The Movies of January 2017

In den letzten Monaten hatte ich leider weder die Zeit noch die Muse, diesen Blog hier weiterzuführen. Um ihn nicht komplett einschlafen zu lassen, gibt es nun – so zumindest der Plan – immer am Monatsende eine kleine Rückschau auf meinen persönlichen Filmmonat mit ein paar losen Gedanken zu den gesehenen Filmen.

 

Im Januar 2017 stachen für mich insbesondere 4 Filme heraus, die ich allesamt als herausragend bezeichnen möchte:

hell-or-high-water

Mein persönliches Filmhighlight im Januar war HELL OR HIGH WATER (USA 2016, Regie: David Mackenzie), in dem Ben Foster und Chris Pine als Brüderpaar im ländlichen Texas Banken ausrauben um mit dem erbeuteten Geld den Familienbesitz in Form einer Farm zu retten. Alles geht gut, bis die beiden zu unvorsichtig werden und sich mit Jeff Bridges ein kurz vor der Rente stehender Texas Ranger an ihre Fersen heftet, der als letzte Amtshandlung die Bankräuber unbedingt zur Strecke bringen will.

Der Film lebt von seinen drei phantastischen Hauptdarstellern, seiner tollen Kameraarbeit, seinem wundervollen Score von Nick Cave und Warren Ellis, seiner behutsam die Spannungsschraube immer mehr anziehenden Geschichte und seiner ungemein intensiven Atmosphäre.

 

RAMPART (USA 2011, Regie: Oren Moverman), in dem Woody Harrelson einen dreckigen Cop spielt, der ins Visier der Abteilung für Innere Angelegenheiten gerät, war der zweitbeste Film, den ich im Januar gesehen habe.

Ein ungemein intensiv und glaubwürdig gespieltes Cop-Drama, das mich einfach nicht mehr losgelassen hat. Am Ende des Tages machen dann wohl doch die Schauspieler den Unterschied zwischen herausragenden, sehr guten, guten, durchschnittlichen und eher schlechten Filmen aus. In RAMPART spielen neben Woody Harrelson u.a. Robin Wright, Ned Beatty, Sigourney Weaver, Steve Buscemi, Anne Heche, Cynthia Nixon, Brie Larson, Ben Foster, Robert Wisdom und Ice Cube mit. Noch Fragen?

 

Platz 3 des persönlichen Januarrankings geht an SING STREET (Großbritannien / Irland / USA 2016, Regie: John Carney), in dem sich ein Teenager im Dublin der 80er Jahre Hals über Kopf in ein Mädchen verliebt und kurzerhand eine Band gründet, um die Angebetete für sich zu gewinnen.

Nach ONCE und BEGIN AGAIN spielt auch im dritten Film von Regisseur John Carney die Musik bzw. die Liebe zur Musik die heimliche Hauptrolle. Wer insbesondere mit der Musik der 80er Jahre aufgewachsen ist, dürfte sich bei diesem Film von Beginn an einfach nur wohl fühlen. Der Soundtrack ist göttlich und für seine Geschichte findet Carney genau die richtige Balance zwischen tragischen und komischen Momenten.

 

Beim vierten hervorragenden Film des vergangenen Monats handelt es sich um BROOKLYN’S FINEST (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua), der die Geschichten dreier verschiedener Polizisten in den Straßen von Brooklyn erzählt.

Ethan Hawke versucht dabei während teils waghalsiger Einsätze schmutziges Geld auf die Seite zu schaffen, um seiner Familie ein besseres Leben zu bieten, Richard Gere ist als desillusionierter Polizist kurz vor dem Ruhestand zu sehen, der lieber mal in die andere Richtung schaut um jeglichen Ärger kurz vor der Pensionierung aus dem Weg zu gehen und Don Cheadle ist der Undercover-Cop, bei dem die Grenzen zwischen Dienstpflicht und den Verlockungen des organisierten Verbrechens langsam zu verschwimmen drohen.

Erwartungsgemäß nicht ganz ohne Klischees auskommend lässt Regisseur Fuqua seine drei parallel und teils extrem ruhig erzählten Handlungsstränge unaufhaltsam auf ein Finale zulaufen, welches an Intensität kaum zu überbieten ist.

 

 

Sehr gut gefallen haben mir folgende Filme:

Den Anfang macht FEDORA (Deutschland / Frankreich 1978, Regie: Billy Wilder), in dem William Holden als klammer Filmproduzent versucht, eine zurückgezogen lebende Filmdiva aus vergangenen Tagen ausfindig zu machen und diese zu einem Comeback zu überreden. Dabei stößt er auf einige Geheimnisse.

Knapp 30 Jahre nach seinem Meisterwerk SUNSET BLVD. griff Billy Wilder mit FEDORA noch einmal das Thema Traumfabrik auf und besetzte seinen Film abermals mit William Holden in der männlichen Hauptrolle, der sich erneut mit einer alternden Filmdiva herumschlagen musste. Hier nun allerdings mit umgekehrten Voraussetzungen. Sollte Holden knapp 30 Jahre zuvor noch für die Diva arbeiten, versucht er nun eine solche davon zu überzeugen, für ihn vor die Kamera zurückzukehren. Natürlich kommt man nicht umhin, die beiden Filme miteinander zu vergleichen und fast zwangsläufig muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass FEDORA in diesem Vergleich nur als zweiter Sieger hervorgehen kann. Die große Klasse eines SUNSET BLVD. erreicht der Film leider nie, was aber natürlich nichts daran ändert, dass es sich auch bei Wilders vorletzter Regiearbeit um einen sehr guten Film handelt. Wegen seiner überzeugenden Schauspieler, wegen des südländischen Flairs, das er verbreitet, wegen seines Mystery-Touchs und nicht zuletzt, weil er diese unausweichliche Problematik der Showbranche, mit dem Alter nicht klar zu kommen und alles für die ewige Jugend zu tun, ausgesprochen überzeugend auf die Leinwand bringt.

 

Ein sehr guter Film ist auch ZOOTOPIA (USA 2016, Regie: Byron Howard / Rich Moore / Jared Bush) aus dem Hause Disney/Pixar geworden, in dem ein Kaninchen allen Widerständen zum Trotz seinen Traum verwirklicht und als Polizeibeamtin Furore macht.

Besonders zu erwähnen ist, dass ZOOTOPIA einfach auf der richtigen Seite steht und seinem jungen Zielpublikum auf einfache Art und Weise eine positive und zutiefst humanitäre Botschaft vermittelt. Und das nicht mit dem Vorschlaghammer oder dem erhobenen Zeigefinger, sondern auf ausgesprochen rasante, spannende und lustige Art und Weise.

 

Sehr gut und komplett außergewöhnlich ist THE LOBSTER (Frankreich / Griechenland / Großbritannien / Irland / Niederlande 2015, Regie: Yorgos Lanthimos) geraten, in dessen nicht allzu fernen Zukunft alleinstehende Menschen in ein Hotel gebeten werden, in dem sie 45 Tage Zeit haben, um einen neuen Partner fürs Leben zu finden, andernfalls werden sie in ein Tier verwandelt. Zu den Betroffenen gehört auch Colin Farrell, der in einen Hummer verwandelt werden soll und kurz vor Ablauf seiner Zeit verzweifelt nach Alternativen sucht.

Stellenweise ist THE LOBSTER zwar vielleicht etwas zu bemüht skurril geraten, insgesamt betrachtet stellt diese krude Mischung aus Komik, Spannung und Dramatik aber eine willkommene Abwechslung zum üblichen Mainstream-Einheitsbrei dar, begeistert zudem mit teils atemberaubend schönen Kameraeinstellungen und einem Colin Farrell in Höchstform in einer für ihn ausgesprochen ungewöhnlichen Rolle.

 

Das Prädikat “sehr gut“ hat sich auch LE GENDARME DE SAINT-TROPEZ (Frankreich / Italien 1964, Regie: Jean Girault) verdient, der Auftaktfilm der Gendarm-Reihe mit Louis de Funès, in dem er von einem beschaulichen kleinen Ort, den er mit eiserner Faust regiert hatte, ins weltoffene Saint Tropez versetzt wird und dort allerhand Chaos anrichtet.

Neben de Funès, der mal wieder voll in seinem Element ist, möchte ich hier unbedingt noch die bezaubernde Geneviève Grad in der Rolle seiner Tochter erwähnen, die ihre Sache als ebenso charmanter wie attraktiver Gegenpol zum cholerischen Hauptdarsteller richtig gut macht und so dafür sorgt, dass Giraults Film nicht zur kompletten Ein-Mann-Show verkommt.

 

Mit THE RAVEN (USA 1935, Regie: Lew Landers) habe ich mich ins klassische Gruselkino der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts begeben. Bela Lugosi spielt einen genialen Chirurgen, den die nicht erwiderte Liebe einer jungen Frau zu drastischen Taten animiert.

Als Gegenpart zu Lugosi ist mal wieder Boris Karloff mit von der Partie, die Atmosphäre ist unheimlich und das Finale hat es tatsächlich ziemlich in sich. Für Fans solcher Filme gibt’s ‘ne ganz dicke Empfehlung.

 

 

Zwar nicht mehr sehr gut, aber doch immer noch gut haben mir folgende Filme gefallen:

THE VISIT (USA 2015, Regie: M. Night Shyamalan) erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares, welches zum ersten Mal in seinem Leben für eine Woche zu Besuch bei seinen Großeltern ist und schon bald mit außerordentlich seltsamen Verhaltensweisen der Großeltern konfrontiert wird.

Eigenwillige Kameraperspektiven – der komplette Film ist im Doku-Look gedreht -, obskurer Humor mit teils urkomischen Sequenzen und dann auch immer wieder eine Atmosphäre des Unbehagens. Shyamalan macht sich mal wieder einen Spaß daraus, das 08/15-Blockbuster-Publikum gehörig vor den Kopf zu stoßen. Auf seine ganz eigene Art und Weise schon irgendwie ein diebischer Spaß, dieser Film.

 

Bud Spencer ist der titelgebende BANANA JOE (Deutschland / Italien 1982, Regie: Steno), dessen unbekümmerter Bananenhandel von finsteren Burschen torpediert wird, denen er für ein geplantes Großprojekt ein Dorn im Auge ist. Um seinen Handel weiter betreiben zu können, wird eine Erlaubnis benötigt. Und diese zu beschaffen ist komplizierter als gedacht.

Ich habe mir schon in den ganzen letzten Monaten immer mal wieder Filme mit Bud Spencer angesehen und musste dabei feststellen, dass so richtig gut eigentlich nur die Filme funktioniert haben, die ich noch aus meiner Kindheit kannte. Der Nostalgiefaktor halt. Stenos Film kannte ich vorher auch noch nicht und der hat trotzdem funktioniert. Denn wie Bud Spencer hier in den Mühlen der Bürokratie aufgerieben wird ist über weite Strecken einfach nur zum Schreien komisch.

 

In TAKE THIS WALTZ (Japan / Kanada / Spanien 2011, Regie: Sarah Polley) lässt sich Michelle Williams auf eine Affäre mit ihrem Nachbarn ein und betrügt dabei ihren Ehemann Seth Rogen.

Durchaus glaubwürdige und einfühlsame Geschichte einer Ehe, in die sich zu viel Routine eingeschlichen hat. Gut an dem Film ist vor allem die Tatsache, dass der Plot einen für Filme dieser Art eher untypischen Verlauf nimmt. Schön auch zu sehen, dass Seth Rogen weitaus mehr kann als nur den Pausenclown zu spielen. Als betrogener und komplett hilfloser Ehemann macht er seine Sache aber mal richtig gut.

 

In CENTRAL INTELLIGENCE (USA 2016, Regie: Rawson Marshall Thurber) trifft Kevin Hart, der ehemalige Star seiner Highschool, kurz vor der 20-Jahr-Feier auf seinen ehemaligen Mitschüler Dwayne Johnson, dem einst pummeligen Außenseiter, der ihn um einen Gefallen bittet, was für Hart bleihaltige Konsequenzen nach sich zieht.

Ja, doch, mein Faible für Filme, in denen ein Normalo aufgrund Verkettung unglücklicher Ereignisse in einen gehörigen Schlamassel gerät und praktisch über sich hinauswachsen muss, um diesem wieder zu entkommen, kann ich definitiv nicht verleugnen. CENTRAL INTELLIGENCE schlägt genau in diese Kerbe, fügt dem ganzen noch einen Schuss Buddy-Movie-Theatralik hinzu und hat mich auf diese Weise richtig gut unterhalten. Thurber hat seinen Film rasant inszeniert, eine Vielzahl der Gags funktioniert, die vorhandenen Actionszenen sind ausgesprochen nett anzusehen und die Chemie zwischen Hart und Johnson passt wie die Faust aufs Auge. Guter Film!

 

In seinem zweiten Auftritt als Polizist verschlägt es Louis de Funès in LE GENDARME À NEW YORK (Frankreich / Italien 1965, Regie: Jean Girault) nach New York, wo er mit seinem Vorgesetzten und seinen Männern an einem internationalen Polizeikongress teilnimmt und schon schnell mit der Tatsache konfrontiert wird, dass sich seine Tochter verbotenerweise ebenfalls mit in die amerikanische Metropole geschmuggelt hat.

Im Gegensatz zum Vorgänger ist dieser zweite Teil für meinen Geschmack etwas arg episodenhaft geraten und wirkt weitaus weniger homogen als der Auftaktfilm der Reihe. Diebischen Spaß macht dieses Katz-und-Maus-Spiel zwischen de Funès und seiner erneut bezaubernden Filmtochter Geneviève Grad natürlich trotzdem und die eine oder andere Länge, die sich da ab und zu einzuschmuggeln droht, wird von de Funès und seinen unnachahmlichen Grimassen immer und immer wieder zuverlässig übertüncht.

 

Jean-Claude Van Damme versucht in MAXIMUM RISK (USA 1996, Regie: Ringo Lam) den Mord an seinem Zwillingsbruder aufzuklären.

Ein Film, über den man keine großen Worte verlieren muss. Ringo Lam präsentiert routinierte 90er-Jahre-Action. Der Film ist rasant, spannend und wird nie langweilig. Kino dieser Art wird heutzutage leider viel zu selten gedreht.

 

Bei RENEGADES (USA 1989, Regie: Jack Sholder), in dem sich Kiefer Sutherland und Lou Diamond Phillips als ungleiches Gespann zusammenraufen müssen um einen skrupellosen Killer zur Strecke zu bringen, handelt es sich um grundsolide und schnörkellose Action aus den späten 80er Jahren.

Die beiden Hauptdarsteller gehörten damals zu den großen Hoffungsträgern ihrer Schauspielergeneration und geben in der kurzweiligen Mischung aus Jagd/Flucht- und Racheszenario, in der der damals im Actionfilm schon langsam obligatorisch werdende Humor erfreulicherweise noch fast gänzlich abwesend ist, ein überzeugendes Gespann auf der Jagd nach einem herrlich schmierigen Bösewicht. Das Ganze ist zwar nicht übermäßig spannend geraten, Fans solcher Filme dürfen sich dafür aber an ein paar spektakulären Verfolgungsjagden und jeder Menge blutiger Shoot-Outs erfreuen.

 

Auf seine Weise gut war auch noch UNBROKEN (USA 2014, Regie: Angelina Jolie), der die wahre Geschichte des Mittelstreckenläufers Louis Zamperini erzählt, der während des zweiten Weltkriegs in japanische Kriegsgefangenschaft geriet.

Der immer wieder schwierige Spagat, ein so ernsthaftes Thema wie den 2. Weltkrieg in einen Film zu packen, der am Ende des Tages seine Zuschauer ja auch irgendwie fesseln und unterhalten soll, gelingt Angelina Jolie in ihrer zweiten Regiearbeit zwar nicht immer, eindrucksvoll gefilmt und toll gespielt ist UNBROKEN aber trotzdem. Hin und wieder schleichen sich etwas zu viele Längen ein und vielleicht hätte dem Film eine etwas kürzere Laufzeit gut getan, aber da Filme gegen das “Vergessen“ gerade in der heutigen Zeit mehr als wichtig sind, möchte ich auch für UNBROKEN eine Empfehlung aussprechen.

 

Den Abschluss der guten Filme dieses Monats macht SUOR OMICIDI (Italien 1979, Regie: Giulio Berruti), in dem Anita Ekberg eine Nonne spielt, die in einer Klinik immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen scheint, während in ihrem direkten Umfeld die Todesfälle rapide zunehmen.

Der wie alle seine Genrekollegen angeblich auf Geheimakten aus dem Vatikan basierende Film wälzt sich – auch das hat er mit praktisch allen Vertretern des Nunsploitation-Films gemein – genüsslich in diversen Geschmacklosigkeiten und möchte auf diese Weise natürlich nicht nur unterhalten, sondern auch die Verlogenheit der katholischen Kirche als Institution anprangern, die sich einfach mal kurz über alle weltlichen Gesetze stellt und Unpässlichkeiten wie die im Film dargestellten einfach auf ihre eigene Art und Weise zu lösen versucht. Dass dies nicht immer funktioniert zeigt der kleine Twist am Ende des Films, den aufmerksame Filmeschauer natürlich schon ein gutes Stück vorher erahnen können. SUOR OMICIDI überzeugt mit ein bisschen Spannung, einem netten Mystery-Touch und jeder Menge Sleaze und sei jedem Freund des unterschlagenen Kinos an dieser Stelle zur bedenkenlosen Sichtung empfohlen.

 

 

Nicht mehr richtig gut, aber immerhin noch unterhaltsam waren:

An der Spitze der noch unterhaltsamen Filme des vergangenen Monats steht THE PURGE: ELECTION YEAR (Frankreich / USA 2016, Regie: James DeMonaco), der mittlerweile dritte Teil rund um diese eine Nacht in den USA, in der alle Verbrechen – inklusive Mord – legal sind. Die im dritten Teil behandelte Nacht fällt mitten hinein in den Wahlkampf und die regierende Rechte versucht durch die Aufhebung aller Regeln ihre politische Gegnerin loszuwerden.

Regisseur James DeMonaco, der bereits die ersten beiden Teile realisierte, verlässt mit dem dritten Film nun endgültig den Bereich des Home-Invasion- und Horror-Films und wendet sich mit dem hier gezeigten Jagd/Flucht-Szenario praktisch fast ausschließlich dem Actionfilm zu. Was dem Film im direkten Vergleich zu den beiden Vorgängern vielleicht an Wahnsinn und Spannung fehlen mag, macht er dafür mit einem irren Erzähltempo und überzeugenden Actionszenen wieder wett. Und nach der Vereidigung von Donald Trump als US-Präsident hat man als Zuschauer bei der Sichtung dieses Films doch ein mulmiges Gefühl. So überzeichnet diese dystopische Zukunftsvision auch sein mag, spätestens seit dem 20.01.2017 leben wir alle in einer dystopischen Realität.

 

In höchstem Maße unterhaltsam war auch BASTILLE DAY (Frankreich / Großbritannien / USA 2016, Regie: James Watkins), in dem ein Taschendieb ins Visier der CIA gerät, nachdem er versehentlich eine Bombenexplosion verursacht hatte.

Das hier ist sicher kein Film, der das Rad neu erfindet, aber er erzählt seine Geschichte auf ausgesprochen rasante und wendungsreiche Art und Weise, hat einige tolle Actionsequenzen zu bieten und mit Idris Elba als kompromisslosen CIA-Agenten einen Star in der Hauptrolle, der den Film trägt und vor lauter Coolness nur so strotzt.

 

Heutige Zuschauer dürften für einen Film wie PROJECT MOON BASE (USA 1953, Regie: Richard Talmadge), in dem sich ein russischer Spion in einen bemannten Raumflug der Amerikaner schmuggelt um die erste Raumstation der USA zu zerstören, wohl nicht mal mehr ein müdes Lächeln übrig haben. Hohn und Spott dürfte sich ergießen über die etwas hölzerne Geschichte, die teils unbeholfen wirkenden Schauspieler, die putzigen Kostüme und die nie so wirklich passenden Größenverhältnisse der zum Einsatz kommenden Modelle. Auf mich wirkt das jedoch alles ungemein anziehend, Filme wie dieser verzaubern mich immer wieder mit ihrem kindlich-naivem Charme und dem nicht wegzuleugnenden Enthusiasmus, mit dem damals alle Beteiligten am Werke gewesen sein dürften. Und die Geschichte stammt immerhin aus der Feder von Robert A. Heinlein, der u.a. auch die Romanvorlage für Verhoevens STARSHIP TROOPERS lieferte.

 

Aus der Ära der klassischen Universal-Grusler der 30er Jahre stammt – ebenso wie der weiten oben bereits angesprochene THE RAVEN – THE INVISIBLE RAY (USA 1936, Regie: Lambert Hillyer), der einmal mehr Boris Karloff und Bela Lugosi vor der Kamera vereint. Die Entdeckung eines neuen Elements auf einer wissenschaftlichen Expedition in Afrika hat hier durchaus verheerende Konsequenzen, was allerdings nicht unbedingt dazu führt, dass man sich als Zuschauer vor lauter Anspannung auf den Fingernägeln kauen müsste. Normalerweise weisen Filme wie dieser hier eine Laufzeit von ca. 60, maximal 70 Minuten auf; Hillyers Film dauert geschlagene 80 Minuten und diese für Horrorfilme der damaligen Zeit extrem üppige Laufzeit steht dem Gelingen des Films leider etwas im Weg. Es schleichen sich doch einige Längen ein und Spannung und Atmosphäre entwickelt sich eigentlich erst in den letzten 20 Minuten. Nett anzusehen und durchaus unterhaltsam ist THE INVISIBLE RAY natürlich dennoch geraten.

 

RIDE ALONG (USA 2014, Regie: Tim Story) und die nach dem Höher-Schneller-Weiter-Prinzip gestrickte Fortsetzung RIDE ALONG 2 (USA 2016, Regie: Tim Story), in denen sich Ice Cube als tougher Cop mit dem hyperaktiven Kevin Hart herumschlagen muss.

Regisseur Tim Story versucht sich in seinen Buddy Movies an einer typischen Mischung aus Klamauk und Action. Als Feierabendsnack durchaus brauchbar, Qualitätskino sieht jedoch komplett anders aus. Sonderlob gibt es für den Soundtrack-Einsatz des genialen „Sound of da Police“ von KRS-One in beiden Filmen (in der Fortsetzung leider nur im Abspann).

 

Ebenfalls noch unterhaltsam, aber fast noch einen Tick uninteressanter geraten ist MECHANIC: RESURRECTION (Frankreich / USA 2016, Regie: Dennis Gansel), in dem Profikiller Jason Statham drei Auftragsmorde ausführen muss, um Jessica Alba ihren hübschen Hintern zu retten.

Der zweite Auftragsmord mit dem Swimming Pool bleibt im Gedächtnis, vielleicht auch noch das Hinterteil von Jessica Alba. Ansonsten verblasst das Erinnerungsvermögen an den Film bereits während des Abspanns.

 

Und dass es dann tatsächlich noch egaler geht beweist X-MEN: APOCALYPSE (USA 2016, Regie: Bryan Singer), der in 2,5 Stunden Bombast und Effekte ohne Ende auffährt und dabei auch nichts anderes macht, als diese Gute-Mutanten-gegen-böse-Mutanten-Geschichte abermals durch den sprichwörtlichen Fleischwolf zu drehen. Ja, das ist schon alles nett anzusehen und ja, auch diesem Film ist ein gewisser Unterhaltungswert sicher nicht abzusprechen, mich persönlich langweilt dieser Superheldenkram jedoch von Film zu Film mehr und ich sollte irgendwann mal dieses zwanghafte Verhalten einstellen, mir diese ganzen doofen Superhelden-Blockbuster ansehen zu wollen.

 

Nicht mal mehr als unterhaltsam sondern als ausgesprochen zwiespältige Angelegenheit habe ich HIGH-RISE (Belgien / Großbritannien 2015, Regie: Ben Wheatley) empfunden, in dem Tom Hiddleston einen Mediziner spielt, der in ein futuristisches Hochhaus mit unzähligen Apartmenteinheiten zieht um dort Anonymität zu genießen und stattdessen in einen Strudel aus Dekadenz, Wahnsinn und Gewalt gerissen wird.

Filme wie dieser hier bekommen von mir immer das Gütesiegel “naja“ verpasst und reihen sich qualitativ irgendwo zwischen Filmen ein, die ich als noch unterhaltsam empfunden habe und solchen, die in meinen Augen einfach nur mies gewesen sind. Das Problem an HIGH-RISE ist, dass diese dystopische Klassenkampfthematik mit ihren ganzen dysfunktionalen Beziehungen einfach nur erschreckend oberflächlich und inhaltsleer daherkommt. Natürlich ist der Film komplett “over the top“, aber die unzähligen Provokationen erscheinen selbstzweckhaft, die Figuren sind allesamt komplett uninteressant und bleiben einem als Zuschauer einfach nur egal. Da gibt es keinen einzigen Charakter, zu dem man auch nur den Hauch einer Bindung aufbauen könnte. Das ist alles ziemlich schade, denn rein handwerklich gibt es an Wheatleys Film nicht wirklich viel auszusetzen. Kameraarbeit, Bildkomposition und Farbgebung möchte ich gar als exzellent bezeichnen und die Szene, in der die Portishead-Version des ABBA-Klassikers “SOS“ ertönt, geht definitiv als Paradebeispiel für perfekte Musikauswahl durch.

 

Und nun zum Bodensatz filmischen Schaffens:

Die Gurke des Monats geht an CRIMINAL (Großbritannien / USA 2016, Regie: Ariel Vromen), in dem Kevin Costner einen nicht zur Empathie fähigen Killer spielt, dem die Erinnerungen eines getöteten Agenten in das Gehirn verpflanzt werden und der daraufhin zur Begierde verschiedener Interessengruppen wird.

Ok, die größte Leistung des Films besteht dann am Ende des Tages halt doch darin, es hinzubekommen, offensichtlich vorhandenes Talent – neben Kevin Costner spielen u.a. Tommy Lee Jones, Gary Oldman, Ryan Reynolds und Gal Gadot mit – so komplett zu vergeuden. Die unfassbar hanebüchene Ausgangssituation entwickelt sich zu einer konfusen, uninteressanten, nervigen und stinklangweiligen Geschichte, die praktisch zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise mein Interesse wecken konnte. Zur 45-Minuten-Marke gibt es mal eine hübsche Kameraeinstellung (von oben herab in ein Treppenhaus gefilmt) und den Song im Abspann fand ich ganz nett. Ansonsten ist CRIMINAL einfach nur grottenschlechter und schier unerträglicher Rotz. Einer der beschissensten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Enough said…

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Noch mehr Männer in Masken und Strumpfhosen

SUPERMAN IV: THE QUEST FOR PEACE (Großbritannien/USA 1987, Regie: Sidney J. Furie)

superman iv - the quest for peace

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Für den vierten und letzten Film der Reihe mit Christopher Reeve in der Hauptrolle sicherte sich die legendäre Cannon Film Group die Rechte, was letztendlich zur Folge hatte, dass die Reihe eine knapp 20-jährige Pause auf der großen Leinwand einlegen musste. Der Ansatz ist zwar gar nicht mal so schlecht – als Aufhänger diente der Kalte Krieg und das Wettrüsten der Supermächte, Lex Luthor kehrt als Widersacher zurück und die Beziehung zwischen Superman/Clark Kent und der von Margot Kidder erneut gespielten Lois Lane rückt wieder etwas mehr in den Fokus -, die Umsetzung lässt allerdings arg zu wünschen übrig. Von der Größe der vorherigen Filme ist praktisch nichts mehr vorhanden. Standen den Machern des direkten Vorgängers aufgrund Budgetkürzungen schon “nur“ noch ca. $ 39 Mio. zur Verfügung (die ersten beiden Filme hatten je ca. $ 55 Mio. gekostet), musste Regisseur Sidney J. Furie diesen vierten Teil mit einem regelrechten Minibudget von ca. $ 17 Mio. verwirklichen. Entsprechende Abstriche muss man als Zuschauer dann insbesondere auch bei den Effekten und den Settings machen, der ganze Plot kommt zudem ziemlich trashig daher und ein paar extrem bescheuerte Logikfehler hätte man sich auch gerne sparen können. Aber wahrscheinlich hätte SUPERMAN IV: THE QUEST FOR PEACE unter den gegebenen Umständen auch gar kein besserer Film werden können. Und auch wenn das hier der bisher schwächste Teil der Reihe ist, so hat auch er seine tollen Momente (insbesondere die Sequenz mit dem Doppeldate zwischen Superman/Lois Lane und Clark Kent/Lacy Warfield ist dabei hervorzuheben, da diese tatsächlich ausgesprochen witzig umgesetzt wurde und es verdammt viel Spaß macht, dabei zuzusehen, wie der Superheld ständig seine Identitäten wechseln muss).

Persönliche Bewertung: Nett!

THE PHANTOM (Australien/USA 1996, Regie: Simon Wincer)

the phantom

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Billy Zane ist der titelgebende Held, der in dieser Comicverfilmung aus dem Jahr 1996 verhindern muss, dass der ebenso skrupellose wie größenwahnsinnige Geschäftsmann Xander Drax (Treat Williams) in den Besitz von drei magischen Schädeln kommt, mit denen seine Macht schier unendliche Maße annehmen würde.

Simon Wincer legt THE PHANTOM als Mischung aus Superhelden- und Abenteuerfilm an, sein Film ist knietief im Pulp verwurzelt, die Einflüsse klassischer Serials aus den 30er und 40er Jahren sind ebenso unübersehbar wie die aktuellerer Abenteuerfilme wie beispielsweise der INDIANA JONES-Reihe. THE PHANTOM ist ein klassisches B-Movie, welches seine Herkunft zu keiner Sekunde verleugnet und den Zuschauer einfach nur mit möglichst vielen Schauwerten und einer rasanten Handlung unterhalten möchte. Wincers Film gewinnt vor allem aufgrund der großartigen Besetzung. Billy Zane als Titelheld ist schon ziemlich toll, aber James Remar und Treat Williams in den Rollen der beiden Hauptbösewichte sind einfach nur klasse. Dazu gesellen sich Kristy Swanson als Love Interest und eine junge Catherine Zeta-Jones in einem ihrer ersten größeren Leinwandauftritte. Und Cary-Hiroyuki Tagawa spielt auch noch mit. Zudem gibt es rasante Action zu Wasser, zu Lande und in der Luft, abenteuerliche Höhlen mit alten Artefakten, diverse Dschungelabenteuer, Piraten, usw., usf.; alles in allem ein in meinen Augen komplett gelungener Film, bei dem ich mir die relativ miese Durchschnittsbewertung in der IMDB – THE PHANTOM kommt gerade mal auf 4,9/10 Punkten – nicht wirklich erklären kann. Aber man muss ja nicht alles verstehen.

Persönliche Bewertung: Gut!

SUPERMAN RETURNS (USA 2006, Regie: Bryan Singer)

superman returns

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Knapp 20 Jahre nach SUPERMAN IV: THE QUEST FOR PEACE kam mit SUPERMAN RETURNS der fünfte Teil der Reihe in die Kinos. Kein Remake, kein Reboot, sondern tatsächlich eine echte Fortsetzung. So wirklich funktionieren mag der Film als Fortsetzung jedoch nicht und vielleicht hätte man die Reihe nach so langer Zeit entweder ruhen lassen oder einfach nur rebooten sollen (was dann ja 7 Jahre später mit MAN OF STEEL auch gemacht wurde).

Das größte Problem dieser Fortsetzung ist, dass die Geschichte zwar an die Vorgängerfilme anschließt – Superman (Brandon Routh) war einige Jahre wie vom Erdboden verschwunden und kehrt schließlich doch nach Metropolis zurück um den Menschen wieder zu dienen; gleichzeitig will der mittlerweile aus dem Gefängnis entlassene Lex Luthor (Kevin Spacey) dem Kapitel Superman ein ultimatives Ende setzen -, die Darsteller – insbesondere Brandon Routh als Superman/Clark Kent und Kate Bosworth als Lois Lane – aber viel zu jung für ihre Rollen sind. Dieses Manko fällt natürlich umso schwerer ins Gewicht, wenn man die vier Vorgängerfilme kurz zuvor gesehen hat.

Ein weiteres Problem des Films ist, dass die Chemie zwischen den Charakteren nicht passt. Das Duo Routh/Bosworth schafft es nicht einmal annähernd, eine dem Duo Reeve/Kidder ähnliche Magie auf die Leinwand zu zaubern. Und auch die Story selbst gibt nicht wirklich viel hier und mit einer Laufzeit von fast 2,5 Stunden ist SUPERMAN RETURNS für das, was er letztendlich zu bieten hat, viel zu lang ausgefallen.

Es ist schade, dass dieser Film letztendlich eher enttäuschend ausgefallen ist. Denn trotz aller Schwächen ist spürbar, dass Singer hier mit verdammt viel Leidenschaft ans Werk gegangen ist und alles versucht hat, um den Vorgängerfilmen und dem Gedenken an Christopher Reeve, der im Oktober 2004 an einem Herzinfarkt verstorben ist, irgendwie gerecht zu werden. SUPERMAN RETURNS sieht toll aus, die Effekte sind klasse und vor allem Routh und Spacey können ja auch durchaus überzeugen. Aber am Ende des Tages ist das Gegenteil von gut dann halt leider doch nur gut gemeint.

Persönliche Bewertung: Naja!

MYSTERY MEN (USA 1999, Regie: Kinka Usher)

mystery men

(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

Nachdem er alle Superschurken hinter Schloss und Riegel gebracht hat, ist der Superheld Captain Amazing (Greg Kinnear) stark unterfordert, da er einfach keine gleichwertigen Gegner mehr hat. Er entschließt sich dazu, dafür zu sorgen, dass sein Erzfeind Casanova Frankenstein (Geoffrey Rush) aus dem Gefängnis freikommt, um dann wieder eine echte Aufgabe zu haben. Doch der Plan geht schief. Der freigelassene Frankenstein überwältigt den selbstherrlichen Helden und nimmt ihn gefangen. Nun liegt das Schicksal der Menschheit in den Händen einer Gruppe selbsternannter Superhelden (u.a. Ben Stiller, William H. Macy), deren Mitglieder jedoch über ein gehöriges Manko verfügen: keiner von ihnen hat echte Superkräfte…

Regisseur Kinka Usher, dessen bis heute einzige Regiearbeit dieser Film bleiben sollte, hat mit MYSTERY MEN eine sympathische Mischung aus Superheldenparodie und Außenseiterballade gedreht. Die titelgebende Truppe rund um Ben Stiller und William H. Macy gleicht fehlendes Talent mit purem Optimismus, unbändiger Energie und ausgesprochen interessanten “Superkräften“ aus. Als Zuschauer hat man sofort ein Herz für diese liebenswerten Typen, diese vermeintlichen Versager, die einfach nur ihren Teil dazu beitragen wollen, dass das Böse nicht die Überhand gewinnt. Regisseur Usher entwickelt seine skurrilen Charaktere mit viel Respekt und Liebe zum Detail, er macht sich zu keiner Zeit über seine chaotischen Superhelden lustig, lacht nie über sie, sondern immer nur mit ihnen. Natürlich schleicht sich auch das eine oder andere, wohl auch aus Gründen der Plotentwicklung vorhandene Klischee in die Charakterisierung der Möchtegernsuperhelden ein (insbesondere was den von Ben Stiller gespielten Charakter anbelangt), aber diese vermeintliche Schwäche machen die Beteiligten vor und hinter der Kamera mit ihrer tollen Mischung aus gelungenen Gags, einer rasant erzählten Geschichte und jeder Menge herrlich absurder Einfälle locker wieder wett. Unter den Schauspielern gilt es dabei besonders Greg Kinnear als arroganten Captain Amazing, Geoffrey Rush als Casanova Frankenstein, sowie Ben Stiller und William H. Macy hervorzuheben.

Persönliche Bewertung: Gut!

X-MEN: DAYS OF FUTURE PAST (Rogue Cut) (Großbritannien/Kanada/USA 2014, Regie: Bryan Singer)

x-men - days of future past

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Zählt man die beiden Filme, in denen der von Hugh Jackman gespielte Wolverine im Zentrum steht, mit, ist das hier nun schon der siebte Film innerhalb der X-MEN-Reihe. Die Mutanten begeben sich auf Zeitreise in die frühen 70er Jahre des 20. Jahrhunderts und versuchen so, ihr Auslöschen in der Zukunft zu verhindern. Und eines muss man den Machern bei Marvel schon zugestehen: früher hätte man sich den siebten Teil einer Filmreihe nicht mehr wirklich anschauen können, X-MEN: DAYS OF FUTURE PAST funktioniert sogar über seine epische Laufzeit von knapp 150 Minuten im nunmehr vorliegenden “Rogue Cut“ ziemlich gut (die Kinofassung war 17 Minuten kürzer und ich möchte gar nicht wissen, was da so alles gefehlt hat). So wirklich viel Neues hat Singer zwar nicht zu erzählen – im direkten Vergleich mit den anderen Filmen der Reihe war das hier gemeinsam mit THE WOLVERINE in meinen Augen auch der bisher schwächste Beitrag und man könnte durchaus auch feststellen, dass sich die Reihe innerhalb der 14 Jahre, in der sie existiert, nicht sonderlich viel weiterentwickelt hat -, aber zumindest sieht dieses Nichts, das es zu erzählen gibt, richtig gut aus und macht durchaus Laune auf die weiteren Filme der Reihe, die in Zukunft ebenso sicher kommen werden wie das berühmte Amen in der Kirche (insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die komplette Reihe mit dem Finale dieses Films im Endeffekt ja wieder auf null zurückgesetzt wurde).

Persönliche Bewertung: Gut!

THE SHADOW (USA 1994, Regie: Russell Mulcahy)

the shadow

(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

Alec Baldwin ist der titelgebende Held, der im New York der 30er Jahre einen Nachfahren des berüchtigten Dschingis Khan davon abhalten muss, die ganze Welt ins Chaos zu stürzen…

Rein thematisch passt THE SHADOW eigentlich ganz gut zu dem zwei Jahre später erschienenen und vor mir kurz zuvor gesehenen THE PHANTOM. Auch THE SHADOW kann seine B-Movie-Wurzeln zu keiner Zeit verleugnen und hat ebenso wie THE PHANTOM diesen Abenteuerfilmcharakter. Mit Alec Baldwin, Ian McKellen und Tim Curry ist THE SHADOW zudem richtig gut besetzt und die Jagd nach dem fiesen Shiwan Khan (John Lone) wird über die komplette Laufzeit praktisch nie langweilig. Was Mulcahys Film ein bisschen fehlt, sind diese überbordenden Schauwerte, die in THE PHANTOM – auch bedingt durch die vielen Locationwechsel – vorhanden waren. THE SHADOW wirkt im Vergleich – den ich aufgrund der kurz hintereinander erfolgten Sichtungen einfach ziehen muss, da sich die Filme doch sehr ähnlich sind – deutlich kleiner und weniger spektakulär. Spaß hat man natürlich auch mit Mulcahys Film jede Menge und wer vielleicht irgendwann mal Lust auf Filme dieser Art verspürt, sei ein Double-Feature-Programm mit THE SHADOW und THE PHANTOM hiermit wärmstens empfohlen.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

FLASH GORDON (Großbritannien/USA 1980, Regie: Mike Hodges)

flash gordon

(Fassung: DVD, Kinowelt, Deutschland)

Der titelgebende Held (Sam J. Jones) muss auf dem fernen Planenten Mongo (!!!) den größenwahnsinnigen Kaiser Ming (Max von Sydow) davon abhalten, die Erde zu vernichten…

Film ist ein visuelles Medium, FLASH GORDON ist der Tatsachenbeweis zu dieser Aussage. Hodges’ Film entzieht sich im Endeffekt jeglicher Art von Bewertung, würde es ihn nicht geben, müsste man ihn erfinden. Natürlich ist die Handlung purer Trash, natürlich bekommt die Floskel des “comichaft überzogenen“ Films hier eine komplett neue Bedeutung und natürlich ist das, was man hier zu sehen bekommt, nicht viel weniger als kompletter Irrsinn. Aber vielleicht nie war Irrsinn so wunderschön anzusehen wie hier. FLASH GORDON ist ein visuelles Sahnestück, die kunterbunten Settings, Requisiten und Kostüme sind eine einzige Augenweide und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie FLASH GORDON auf einen als Zuschauer wirken würde, wenn man ihn sich in einem berauschten Zustand ansähe. Ein Film wie ein kunterbunter Trip, vielleicht am effektivsten gemeinsam mit Vadims wundervollem BARBARELLA im Double Feature zu genießen.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!