02/2016 – Sichtungen 1-9

PROMISED LAND (USA / Vereinigte Arabische Emirate 2012, Regie: Gus Van Sant)

promised land

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Matt Damon und Frances McDormand agieren in PROMISED LAND als Außendienstmitarbeiter eines großen Energieriesen und sollen den Bewohnern einer von der Wirtschaftskrise arg gebeutelten Kleinstadt für möglichst wenig Geld Bohrrechte an ihren Grundstücken abkaufen. Doch was als Routineauftrag beginnt, entwickelt sich zum Problem, denn die beiden Vertreter des Energiekonzerns werden nicht überall mit offenen Armen empfangen und schon bald formiert sich erster Widerstand gegen einen Verkauf der Bohrrechte, da die Fördermethode, das umstrittene Fracking, doch einige Gefahren birgt…

Regisseur Gus Van Sant konfrontiert den Zuschauer in PROMISED LAND mit einer ganz eindeutigen und auch begrüßenswerten Aussage und positioniert sich glasklar für den Umweltschutz und gegen skrupellose Konzernmachenschaften. PROMISED LAND nimmt den Zuschauer relativ schnell für sich ein, wegen seiner unterstützenswerten Agenda, wegen seiner ruhigen, atmosphärischen und unaufdringlichen Erzählweise, wegen der ausgesprochen authentisch wirkenden Zeichnung der von der Krise heimgesuchten Kleinstadtbewohner und auch wegen der überzeugenden Darsteller, die – allen voran die tolle Frances McDormand – hier richtig gute Arbeit abliefern.

Aber es gibt auch Schattenseiten, und die hängen insbesondere mit dem etwas arg klischeehaften und vorhersehbaren Handlungsverlauf und mit der Tatsache zusammen, dass Van Sant die Möglichkeit, den Zuschauer richtig zu fordern, einfach nicht nutzt. Denn aus dem Potential, was allein schon aufgrund des Fakts vorhanden ist, dass es sich bei den beiden Protagonisten ja eigentlich um die Bösewichter des Films handelt, wird viel zu wenig gemacht. Das wird insbesondere bei einer näheren Betrachtung des von Matt Damon gespielten Steve Butler deutlich. Klar, er versucht, die kleinen Leute finanziell übers Ohr zu hauen, mehr kriminelle Energie legt er jedoch nicht an den Tag. Er ist kein eiskalter Menschenfänger, der genau weiß, mit welchen weitreichenden Folgen die Einwohner zu kämpfen haben werden, welchen Gefahren sie sich auszusetzen drohen, wenn sie sich auf den Deal mit dem Energiekonzern einlassen. Er ist davon überzeugt, dass es sich bei den vorgebrachten Bedenken um urbane Legenden handelt und wird so eher als bemitleidenswertes Opfer, als willenlose Marionette des Energieriesen, gezeichnet. In das Dilemma, als Zuschauer tatsächlich mit einem richtigen Bösewicht mitzufiebern, wird man von Van Sant leider nie gebracht. Ein nur mittelmäßiger oder gar schlechter Film ist PROMISED LAND trotz dieser Schwäche natürlich trotzdem nicht, er ist halt nur etwas arg handzahm geraten.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

BIG GAME (Deutschland / Finnland / Großbritannien 2014, Regie: Jalmari Helander)

big game

(Fassung: Blu-ray, Ascot Elite, Deutschland)

Mittelpunkt der Handlung von BIG GAME ist Oskari (Onni Tommila), ein 13-jähriger Junge, der einen Initiationsritus über sich ergehen lassen muss. Um seine Männlichkeit zu beweisen, soll Oskari eine Nacht allein in den finnischen Wäldern verbringen und am nächsten Morgen mit einem getöteten Tier zurückkehren. Während Oskari seine Aufgabe angeht wird am Himmel über ihm die Air Force One zum Ziel eines terroristischen Angriffs und US-Präsident Moore (Samuel L. Jackson) landet in einer Rettungskapsel mitten in Oskaris Jagdgebiet…

BIG GAME ist nicht sonderlich spannend, bietet auch keine überbordende Action (wie einem das Plakat bzw. das Cover der Blu-ray gerne vorgaukeln würde) und scheint insgesamt betrachtet eher für ein jugendliches und weniger für ein erwachsenes Publikum konzipiert zu sein. Regisseur Jalmari Helander hat da einen Film gedreht, den man – halbwegs objektiv betrachtet – gerade mal als nett bzw. unterhaltsam bezeichnen könnte. Aber Objektivität beim Filmeschauen ist ja immer ein schwieriges Thema und bei BIG GAME kamen dann tatsächlich noch ein paar Faktoren zusammen, die den Film für mich zu einem echten Vergnügen werden ließen. Beispielsweise die beeindruckende Naturkulisse, in der die Geschichte spielt, und die für nicht wenige, visuelle Highlights sorgt. Oder die Tatsache, dass Samuel L. Jackson hier so herrlich gegen sein übliches Rollenklischee besetzt ist. Der von ihm gespielte US-Präsident ist meilenweit davon entfernt, in irgendeiner Weise cool zu sein, vielmehr handelt es sich um ein komplettes Weichei und Jackson scheint diese Rolle tatsächlich verdammt viel Spaß gemacht zu haben. Größter Pluspunkt des Films ist allerdings die Chemie, die sich mit zunehmender Laufzeit zwischen Samuel L. Jackson und seinem kindlichen Co-Star entwickelt. Die beiden harmonieren gar prächtig miteinander und BIG GAME läuft vor urkomischen, oft beinahe slapstickhaften Szenen, die dieses Zusammenspiel mit sich bringt, stellenweise regelrecht über. BIG GAME hat mich einige Male herzhaft zum Lachen gebracht (allein das erste Aufeinandertreffen der beiden späteren Verbündeten ist einfach nur saukomisch) und mir allein schon aufgrund dieser Tatsache viel Spaß bereitet.

Zum Abschluss noch ein kritisches Wort zur deutschen Blu-ray, die für O-Ton-Liebhaber leider nur bedingt zu gebrauchen ist. Bei Auswahl des O-Tons werden in den Szenen, in denen im Original finnisch gesprochen wird, keine automatischen Untertitel eingeblendet (was eigentlich mittlerweile Standard für Heimkino-Veröffentlichungen sein sollte), stattdessen müssen diese immer wieder manuell zugeschaltet werden. Das beeinträchtigt den Filmgenuss erheblich.

Memo an mich: in Zukunft nach Möglichkeit auf Veröffentlichungen aus dem Hause Ascot Elite verzichten und lieber auf Alternativen aus Großbritannien oder den USA zurückgreifen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

VACATION (USA 2015, Regie: John Francis Daley / Jonathan M. Goldstein)

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(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Vor über 30 Jahren unternahm Rusty Griswold (Ed Helms) mit seiner Familie einen denkwürdigen Ausflug in den Erlebnispark Walley World. Nun möchte Rusty seinem Vater Clark (Chevy Chase) nacheifern und entschließt sich dazu, diesen Trip nun auch mit seiner Frau (Christina Applegate) und seinen beiden Söhnen (Skyler Gisondo und Steele Stebbins) zu unternehmen – was allerdings nicht auf allzu große Begeisterung stößt…

Der mittlerweile fünfte Griswold-Film übergibt den Staffelstab an die nächste Generation. Bereits 18 Jahre sind seit dem unmittelbaren Vorgänger VEGAS VACATION vergangen und Chevy Chase und Beverly D’Angelo absolvieren hier nur noch einen kurzen Gastauftritt am Ende der Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Ed Helms als Rusty, seine Familie und der ereignisreiche Road Trip, bei dem natürlich alles schief geht, was so schief gehen kann. VACATION pendelt irgendwo zwischen Fortsetzung der Reihe und losem Remake des auf denselben Titel hörenden Auftaktfilms aus dem Jahr 1983. Die beiden Regisseure Daley und Goldstein haben ein paar nette Referenzen an das große Vorbild eingebaut und der von Ed Helms gespielte Rusty erinnert in seinem Verhalten natürlich stark an den von Chevy Chase gespielten Clark Griswold aus den Filmen zuvor. Was VACATION leider völlig abgeht, ist der hintergründige und auch sympathische Humor, der praktisch alle Vorgängerfilme mit Chase in der Hauptrolle – so grell diese in ihren Gags auf den ersten Blick auch gewesen sein mochten – ausgezeichnet und sehenswert gemacht hat. Daley und Goldstein setzen lieber auf offensiven Gross-Out-Humor, der in nicht wenigen Sequenzen wirklich sämtliche Geschmacksgrenzen zu sprengen droht. Auch das ist stellenweise saukomisch, unterhält aber eher oberflächlich; so etwas wie Herz und Seele hält erst am Ende – bei den Gastauftritten von Chevy Chase und Beverly D’Angelo – Einzug in den Film und da wird einem auch richtig bewusst, wie weit VACATION qualitativ doch von den Original-Filmen entfernt ist. Am Ende des Tages hat man als Zuschauer zwar einen absolut unterhaltsamen Film gesehen, als Fan der Vorgängerfilme aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass es manchmal vielleicht besser wäre, nicht jede einst erfolgreiche Filmreihe wiederzubeleben.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

TREFFER (Deutschland 1984, Regie: Dominik Graf)

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(Fassung: DVD, EuroVideo, Deutschland)

In TREFFER begleitet man die drei Freunde Albi (Maximilian Wigger), Franz (Dietmar Bär) und Tayfun (Tayfun Bademsoy) auf ihrer Suche nach Glück, Zufriedenheit und Freiheit. Doch die gestaltet sich für die drei Motorradfreaks als ausgesprochen schwierig. Geldprobleme, Jobprobleme, Bekanntschaften mit den falschen Menschen und ein stetiger Wandel am Rande der Legalität führen schließlich dazu, dass die Geschichte von Albi, Franz und Tayfun in einer Katastrophe zu enden droht.

TREFFER überzeugt vor allem durch seinen Zeit- und Lokalkolorit, seine leicht melancholisch angehauchte Atmosphäre und die überzeugenden Leistungen der drei Hauptdarsteller, die diese drei schwierigen Charaktere ausgesprochen authentisch verkörpern. Die (Anti-)Helden taugen vielleicht nicht unbedingt als bedingungslose Sympathieträger und Identifikationsfiguren, Regisseur Dominik Graf gelingt es jedoch mit spielerischer Leichtigkeit beim Zuschauer so viel Empathie für Albi, Franz und Tayfun zu erzeugen, dass man diesen drei Typen während der kompletten Laufzeit die Daumen drückt und hofft, dass sich am Ende vielleicht doch noch alles zum Guten wendet, auch wenn man befürchtet, dass dies wohl nicht unbedingt der Fall sein wird.

TREFFER ist großes, deutsches Fernsehen. Unbedingt sehenswert.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

EVERLY (USA 2014, Regie: Joe Lynch)

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(Fassung: Blu-ray, Splendid, Deutschland)

Die Handlung von EVERLY lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: Salma Hayek ist als titelgebende Everly in einem Appartement eingesperrt und versucht zu fliehen. Hiroyuki Watanabe trachtet ihr als fieser Gangsterboss nach dem Leben und versucht alles, um sie nicht lebend aus dem Appartement entkommen zu lassen.

Was folgt ist ein knapp 90-minütiges Kammerspiel der etwas derberen Art. Everly wehrt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ihre Angreifer und der geneigte Zuschauer wird Zeuge eines stattlichen Blutbades mit skurrilen Killern, abgedrehten Situationen und ausgesprochen kreativen Tötungsarten. Ernst nehmen kann man Lynchs Film natürlich keine fünf Sekunden lang – dafür ist das Teil viel zu überzeichnet und durchgedreht. Wem der Sinn nach einem typischen Tarantino-Klon mit heftigen Funsplatter-Einlagen steht, kann gerne mal einen Blick riskieren, alle anderen sollten vielleicht lieber die Hände von EVERLY lassen. Ich persönlich fand Lynchs Film durchaus gelungen und unterhaltsam, insbesondere weil er es geschafft hat, sein begrenztes Setting – EVERLY spielt praktisch ausschließlich in einem Appartement – effektiv zu nutzen und seinen Film über 90 Minuten so abwechslungsreich zu gestalten, dass beim geneigten Zuschauer keine Ermüdungserscheinungen auftreten.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

FRANCES HA (Brasilien / USA 2012, Regie: Noah Baumbach)

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(Fassung: Blu-ray, MFA+ / Ascot Elite, Deutschland)

Greta Gerwig ist Frances, die in New York mit ihrer besten Freundin Sophie zusammenlebt und von einer Karriere als Tänzerin träumt. Aber irgendwie scheint praktisch alles im Leben der 27 Jahre alten Hauptfigur nicht so recht in die Gänge kommen zu wollen. Das Geld ist knapp, die Ausbildung an der Tanzakademie erweist sich als zäh und schwierig, ihre WG mit Sophie muss sie aufgeben, als diese in einer festen Beziehung landet und sie selbst mag gerade in Liebesdingen einfach kein Glück haben…

Regisseur Noah Baumbach erzählt die Geschichte von Frances in einfach gehaltenen Schwarz/Weiß-Bildern und lässt den Zuschauer so auf relativ schlichte Art und Weise an diversen Stationen von Frances’ Suche nach dem Sinn des Lebens teilhaben. FRANCES HA lebt dabei in allererster Linie von seiner Hauptdarstellerin. Greta Gerwig spielt diesen vielschichtigen Charakter so überzeugend und glaubwürdig, dass man sich als Zuschauer nur schwer der Faszination entziehen kann, die von der Hauptfigur ausgeht. Man könnte sie aufgrund ihrer diversen Taten und Verhaltensweisen gleichzeitig umarmen und trösten, aufwecken und schütteln, lieben und hassen, man möchte mit ihr lachen und weinen und ihr nicht selten einfach nur eine schallende Ohrfeige verpassen – Frances scheint wie ein guter Freund zu sein, mit dem man durch dick und dünn gehen würde, dem man aber auch nicht selten einen Tritt in den Allerwertesten verpassen möchte, damit er seinen Kram endlich auf die Reihe bringt. FRANCES HA ist ein Film über Freundschaft, über Lebensziele, über Träume. Er ist auf seine ebenso schlichte wie direkte Art stellenweise einfach nur wunderschön und diese Sequenz, in der Frances zu den Klängen von Bowies “Modern Love“ durch die Straßen von New York läuft, versprüht pure Kinomagie. Toll!

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

GET HARD (USA 2015, Regie: Etan Cohen)

get hard

(Fassung: Blu-ray (Extended Cut), Warner, Deutschland)

Will Ferrell ist James King, ein schwerreicher Hedgefonds-Manager, der aufgrund seiner unfassbaren Naivität zum Opfer eines gegen ihn gerichteten Komplotts wird und wegen Betrugs zu 10 Jahren Haft in San Quentin verurteilt wird. Nun bleiben dem Opfer widriger Umstände genau 30 Tage Zeit um sich fit für den Knast machen zu lassen. Für diesen Job hat King ausgerechnet Darnell Lewis (Kevin Hart) auserkoren, der – so schlussfolgert King – allein schon aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe definitiv schon einige Jahre hinter Gittern verbracht haben muss. Darnell, der dringend Geld benötigt, hat zwar noch nie ein Gefängnis von innen gesehen, lässt King aber in dem Glauben und macht sich an die Arbeit…

Man muss Will Ferrell und diese ganz spezielle Art des Humors, in der kein Witz zu flach ist, keine Gürtellinie zu tief hängt und kein Tabu existiert, das nicht gebrochen werden darf, schon mögen, um mit GET HARD seinen Spaß haben zu können. Ich persönliche halte Will Ferrell für einen der großartigsten Komiker unserer Zeit und kann mich schon allein bei seinen diversen Grimassen immer wieder regelrecht kaputtlachen. Folgerichtig empfand ich auch GET HARD als ungemein witzig, sehenswert und unterhaltsam, auch wenn diese erste große Regiearbeit von Regisseur Etan Cohen qualitativ sicher bei Weitem nicht an andere Großtaten von Will Ferrell heranreicht, ich denke da insbesondere an ANCHORMAN: THE LEGEND OF RON BURGUNDY und STEP BROTHERS. Ich habe keinerlei Problem damit, wenn Leute GET HARD nicht mögen, weil sie mit Ferrell und seiner Art des Humors nichts anfangen können. Nicht nachvollziehen kann ich jedoch diverse Stimmen, die GET HARD Rassismus und Homophobie vorgeworfen haben. Denn das halte ich speziell in diesem Film überhaupt nicht für angebracht. Klar, der von Ferrell gespielte James King ist rassistisch und homophob, jedoch nicht aus Überzeugung, sondern aufgrund seines schlichten Gemüts und seiner unfassbaren Dummheit. Es wird mir hoffentlich niemand, der seinen Kopf zum Denken benutzt, erzählen wollen, dass dieser bemitleidenswerte Trottel für einen als Zuschauer als Vorbild dienen könnte, als Identifikationsfigur, der es nachzueifern lohnt. Ich finde es eigentlich ziemlich toll, dass GET HARD auf komplett überzeichnete Art und Weise den vermeintlichen Helden als rassistischen und homophoben Trottel entlarvt und dadurch ja auch diesen ganzen rassistischen und homophoben Trotteln, die leider Gottes so durch die Straßen ziehen, einen entsprechenden Spiegel vor die Fresse hält.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

SUPERNATURAL: SEASON 1 (USA 2005 / 2006, Idee: Eric Kripke)

supernatural

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In SUPERNATURAL stehen die beiden Brüder Sam (Jared Padalecki) und Dean Winchester (Jensen Ackles) im Mittelpunkt. Als Sam noch ein Baby war, kam die Mutter der Brüder unter mehr als mysteriösen und definitiv übernatürlichen Umständen ums Leben. Ihr Vater (Jeffrey Dean Morgan) hat sein ganzes Leben darauf ausgerichtet, die für den Tod seiner Frau verantwortliche Macht zu finden und zu töten. Während sich sein älterer Sohn Dean ihm anschloss und sich mit ihm gemeinsam auf die Jagd nach Dämonen und anderen übernatürlichen Wesen machte, sagte sich Sam los und versucht nun, ein normales Leben als College-Student zu führen. Doch als der Vater der Brüder spurlos verschwindet, holt auch Sam seine eigentliche Berufung auf ausgesprochen drastische Art und Weise ein – seine Freundin stirbt auf dieselbe Art und Weise wie einst seine Mutter – und er macht sich gemeinsam mit Dean auf Dämonenjagd…

Nach THE SHIELD habe ich mir mit SUPERNATURAL nun eine Serie ausgesucht, die bestens zum Entspannen und Berieseln geeignet ist und so insbesondere nach nervigen Tagen im Büro ihren Weg in den Player findet. In dieser ersten Staffel gibt es noch keinen großartigen Handlungsbogen, die einzelnen Episoden werden zwar durch einen hauchdünnen, roten Faden zusammengehalten, sind ansonsten aber jeweils eigenständig und pendeln sich im Lauf der Staffel auf ein durchaus unterhaltsames Level ein. Qualitativ ist da jedoch noch ziemlich viel Luft nach oben. Wirklich gut sind höchstens ca. 1/3 der insgesamt 22 Episoden, der Rest ist halt nett und unterhaltsam. In den guten Folgen wird aber auch deutlich, welches Potential in der Serie steckt – dies scheint ja später auch ausgeschöpft zu werden, sonst hätte es die von Eric Kripke erdachte Serie bisher wohl kaum auf elf Staffeln gebracht -, denn die sind dann auch tatsächlich richtig schön creepy, atmosphärisch und unheimlich geraten. Mal schauen, wie es in der nächsten Staffel weitergeht.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

TATORT: DAS MÄDCHEN AUF DER TREPPE (Deutschland 1982, Regie: Peter Adam)

tatort - das mädchen auf der treppe_01

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(Fassung: DVD, ARD Video, Deutschland)

In ihrem vierten gemeinsamen Fall müssen Schimanski (Götz George) und Thanner (Eberhard Feik) den Mord an einer Frau aufklären und sich gleichzeitig um deren 17-jährige Tochter kümmern. Die besitzt keinerlei Vertrauensperson, an die sie sich wenden könnt und scheint – so stellt sich bald heraus – selbst in großer Gefahr zu schweben…

DAS MÄDCHEN AUF DER TREPPE hat mir von den bisherigen Schimanski-Fällen am besten gefallen. Der zu lösende Fall steht im Vordergrund und der Weg zur Klärung des Verbrechens ist spannend und wendungsreich. Die Chemie zwischen George und Thanner ist einmal mehr die halbe Miete für das Gelingen des Films und auch Chiem van Houweninge hat in der Rolle des Hänschen wieder ein paar ausgesprochen nette Szenen abbekommen. Ziemlich toll ist auch das Zusammenspiel zwischen den beiden Kommissaren und Anja Jaenicke, die als Katja das titelgebende Mädchen auf der Treppe verkörpert und sowohl Schimanski als auch Thanner immer wieder vor schwierige Situationen stellt. Und dann liegt über dem Film noch so eine wunderbar mystische, manchmal schon fast melancholische Grundstimmung – diese Szene in der Disco beispielsweise, in der sich Anja Jaenicke als Katja allein und gedankenverloren auf der Tanzfläche befindet, verursacht pure Gänsehaut -, die vor allem durch den wunderbaren Synthie-Score von Tangerine Dream erzeugt wird. DAS MÄDCHEN AUF DER TREPPE macht Lust auf mehr und die Tatsache, dass Regisseur Peter Adam noch drei weitere Schimanski-Fälle als Regisseur begleitet hat, schürt die Vorfreude – gerade auf diese drei Filme – immens.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

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Jahresendspurt – 2. Teil

STAYING ALIVE (USA 1983, Regie: Sylvester Stallone)

staying alive

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Bei STAYING ALIVE handelt es sich um die Fortsetzung des kürzlich von mir angesehenen SATURDAY NIGHT FEVER. John Travolta ist erneut in der Rolle des Tony Manero zu sehen, der zwar mittlerweile nach Manhattan geschafft hat, sich seine Brötchen allerdings nur als Tanzlehrer und Bedienung verdient und bei diversen Castings als Tänzer eine Absage nach der anderen erhält. Doch eines Tages hat Manero Glück und ergattert eine Rolle in einer großen Show am Broadway und verliebt sich dabei in Laura (Finola Hughes), die Startänzerin des Stücks. Doch seine Gefühle treffen auf wenig Gegenliebe.

Wahrscheinlich ist SATURDAY NIGHT FEVER der bessere Film, weil er insgesamt betrachtet einfach glaubwürdiger und authentischer wirkt, dafür ist STAYING ALIVE irgendwie eingängiger und kurzweiliger geraten als Badhams Vorgänger. Stallone hat mit STAYING ALIVE eine Mischung aus Tanzfilm und kitschiger Romanze gedreht, die – und das hat die Fortsetzung mit Badhams Film gemein – insbesondere von ihren teils spektakulären Tanzszenen (die Aufführung des Stücks am Ende ist schlichtweg der Hammer!) und John Travolta in der Hauptrolle lebt, der den Tony Manero einmal mehr ausgesprochen sympathisch (auch wenn man ihn für so manche Handlung ohrfeigen möchte) und authentisch rüberbringt. Es macht einfach Spaß, Tony und den anderen handelnden Personen dabei zuzusehen, wie sie versuchen, in ihrem Leben zurechtzukommen und ihr Glück zu finden. Da stört es nicht sonderlich, dass man den Plot so oder so ähnlich schon unzählige Male vorher gesehen hat.

Und ganz am Ende – kurz vor den Endcredits – wenn sich der Kreis schließt, und Travolta in dem selben, unnachahmlichen Stil durch die Straßen New Yorks läuft, wie er es schon zu den Anfangscredits in SATURDAY NIGHT FEVER getan hat, weht durchaus ein Hauch von Magie durchs heimische Wohnzimmer.

Bewertung: Gut!

 

YOUNGBLOOD (USA 1986, Regie: Peter Markle)

youngblood

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Rob Lowe ist Dean Youngblood, ein talentierter, junger Eishockeyspieler, der gegen den Willen seines Vaters die heimische Farm verlässt um bei einem Team in der kanadischen Junior-League zu spielen. Dort will er auf sich aufmerksam machen und einen begehrten Profivertrag ergattern…

Wer aufgrund der kurzen Zusammenfassung des Inhalts nun der Meinung ist, YOUNGBLOOD könnte seinen Zuschauern durchaus das eine oder andere Klischee servieren, der irrt gewaltig. YOUNGBLOOD kommt nicht mit dem einen oder anderen Klischee um die Ecke, YOUNGBLOOD ist im Endeffekt das Klischee. Wenn man sich den Film so anschaut, muss man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass Regisseur und Drehbuchautor Peter Markle seine Geldgeber irgendwann beim Verfassen des Drehbuchs mal die Frage gestellt haben muss, wie viele Klischees er in seinem Drehbuch verwursten darf. Und diese Frage dürfte ganz eindeutig mit einem einzig Wort beantwortet worden sein: Alle!

Wir haben das junge Talent, das gegen den Willen seines Vaters das schützende Zuhause verlässt. Wir haben den großen Bruder, der einst selbst ein talentierter Eishockeyspieler war, aufgrund einer schweren Verletzung den Sport aber nicht mehr ausüben kann. Wir haben den fiesen Gegenspieler, dem von unserem Protagonisten der Platz im Team weggeschnappt wurde und der nun beim härtesten Konkurrenzteam anheuert und nur darauf wartet, sich zu rächen. Wir haben die typischen Initiationsriten innerhalb der Mannschaft. Wir haben das typische “Sich-Respekt-Erkämpfen“ bei den Teamkollegen. Wir haben die Lovestory zwischen dem Titelhelden und – natürlich – der Tochter des Coachs (der davon – auch natürlich – nicht gerade begeistert ist). Wir haben das traumatische Erlebnis, welches den Protagonisten alles hinwerfen lässt, um auf die heimische Farm zurückzukehren. Wir haben das entscheidende Spiel, zu dem der reumütige Youngblood dann doch wieder zum Team zurückkehrt, bei dem er vom Trainer aber erst mal auf der Bank gelassen wird, nur um dann doch eingewechselt zu werden, sich dem fiesen Gegenspieler zu stellen und den entscheidenden Treffer – 3 Sekunden vor Spielende (!!!) – zu erzielen. Natürlich vor den Augen des Vaters und des Bruders, die sich zum ersten Mal auf den Zuschauerrängen einfinden.

YOUNGBLOOD lässt wirklich gar nichts aus und das wirklich Verwunderliche an dem Film ist die Tatsache, dass er trotzdem funktioniert. Ich habe keine Ahnung warum, aber er funktioniert sogar ganz vorzüglich. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich mit ihm zu viele nostalgische Erinnerungen verbinde (YOUNGBLOOD ist einer dieser Filme, mit denen ich in den 80ern meine Jugendzeit verbracht habe), vielleicht liegt es aber auch daran, dass diese ganzen Klischees irgendwie als das normalste der Welt präsentiert werden, so, als gäbe es gar keine andere Möglichkeit diese Geschichte zu erzählen. Und vielleicht liegt es auch daran, dass YOUNGBLOOD richtig gut besetzt ist. Rob Lowe ist super in der Titelrolle, George J. Finn als mieser Gegenspieler Racki ein Unsympath vor dem Herrn. Dazu überzeugt Patrick Swayze als alter Hase im Team auf ganzer Linie und Ed Lauter ist einfach nur herrlich in der Rolle des oft mürrischen Coachs. Und dann noch die einfach nur ungemein süße Cynthia Gibb als Youngbloods Love Interest Jessie. Wahrscheinlich ist es die Mischung aus allem, die dafür sorgt, dass YOUNGBLOOD auch knapp 30 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner damaligen Faszination eingebüßt hat. Mir gefällt diese Mischung aus Sportfilm, Coming-of-Age-Geschichte und Lovestory auch heute noch richtig gut.

Bewertung: Sehr gut!

 

MINIONS (USA 2015, Regie: Kyle Balda/Pierre Coffin)

minions

(Fassung: Blu-ray 3D, Universal, Deutschland)

Nachdem sich die kleinen, gelben Helfer des Superkriminellen Gru in den beiden DESPICABLE ME-Filmen aus den Jahren 2010 und 2013 zu absoluten Publikumslieblingen entwickelt hatten, war klar, dass die produzierenden Universal-Studios diese sichere Geldquelle nicht versiegen lassen wollten und den gelben Sidekicks von Gru einen eigenen Film spendieren würden. Das fertige Produkt hört konsequenterweise auf den Namen MINIONS, funktioniert als Prequel zu DESPICABLE ME und erzählt die Vorgeschichte der titelgebenden Helden und wie diese schließlich in Gru ihren Meister fanden.

Und wenn man bedenkt, dass die sich im Endeffekt fast nur in unverständlichem Kauderwelsch artikulierenden Erdnussflips mit Augen ja nun nicht unbedingt dafür prädestiniert sind, alleine einen kompletten Film über 90 Minuten zu tragen, muss man doch eingestehen, dass MINIONS erstaunlich gut geworden ist und weitaus besser funktioniert, als ich das zuvor erwartet hätte. Die beiden Regisseure Balda und Coffin haben ihren Film ausgesprochen rasant inszeniert und mit einigen wirklich grandiosen Gags ausgestattet, bei denen Freunde des Animationsfilms voll auf ihre Kosten kommen dürften. Ich habe an vielen Stellen wirklich herzhaft gelacht und bin positiv überrascht vom Ergebnis. Wirklich enttäuschend sind eigentlich nur die 3D-Effekte geraten. Von einem Animationsfilm hätte ich gelungenere Effekte erwartet.

Bewertung: Gut!

 

BODY SNATCHERS (USA 1993, Regie: Abel Ferrara)

body snatchers

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Wie schon im Text zu THE INVASION angekündigt, schaue ich mir die “The Body Snatchers“-Verfilmungen in umgekehrter Reihenfolge an. Ich verspreche mir davon eine Steigerung von Film zu Film und natürlich ist es auch interessant zu sehen, wie die einzelnen Verfilmungen das Thema variieren. Gab es in THE INVASION zumindest noch die Chance gegen die Außerirdischen immun zu sein und Hoffnung auf ein Gegenmittel, welches den Übernahmeprozess durch die außerirdische Lebensform wieder rückgängig machen konnte, gibt es in Ferraras BODY SNATCHERS aus dem Jahr 1993 keinerlei Hoffnung. Einmal in der Gewalt der Außerirdischen, wird dem Wirtskörper sämtliche Lebensenergie entzogen bis nur noch ein paar Überreste übrig bleiben; parallel wird in ein perfekter, außerirdischer Klon des Wirtskörpers geboren, der fortan dessen Stellung einnimmt. Heilung gibt es hier nicht.

Ferraras Film ist deutlich kleiner als der 14 Jahre später in die Kinos gekommene THE INVASION, die Handlung spielt auf einer Militärbasis, von der aus die Außerirdischen im ganzen Land verteilt werden sollen und der Handlungsort ist im Gegensatz zu THE INVASION somit sehr eingeschränkt. Auch auf echte Starpower muss man als Zuschauer verzichten, am prominentesten dürfte wohl Forest Whitaker in einer Nebenrolle sein, der damals erst ein Jahr vor diesem Film mit seiner Hauptrolle in THE CRYING GAME einem größeren Publikum bekannt wurde. Aber diese Bescheidenheit, der Verzicht auf echte Stars, die Beschränkung der Handlung auf einen abgeschlossenen Raum, steht BODY SNATCHERS richtig gut zu Gesicht. Ferraras Film strahlt diese wunderbare B-Movie-Atmosphäre aus, ist spannend und rasant inszeniert und geizt auch nicht mit Schauwerten. Genrefans dürften definitiv ihren Spaß mit diesem Film haben.

Bewertung: Gut!

 

THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES (Neuseeland/USA 2014, Regie: Peter Jackson)

the hobbit - the battle of the five armies_1

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(Fassung: Blu-ray 3D Extended Cut, Warner, Deutschland)

 Jacksons letzter Ausflug nach Mittelerde endet in einem bombastischen Schlachtengemälde, welches aus rein technischer Sicht absolut begeisternd geraten ist. Der wuchtige Sound drückt einen regelrecht in die heimische Couch, die visuelle Kraft der Bilder ist überragend und die 3D-Effekte gehören wohl mit zu den besten, die ich je in einem Film gesehen habe. Wenn man sich selbst dabei ertappt, wie man sich auf der Couch vor heranfliegenden Pfeilen duckt, können die Macher nicht wirklich viel falsch gemacht haben. Würde man THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES rein aus technischer Sicht beurteilen, man müsste ihn wohl tatsächlich als Meisterwerk bezeichnen.

Leider (bzw. zum Glück) ist die technische Seite jedoch nicht alles und in all diesen anderen Kleinigkeiten, die einen Film halt auch noch irgendwie ausmachen (z.B. Handlung und Figurenzeichnung) offenbart der Abschluss der THE HOBBIT-Trilogie ähnliche Schwächen wie die beiden Vorgänger und ist – da die eh schon viel zu dünne Buchvorlage für diesen letzten Film nun wirklich gar nichts mehr hergibt und die knapp 3-stündige Handlung sich somit praktisch ausschließlich mit der finalen Schlacht beschäftigt, was irgendwann doch etwas ermüdend wirkt – sogar von allen drei Filmen, die natürlich trotz aller offensichtlichen Schwächen meilenweit davon entfernt sind, auch nur ansatzweise als schlecht bezeichnet zu werden, tatsächlich sogar der schwächste Film geworden. Irgendwie ist es schade, dass es Jackson mit der THE HOBBIT-Trilogie nicht gelungen ist, einen ähnlichen Zauber zu entfachen wie mit seinen grandiosen THE LORD OF THE RINGS-Filmen. Da ist die eher überschaubare Handlung der Vorlage gar nicht mal so entscheidend, den THE HOBBIT-Filmen fehlt es einfach an echten Typen wie es sie in der THE LORD OF THE RINGS-Trilogie einfach zuhauf gab. Ohne echte Charakterköpfe wie es Aragorn oder Gimli gewesen sind, fehlt es einfach an Identifikationsfiguren und als Zuschauer lässt man sich zwar von der visuellen Kraft des Films begeistern, emotional gepackt wird man dadurch aber eher nicht. Es ist bezeichnend, dass die mit Abstand beste und magischste Szene des Films diese kurze Sequenz ganz am Ende ist, in der plötzlich wieder Ian Holm in der Rolle des nun gealterten Bilbo in seinem Zuhause zu sehen ist und Jackson zum Abschluss der THE HOBBIT-Trilogie seinen Film exakt so enden lässt wie das Abenteuer in THE LORD OF THE RINGS: THE FELLOWSHIP OF THE RING einst begann. Zumindest da, wenn auch nur kurz: Gänsehaut!

Bewertung: Gut!

 

YOU BETTER WATCH OUT (USA 1980, Regie: Lewis Jackson)

you better watch out

(Fassung: Blu-ray, Vinegar Syndrome, USA)

 So ganz ohne Filme mit Weihnachtsbezug geht’s in der Adventszeit ja dann auch nicht. Da mir gerade aber nicht der Sinn nach dem ganzen Besinnlichkeitsoverkill ist, hab ich mich für einen Weihnachtsfilm der etwas anderen Art entschieden.

YOU BETTER WATCH OUT handelt von Harry Stadling (Brandon Maggart), der einst als kleines Kind auf eher drastische Art und Weise erfahren musste, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt und von diesem Erlebnis auch über 30 Jahre später noch zutiefst traumatisiert ist. Das ganze Jahr über beobachtet Harry die Kinder in der Nachbarschaft, führt genau Buch darüber, wer von ihnen brav gewesen ist und wer nicht, und entscheidet für sich selbst, wer es letztendlich verdient hat, zu Weihnachten Geschenke zu erhalten. Als Weihnachtsmann verkleidet streift er in der Vorweihnachtszeit durch die Straßen, versucht die lieben Kinder mit Geschenken zu bedenken und legt dabei ein immer psychotischeres Verhalten an den Tag. Bis es am Weihnachtsabend schließlich zur Katastrophe kommt…

Regisseur Lewis Jackson hat mit YOU BETTER WATCH OUT eine Mischung aus Psychostudie und Horrorfilm gedreht. Sonderlich spannend geraten ist YOU BETTER WATCH OUT zwar nicht, dafür überzeugt Jacksons Film mit einem Hauptdarsteller, der diese Rolle des immer mehr dem Wahnsinn verfallenden Psychopathen aber mal richtig glaubwürdig interpretiert. Da gibt es schon einige Sequenzen, bei denen man als Zuschauer einfach nur noch dasitzt und mit offenem Mund auf den Fernseher starrt, sei es weil sie einfach nur absurd komisch (der klägliche Versuch, in ein Haus über den Schornstein einzusteigen) oder halt praktisch aus dem Nichts vollkommen “over the top“ (die Sequenz vor der Kirche, der wütende Mob mit den Fackeln) geraten sind.

Bewertung: Unterhaltsam!

 

DON’T OPEN TILL CHRISTMAS (Großbritannien 1984, Regie: Edmund Purdom)

don't open till christmas

(Fassung: DVD, Mondo Macabro, USA)

Vom tötenden Weihnachtsmann in YOU BETTER WATCH OUT hin zu getöteten Weihnachtsmännern in DON’T OPEN TILL CHRISTMAS, in dem ein irrer Killer in der Vorweihnachtszeit in London Jagd auf Weihnachtsmänner macht, diese auf verschiedenste Art und Weise ins Jenseits befördert und die ermittelnden Polizisten so vor eine schwierige Aufgabe stellt. Für Edmund Purdom, der in unzähligen – meist in Italien produzierten – Genrefilmen aus den 60er, 70er und 80er Jahren vor der Kamera stand und auch hier die Rolle des ermittelnden Inspektors übernommen hat, sollte DON’T OPEN TILL CHRISTMAS leider der einzige Ausflug ins Regiefach bleiben, was sehr schade ist, denn Purdoms Weihnachtsslasher ist rasant inszeniert, über weite Strecken durchaus spannend geraten, hat – für einen Slasher das sprichwörtliche A und O – eine ganze Reihe an “creative kills“ zu bieten und überschreitet genüsslich diverse Grenzen des guten Geschmacks. Sicher kein Film, den man sich am Heiligabend gemeinsam mit der Schwiegermutter ansehen sollte.

Bewertung: Unterhaltsam!

 

DIE KATZE (Deutschland 1988, Regie: Dominik Graf)

die katze

(Fassung: DVD, FAZ/EuroVideo, Deutschland)

Komplett gegen sein heißblütiges Schimanski-Image besetzt, brilliert Götz George in Grafs DIE KATZE als eiskalter und unterkühlter Gangster im feinen Zwirn, der aus einem Hotelzimmer heraus einen Bankraub samt Geiselnahme organisiert, den seine beiden Komplizen Heinz Hoenig und Ralf Richter ausführen.

DIE KATZE ist reinstes Genrekino, ungemein packend inszeniert, großartig besetzt und spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Mit zunehmender Laufzeit wird das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gangstern und der Polizei immer intensiver, wird der Plot, den Regisseur Dominik Graf erzählt, immer wendungsreicher, überraschender und spannender.

Schaut man sich DIE KATZE heute an, muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, was in den letzten 25 Jahren eigentlich falsch gelaufen ist in der deutschen Filmproduktion, warum Filme wie dieser heutzutage praktisch nicht mehr gedreht werden. Es kann doch nicht sein, dass es für Filme wie DIE KATZE kein Publikum mehr geben soll. Das hier ist überlebensgroßes Kino, ein in allen Bereichen nahezu perfekter Film, der sauspannende und eingängige Unterhaltung bietet und schlicht grandios gespielt ist. Ich fasse es einfach nicht, dass das Publikum Filme dieser Art offensichtlich nicht mehr sehen will. Viel Spaß bei “Kokowääh 15“ und “Siebenohrelefanten“…

Bewertung: Meisterwerk!