtig gut macht und so dafür sorgt, dass Giraults Film nicht zur kompletten Ein-Mann-Show verkommt.

 

Mit THE RAVEN (USA 1935, Regie: Lew Landers) habe ich mich ins klassische Gruselkino der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts begeben. Bela Lugosi spielt einen genialen Chirurgen, den die nicht erwiderte Liebe einer jungen Frau zu drastischen Taten animiert.

Als Gegenpart zu Lugosi ist mal wieder Boris Karloff mit von der Partie, die Atmosphäre ist unheimlich und das Finale hat es tatsächlich ziemlich in sich. Für Fans solcher Filme gibt’s ‘ne ganz dicke Empfehlung.

 

 

Zwar nicht mehr sehr gut, aber doch immer noch gut haben mir folgende Filme gefallen:

THE VISIT (USA 2015, Regie: M. Night Shyamalan) erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares, welches zum ersten Mal in seinem Leben für eine Woche zu Besuch bei seinen Großeltern ist und schon bald mit außerordentlich seltsamen Verhaltensweisen der Großeltern konfrontiert wird.

Eigenwillige Kameraperspektiven – der komplette Film ist im Doku-Look gedreht -, obskurer Humor mit teils urkomischen Sequenzen und dann auch immer wieder eine Atmosphäre des Unbehagens. Shyamalan macht sich mal wieder einen Spaß daraus, das 08/15-Blockbuster-Publikum gehörig vor den Kopf zu stoßen. Auf seine ganz eigene Art und Weise schon irgendwie ein diebischer Spaß, dieser Film.

 

Bud Spencer ist der titelgebende BANANA JOE (Deutschland / Italien 1982, Regie: Steno), dessen unbekümmerter Bananenhandel von finsteren Burschen torpediert wird, denen er für ein geplantes Großprojekt ein Dorn im Auge ist. Um seinen Handel weiter betreiben zu können, wird eine Erlaubnis benötigt. Und diese zu beschaffen ist komplizierter als gedacht.

Ich habe mir schon in den ganzen letzten Monaten immer mal wieder Filme mit Bud Spencer angesehen und musste dabei feststellen, dass so richtig gut eigentlich nur die Filme funktioniert haben, die ich noch aus meiner Kindheit kannte. Der Nostalgiefaktor halt. Stenos Film kannte ich vorher auch noch nicht und der hat trotzdem funktioniert. Denn wie Bud Spencer hier in den Mühlen der Bürokratie aufgerieben wird ist über weite Strecken einfach nur zum Schreien komisch.

 

In TAKE THIS WALTZ (Japan / Kanada / Spanien 2011, Regie: Sarah Polley) lässt sich Michelle Williams auf eine Affäre mit ihrem Nachbarn ein und betrügt dabei ihren Ehemann Seth Rogen.

Durchaus glaubwürdige und einfühlsame Geschichte einer Ehe, in die sich zu viel Routine eingeschlichen hat. Gut an dem Film ist vor allem die Tatsache, dass der Plot einen für Filme dieser Art eher untypischen Verlauf nimmt. Schön auch zu sehen, dass Seth Rogen weitaus mehr kann als nur den Pausenclown zu spielen. Als betrogener und komplett hilfloser Ehemann macht er seine Sache aber mal richtig gut.

 

In CENTRAL INTELLIGENCE (USA 2016, Regie: Rawson Marshall Thurber) trifft Kevin Hart, der ehemalige Star seiner Highschool, kurz vor der 20-Jahr-Feier auf seinen ehemaligen Mitschüler Dwayne Johnson, dem einst pummeligen Außenseiter, der ihn um einen Gefallen bittet, was für Hart bleihaltige Konsequenzen nach sich zieht.

Ja, doch, mein Faible für Filme, in denen ein Normalo aufgrund Verkettung unglücklicher Ereignisse in einen gehörigen Schlamassel gerät und praktisch über sich hinauswachsen muss, um diesem wieder zu entkommen, kann ich definitiv nicht verleugnen. CENTRAL INTELLIGENCE schlägt genau in diese Kerbe, fügt dem ganzen noch einen Schuss Buddy-Movie-Theatralik hinzu und hat mich auf diese Weise richtig gut unterhalten. Thurber hat seinen Film rasant inszeniert, eine Vielzahl der Gags funktioniert, die vorhandenen Actionszenen sind ausgesprochen nett anzusehen und die Chemie zwischen Hart und Johnson passt wie die Faust aufs Auge. Guter Film!

 

In seinem zweiten Auftritt als Polizist verschlägt es Louis de Funès in LE GENDARME À NEW YORK (Frankreich / Italien 1965, Regie: Jean Girault) nach New York, wo er mit seinem Vorgesetzten und seinen Männern an einem internationalen Polizeikongress teilnimmt und schon schnell mit der Tatsache konfrontiert wird, dass sich seine Tochter verbotenerweise ebenfalls mit in die amerikanische Metropole geschmuggelt hat.

Im Gegensatz zum Vorgänger ist dieser zweite Teil für meinen Geschmack etwas arg episodenhaft geraten und wirkt weitaus weniger homogen als der Auftaktfilm der Reihe. Diebischen Spaß macht dieses Katz-und-Maus-Spiel zwischen de Funès und seiner erneut bezaubernden Filmtochter Geneviève Grad natürlich trotzdem und die eine oder andere Länge, die sich da ab und zu einzuschmuggeln droht, wird von de Funès und seinen unnachahmlichen Grimassen immer und immer wieder zuverlässig übertüncht.

 

Jean-Claude Van Damme versucht in MAXIMUM RISK (USA 1996, Regie: Ringo Lam) den Mord an seinem Zwillingsbruder aufzuklären.

Ein Film, über den man keine großen Worte verlieren muss. Ringo Lam präsentiert routinierte 90er-Jahre-Action. Der Film ist rasant, spannend und wird nie langweilig. Kino dieser Art wird heutzutage leider viel zu selten gedreht.

 

Bei RENEGADES (USA 1989, Regie: Jack Sholder), in dem sich Kiefer Sutherland und Lou Diamond Phillips als ungleiches Gespann zusammenraufen müssen um einen skrupellosen Killer zur Strecke zu bringen, handelt es sich um grundsolide und schnörkellose Action aus den späten 80er Jahren.

Die beiden Hauptdarsteller gehörten damals zu den großen Hoffungsträgern ihrer Schauspielergeneration und geben in der kurzweiligen Mischung aus Jagd/Flucht- und Racheszenario, in der der damals im Actionfilm schon langsam obligatorisch werdende Humor erfreulicherweise noch fast gänzlich abwesend ist, ein überzeugendes Gespann auf der Jagd nach einem herrlich schmierigen Bösewicht. Das Ganze ist zwar nicht übermäßig spannend geraten, Fans solcher Filme dürfen sich dafür aber an ein paar spektakulären Verfolgungsjagden und jeder Menge blutiger Shoot-Outs erfreuen.

 

Auf seine Weise gut war auch noch UNBROKEN (USA 2014, Regie: Angelina Jolie), der die wahre Geschichte des Mittelstreckenläufers Louis Zamperini erzählt, der während des zweiten Weltkriegs in japanische Kriegsgefangenschaft geriet.

Der immer wieder schwierige Spagat, ein so ernsthaftes Thema wie den 2. Weltkrieg in einen Film zu packen, der am Ende des Tages seine Zuschauer ja auch irgendwie fesseln und unterhalten soll, gelingt Angelina Jolie in ihrer zweiten Regiearbeit zwar nicht immer, eindrucksvoll gefilmt und toll gespielt ist UNBROKEN aber trotzdem. Hin und wieder schleichen sich etwas zu viele Längen ein und vielleicht hätte dem Film eine etwas kürzere Laufzeit gut getan, aber da Filme gegen das “Vergessen“ gerade in der heutigen Zeit mehr als wichtig sind, möchte ich auch für UNBROKEN eine Empfehlung aussprechen.

 

Den Abschluss der guten Filme dieses Monats macht SUOR OMICIDI (Italien 1979, Regie: Giulio Berruti), in dem Anita Ekberg eine Nonne spielt, die in einer Klinik immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen scheint, während in ihrem direkten Umfeld die Todesfälle rapide zunehmen.

Der wie alle seine Genrekollegen angeblich auf Geheimakten aus dem Vatikan basierende Film wälzt sich – auch das hat er mit praktisch allen Vertretern des Nunsploitation-Films gemein – genüsslich in diversen Geschmacklosigkeiten und möchte auf diese Weise natürlich nicht nur unterhalten, sondern auch die Verlogenheit der katholischen Kirche als Institution anprangern, die sich einfach mal kurz über alle weltlichen Gesetze stellt und Unpässlichkeiten wie die im Film dargestellten einfach auf ihre eigene Art und Weise zu lösen versucht. Dass dies nicht immer funktioniert zeigt der kleine Twist am Ende des Films, den aufmerksame Filmeschauer natürlich schon ein gutes Stück vorher erahnen können. SUOR OMICIDI überzeugt mit ein bisschen Spannung, einem netten Mystery-Touch und jeder Menge Sleaze und sei jedem Freund des unterschlagenen Kinos an dieser Stelle zur bedenkenlosen Sichtung empfohlen.

 

 

Nicht mehr richtig gut, aber immerhin noch unterhaltsam waren:

An der Spitze der noch unterhaltsamen Filme des vergangenen Monats steht THE PURGE: ELECTION YEAR (Frankreich / USA 2016, Regie: James DeMonaco), der mittlerweile dritte Teil rund um diese eine Nacht in den USA, in der alle Verbrechen – inklusive Mord – legal sind. Die im dritten Teil behandelte Nacht fällt mitten hinein in den Wahlkampf und die regierende Rechte versucht durch die Aufhebung aller Regeln ihre politische Gegnerin loszuwerden.

Regisseur James DeMonaco, der bereits die ersten beiden Teile realisierte, verlässt mit dem dritten Film nun endgültig den Bereich des Home-Invasion- und Horror-Films und wendet sich mit dem hier gezeigten Jagd/Flucht-Szenario praktisch fast ausschließlich dem Actionfilm zu. Was dem Film im direkten Vergleich zu den beiden Vorgängern vielleicht an Wahnsinn und Spannung fehlen mag, macht er dafür mit einem irren Erzähltempo und überzeugenden Actionszenen wieder wett. Und nach der Vereidigung von Donald Trump als US-Präsident hat man als Zuschauer bei der Sichtung dieses Films doch ein mulmiges Gefühl. So überzeichnet diese dystopische Zukunftsvision auch sein mag, spätestens seit dem 20.01.2017 leben wir alle in einer dystopischen Realität.

 

In höchstem Maße unterhaltsam war auch BASTILLE DAY (Frankreich / Großbritannien / USA 2016, Regie: James Watkins), in dem ein Taschendieb ins Visier der CIA gerät, nachdem er versehentlich eine Bombenexplosion verursacht hatte.

Das hier ist sicher kein Film, der das Rad neu erfindet, aber er erzählt seine Geschichte auf ausgesprochen rasante und wendungsreiche Art und Weise, hat einige tolle Actionsequenzen zu bieten und mit Idris Elba als kompromisslosen CIA-Agenten einen Star in der Hauptrolle, der den Film trägt und vor lauter Coolness nur so strotzt.

 

Heutige Zuschauer dürften für einen Film wie PROJECT MOON BASE (USA 1953, Regie: Richard Talmadge), in dem sich ein russischer Spion in einen bemannten Raumflug der Amerikaner schmuggelt um die erste Raumstation der USA zu zerstören, wohl nicht mal mehr ein müdes Lächeln übrig haben. Hohn und Spott dürfte sich ergießen über die etwas hölzerne Geschichte, die teils unbeholfen wirkenden Schauspieler, die putzigen Kostüme und die nie so wirklich passenden Größenverhältnisse der zum Einsatz kommenden Modelle. Auf mich wirkt das jedoch alles ungemein anziehend, Filme wie dieser verzaubern mich immer wieder mit ihrem kindlich-naivem Charme und dem nicht wegzuleugnenden Enthusiasmus, mit dem damals alle Beteiligten am Werke gewesen sein dürften. Und die Geschichte stammt immerhin aus der Feder von Robert A. Heinlein, der u.a. auch die Romanvorlage für Verhoevens STARSHIP TROOPERS lieferte.

 

Aus der Ära der klassischen Universal-Grusler der 30er Jahre stammt – ebenso wie der weiten oben bereits angesprochene THE RAVEN – THE INVISIBLE RAY (USA 1936, Regie: Lambert Hillyer), der einmal mehr Boris Karloff und Bela Lugosi vor der Kamera vereint. Die Entdeckung eines neuen Elements auf einer wissenschaftlichen Expedition in Afrika hat hier durchaus verheerende Konsequenzen, was allerdings nicht unbedingt dazu führt, dass man sich als Zuschauer vor lauter Anspannung auf den Fingernägeln kauen müsste. Normalerweise weisen Filme wie dieser hier eine Laufzeit von ca. 60, maximal 70 Minuten auf; Hillyers Film dauert geschlagene 80 Minuten und diese für Horrorfilme der damaligen Zeit extrem üppige Laufzeit steht dem Gelingen des Films leider etwas im Weg. Es schleichen sich doch einige Längen ein und Spannung und Atmosphäre entwickelt sich eigentlich erst in den letzten 20 Minuten. Nett anzusehen und durchaus unterhaltsam ist THE INVISIBLE RAY natürlich dennoch geraten.

 

RIDE ALONG (USA 2014, Regie: Tim Story) und die nach dem Höher-Schneller-Weiter-Prinzip gestrickte Fortsetzung RIDE ALONG 2 (USA 2016, Regie: Tim Story), in denen sich Ice Cube als tougher Cop mit dem hyperaktiven Kevin Hart herumschlagen muss.

Regisseur Tim Story versucht sich in seinen Buddy Movies an einer typischen Mischung aus Klamauk und Action. Als Feierabendsnack durchaus brauchbar, Qualitätskino sieht jedoch komplett anders aus. Sonderlob gibt es für den Soundtrack-Einsatz des genialen „Sound of da Police“ von KRS-One in beiden Filmen (in der Fortsetzung leider nur im Abspann).

 

Ebenfalls noch unterhaltsam, aber fast noch einen Tick uninteressanter geraten ist MECHANIC: RESURRECTION (Frankreich / USA 2016, Regie: Dennis Gansel), in dem Profikiller Jason Statham drei Auftragsmorde ausführen muss, um Jessica Alba ihren hübschen Hintern zu retten.

Der zweite Auftragsmord mit dem Swimming Pool bleibt im Gedächtnis, vielleicht auch noch das Hinterteil von Jessica Alba. Ansonsten verblasst das Erinnerungsvermögen an den Film bereits während des Abspanns.

 

Und dass es dann tatsächlich noch egaler geht beweist X-MEN: APOCALYPSE (USA 2016, Regie: Bryan Singer), der in 2,5 Stunden Bombast und Effekte ohne Ende auffährt und dabei auch nichts anderes macht, als diese Gute-Mutanten-gegen-böse-Mutanten-Geschichte abermals durch den sprichwörtlichen Fleischwolf zu drehen. Ja, das ist schon alles nett anzusehen und ja, auch diesem Film ist ein gewisser Unterhaltungswert sicher nicht abzusprechen, mich persönlich langweilt dieser Superheldenkram jedoch von Film zu Film mehr und ich sollte irgendwann mal dieses zwanghafte Verhalten einstellen, mir diese ganzen doofen Superhelden-Blockbuster ansehen zu wollen.

 

Nicht mal mehr als unterhaltsam sondern als ausgesprochen zwiespältige Angelegenheit habe ich HIGH-RISE (Belgien / Großbritannien 2015, Regie: Ben Wheatley) empfunden, in dem Tom Hiddleston einen Mediziner spielt, der in ein futuristisches Hochhaus mit unzähligen Apartmenteinheiten zieht um dort Anonymität zu genießen und stattdessen in einen Strudel aus Dekadenz, Wahnsinn und Gewalt gerissen wird.

Filme wie dieser hier bekommen von mir immer das Gütesiegel “naja“ verpasst und reihen sich qualitativ irgendwo zwischen Filmen ein, die ich als noch unterhaltsam empfunden habe und solchen, die in meinen Augen einfach nur mies gewesen sind. Das Problem an HIGH-RISE ist, dass diese dystopische Klassenkampfthematik mit ihren ganzen dysfunktionalen Beziehungen einfach nur erschreckend oberflächlich und inhaltsleer daherkommt. Natürlich ist der Film komplett “over the top“, aber die unzähligen Provokationen erscheinen selbstzweckhaft, die Figuren sind allesamt komplett uninteressant und bleiben einem als Zuschauer einfach nur egal. Da gibt es keinen einzigen Charakter, zu dem man auch nur den Hauch einer Bindung aufbauen könnte. Das ist alles ziemlich schade, denn rein handwerklich gibt es an Wheatleys Film nicht wirklich viel auszusetzen. Kameraarbeit, Bildkomposition und Farbgebung möchte ich gar als exzellent bezeichnen und die Szene, in der die Portishead-Version des ABBA-Klassikers “SOS“ ertönt, geht definitiv als Paradebeispiel für perfekte Musikauswahl durch.

 

Und nun zum Bodensatz filmischen Schaffens:

Die Gurke des Monats geht an CRIMINAL (Großbritannien / USA 2016, Regie: Ariel Vromen), in dem Kevin Costner einen nicht zur Empathie fähigen Killer spielt, dem die Erinnerungen eines getöteten Agenten in das Gehirn verpflanzt werden und der daraufhin zur Begierde verschiedener Interessengruppen wird.

Ok, die größte Leistung des Films besteht dann am Ende des Tages halt doch darin, es hinzubekommen, offensichtlich vorhandenes Talent – neben Kevin Costner spielen u.a. Tommy Lee Jones, Gary Oldman, Ryan Reynolds und Gal Gadot mit – so komplett zu vergeuden. Die unfassbar hanebüchene Ausgangssituation entwickelt sich zu einer konfusen, uninteressanten, nervigen und stinklangweiligen Geschichte, die praktisch zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise mein Interesse wecken konnte. Zur 45-Minuten-Marke gibt es mal eine hübsche Kameraeinstellung (von oben herab in ein Treppenhaus gefilmt) und den Song im Abspann fand ich ganz nett. Ansonsten ist CRIMINAL einfach nur grottenschlechter und schier unerträglicher Rotz. Einer der beschissensten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Enough said…

Juni 2016: Beitrag Nr. 2

SOUTHPAW (Hongkong / USA 2015, Regie: Antoine Fuqua)

southpaw

(Fassung: Blu-ray, Tobis, Deutschland)

In Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Kurt Sutter schickt Regisseur Antoine Fuqua Jake Gyllenhaal als erfolgreichen Boxer in den Ring, malträtiert ihn mit fiesen Schicksalsschlägen, lässt ihn von ganz oben nach ganz unten abstürzen, nur um ihn im Schlussdrittel wie Phoenix aus der Asche wieder aufsteigen zu lassen…

Obwohl mich der Boxsport im wahren Leben überhaupt nicht interessiert, habe ich im Lauf meiner filmischen Sozialisierung – vor allem wegen der ROCKY-Reihe – eine Vorliebe für Boxfilme entwickelt und musste mir aus diesem Grund natürlich auch SOUTHPAW ansehen, einen Film, an den ich doch relativ hohe Erwartungen hatte. Wegen seines Hauptdarstellers, den ich immer gerne sehe. Und natürlich auch wegen seines Regisseurs, von dem ich spätestens seit SHOOTER ein großer Fan bin.

Vielleicht bin ich ja an meiner Erwartungshaltung gescheitert, aber so wirklich mitreißen konnte mich SOUTHPAW eigentlich nur im Schlussdrittel, beim wirklich atemberaubend inszenierten Schlusskampf, bei dem der Film dann alle Erwartungen erfüllen konnte und mich mit Gänsehaut und einer Träne im Auge in den Abspann entließ. Die Mischung aus Sportfilm und Drama in den knapp 90 Minuten davor hat leider nicht so gut funktioniert. Das wirkte alles viel zu konstruiert, viel zu übertrieben und viel zu unglaubwürdig und konnte mich als Zuschauer eigentlich nie so wirklich berühren. Eigentlich plätscherte SOUTHPAW über weite Strecken nur so dahin. Bis dann dieses Schlussdrittel kam und aus einem bis zu diesem Zeitpunkt höchstens halbwegs unterhaltsamen Film dann doch noch einen guten Film machte.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

PERSONAL BEST (USA 1982, Regie: Robert Towne)

personal best

(Fassung: DVD, Warner, USA)

Regisseur und Drehbuchautor Robert Towne erzählt die Geschichte zweier Fünfkämpferinnen (Mariel Hemingway und Patrice Donnelly), die in Qualifikationswettkämpfen versuchen, einen Platz im US-Team für die olympischen Sommerspiele 1980 zu ergattern, sich ineinander verlieben und schon schnell ihre Gefühle füreinander auf der einen und den bestehenden Konkurrenzkampf auf der anderen Seite nicht mehr miteinander vereinbaren können, natürlich noch nicht ahnend, dass die Teilnahme an der anstehenden Olympiade aus politischen Gründen von den USA boykottiert werden wird…

Robert Towne gelingt sowohl ein intimer und auch authentisch wirkender Einblick in das Innenleben eines Sportteams, dem alltäglichen Konkurrenzkampf, den die verschiedenen Sportlerinnen ausgesetzt sind und der harten Trainingsarbeit, die hinter den erhofften Erfolgen steckt, als auch ein einfühlsames Portrait zweier Frauen, denen ihre Gefühle einen gehörigen Strich durch ihre sportlichen Karriereplanungen zu machen drohen. Sehr schön auch zu sehen, wie vollkommen normal und natürlich Robert Towne die gleichgeschlechtliche Beziehung der beiden Frauen darstellt, für einen Film aus dem Jahr 1982 ist das ja nicht unbedingt selbstverständlich.

So wirklich gepackt hat mich PERSONAL BEST allerdings nicht. Townes Film kann zwar auch in schauspielerischer Hinsicht – vor allem wegen Hemingway und Donnelly in den Rollen der beiden Sportlerinnen und Scott Glenn in der Rolle des Trainers – durchaus überzeugen, hat aber mit dem großen Problem zu kämpfen, dass er mit einer Laufzeit von über 2 Stunden mindestens 30 Minuten zu lang gewesen ist und die Sportart des Fünfkampfs nun auch nicht unbedingt optimal dazu geeignet ist, den Film mit wirklich packenden Sportszenen zu füllen und so die Spannung zumindest ein bisschen hochzuhalten. Irgendwann zieht sich PERSONAL BEST fast nur noch wie Kaugummi und ich war am Ende dann auch schon fast froh, als er endlich vorbei war. Irgendwie schade, hätte den Film gerne mehr gemocht. Von seinem Ansatz und seiner Aussage her steht PERSONAL BEST auf jeden Fall auf der Seite der Guten.

Bewertung: Ganz ok! – 5/10

 

 

AMERICAN ULTRA (Schweiz / USA 2015, Regie: Nima Nourizadeh)

american ultra

(Fassung: Blu-ray, Concorde, Deutschland)

Jesse Eisenberg spielt Mike Howell, einen in einer amerikanischen Kleinstadt lebenden und nicht gerade selten bekifften Loser, der bereits Panikattacken bekommt, wenn er mit seiner Freundin Phoebe (Kristen Stewart) mal die Stadtgrenze überschreiten soll und dessen Leben von der einen auf die andere Sekunde komplett auf den Kopf gestellt wird, als er sich einem Killerkommando gegenüber sieht und plötzlich ungeahnte Fähigkeiten entdeckt. Denn der von Eisenberg gespielte Howell ist in Wahrheit eine vom CIA ausgebildete und stillgelegte Tötungsmaschine, die nun für immer zum Schweigen gebracht werden soll…

Regisseur Nima Nourizadeh zeichnete vor AMERICAN ULTRA für den im Found-Footage-Stil gedrehten PROJECT X verantwortlich, in dem eine Party komplett außer Kontrolle geriet und der den Zuschauer mit Unglaublichkeiten am laufenden Band konfrontierte. So ähnlich geht es auch in AMERICAN ULTRA zu, auch wenn dieser Film hier natürlich – was die Handlung und die eingesetzten Stilmittel angeht – rein gar nicht mit dem Erstlingswerk des Regisseurs zu vergleichen ist.

Als Zuschauer sitzt man staunend und kopfschüttelnd vor dieser komplett durchgeknallten Wundertüte von Film, die Nourizadeh da auf einen loslässt und kann sich über die ganze Laufzeit nie so richtig entscheiden, ob man das, was man da sieht, nun gut oder beschissen finden soll. Die Handlung ist komplett hanebüchen, Spannung und Atmosphäre sind praktisch nicht vorhanden, stattdessen wird AMERICAN ULTRA von seinen Schauwerten regiert, die reichlich vorhanden sind und zu großen Teilen aus oft derben Gewaltausbrüchen bestehen. Ich selbst bin mir auch drei Tage nach Sichtung des Films noch immer nicht ganz sicher, was ich da eigentlich gesehen habe. Es war auf jeden Fall verdammt unterhaltsam, auch wenn streckenweise die Gefahr bestand, Ermüdungserscheinungen wegen kompletter Reizüberflutung zu erleiden.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR (Deutschland 1963, Regie: Harald Reinl)

der würger von schloss blackmoor

(Fassung: DVD, Universum, Deutschland)

Im Gegensatz zum Vorgänger DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER orientiert sich der zweite Film in Brauners Bryan-Edgar-Wallace-Reihe was Settings und Atmosphäre angeht doch deutlich mehr an den großen Vorbildern der Rialto. Angesiedelt ist DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR in einem dieser wunderbaren Schloss-Settings und die Handlung dreht sich um einen maskierten Killer, der Menschen rund um das titelgebende Schloss auf diverse Methoden um die Ecke bringt, um die typischen Querelen rund um ein Erbe und um wertvolle Diamanten, auf die es nicht gerade wenige zwielichtige Typen abgesehen haben.

Was an DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR in erster Linie positiv hervorzuheben ist, sind seine Schauwerte und die Tatsache, dass der Film von Regisseur Harald Reinl ohne große Längen und überaus flott inszeniert wurde. Toll ist natürlich vor allem das alte Schloss mit seinen Geheimgängen, seinen unheimlichen Kellerverliesen und seinen undurchsichtigen Bewohnern, u.a. einem irren Diener, der in einem Kellergewölbe mit Wahnsinn in den Augen seine Zeit mit dem Schleifen von Diamanten verbringt. Zudem sind die Morde, die der titelgebende Würger begeht, erstaunlich derbe ausgefallen. Da wird nicht nur gewürgt, sondern gleich noch enthauptet und mitunter auch mit schweren Kalibern geschossen. Schön auch zu sehen, dass das obligatorische “comic relief“ im Vergleich zum Vorgänger hier deutlich verhaltener agiert. War es in DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER noch Chris Howland, der sich zum Deppen machen durfte, ist es hier nun Walter Giller, der als schrulliger Schlossbesitzer für Heiterkeit sorgen soll, dabei für den Zuschauer aber nie so anstrengend wird, wie es eben Howland im Film zuvor noch gewesen ist. Und dann hat Reinl in der Rolle der Leading Lady Karin Dor zur Verfügung, die ihren Part natürlich souverän meistert und dem Film das verleiht, was ihm sonst – und das ist dann auch seine große Schwäche – leider vollends abgeht, nämlich einen Hauch von Starpower. Die Rolle des Ermittlers wurde mit Harry Riebauer erneut mit einem Schauspieler besetzt, der diesen wichtigen Part praktisch zu keiner Sekunde so wirklich ausfüllen kann. In den Vorbildern der Rialto wurden diese Rollen mit Charakterköpfen wie Fuchsberger oder Drache besetzt, denen Riebauer leider in keinster Weise das Wasser reichen kann.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

FLED (USA 1996, Regie: Kevin Hooks)

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(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Aufgrund einer Verkettung dummer Zufälle befinden sich in FLED die beiden Häftlinge Piper (Laurence Fishburne) und Dodge (Stephen Baldwin) plötzlich aneinander gekettet auf der Flucht aus Gefängnisgewahrsam und vor den sie verfolgenden Ordnungshütern. Dass sich die beiden nun nicht gerade bestens miteinander erschweren erleichtert ihre missliche Lage ebenso wenig wie die Tatsache, dass neben den Behörden auch die kubanische Mafia hinter ihnen her ist…

Herausgekommen im Jahr 1996, könnte man meinen, FLED müsste schon allein aufgrund seiner Ausgangssituation mit den beiden aneinander geketteten Streithähnen ein Paradebeispiel für einen dieser von Humor durchsetzten Actionfilme aus den 90ern sein. Aber weit gefehlt, FLED ist zwar nicht gänzlich von Humor befreit – ein paar komische Momente mussten damals wohl einfach in jeden Actionfilm integriert werden -, über weite Strecken geht es in diesem rasanten Jagd/Flucht-Szenario aber durchaus ernst und auch ausgesprochen grimmig zur Sache. Regisseur Kevin Hooks, der hauptsächlich fürs TV arbeitet und für den FLED neben dem 4 Jahre zuvor entstandenen PASSENGER 57 mit Wesley Snipes in der Hauptrolle einen der ganz wenigen nennenswerten Ausflüge ins Kino darstellt, geht hier wirklich alles andere als zimperlich zur Sache. FLED wird von blutigen Shoot-Outs und druckvollen Actionszenen beherrscht, die geschickt innerhalb des Handlungsverlaufs platziert sind und dem Zuschauer nur wenig Zeit zum Verschnaufen lassen. Hooks treibt seine Handlung ohne große Schnörkel voran, baut dabei geschickt Spannung auf und entwickelt seine beiden Hauptcharaktere inmitten einer Ansammlung ziemlich klischeehafter Figuren immerhin so weit, dass sie einem als Zuschauer nicht egal bleiben und man relativ schnell eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. FLED ist ein Beispiel für grundsolides und im höchsten Maße unterhaltsames Actionkino an dem es im Endeffekt nichts groß auszusetzen gibt.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

HOTEL TRANSYLVANIA 2 (USA 2015, Regie: Genndy Tartakovsky)

hotel transylvania 2_01

hotel transylvania 2_02

(Fassung: Blu-ray 3D, Sony, Deutschland)

Nachdem sich der ein Hotel für Monster betreibende Graf Dracula im Vorgänger aus dem Jahr 2012 noch damit auseinandersetzen musste, dass ein Menschenjunge in sein Hotel gelangt war und er dies vor seinen Gästen verzweifelt zu vertuschen versuchte, beginnt HOTEL TRANSYLVANIA 2 nun mit der Hochzeit eben dieses Menschenjungen mit Draculas Tochter Mavis, eine Verbindung, aus der schon bald Nachwuchs hervorgehen soll. Als sein Enkelsohn bereits knapp 5 Jahre alt ist und noch immer keine Anzeichen zeigt, dass auch in ihm ein echter Vampir steckt, wird Dracula jedoch langsam nervös und versucht mit allen Mitteln, den tief im Inneren des Jungen schlummernden Vampir zu wecken…

Regisseur Genndy Tartakovsky verlässt sich bei seiner Fortsetzung zwar erneut auf all die Zutaten, die bereits seinen Vorgänger zu einem großen Spaß für alte Altersklassen haben werden lassen, an die extrem hohe Gagdichte von HOTEL TRANSYLVANIA kommt der zweite Teil jedoch leider nicht heran. Es dauert einige Zeit bis der Film so richtig Fahrt aufnimmt und richtig lustig wird HOTEL TRANSYLVANIA 2 eigentlich erst in der zweiten Hälfte, wenn Dracula sich mit seinen Monsterkumpels seinen Enkelsohn schnappt und diesen ohne das Wissen seiner Tochter, die sich derweil in Kalifornien auf Haussuche befindet, da sie plant, mit ihrem Mann und ihrem Sohn aus Transsilvanien wegzuziehen, auf einen Road Trip der etwas anderen Art mitnimmt um endlich den Vampir in ihm zu wecken. Ab diesem Zeitpunkt haben sich schon einige zum Schreien komische Szenen in HOTEL TRANSYLVANIA 2 eingeschlichen, nennenswert dabei vor allem die leider schon im Trailer verheizte Sequenz, in der Dracula seinem Enkel das Fliegen beibringen will.

Unbedingt erwähnenswert ist natürlich auch die erneute Liebe zum Detail, die bereits den Vorgänger auszeichnete und die hier auch wieder in praktisch jeder Szene zum Vorschein kommt. In allen Ecken und Winkeln des Films gibt es erneut jede Menge an liebevollen Kleinigkeiten zu entdecken und allein diese Tatsache macht – wie bereits den Vorgänger – HOTEL TRANSYLVANIA 2 zu einem Film, der nicht nur das kindliche Zielpublikum anspricht, sondern auch einem erwachsenen, horrorfilmbegeisterten Publikum in nicht wenigen Sequenzen ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

GAME OF THRONES: SEASON 4 (USA 2014; Idee: David Benioff / D.B. Weiss)

game of thrones

(Fassung: Blu-ray, HBO/Warner, Deutschland)

Die mittlerweile vierte Staffel von GAME OF THRONES ist die erste Staffel, die nicht auf einem ständig konstant bleibenden Niveau am Zuschauer vorbeizieht, sondern innerhalb der 10 Folgen auch mal den einen oder anderen Ausreißer nach unten und nach oben parat hält, was der Serie durchaus zum Vorteil gereicht. Diese Staffel ist auch die erste Staffel, die mich nun nicht allein aufgrund der grandiosen Oberfläche, sondern auch aufgrund des Inhalts für sich einnehmen konnte.

Ein Markenzeichen der Serie (bzw. der Romanvorlagen, die ich allerdings nicht gelesen habe) ist ja, dass sie mit Hauptfiguren nicht sonderlich zimperlich umgeht. Man muss jederzeit damit rechnen, dass eine etablierte Hauptfigur auf möglichst derbe Art und Weise aus dem Leben scheiden muss und wie in den drei Staffeln zuvor, müssen natürlich auch in Season 4 so einige größere Charaktere ihren Hut nehmen. Das hat den großen Vorteil, dass dieses irrsinnige Figurengeflecht, mit all den gegenseitigen Interessen, welche die einzelnen Personen so haben, und für das man insbesondere in der vorherigen Staffel schon langsam aber sicher einen Stammbaum hätte aufzeichnen müssen um es komplett überblicken zu können, nun langsam etwas ausgedünnt wird und GAME OF THRONES in dieser vierten Staffel erstmals weitaus übersichtlicher geraten ist als in den drei Staffeln zuvor. Inmitten von Sex und Gewalt, von blanken Brüsten, rollenden Köpfen und heraushängenden Eingeweiden ist es mir nun endlich gelungen, auch echtes Interesse für den Handlungsverlauf und die verschiedenen Figuren zu entwickeln und mich nicht allein aufgrund der exorbitanten Schauwerte unterhalten zu lassen. Mal schauen, wie es weitergeht.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

ORPHAN (Deutschland / Kanada / USA 2009, Regie: Jaume Collet-Serra)

orphan

(Fassung: Blu-ray, Kinowelt, Deutschland)

Horrorfilme, in denen Kinder der Ausgangs- und Mittelpunkt des Horrorgeschehens sind, halte ich in ihrer Wirkung meist für besonders effektiv. Auch ORPHAN macht da keine große Ausnahme. Im Mittelpunkt steht die 9-jährige Esther (unfassbar unheimlich: Isabelle Fuhrman), die von den Ehegatten Kate (Vera Farmiga) und John (Peter Sarsgaard) adoptiert wird und sich schon bald zu einer echten Gefahr – vor allem für die beiden leiblichen Kinder des Paares – entwickelt, wobei insbesondere der von Peter Sarsgaard gespielte Vater seine Augen vor diesen Entwicklungen verschließt und die Bedenken seiner Frau in keinster Weise ernst nehmen will. Wie es in solchen Filmen nun mal ist, steuert alles auf die unausweichliche Katastrophe zu…

Regisseur Jaume Collet-Serra, der sich in den Jahren nach ORPHAN ja zu so etwas wie dem Hausregisseur von Liam Neeson entwickeln sollte (er inszenierte UNKNOWN, NON-STOP und RUN ALL NIGHT mit Neeson in der Hauptrolle), lässt das Böse in Gestalt eines zunächst unschuldig wirkenden Mädchens langsam und unausweichlich über die Protagonisten des Films und über sein Publikum hereinbrechen. Wie Collet-Serra die Spannungsschraube immer mehr anzieht, eine immer dichtere Atmosphäre entwickelt, dem Zuschauer immer einen kleinen Wissensvorsprung gewährt und es so schafft, dass man dem Geschehen auf dem Bildschirm in kompletter Hilflosigkeit und der bösen Vorahnung folgt, dass dieser Film kein Happy End für alle Beteiligten bereit halten dürfte, ist ungemein effektiv und macht ORPHAN zu einem absoluten Nailbiter. Dass ein Film wie dieser natürlich auch nicht ohne typische Horrorfilmklischees auskommen kann und dass der Twist um die Identität der Adoptivtochter doch etwas arg konstruiert wirkt, trübt den positiven Gesamteindruck zwar ein kleines bisschen, an der Tatsache, dass ORPHAN als Horrorfilm richtig gut funktioniert, können diese Schwächen jedoch auch nichts ändern. Und Vera Farmiga in der Rolle der Mutter spielt einfach großartig. Auch das muss unbedingt noch erwähnt werden.

Bewertung: Gut! – 7/10

The Remains of April

PADDINGTON (Frankreich / Großbritannien 2014, Regie: Paul King)

paddington

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Basierend auf einer Kinderbuchserie des britischen Autoren Michael Bond – der bereits in den 70er, 80er und 90er Jahren als Vorlage diverser Animations-TV-Serien diente – erzählt PADDINGTON die Geschichte eines kleinen, sprechenden Bären, der aus dem Dschungel Perus nach London kommt und dort eine Bleibe sucht. Glücklicherweise wird er bereits kurz nach seiner Ankunft am Bahnhof Paddington von Henry Brown (Hugh Bonneville) und seiner Familie aufgegriffen, die ihm eine vorübergehende Unterkunft zur Verfügung stellen. Schon schnell wird das Leben der Browns von Paddington, dem der Schauspieler Ben Whishaw seine Stimme leiht, ziemlich auf den Kopf gestellt…

Regisseur Paul King hat mit PADDINGTON tatsächlich einen Kinder- bzw. Familienfilm gedreht, bei dem die abgedroschene “Unterhaltung für die ganze Familie“-Floskel passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Solch durch und durch harmlose Geschichten wie die des kleinen Bären hier neigen ja oft dazu, das kindliche Zielpublikum zwar in ihren Bann zu ziehen, erwachsene Zuschauer, die sich das mit anschauen müssen, aber maßlos zu langweilen. Durch die Figur der fiesen Millicent, die von einer bestens aufgelegten Nicole Kidman herrlich gemein interpretiert wird, kommt in PADDINGTON Leben in die Bude, wobei es King schafft, seinen weiblichen Bösewicht so zu inszenieren, dass Kinder von ihm wohl keine Albträume bekommen dürften. Die Balance zwischen spannenden, dramatischen und lustigen Momenten – allein die Badezimmerszene ist zum Schreien komisch – ist Regisseur King ganz vorzüglich gelungen und so bietet PADDINGTON – und nun komme ich zu einer Variation  der obigen Floskel zurück – über die komplette Laufzeit ausgesprochen kurzweilige Unterhaltung für Jung und Alt.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

DAWN OF THE PLANET OF THE APES (USA 2014, Regie: Matt Reeves)

dawn of the planet of the apes

(Fassung: Blu-ray 3D, 20th Century Fox, Deutschland)

 Die Vorgeschichte zum Sci-Fi-Klassiker PLANET OF THE APES, die Regisseur Rupert Wyatt mit RISE OF THE PLANET OF THE APES im Jahr 2011 bereits auf ausgesprochen sehenswerte Weise begonnen hat zu erzählen, wird von Regisseur Matt Reeves in dem drei Jahre später entstandenen DAWN OF THE PLANET OF THE APES nun fortgesetzt, jedoch ohne dabei qualitativ an den unmittelbaren Vorgänger heranzukommen.

Die vom Schimpansen Caesar (Andy Serkis) angeführten Affen haben sich in den Wäldern nun schon vor einigen Jahren eine Siedlung errichtet und kommen praktisch nicht mehr mit Menschen in Kontakt. Viel mehr gehen sie davon aus, dass die Menschheit das im Vorgänger freigesetzte Virus nicht überlebt hat. Weit gefehlt, im zerstörten San Francisco gibt es nicht wenige Überlebende und die sind dringend auf eine funktionierende Energieversorgung angewiesen. Hilfreich könnten dabei die Arbeiten an einem Staudamm sein, der sich jedoch unmittelbar in der Nähe der Affensiedlung befindet…

Das Problem von RISE OF THE PLANET OF THE APES ist, dass man diese Geschichte, die hier erzählt wird, auf die eine oder andere Weise schon unzählige Male gesehen hat. Wegen des Staudamms kommt es zu Konflikten, beiderseitiges Misstrauen schürt Hass und Kriegstreiber auf beiden Seiten versuchen, diese Situation für sich auszunutzen. RISE OF THE PLANET OF THE APES reiht Klischee an Klischee und wäre wirklich weit davon entfernt, als guter oder empfehlenswerter Film bezeichnet werden zu können, wenn er in visueller Hinsicht nicht wirklich alles richtig machen würde. Regisseur Reeves und seine Effekte-Crew ziehen hier wirklich alle Register ihres Könnens und man muss einfach neidlos anerkennen, dass RISE OF THE PLANET OF THE APES einfach phantastisch – streckenweise sogar atemberaubend – gut aussieht und man als Zuschauer ob der gebotenen Schauwerte während der Sichtung gar keine Zeit daran verschwenden mag, sich über den Inhalt des Gezeigten großartige Gedanken zu machen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

PLANET OF THE APES (USA 1968, Regie: Franklin J. Schaffner)

planet of the apes

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Nach der Sichtung von DAWN OF THE PLANET OF THE APES am Abend zuvor verspürte ich große Lust, mir Schaffners Original aus dem Jahr 1968 nach vielen, vielen Jahren – zuletzt dürfte ich den Film als Jugendlicher im Fernsehen gesehen haben – mal wieder anzusehen. Diese letzte Einstellung, mit der Freiheitsstatue im Sand, hat sich natürlich für alle Zeiten ins Gehirn und in die Netzhaut eingebrannt. Das Ende von PLANET OF THE APES gehört zur Allgemeinbildung innerhalb der Pop-Kultur, selbst Leute, die den Film nie gesehen haben, dürften wissen, dass sich der von Charlton Heston gespielte Astronaut nach seinem Raum-Zeit-Sprung nicht etwa auf einem fremden Planeten, sondern tatsächlich auf der Erde befindet. Was für ein filmisches Glück wäre es, wenn man Filme wie diesen hier, komplett ohne Vorwissen, zum ersten Mal ansehen und sich vom Twist am Ende genauso überraschen lassen könnte wie das damalige Premierenpublikum. Es spricht natürlich für Schaffners Film, dass er auch mit Kenntnis dieses Twists und knapp 50 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch hervorragend funktioniert.

PLANET OF THE APES ist eine der ganz großen Dystopien der Filmgeschichte, herausgekommen in einer Zeit, in der das Kino – gerade im Bereich des Sci-Fi-Films – immer wieder die Finger in die diversen Wunden der Menschheit gelegt hat und die Zuschauer auf mitunter drastische Art und Weise zum Umdenken bringen wollte. So drastisch, so intelligent, so spannend und so ungemein unterhaltsam wie hier wurde den Zuschauern jedoch nur selten der Spiegel vorgehalten und die Botschaft die hinter PLANET OF THE APES steckt, die Religions- und Ideologiekritik, die Schaffner – bzw. Romanautor Pierre Boulle als Vorlagengeber – dem Zuschauer hier auftischt, hat leider bis zum heutigen Tage nichts an ihrer Aktualität verloren.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

HOUSE OF CARDS: SEASON 2 (USA 2014, Idee: Beau Willimon)

house of cards

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Nachdem es der ebenso charismatische wie intrigante Kongressabgeordnete Francis Underwood (Kevin Spacey) zum Ende der ersten Staffel als Vizepräsident ins Weiße Haus geschafft hat, versucht er nun in der zweiten Staffel mit seinen Intrigen den Präsidenten zu stürzen…

Qualitativ steht diese zweite Season der Auftaktstaffel in so gut wie nichts nach. Die 13 Episoden umspannende Geschichte rund um den unwiderstehlichen Unsympathen lebt erneut von der glaubwürdigen Figurenzeichnung, der packenden Entwicklung des Plots und der erstklassigen Besetzung, der es spielerisch gelingt, diese ganzen, eigentlich unfassbaren Wendungen, welche die Geschichte so hervorbringt, als das realistischste und normalste der Welt erscheinen zu lassen.

Das einzige Problem dieser zweiten Season macht sich die Serie selbst, und zwar mit der Auftaktepisode. Die ist – was das Überschlagen von Ereignissen angeht – einfach so unfassbar und legt, insbesondere in Sachen Spannung, die qualitative Messlatte so extrem hoch, dass es den folgenden 12 Episoden eigentlich nie gelingt, diese erste Folge in irgendeiner Weise noch zu übertreffen. Aber das ist jetzt Jammer auf extrem hohem Niveau.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

JURASSIC WORLD (USA 2015, Regie: Colin Trevorrow)jurassic world

(Fassung: Blu-ray 3D, Universal, Deutschland)

 Nach dem eher vergessenswerten JURASSIC PARK III dauerte es ganze 14 Jahre bis die von Steven Spielberg einst so erfolgreich gestartete Reihe wiederbelebt wurde. In JURASSIC WORLD wird der Zuschauer nun mit einem voll funktionsfähigen und von Tausenden zahlenden Besuchern bevölkerten Dino-Park konfrontiert, in dem ein genetisch verändertes und extrem aggressives Exemplar außer Kontrolle gerät. Und der von Steven Spielberg als ausführender Produzent betreute Film funktioniert tatsächlich richtig gut.

Regisseur Colin Trevorrow hat aus den Fehlern, die Joe Johnston beim Vorgänger unterlaufen sind, ganz offensichtlich seine Lehren gezogen und mit JURASSIC WORLD einen Film abgeliefert, der ganz eindeutig den Geist des Originals ausstrahlt und qualitativ in meinen Augen nicht sonderlich weit von diesem entfernt ist. Wie einst Spielberg in JURASSIC PARK konzentriert sich auch Trevorrow in JURASSIC WORLD in erster Linie auf seine handelnden Personen, ist darum bemüht, seine Charaktere zu entwickeln und lässt diese – nachdem dies geschehen ist – sodann in die brenzlige Situation geraten, um die sich der Film letztendlich dreht. JURASSIC WORLD zehrt vor allem von der Chemie, die sich zwischen den beiden Hauptdarstellern Chris Pratt und Bryce Dallas Howard langsam entwickelt und davon, dass Trevorrow diese so wichtige Balance zwischen ruhigen und spektakulären Momenten ganz vorzüglich gelungen ist. Die Action-Sequenzen sind auf der einen Seite so choreographiert und wohldosiert eingesetzt, dass man als Zuschauer nicht mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen hat, bieten auf der anderen Seite aber auch so viel Spektakel und Schauwerte, dass man auch als Erwachsener immer wieder mit großen, staunenden (Kinder-)Augen das Geschehen auf dem heimischen TV verfolgt. Eine Fortsetzung bzw. ein Reboot, welches dem Original wirklich zur Ehre gereicht.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

PROMETHEUS (Großbritannien / USA 2012, Regie: Ridley Scott)

prometheus

(Fassung: Blu-ray 3D, 20th Century Fox, Deutschland)

Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Idris Elba, u.a. begeben sich in PROMETHEUS Ende des 21. Jahrhunderts auf eine Reise in die Tiefen des Weltalls um dort auf einem fernen Planeten Antworten auf die ewige Frage nach der Entstehung der Menschheit zu suchen und – so hoffen natürlich alle Beteiligten – wenn möglich auch zu finden…
Wenn mich meine Erinnerung nicht trübt, sind die Kritiker damals nicht ganz so wohlwollend mit Scotts PROMETHEUS umgegangen. Obwohl Scott immer betont hatte, das PROMETHEUS lediglich im selben Universum wie die ALIEN-Filme spiele, deswegen aber nicht als direktes Prequel zu verstehen sei, dürften viele vielleicht doch enttäuscht gewesen sein, dass in PROMETHEUS (fast) keine Aliens vorkommen. Anders kann ich mir die durchwachsenen Stimmen zu Scotts Film ehrlich gesagt nicht erklären. Oder vielleicht war auch meine Erwartungshaltung aufgrund dieser Stimmen so niedrig, dass mich PROMETHEUS tatsächlich ohne jegliche Probleme für sich gewinnen konnte. Denn ich muss sagen, was Scott dem Zuschauer hier bietet, ist richtig gutes Science-Fiction-Kino. Vom Start weg hat mich insbesondere diese ganz vorzügliche Mystery-Atmosphäre begeistern können, die Scott aufbaut, die immer dichter wird und die im Zusammenspiel mit diesem philosophischen Unterbau der Handlung für nicht wenige Gänsehautmomente sorgt. Dazu gesellen sich dann noch diese wundervollen, auf Designs von H.R. Giger beruhenden Settings, eine sich stetig steigernde Spannung, der eine oder andere Schock-Effekt und eine tolle Besetzung und fertig ist ein Science-Fiction-Film, der weitaus besser ist als sein Ruf und von dem man sich – sofern man sich vorbehaltlos auf ihn einlässt – in meinen Augen nur begeistern lassen kann.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

BOLT (USA 2008, Regie: Byron Howard / Chris Williams)

bolt

(Fassung: Blu-ray 3D, Disney, Deutschland)

Gemeinsam mit seinem Frauchen Penny (Miley Cyrus) erlebt der kleine Hund Bolt (John Travolta) die tollsten Abenteuer und rettet diese aufgrund seiner Superkräfte immer wieder aus größter Gefahr. Als eine Rettungsaktion jedoch nicht gelingt und Penny den Bösen in die Finger fällt, bricht Bolt aus seiner Behausung aus und versucht auf eigene Faust, Penny aus den Klauen der Bösewichter zu befreien. Was Bolt dabei jedoch nicht weiß, ist, dass für Penny keinerlei Gefahr droht, er in Wirklichkeit ein Schauspielhund ist, in einer Action-TV-Serie mitwirkt und nicht wirklich über Superkräfte verfügt. So muss er sich außerhalb des ihm bekannten TV-Sets plötzlich ohne große Fähigkeiten in der Realität behaupten…

Die Ausgangssituation von BOLT stellt so etwas wie die Disney-Variante von Weirs THE TRUMAN SHOW dar, in der Jim Carrey als Truman Burbank einst feststellen musste, dass sein ganzes Leben nur Teil einer Fernsehsendung ist und die wahre Welt da draußen ganz anders aussieht. So ergeht es auch dem von John Travolta gesprochenen Hund Bolt, der sich auf einen wilden Road Trip begibt, um sein geliebtes Frauchen Penny zu retten. Wie es für Road Movies üblich ist, ist auch hier der Weg das Ziel und wie es für Disney-Filme üblich ist, gibt es für das junge Zielpublikum dann auch noch eine ebenso positive wie einfach gestrickte Botschaft mit auf den Weg. Den Trip, den Bolt unternimmt, haben die beiden Regisseure Byron Howard und Chris Williams ausgesprochen spannend, lustig, actionreich und spektakulär in Szene gesetzt und so ist BOLT ein Film, der definitiv auch erwachsene Freunde von Animationsfilmen ansprechen dürfte. Schon die Auftaktsequenz, in der der Zuschauer, der sich nicht vorher über den Plot des Films informiert hat, selbst nicht weiß, dass er es hier mit einer Film-im-Film-Szene zu tun hat, ist in ihrer Dynamik, in ihrem visuellen Einfallsreichtum und in ihrer Rasanz ziemlich atemberaubend geraten und dieses erste Highlight soll im weiteren Verlauf des Films nicht das einzige bleiben. BOLT macht richtig viel Spaß und präsentiert neben gelungener Animations-Action auch so einige, irrsinnig komische Sequenzen, wobei für die Gags insbesondere die beiden Sidekicks von Bolt, die dieser während seines Trips kennenlernt und die ihn schließlich auf seiner Suche begleiten und sich mit ihm anfreunden, eine Katze und ein dicklicher, sich mit einer durchsichtigen Plastikkugel fortbewegender Hamster, verantwortlich zeichnen. Und wenn die Macher dann auch noch den für Disney so typischen Kitschfaktor im Finale des Films etwas minimiert hätten, man könnte für BOLT wirklich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

THE DROP (USA 2014, Regie: Michaël R. Roskam)

the drop

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Barkeeper Bob (Tom Hardy) arbeitet in einer Bar seines Cousins Marv (James Gandolfini) in New York, die dem organisierten Verbrechen als vorübergehender Lagerort von dreckigem Geld dient. Als die Bar eines Tages überfallen wird, bekommen Bob und Marv ein Problem…

THE DROP ist ein erfreulich ruhig erzählter Gangsterfilm, der in seiner unaufgeregten Art an das Genrekino der 70er Jahre erinnert. Als Zuschauer kann man sich von der Stimmung und Atmosphäre, die THE DROP ausstrahlt wunderbar treiben lassen und dabei tief in die verschiedenen Handlungsstränge, die Roskam miteinander verbindet – neben der Sache mit dem Überfall geht es für Bob auch noch um eine sich anbahnende Romanze, einen kleinen Hund und einen psychopathischen Stalker – eintauchen, nur um immer wieder durch heftige Spannungs- und Gewalteruptionen ausgesprochen unsanft geweckt zu werden.

Tom Hardy und Noomi Rapace, die als Hardys Love Interest zu sehen ist, spielen schlicht großartig und der tolle James Gandolfini, der im Juni 2013 verstarb, hinterlässt mit dem erst nach seinem Tod veröffentlichten THE DROP ein mehr als sehenswertes Vermächtnis. Ein ganz wunderbarer, kleiner Film, der an dieser Stelle wärmstens weiterempfohlen werden soll.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

SEASON OF THE WITCH (USA 2011, Regie: Dominic Sena)

season of the witch

(Fassung: Blu-ray, Universum Film, Deutschland)

Angefixt von dem vor kurzem gesehenen GHOST RIDER: SPIRIT OF VENGEANCE landete mit SEASON OF THE WITCH gleich der nächste Film mit Nicolas Cage in der Hauptrolle im heimischen Blu-ray-Player. Ich hätte es einfach sein lassen sollen.

Nicolas Cage und Ron Perlman spielen zwei vom ewigen Schlachtengetümmel müde Tempelritter, denen wegen Untreue ein Leben im Kerker droht und die sich mit einer letzten Mission der diversen Anklagepunkte, die gegen sie erhoben werden, entledigen und ein Leben in Freiheit leben können. Im tiefsten Mittelalter wütet die Pest durch das Land und die beiden Protagonisten sollen eine junge Frau, die der Hexerei verdächtigt und für die Seuche verantwortlich gemacht wird, von A nach B bringen, damit dieser dort ein fairer Prozess gemacht werden kann. Eine enorm eintönige und unbeholfene Reise durch seltsame Settings und gesäumt von miesen CGI-Effekten nimmt ihren Lauf…

SEASON OF THE WITCH ist ein Paradebeispiel für einen Film, den nicht mal mehr seine unfreiwillige Komik und das unfassbare Overacting von Nicolas Cage retten kann. Es ist nun wirklich nicht meine Art, mich über Filme lustig zu machen, aber was Regisseur Dominic Sena dem Zuschauer hier auftischt, hätte es tatsächlich verdient, auf dem nächsten Marktplatz ausgestellt und ausgelacht zu werden. Es ist ja nicht so, dass SEASON OF THE WITCH nicht auch seine Momente hätte, diese generieren sich jedoch in erster Linie aus zumeist unfreiwilliger Komik. Zum Beispiel aus dem zwischen Cage und Perlman den ganz Film über stattfindenden Wettkampf im doof dreinschauen (aus dem jedoch kein Sieger hervorgeht), aus der interessanten Wischmoppfrisur, die Cage am Anfang des Films auf seinem Kopf spazieren trägt, aus der unglaublichen Maske, die man dem armen Christopher Lee verpasst hat, der als an der Pest erkrankter Kardinal in einem Bett liegt und aussieht, als hätte man ihm eine verfaulte Kartoffel auf die Stirn geklebt, aus diesen unzähligen, tollen Dialogzeilen der Marke “We believe what we want to believe.“, “Honor is not a thing to be dismissed or forgotten.“ oder auch “We’re going to need more holy water.“, die allesamt mit einer Inbrunst vorgetragen werden, als gäbe es kein Morgen mehr, und natürlich aus dieser schier unübersichtlichen Anzahl von Sequenzen purer Suspense, wie bspw. der, in der Nicolas Cage mit seinem Pferd über eine wacklige Holzbrücke schreitet. SEASON OF THE WITCH ist ganz großes Kino, die Schauspieltruppe des Laientheaters in Rheda-Wiedenbrück hätte es nicht viel besser hinbekommen. Schon besser, aber nicht viel besser.

Bewertung: Mies (mit ein paar netten Momenten)! – 3/10

 

 

CLICK (USA 2006, Regie: Frank Coraci)

click

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Adam Sandler spielt den ständig gestressten Michael Newman, der sich abrackert um in seiner Firma als Partner anerkannt zu werden und dabei leider seine Familie viel zu sehr vernachlässigt. Als er eines Tages von dem mysteriösen Morty (Christopher Walken) eine magische Fernbedienung geschenkt bekommt, mit der er sein eigenes Leben kontrollieren kann, scheinen alle Probleme gelöst zu sein. Doch mit dem übermäßigen Einsatz der Fernbedienung kommt es für Michael erst richtig dicke…

CLICK reiht sich ganz wunderbar in die bisher noch recht übersichtliche Filmographie von Regisseur Frank Coraci ein, der vor diesem bereits mit Sandler bei THE WEDDING SINGER und THE WATERBOY zusammengearbeitet hatte und nach CLICK u.a. die beiden Kevin-James-Komödien HERE COMES THE BOOM und ZOOKEEPER sowie BLENDED (wieder mit Adam Sandler in der Hauptrolle) drehen sollte. Allesamt Filme, die ungemein liebenswürdig sind und in ihrer kompletten Harmlosigkeit einfach nur verdammt sympathisch rüberkommen. Auch CLICK erlaubt sich – bis auf ein paar herrliche Szenen mit gemäßigterem Gross-Out-Humor – praktisch keinerlei Ausbrüche, die dazu führen könnten, dass man diesem Film irgendeine böswillige Agenda unterstellen könnte. Was ihn aber – insbesondere von den anderen Sandler-Filmen Coracis doch unterscheidet – ist die Tatsache, dass dieser Film hier, wohl wegen seines phantastischen Plots, weniger eingängig wirkt als seine Gesinnungsgenossen. Mitunter schleichen sich in CLICK doch einige Längen ein, nicht alle Gags wollen zünden und stellenweise fand ich die Konsequenzen, die Sandler wegen der Fernbedienung ertragen muss, doch arg konstruiert und “unglaubwürdig“ (wenn man dieses letzte Wort vor dem Hintergrund der phantastischen Handlung des Films so benutzen darf). Toll war dagegen dieser doppelte Twist am Ende, da er das so Offensichtliche doch wieder ins Gegenteil verkehrt hat.

Für Freunde von Adam Sandler dürfte auch dieser nicht ganz so gute Film definitiv einen Blick wert sein, wer mit Sandler eh nix anfangen kann, sollte vielleicht gerade von diesem Film erst recht die Finger lassen.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

THE WEDDING RINGER (USA 2015, Regie: Jeremy Garelick)

the wedding ringer

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Der gutmütige Doug Harris (Josh Gad) kann es noch immer nicht fassen, dass die ausgesprochen attraktive Gretchen (Kaley Cuoco) auf seinen Heiratsantrag mit Ja geantwortet hat. Doug ist ein absoluter Durchschnittstyp, hat keine Freunde und nun panische Angst, an seiner bald stattfindenden Hochzeit ohne Trauzeugen dastehen zu müssen. Damit dies nicht passiert, heuert er Jimmy Callahan (Kevin Hart) an, der sich als sein Trauzeuge ausgeben soll. Doch schon bald gerät die Lügengeschichte außer Kontrolle…

Ab in den Berieselungsmodus. THE WEDDING RINGER ist eine dieser mittlerweile schier unzähligen Komödien aus den USA, die irgendwie immer nach demselben Muster abzulaufen scheinen, bei denen einem während der Sichtung zu jeder Sekunde bewusst ist, dass das, was man sich gerade reinzieht, nicht sonderlich viel mit Qualitätskino zu tun hat sondern ausschließlich zum kurzweiligen Zeitvertreib geeignet ist. Allein die Ausgangssituation von THE WEDDING RINGER ist hanebüchener Blödsinn, der komplette Handlungsverlauf unglaubwürdig bis zum geht nicht mehr und die moralische Botschaft am Ende – Filme wie dieser benötigen neben dem ganzen Unfug, den sie präsentieren und der üblichen Portion Gross-Out-Humor (das Stichwort für diesen Film lautet Junggesellenabschied) natürlich auch immer eine moralische Botschaft – wirkt aufgesetzt und wie mit dem Holzhammer vorgetragen.

Warum mich persönlich Filme wie dieser hier immer wieder magisch anzuziehen scheinen kann ich mir mittlerweile selbst nicht mehr erklären. Am Ende des Tages ist es manchmal wahrscheinlich einfach nur angenehm, sich mit niveauloser Unterhaltung berieseln zu lassen. Ich mochte Garelicks Film trotz all seiner Schwächen die man ihm sicherlich vorwerfen könnte.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

The Last of March and the First of April

SUPERNATURAL: SEASON 2 (USA 2006 / 2007, Idee: Eric Kripke)

supernatural - season 2

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In diesem Jahr startet die mittlerweile 12. Staffel von SUPERNATURAL im US-Fernsehen. Eine Serie, die es auf so eine extrem lange Laufzeit bringt, muss irgendwas verdammt richtig machen. Ansonsten hätten sich die Fans schon lange abgewendet. Hat man wie ich nun gerade mal die ersten beiden Staffeln gesichtet, muss man sich allerdings zwangsläufig die Frage stellen, wann es denn endlich so weit sein wird, dass SUPERNATURAL die Kurve kriegt und sich zum echten Serienhit entwickelt. Die wie schon die Auftaktstaffel ist auch Season 2 bestenfalls als unterhaltsam zu bezeichnen und über die komplette Distanz von 22 Episoden mitunter eine arg zähe Angelegenheit.

Als Zuschauer begleitet man erneut die beiden Brüder Sam (Jared Padalecki) und Dean Winchester (Jensen Ackles) auf ihrer Reise durch die Vereinigten Staaten, die sie immer wieder an teils abgelegene Orte bringt, an denen es irgendwelche Dämonen, Geister oder sonstige Wesen der Unterwelt zu bekämpfen und zu besiegen gibt. Erneut ist jede Folge in sich abgeschlossen, jede Folge hält sich an einen fest vorgegebenen Handlungsverlauf und ein roter Faden, der alle Folgen der Staffel miteinander verbindet, ist zwar vorhanden, aber nur so hauchdünn, dass man nun nicht gerade behaupten könnte, SUPERNATURAL würde durch eine übergeordnete Rahmenhandlung großartig Spannung verbreiten.

Als wirklich sehenswert und gut würde ich gerade mal die ersten drei Folgen der Staffel bezeichnen wollen, danach geht es qualitativ leider merklich bergab und knapp die Hälfte aller Episoden haben sich nicht einmal das Prädikat “unterhaltsam“ verdient, welches sich die komplette Staffel bei Zusammenzählen der Bewertungen der einzelnen Folgen im Durchschnitt gerade noch knapp erkämpft hat. SUPERNATURAL: SEASON 2 plätschert ohne große Höhepunkte so vor sich hin, tut niemandem dabei ernsthaft weh und dürfte auch niemanden zu großen Begeisterungsstürmen hinreißen. Ich bin echt gespannt, ab welcher Staffel es mit dieser Serie qualitativ bergauf gehen wird. Diese Spannung werde ich allerdings noch eine ganze Weile aufrecht erhalten. Fürs Erste stelle ich SUPERNATURAL wieder zurück ins Regal. Hab momentan keinen Lust mehr auf den Kram.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

INSIDE OUT (USA 2015, Regie: Pete Docter / Ronnie Del Carmen)

inside out

(Fassung: Blu-ray 3D, Disney, Deutschland)

In INSIDE OUT katapultieren die beiden Regisseure Pete Docter und Ronnie Del Carmen mitten in das Gehirn der kleinen Riley, welches als riesengroße Schaltzentrale daherkommt, in der die Hauptemotionen Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut – animationsfilmgerecht als putzige Figuren dargestellt – irgendwie versuchen, die geänderte Lebenssituation zu verarbeiten, in der sich Riley nach einem Umzug nach San Francisco befindet..

Sieht man mal über die pädagogisch eher suboptimale Message des Films hinweg – INSIDE OUT bietet für Kinder natürlich eine herrliche Ausrede, den verschiedenen Stimmungen vollkommen freien Lauf zu lassen, sind ja bei plötzlichen Stimmungsschwankungen ganz offensichtlich, wie uns der Film lehrt, höhere Kräfte am Werk -, so kann man guten Gewissens feststellen, dass das, was Docter und sein Co-Regisseur Del Carmen hier präsentieren, schon einen riesigen Spaß für Jung und Alt darstellen dürfte. INSIDE OUT steckt voller witziger und charmanter Ideen, sprüht regelrecht vor Einfallsreichtum, ist toll animiert und ungemein kurzweilig und unterhaltsam erzählt. Und diese kurze Sequenz, in der INSIDE OUT auch mal einen kleinen Ausflug in die Schaltzentralen der Eltern der kindlichen Hauptfigur unternimmt, trifft so exakt ins Schwarze und ist so ungemein komisch, dass man sich als erwachsener Zuschauer eine Fortsetzung wünschen würde, in der dann tatsächlich das Gehirn erwachsener Menschen im Mittelpunkt steht. Die könnte diesen Film hier dann wahrscheinlich sogar noch toppen.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

THE LOST WORLD: JURASSIC PARK (USA 1997, Regie: Steven Spielberg)

the lost world - jurassic park

(Fassung: DVD, Columbia TriStar/Universal, Deutschland)

Nach dem großen Erfolg von JURASSIC PARK musste natürlich eine Fortsetzung her. Steven Spielberg selbst inszenierte 4 Jahre später diesen Nachfolger, ohne Sam Neill und Laura Dern, dafür erneut mit Jeff Goldblum, dieses Mal auch in der Hauptrolle, der es erneut mit Dinosauriern zu tun bekommt, weil der für den im Vorgänger gescheiterten Vergnügungspark verantwortliche John Hammond (Richard Attenborough) ausgerechnet die abenteuerlustige Freundin (Julianne Moore) des von Goldblum gespielten Chaostheoretikers Ian Malcolm auf eine Insel voller Dinos geschickt hat, um dokumentieren zu lassen, wie sich diese nunmehr ohne menschlichen Einfluss entwickeln…

Den Regeln der Fortsetzung folgend bietet THE LOST WORLD: JURASSIC PARK natürlich noch mehr Dino-Action als der Vorgänger, verkommt so aber leider auch relativ schnell zur bloßen Nummernrevue. Diesen Zauber und diese Magie, die von JURASSIC PARK noch ausging, kann der Nachfolger praktisch nie vermitteln. Was Spielberg hier jedoch erneut gelingt, sind famose Suspense-Sequenzen – allein diese Szene mit dem Angriff der beiden T-Rex und dem über dem Abgrund baumelnden Anhänger bietet Spannung pur und rechtfertigt schon allein die Sichtung des Films – und das Kunststück, dass dem Zuschauer innerhalb der gebotenen Jahrmarktsattraktionen die handelnden Figuren nicht irgendwann egal werden, sondern er bis zum Ende mit diesen gemeinsam hoffen und bangen kann. Alles in allem also eine gelungene Fortsetzung, die ich persönlich komischerweise tatsächlich erst jetzt zum allerersten Mal gesehen habe.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

JURASSIC PARK III (USA 2001, Regie: Joe Johnston)

jurassic park iii

(Fassung: DVD, Universal, Deutschland)

Vier weitere Jahre sind seit THE LOST WORLD: JURASSIC PARK ins Land gezogen und bei den Universal Studios dachten sie wohl, es sei an der Zeit für mehr Dino-Action. JURASSIC PARK III erblickte die Leinwände, Steven Spielberg wirkte nur noch als ausführender Produzent mit, für den Regiestuhl wurde stattdessen Joe Johnston verpflichtet, der sich zuvor mit THE ROCKETEER und JUMANJI einen Namen gemacht hatte. Und Sam Neill kehrt als Hauptdarsteller zurück, der mit einem Täuschungsmanöver von William H. Macy zur Dino-Insel gelockt wird. Dessen Sohn ist nämlich bei einem Paragliding-Unfall über der Insel abgestürzt und soll nun gerettet werden…

Puh, fehlt THE LOST WORLD: JURASSIC PARK im Vergleich zu JURASSIC PARK „nur“ der Zauber und die Magie, geht JURASSIC PARK III im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger nun auch noch die Spannung ab. Johnstons Film bietet dafür Dino-Action am laufenden Band, bombardiert den Zuschauer mit katastrophalen Vorkommnissen und lässt diesem kaum Zeit zum Atmen. Das wird alles sehr schnell sehr ermüdend und die gerade mal 90-minütige Laufzeit kommt einem schier unendlich vor. Als Zuschauer eine Bindung zu den handelnden Personen aufzubauen ist praktisch unmöglich, die Dinos sind erschreckend schlecht animiert (insbesondere im Vergleich zum 8 Jahre älteren Ausgangsfilm) und so manche Dino-Sequenz ist einfach nur komplett bescheuert geraten. Es ist fast schon erschreckend, wie belanglos der bis dato teuerste Film der Reihe doch geworden ist. Und noch erschreckender bzw. extrem erstaunlich ist es, dass dieser Film, in den 93 Mio. Dollar investiert wurden (20 Mio. mehr als beim zweiten und 30 Mio. mehr als beim Auftaktfilm) sogar noch fast das doppelte seiner Produktionskosten wieder eingespielt hat und nicht einfach nur gnadenlos gefloppt ist. Es hätte mich nicht gewundert.

Bewertung: Naja! – 4/10

 

 

BIRDMAN OR (THE UNEXPECTED VIRTUE OF IGNORANCE) (USA 2014, Regie: Alejandro González Iñárritu)

birdman or (the unexpected virtue of ignorance)

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

BIRDMAN – den kompletten Filmtitel einmal in der Überschrift zu nennen, muss genügen – erzählt die Geschichte des einst kommerziell erfolgreichen Schauspielers Riggan Thomson (Michael Keaton), der, um an alte Erfolge anzuknüpfen, nun versucht, mit einem Bühnenstück am Broadway sein Glück zu machen, bei dem er sowohl die Hauptrolle bekleidet als auch den Job als Regisseur und Drehbuchautor übernimmt. Doch während der Vorbereitungen auf die große Premiere hat Riggan nicht nur mit seinem Alter Ego zu kämpfen, sondern auch mit den Meriten des Starschauspielers Mike Shiner (Edward Norton), der kurzfristig für die zweite männliche Hauptrolle einspringt, da der dafür vorgesehene Schauspieler von einem herunterfallenden Scheinwerfer schwer verletzt wurde und nun ausfällt…

BIRDMAN war der große Gewinner der letztjährigen Oscarverleihung, konnte 4 der begehrten Trophäen einsacken (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera) und wurde mit guten Kritiken überhäuft. Ja, in Hollywood lieben sie solche Geschichten. Geschichten, die mit dem ach so schweren Schicksal des Schauspielers erzählen, der doch vornehmlich anspruchsvolle Kost abliefern möchte, beim unangenehmen Pöbel aber nur dann Erfolg hat, wenn er niveaulose Hauptrollen in Superheldenverfilmungen übernimmt. Puh, da hat uns doofen Zuschauern Alejandro González Iñárritu mit BIRDMAN aber mal so richtig einen vor den Latz geknallt. Jetzt haben wir beim nächsten Blockbuster, der uns blendend unterhält, sicherlich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und schauen von nun an nur noch Filme wie BIRDMAN an, die Hollywood wohl für so etwas wie anspruchsvolles Kunstkino zu halten scheint. Gut, ausgerechnet Michael Keaton in der Hauptrolle des hadernden Schauspielers zu besetzen war ein kluger Schachzug, dieses Zugeständnis muss man Iñárritu machen, bildet BIRDMAN letztendlich ja ein Schicksal ab, dass dem von Keaton selbst nicht ganz unähnlich ist. Nachdem er den Batman in den beiden Burton-Filmen Anfang der 90er Jahre gespielt hatte, ging es mit seiner Karriere eher ab- als aufwärts. Aber im Endeffekt ist das, was Iñárritu hier abliefert, nur jämmerlicher Schein, ein aufgeblähtes Nichts, ein Film, der mich zu keiner Sekunde seiner Laufzeit auch nur ansatzweise für seine Geschichte interessieren konnte. Dieses (vorgetäuschte) Stilmittel, BIRDMAN sei nur in einem Take gedreht (es gibt tatsächlich nur sehr wenige sichtbare Schnitte innerhalb des Films) und die daraus resultierende Tatsache, dass die Handkamera ständig am Arsch der handelnden Personen hängt, mag vielleicht auf den ersten Blick eindrucksvoll erscheinen, ist am Ende des Tages aber Beleg dafür, dass hier kein großer Regisseur, sondern in erster Linie ein großer Täuscher am Werk gewesen ist. Dieses Stilmittel – das in der vorliegenden Umsetzung übrigens extrem schnell extrem zu nerven beginnt – soll ganz offensichtlich über die Leere und Bedeutungslosigkeit der Geschichte hinwegtäuschen, dient in keiner Weise der Handlung und wirkt einfach nur selbstzweckhaft. Ich will BIRDMAN jetzt nicht komplett verreißen, dafür spielen Keaton, Norton und insbesondere auch die tolle Emma Stone in diesem großen Nichts einfach zu gut und retten Iñárritus Film schließlich auch davor, zum kompletten Ärgernis zu werden, aber das, was dem Zuschauer hier präsentiert wird, ist kein Film, sondern die Demonstration eines hochnäsigen Regisseurs, der sich anscheinend für den größten seines Fachs zu halten scheint. Ich habe selten einen unsympathischeren und dekadenteren Film gesehen als diesen hier. Und soll ich jetzt noch etwas über den unfassbar nervtötenden Drum Score von Antonio Sanchez schreiben? Ich lass es einfach.

Bewertung: Mies (mit wenigen guten Momenten)! – 3/10

 

 

 

MAN UP (Frankreich / Großbritannien 2015, Regie: Ben Palmer)

man up

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Großbritannien)

Nancy (Lake Bell) ist Mitte 30, Single, und hat die Hoffnung, doch noch irgendwann den Mann fürs Leben zu finden eigentlich schon fast aufgegeben. Bis sie eines Tages nach London reist um an der Feier des 40. Hochzeitstages ihrer Eltern teilzunehmen und dort am Londoner Hauptbahnhof auf Jack (Simon Pegg) trifft, der Nancy verwechselt und für sein Blind Date hält. Nancy packt die Gelegenheit am Schopf und lässt sich auf eine aufregende Reise in die Nacht ein…

Wie es sich für eine echte RomCom gehört, muss auch MAN UP die typischen Stadien innerhalb des vorgegebenen Handlungsverlaufs abhaken. Auf das Kennenlernen folgt das Verlieben, darauf die Trennung aufgrund eines dummen Fehlers/Missverständnisses/usw. und am Ende natürlich die herbeigesehnte Wiedervereinigung. Und wie es sich für eine echte RomCom gehört, ist auch in MAN UP ausschließlich der Weg zum vorbestimmten Ende das Ziel und nicht dieses vorbestimmte Ende selbst. Und dieser Weg ist hier doch um einiges lustiger und unterhaltsamer geraten als in der stereotypen Durchschnitts-RomCom. Der besondere Reiz an diesem Weg ist die Tatsache, dass sich die Haupthandlung von MAN UP im Endeffekt auf einen einzigen Abend bzw. eine einzige Nacht beschränkt und die vorgenannten Eckpunkte des Handlungsverlaufs somit in Windeseile erreicht werden müssen. MAN UP ist ungemein rasant inszeniert, die Chemie der beiden Hauptdarsteller Simon Pegg und Lake Bell passt ausgesprochen gut, die vorhandenen Gags funktionieren zu größten Teilen und die diversen abstrusen Situationen, in die das Paar immer wieder gerät, wirken in ihrer teils hoffnungslosen Überzeichnung schon fast wieder glaubwürdig. MAN UP ragt qualitativ deutlich aus dem mittlerweile schon ausgesprochen unübersichtlich gewordenen Genre der romantischen Komödie heraus und sei an dieser Stelle ausdrücklich zur Sichtung empfohlen.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

AMERICAN FLYERS (USA 1985, Regie: John Badham)

american flyers

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Regisseur John Badham erzählt die Geschichte zweier Brüder (Kevin Costner und David Marshall Grant), die durch die gemeinsame Teilnahme an einem höllischen Radrennen nach Jahren der Trennung versuchen, ihre Familie wieder zu einen.

AMERICAN FLYERS ist eine Mischung aus Sportfilm und Familiendrama, welche exakt die unzähligen Klischees aufbietet, welche man sich aufgrund der Mini-Inhaltsangabe im ersten Satz dieses Textes so ausmalen könnte. Es gibt mit Kevin Costner den Bruder, der sich einst abgewendet hat und nun wieder zurückkehrt. Es gibt eine schwere Krankheit, die zusätzlich Dramatik ins Geschehen bringt. Und es gibt natürlich dieses gemeinschaftliche Sportereignis (incl. des fiesen Gegenspielers), welches bestens dazu geeignet ist, die Protagonisten an ihre Grenzen gehen zu lassen um im ach so unerwarteten Erfolg die Familie schließlich wieder zu vereinigen.

Wenn man einem Genre solche Klischees verzeihen kann, dann ist es allerdings das Genre des Sportfilms. Hier lässt man sich immer wieder gerne und bereitwillig anstecken und überrumpeln, hier ertappt man sich jedes Mal aufs Neue und stellt fest, dass man hofft und bangt, wo es doch eigentlich gar nichts zu hoffen und zu bangen gibt, weil das Ende der Geschichte in 99% aller Fälle doch sowieso von vornherein schon feststeht. Und doch bekommt man immer und immer wieder bei solchen Filmen eine Gänsehaut in diesen entscheidenden Szenen, in denen es ums Ganze geht, um den sportlichen Erfolg oder die (eh nicht stattfindende) Niederlage. AMERICAN FLYERS macht mit seinen enorm packend und spektakulär inszenierten Radrennsequenzen da keine Ausnahme. Auch John Badham gelingt es – wie vielen seiner Kollegen zuvor – mit Leichtigkeit, den Zuschauer für sich einzunehmen und Spannung zu erzeugen, wo doch eigentlich gar keine Spannung existieren dürfte. Davor kann man auch gerne mal seinen imaginären Hut ziehen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

MEN IN BLACK 3 (USA 2012, Regie: Barry Sonnenfeld)

men in black 3

(Fassung: Blu-ray 3D, Sony, Deutschland)

Regisseur Barry Sonnenfeld kehrt mit MEN IN BLACK 3 – stolze 10 Jahre nach dem unmittelbaren Vorgänger – erneut zu der geheimen Spezialeinheit zurück, welche das bunte Treiben der zahlreichen Außerirdischen auf der Erde überwacht und legt einen Film vor, der sich qualitativ vor den beiden ersten Teilen sicher nicht verstecken muss.

Aufgrund des Verlaufs des Plots – Will Smith als Agent J muss ins Jahr 1969 zurückreisen um zu verhindern, dass sein Partner K (Tommy Lee Jones / Josh Brolin) von einem besonders gefährlichen Alien getötet, die Geschichte dadurch entscheidend verändert wird und die Erde in der Gegenwart vor der Auslöschung steht – hat Tommy Lee Jones zwar nur eine etwas größere Nebenrolle abbekommen und taucht letztendlich nur im ersten Drittel und ganz am Ende des Films auf, sein Fehlen wird aber durch das Mitwirken von Josh Brolin, der den jungen K im Jahr 1969 spielt, locker wettgemacht und wurden die ersten beiden Filme zu großen Teilen auch durch diese Chemie zwischen Will Smith und Tommy Lee Jones getragen, so trägt MEN IN BLACK 3 nun stattdessen eben die Chemie zwischen Will Smith und Josh Brolin. Sehr schön auch zu sehen, dass Barry Sonnenfeld dem Stil der beiden Vorgänger treu geblieben ist und sich nicht den Gepflogenheiten des modernen Blockbusterkinos angepasst hat. MEN IN BLACK 3 kommt schon fast nostalgisch daher, mit seiner wieder mal ziemlich geradlinigen Geschichte (trotz Zeitreisethematik), seiner erneut übersichtlichen Laufzeit (der Film ist mit etwas über 100 Minuten gerade mal gut 20 Minuten länger als die beiden Vorgänger und so immer noch meilenweit von den Laufzeiten moderner Blockbuster entfernt, die ja gerne mal 2,5 Stunden oder noch länger dauern) und seinen unkomplizierten Helden, die keine gebrochenen Figuren sein müssen, um den Zuschauer zu erreichen. MEN IN BLACK 3 bietet kurzweiligen Spaß, ist witzig und actionreich und läuft, was die diversen Alien-Effekte angeht, vor Kreativität mal wieder regelrecht über.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

Jahresendspurt – 5. Teil

LEGEND OF THE GUARDIANS: THE OWLS OF GA’HOOLE (Australien/USA 2010, Regie: Zack Snyder)

legend of the guardians - the owls of ga'hoole

(Fassung: Blu-ray 3D, Warner, Deutschland)

 Zack Snyder computer-animiertes Fantasy-Abenteuer basiert auf der “Legend of the Guardians“-Romanreihe der Schriftstellerin Kathryn Lasky, die in einer von Eulen besiedelten Welt spielt und diese zu Helden ihrer Geschichten macht. LEGEND OF THE GUARDIANS: THE OWLS OF GA’HOOLE erzählt eine tpyische Geschichte vom Kampf Gut gegen Böse, und zwar konsequent mit all den Fantasy-Klischees, die in so eine Geschichte einfach reingehören. Storytechnisch darf man sich von dem Film, der in Teilen zudem arg an die THE LORD OF THE RINGS-Trilogie von Peter Jackson erinnert, also nicht allzu viel erwarten, wer ein Faible für das Fantasy-Genre hat, dürfte von Snyders Film jedoch trotzdem bestens unterhalten werden. Denn an der technischen Seite gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Die verschiedenen Pro- und Antagonisten wurden mit ausgesprochen markanten Stimmen – u.a. von Geoffrey Rush, Hugo Weaving, Sam Neill und Helen Mirren – ausgestattet und in visueller Hinsicht ist Snyders Film schlicht atemberaubend. Die Animationen kann man einfach nur als grandios bezeichnen, die Bilder, die da am Rechner entstanden sind, sind von beeindruckender Schönheit und ich habe selten bessere 3D-Effekte gesehen als in diesem Film hier.

Bewertung: Sehr gut!

 

SNOWPIERCER (Frankreich/Südkorea/Tschechien/USA 2013, Regie: Bong Joon-ho)

snowpiercer

(Fassung: Blu-ray, Ascot Elite, Deutschland)

In SNOWPIERCER von Regisseur Bong Joon-ho ist die Erde in einer nicht allzu fernen Zukunft von einer dicken Schnee- und Eisschicht bedeckt. Überleben in der Kältehölle ist praktisch unmöglich. Die letzten Überlebenden rasen in einem ellenlangen Hochgeschwindigkeitszug schon mehrere Jahre rund um die Erde. Im Zug selbst herrscht eine Zweiklassengesellschaft. Während die Unterdrückten am Ende des Zuges regelrecht vor sich hinvegetieren müssen, genießt die gehobene Gesellschaft in den vorderen Wagons ihr Leben in Saus und Braus. Zumindest bis zu dem Tag, an dem die Unterdrückten revoltieren und sich auf einen blutigen Feldzug zum vorderen Teil des Zuges machen…

Toll an SNOWPIERCER ist, dass er Abwechslung bietet – sowohl was die Handlung angeht, als auch was deren Inszenierung betrifft -, dass er mit Schauspielern wie Chris Evans, Jamie Bell, Song Kang-ho, Ed Harris, John Hurt und Tilda Swinton richtig gut besetzt ist und dass er visuell extrem ansprechend realisiert wurde (das gilt insbesondere für die Gestaltung der diversen Zugabteile, durch die sich die Unterdrückten kämpfen – als Zuschauer meint man sich manchmal schon fast in einem Videospiel zu befinden und mit den Protagonisten von Level zu Level zu springen, so ungemein verschieden sind die Abteile gestaltet). Nicht so toll an SNOWPIERCER ist, dass er mit über zwei Stunden Laufzeit einfach zu lang geraten ist und ihm insbesondere im letzten Drittel doch deutlich die Luft auszugehen scheint. Und auch das Regisseur Bong Joon-ho mitunter wohl etwas zu viel gewollt hat, fällt eher negativ ins Gewicht. SNOWPIERCER ist stellenweise einfach zu übertrieben, zu abgedreht, zu krude. Wägt man die positiven und negativen Aspekte gegeneinander ab, bleibt am Ende jedoch noch immer ein guter und sehenswerter Film übrig.

Bewertung: Gut!

 

THE SHIELD: SEASON 6 (USA 2007, Idee: Shawn Ryan)

the shield

(Fassung: DVD, Sony, USA)

 Was sich nach der schwächeren vierten Staffel bereits mit Staffel Nr. 5 angekündigt hatte, ist nun Gewissheit: THE SHIELD kehrt in Staffel Nr. 6 endgültig zu alter Stärke zurück.

Im Mittelpunkt der ersten Folgen dieser Staffel steht zunächst die verbitterte Suche von Vic Mackey (Michael Chiklis) nach dem vermeintlichen Mörder seines Kollegen Lem, nicht ahnend, dass sich dieser in seinen eigenen Reihen befindet. Ebenso besessen wie Vic ist mittlerweile der von Forest Whitaker gespielte Kavanaugh von der Abteilung für Innere Angelegenheiten, der – aus Mangel an stichhaltigen Beweisen – schließlich gleich am Anfang dieser Season versucht, Vic mit gefälschten Beweisen in den Knast zu bringen und dort schließlich selbst landet. Doch die Tatsache, dass Kavanaugh nichts mehr gegen ihn ausrichten kann, verschafft dem streitbaren Cop noch lange keine Ruhe – er erfährt, dass er in wenigen Wochen in den Vorruhestand versetzt werden soll und bekommt einen neuen Boss für sein Strike Team vor die Nase gesetzt…

Es ist verdammt viel los in den insgesamt 10 Episoden dieser vorletzten Staffel, die dem Zuschauer kaum Zeit zum Durchatmen gestattet, ihn mit spektakulären Einsätzen, dem wendungsreichen Rahmenplot, den durch die Bank diskussionswürdigen und streitbaren Protagonisten und dieser einmal mehr absoluten Realismus vortäuschenden Machart (mit ihren Wackelkameras, grobkörnigen Bildern und unzähligen Close-Ups) bestens unterhält und schließlich wieder mit einem Cliffhanger entlässt, der große Vorfreude auf die siebte und letzte Staffel dieser tollen Cop-Serie macht.

Bewertung: Hervorragend!

 

THE EAST (Großbritannien/USA 2013, Regie: Zal Batmanglij)

the east

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Großbritannien)

Erst vor kurzem hat die junge und aufstrebende Sarah (Brit Marling) einen begehrten Job bei einer privaten Ermittlungsgesellschaft ergattert, schon bekommt sie ihren ersten Auftrag. Sie soll versuchen, die Öko-Terroristen-Gruppe “The East“ zu infiltrieren und von deren neuesten Anschlagplänen berichten. Tatsächlich gelingt es Sarah, in den inneren Kreis der Gruppe rund um den charismatischen Anführer Benji (Alexander Skarsgård) zu gelangen. Doch je mehr sie selbst zum Teil der Gruppierung wird, desto zerrissener wird sie auch im Hinblick auf ihren ursprünglichen Job…

THE EAST hat mich als Zuschauer etwas ratlos zurückgelassen. Ich weiß einfach nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Allein die Tatsache, dass er mich auch noch ein paar Tage nach der Sichtung beschäftigt, zeugt jedoch davon, dass man Batmanglijs Mischung aus Thriller und Drama eine gewisse Qualität nicht absprechen kann. THE EAST stellt die Frage, wie weit man gehen darf, um auf Missstände skrupelloser Geschäftemacher hinzuweisen, schlägt sich dabei aber auf keine Seite und macht dem Zuschauer die Beantwortung dieser Frage – aufgrund der teils extrem drastischen Maßnahmen, die die Gruppierung ergreift – nicht gerade leicht. THE EAST ist definitiv ein Film, der nachwirkt, der aber ein großes Problem hat, welches ausgerechnet in der Person von Hauptdarstellerin Brit Marling zu finden ist, für die THE EAST so etwas wie eine Herzensangelegenheit gewesen sein dürfte (zeichnete sie doch auch für Drehbuch und Produktion (mit-)verantwortlich). Zu der von ihr gespielten Sarah kann man als Zuschauer nur schwer eine Beziehung aufbauen, Marling bleibt einfach blass in ihrer Rolle und wird von ihren Co-Stars – insbesondere von Ellen Page – regelrecht an die Wand gespielt. Die schwache Hauptrollenbesetzung verhindert dann auch, dass man THE EAST als sehr guten Film bezeichnen könnte. Gut ist er allein aufgrund der Mitwirkung von Ellen Page sowieso. Das steht in meinem persönlichen Filmgesetzbuch geschrieben.

Bewertung: Gut!

 

INVASION OF THE BODY SNATCHERS (USA 1956, Regie: Don Siegel)

invasion of the body snatchers

(Fassung: Blu-ray, Olive Films, USA)

 So, nun also die erste Verfilmung der Geschichte um die außerirdischen Sporen, die exakte, emotionslose Duplikate von Menschen erstellen können, während sich diese im Schlaf befinden. Inszeniert von Don Siegel, kam INVASION OF THE BODY SNATCHERS damals im Jahr 1956 in die Kinos und traf exakt den Nerv des Publikums. In einem Jahrzehnt, das von Kommunismus-Angst und Kalter-Krieg-Panik beherrscht wurde, welche die USA in einen Zustand von Paranoia und Massenhysterie versetzten, schossen Sci-Fi-Filme, welche diese Ängste bebilderten, massenweise aus dem Boden und Siegels Verfilmung der Vorlage von Jack Finney ist eines der Highlights dieser Filmwelle.

Als Zuschauer begleitet man den Arzt Dr. Bennell (Kevin McCarthy), der nach und nach bemerkt, dass das Verhalten seiner Mitbürger in einer kalifornischen Kleinstadt immer obskurere Züge annimmt und der schließlich hinter das schreckliche Geheimnis kommt und verzweifelt die Flucht antreten muss um zum Highway in die nächstgrößere Stadt zu gelangen und dort die Menschen vor der Infiltration durch die außerirdische Lebensform zu warnen.

Nach Sichtung der Kaufman-Verfilmung hatte ich geschrieben, dass ich mir fast nicht vorstellen kann, dass Kaufmans Version noch einmal übertroffen werden könnte. Rein subjektiv betrachtet hat das Siegels Film dann tatsächlich auch nicht ganz geschafft, was sich aber wohl ausschließlich daraus begründen lässt, dass zwischen diesen beiden Filmen über 20 Jahre liegen und die Kaufman-Version gegenüber der Siegel-Version schon allein aufgrund der besseren technischen Möglichkeiten einen aus heutiger Sicht nicht zu verachtenden Vorteil hat. Sieht man beide Filme erst jetzt zum ersten Mal, wirkt Kaufmans Film natürlich weitaus erschreckender. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, wie verstörend Siegels Film damals im Jahr 1956 auf sein Publikum gewirkt haben muss, wie effektiv er damals gewesen sein dürfte und wie die reale Angst vor der Gleichschaltung des Kommunismus der fiktiven Angst vor der Gleichschaltung durch die Außerirdischen in die Karten gespielt haben dürfte. Denn Siegels INVASION OF THE BODY SNATCHERS ist auch heute noch ungemein spannend und unheimlich und innerhalb dieser existierenden vier Verfilmungen, die ich in diesem Monat allesamt gesehen habe, ebenso wie Kaufmans Film praktisch über jeden Zweifel erhaben.

Bewertung: Sehr gut!

 

DEAD RISING (USA 2015, Regie: Zach Lipovsky)

dead rising

(Fassung: Blu-ray, Polyband, Deutschland)

Die gleichnamige, im Jahr 2006 gestartete Videospiel-Reihe von Capcom schrie im Endeffekt ja förmlich nach einer Verfilmung. Dieses Rufen wurde nun erhört und mehr oder weniger unterhaltsam umgesetzt. DEAD RISING ist typischer Fun-Splatter-Trash von nicht gerade hohem Anspruch. Regisseur Zach Lipovsky hat den Film, der in den USA sogar im Kino gelaufen ist, im Stile einer Direct-to-Video-Produktion gedreht, mit ein paar halbwegs bekannten Gesichtern und wohl ausschließlich am Rechner entstandenen Effekten. Die größte Leistung von Lipovsky ist dabei, dass DEAD RISING – der für einen solchen Film eine fast schon epische Laufzeit von knapp 120 Minuten aufzuweisen hat – tatsächlich nie langweilig wird und den geneigten Genrefan bestens bei Laune zu halten versteht. Ja, ich gebe es zu, wer einfach mal wieder Lust hat, den kleinen Gorebauern aus sich raus zu lassen, macht mit diesem Zombiespaß garantiert nichts falsch. Und diese Sequenzen im TV-Studio mit dem Zombiekämpfer Frank West (Rob Riggle) sind „fucking priceless“!

Bewertung: Unterhaltsam!

 

NOTHING BUT THE NIGHT (Großbritannien 1973, Regie: Peter Sasdy)

nothing but the night

(Fassung: DVD, Scorpion Releasing, USA)

 In NOTHING BUT THE NIGHT ermitteln Christopher Lee als Colonel Charles Bingham von Scotland Yard und Peter Cushing als Arzt Sir Mark Ashley gemeinsam in einem mysteriösen Fall. Mehrere Mitglieder einer Stiftung für Waisenkinder kamen unter geheimnisvollen Umständen ums Leben. Der Schlüssel zur Lösung des Rätsels scheint in einem traumatisierten Mädchen zu liegen, der kleinen Mary (Gwyneth Strong)…

Peter Sasdy hat NOTHING BUT THE NIGHT im Stil eines typischen Krimis inszeniert, streckenweise könnte man fast meinen, man habe es hier mit einer der späteren Wallace-Verfilmungen zu tun. Sasdy baut langsam Spannung auf, schickt seine Zuschauer gemeinsam mit seinen beiden Ermittlern auf diverse Fährten und offenbart am Ende ein wahrlich schreckliches Geheimnis. NOTHING BUT THE NIGHT ist grundsolide Genrekost, ein Film, der ein heutiges Publikum sicher weder begeistern noch beeindrucken kann, für Fans von Filmen aus der damaligen Zeit aber allein schon wegen dem gemeinsamen Mitwirken der beiden Genrelegenden Christopher Lee und Peter Cushing unbedingt zu empfehlen ist.

Bewertung: Ok!

 

THE RETURN OF DOCTOR X (USA 1939, Regie: Vincent Sherman)

the return of doctor x

(Fassung: DVD, Warner, USA)

 In THE RETURN OF DOCTOR X begleitet der Zuschauer den aufstrebenden Reporter Walter Garrett (Wayne Morris), der zunächst die Sensationsmeldung vom Tod der beliebten Schauspielerin Angela Merrova (Lya Lys) unters Volk bringt, nur um kurz darauf feststellen zu müssen, dass der zuvor von ihm gefundene Leichnam plötzlich spurlos verschwunden ist und die Tote nur einen Tag später putzmunter vor ihm steht. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Arzt Michael Rhodes (Dennis Morgan), versucht er diese Unmöglichkeit aufzudecken…

Da man als Zuschauer am Anfang selbst Zeuge vom Mord an der Schauspielerin wird und kurze Zeit später Humphrey Bogart – in einer wirklich herrlich obskuren Rolle – wie ein lebender Toter durchs Bild schlurft, dürfte es nicht allzu überraschend sein, dass in Shermans Film nur wenig Spannung aufkommen kann. Es ist doch relativ schnell klar, in welche Richtung der Film am Ende hinauslaufen wird. Seinen Unterhaltungswert zieht THE RETURN OF DOCTOR X aus seiner schönen Mischung aus Mystery-Elementen, komischen Momenten und kurzen Sequenzen feinen Grusels. Und Humphrey Bogart ist einfach die Schau!

Bewertung: Unterhaltsam!