November 2015 – Sammelbeitrag Nr. 2

MILLENNIUM DEL 5 & 6: LUFTSLOTTET SOM SPRÄNGDES (Deutschland/Schweden 2010, Regie: Daniel Alfredson)

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(Fassung: Blu-ray, Momentum Pictures, Großbritannien)

Der Abschluss der MILLENNIUM-Trilogie wurde erneut von Daniel Alfredson inszeniert, der auch schon für den Mittelteil verantwortlich zeichnete. Das macht auch Sinn, denn FLICKAN SOM LEKTE MED ELDEN und LUFTSLOTTET SOM SPRÄNGDES sind im Endeffekt untrennbar miteinander verbunden, dieser Film hier könnte ohne den Vorgänger gar nicht existieren, würde ohne die Kenntnis der Ereignisse aus dem zweiten Teil gar keinen Sinn machen. Hier zeigt sich auch gut, dass das gewählte Format der TV-Mini-Serie praktisch alternativlos ist, die Entscheidung, FLICKAN und LUFTSLOTTET auch in gekürzten Fassungen – der Kinofassung des dritten Teil fehlen auch wieder gut 40 Minuten – ins Kino zu bringen, einzig und allein aus (durchaus verständlichen) finanziellen Gründen getroffen wurde, weil die Kinoversion des Auftaktfilms (der als einziger wirklich eigenständig funktioniert) damals so erfolgreich gewesen ist.

LUFTSLOTTET SOM SPRÄNGDES schließt direkt an den Vorgänger an und beschäftigt sich nun intensiv mit der bis in höchste Kreise reichenden Verschwörung, die in FLICKAN SOM LEKTE MED ELDEN angedeutet wurde. Alfredsons Film hat dabei wieder mit demselben “Manko“ zu kämpfen wie der zweite Teil, nämlich der Tatsache, dass die beiden Hauptcharaktere aufgrund der literarischen Vorlage zu viel nebeneinander und zu wenig miteinander agieren, was letztendlich dazu führt, dass sich dieser Film qualitativ auf einem Level mit dem Vorgänger befindet und ebenso wie der Vorgänger nicht ganz an die große Klasse des Auftaktfilms heranreichen kann.

Fesselnd, spannend und enorm kurzweilig (die 3 Stunden Laufzeit vergehen einmal mehr wie im Flug) ist natürlich auch dieser Abschluss der Trilogie geraten, insbesondere das Schlussdrittel, mit seinen großartigen Szenen im Gerichtssaal, konnte mich als Fan von Justizthrillern und Gerichtsfilmen absolut begeistern.

 

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

 

TRUE BLOOD: SEASON 6 (USA 2013, Idee: Alan Ball)

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(Fassung: Blu-ray, HBO/Warner, Deutschland)

 

In der sechsten Staffel von TRUE BLOOD steht nun der – über weite Strecken reichlich unspektakuläre – Krieg zwischen Menschen und Vampiren ins Haus, neben all dem anderen Kram, den Vampire, Werwölfe, Gestaltenwandler und sonstige Fabelwesen so ausgesetzt sind.

Die von Alan Ball erfundene Serie hat sich in dieser vorletzten Staffel mittlerweile auf einem soliden Niveau eingependelt und lebt praktisch ausschließlich von einer Handvoll Nebencharaktere und der reichlich abstrusen Handlung, die teilweise so unfassbar bescheuert konstruiert zu sein scheint, dass man den Machern schon wieder einen gewissen Respekt zollen muss, die Serie in dieser Form auf das Publikum loszulassen. Absolutes Highlight sind die letzten beiden Episoden, in denen sich ein „What the Fuck!?!“-Moment an den nächsten reiht und die dafür sorgen, dass man die gesamte Staffel wohl weitaus wohlwollender beurteilt, als sie es eigentlich verdient hätte. Vom Glanz der Anfangszeit der Serie, ihrer teils herausragenden Qualität, ist nicht sonderlich viel übrig geblieben. Am Ende des Tages sind es tatsächlich die weiter oben schon genannten Nebencharaktere – insbesondere Chris Bauer als Andy Bellefleur, Kristin Bauer van Straten als Pam De Beaufort, Ryan Kwanten als Jason Stackhouse und Anna Camp als Sarah Newlin -, die der Serie allesamt ihren Stempel aufdrücken und dafür sorgen, dass TRUE BLOOD trotz aller offensichtlicher Schwächen doch irgendwie interessant und sehenswert bleibt.

 

Persönliche Bewertung: Gut!

 

 

ENTOURAGE (USA 2015, Regie: Doug Ellin)

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(Fassung: Blu-ray, Warner, Großbritannien)

 

Die gleichnamige TV-Serie habe ich in der ersten Jahreshälfte regelrecht verschlungen. Nun hat Serienerfinder Doug Ellin eine Kinoversion von ENTOURAGE nachgelegt, bei der er auch selbst gleich auf dem Regiestuhl Platz genommen hat.

Im Kinofilm hat es sich Vince (Adrian Grenier) nun in den Kopf gesetzt, bei einem großen Projekt neben der Hauptrolle auch gleich noch Regie zu führen und Ari Gold (Jeremy Piven), mittlerweile an der Spitze eines großen Studios angelangt, hat die zweifelhafte Ehre, den Film zu realisieren. Doch nach Abschluss der Dreharbeiten weigert sich Vince, den Film zu zeigen und fordert mehr Geld, um noch gewisse Feinjustierungen vornehmen zu können, was Ari fast in den Wahnsinn treibt, denn sein texanischer Geldgeber (Billy Bob Thornton) und dessen Sohn (Haley Joel Osment) sind von der Idee, weitere Millionen in ein Projekt zu pumpen, welches sie noch nicht mal ansatzweise zu Gesicht bekommen haben, nicht gerade begeistert…

ENTOURAGE ist reiner Fanservice, ein Geschenk für die Fans der Serie, alle anderen werden mit diesem Film mit ziemlich hoher Sicherheit gar nichts anfangen können. Doug Ellin hat ausnahmslos alle wichtigen Charaktere auch in den Film integriert, ENTOURAGE schließt an das Ende der Serie an und eine Kenntnis der diversen Macken der verschiedenen Charaktere ist zwingende Voraussetzung um auch mit dem Film seinen Spaß zu haben. Auf der Erzählebene unterscheidet sich die Kinoversion nicht groß von den einzelnen Staffeln und Episoden der Serie, sie besticht lediglich durch eine opulentere Optik und mehr “production values“, was aber nicht sonderlich tragisch ist, denn im Endeffekt bekommt man als Fan exakt das, was man sich erwarten und erhoffen konnte. Jeremy Piven läuft als Ari Gold erneut zur Hochform auf, der ganze Film ist mit Cameos diverser Stars – u.a. Mark Wahlberg (auf dessen Erlebnissen als Jungschauspieler in Hollywood die Serie ja basiert), Liam Neeson, Jon Favreau, David Faustino, George Takei, Mike Tyson, T.I., Gary Busey, Pharrell Williams, Jessica Alba, die sich alle selbst spielen – nur so gespickt, eine Vielzahl der Dialoge ist einmal mehr zum Niederknien respektlos und herrlich politisch unkorrekt und der Spaßfaktor, den ENTOURAGE verbreitet, ist exorbitant hoch. Einen Film wie diesen nennt man dann wohl „guilty pleasure“.

 

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

 

THE FAULT IN OUR STARS (USA 2014, Regie: Josh Boone)

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(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

 

In THE FAULT IN OUR STARS verliebt sich todkranke Hazel (Shailene Woodley) in den ebenfalls todkranken Gus (Ansel Elgort). Gemeinsam versuchen die beiden Teenager die wenige Zeit, die ihnen noch bleibt, zum Verwirklichen letzter Träume zu verwenden…

THE FAULT IN OUR STARS ist eine ebenso dramatische wie schöne Liebesgeschichte, ein Plädoyer für positives Denken, eine Liebeserklärung an das Leben, Lästermäuler dürfen Boones Film aber auch gerne als manipulativen Kitsch abkanzeln, der es versteht, beim Zuschauer die richtigen Knöpfe zu drücken und die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen, um diesen immer wieder zu Tränen zu rühren. Ich hab mich bereitwillig und gerne auf Boones Manipulationen eingelassen. THE FAULT IN OUR STARS ist gleichzeitig todtraurig und wunderschön, berührend, bewegend und mitten ins Herz treffend. Und ja, die eine oder andere Träne kann man sich am Ende tatsächlich nicht verkneifen. Ich steh dazu.

 

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

 

A MOST WANTED MAN (Deutschland/Großbritannien/USA 2014, Regie: Anton Corbijn)

a most wanted man

(Fassung: Blu-ray, Senator/Universum, Deutschland)

 

In A MOST WANTED MAN gerät der russische Flüchtling Issa Karpov (Grigoriy Dobrygin) in Hamburg ins Visier diverser Geheimdienste. Während die meisten Beteiligten den potentiellen Islamisten gleich hinter Schloss und Riegel bringen möchten, will der mit seiner Einheit im Verborgenen agierende Günther Bachmann (Philip Seymour Hoffman) Karpov dazu benutzen, um an einen weitaus größeren Fisch heranzukommen. Gleichzeitig versucht die engagierte Menschenrechtsanwältin Annabel Richter (Rachel McAdams) den unter Generalverdacht stehenden Flüchtling zu helfen…

A MOST WANTED MAN basiert auf dem gleichnamigen Roman des britischen Schriftstellers John le Carré, der seit Anfang der 60er Jahre eine Vielzahl von Spionageromanen veröffentlicht hat und sich in A MOST WANTED MAN wieder einmal um die diversen Verstrickungen innerhalb der Geheimdienste – hier in Verbindung mit dem internationalen Terrorismus – kümmert. Es geht um Vertrauen, Verrat, Loyalität und die Erkenntnis, dass am Ende des Tages alle Beteiligten nur Marionetten in einem großen Spiel zu sein scheinen.

Regisseur Anton Corbijn geht A MOST WANTED MAN extrem ruhig und bedächtig an, Spannung entwickelt sich fast ausschließlich aus den Dialogen und den schauspielerischen Leistungen, Momente, die auch nur im Ansatz mit dem Begriff “Action“ definiert werden könnten, sind praktisch gar nicht vorhanden. Als Zuschauer braucht man viel Geduld mit Corbijns Film, muss sich damit anfreunden können, dass hier nicht irgendwelche Schauwerte im Mittelpunkt stehen, sondern sich die Geschichte eigentlich ausschließlich aus den Gesprächen der verschiedenen Beteiligten heraus entwickelt. Wem dies gelingt, wird mit einer spannenden und atmosphärisch dichten Spionagegeschichte belohnt, die ihren Haupthandlungsort Hamburg perfekt als heimlichen Hauptdarsteller einsetzt und den tatsächlichen Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffman in seiner letzten großen Rolle vor seinem Tod im Februar letzten Jahres noch einmal in absoluter Hochform zeigt.

 

Persönliche Bewertung: Gut!

 

 

JUNGLE FEVER (USA 1991, Regie: Spike Lee)

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(Fassung: DVD, Universal, Deutschland)

 

In JUNGLE FEVER lässt sich der schwarze Architekt Flipper Purify (Wesley Snipes) auf eine Affäre mit seiner neuen Kollegin, der Italienerin Angie Tucci (Annabella Sciorra) ein, was zu gewissen Irritationen – um es harmlos zu bezeichnen – im jeweiligen Umfeld führt…

Ähnlich wie in dem von mir vor wenigen Wochen angesehenen DO THE RIGHT THING beschäftigt sich Regisseur Spike Lee auch in JUNGLE FEVER mit dem Thema Alltagsrassismus, legt auf spielerische Art und Weise den Finger in die Wunde und hält seinem Publikum, egal welcher Hautfarbe, den Spiegel vor Augen. Für Flippers Frau (Lonette McKee) ist der Seitensprung ihres Mannes deshalb so schlimm, weil er mit einer weißen Frau erfolgt ist. Angies Vater (Frank Vincent) schlägt seine Tochter auf übelste Weise zusammen, als er von ihrer Affäre mit dem dunkelhäutigen Flipper erfährt, Flippers Vater (Ossie Davis) wiederum lädt seinen Sohn und Angie zum Essen ein, nur um die hellhäutige Italienerin wüst beschimpfen zu können. Die Botschaft von Spike Lee ist klar: Wenn die Menschen es nicht schaffen, zu erkennen, dass es vollkommen egal ist, welche Hautfarbe ihr Gegenüber hat, welcher Religion er angehört oder aus welchem Land er kommt, wird Rassismus immer existieren. Und leider ist diese Botschaft auch 24 Jahre nach Erscheinen dieses Films noch immer brandaktuell. Fuck Racism!!!

 

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

 

 

SATURDAY NIGHT FEVER (USA 1977, Regie: John Badham)

saturday night fever

(Fassung: Blu-ray, Paramount, Deutschland)

 

John Travolta ist Tony Manero, Sohn italienischer Einwanderer, mit einem reichlich aussichtslosen Leben in Brooklyn und dem großen Traum ausgestattet, aus diesem Leben auszubrechen und es zu etwas zu bringen. Unter der Woche für wenig Geld in einem Farbengeschäft arbeitend, stellen die Wochenenden in seiner Stammdiscothek die einsamen Highlights in Tonys Leben dar. Hier wird er auf der Tanzfläche zu einem anderen Menschen, zu dem seine Freunde und die übrigen Gäste der Discothek aufschauen. Und ein bald stattfindender Tanzwettbewerb scheint eine kleine Chance zu sein, tatsächlich ein besseres Leben leben zu können…

SATURDAY NIGHT FEVER hat damals einen kleinen Boom von Tanz- und Discofilmen entfacht und es sind dann auch in allererster Linie die wirklich atemberaubend choreographierten Sequenzen in der Discothek, die SATURDAY NIGHT FEVER so sehenswert machen. Gerade in Verbindung mit dem kongenialen Soundtrack der Bee Gees ist Badhams Film in diesen Szenen nicht viel weniger als ganz großes Kino. SATURDAY NIGHT FEVER lebt neben den Szenen in der Disco vor allem auch von seinem Hauptdarsteller. Travolta, damals für seine Leistung immerhin mit einer Oscar-Nominierung bedacht, spielt diesen Tony Manero absolut überzeugend, das, was man da zu sehen bekommt, wirkt ungemein glaubwürdig und authentisch. Die Geschichte selbst, diese Story um den vermeintlichen Loser mit den großen Träumen, bleibt hinter Travoltas Leistung jedoch etwas zurück. Der Plot plätschert fast schon ziellos vor sich hin und es gibt keinen echten Spannungsbogen, der den Zuschauer einnehmen und fesseln könnte. Aber vielleicht passt gerade das ja auch ganz gut zu dem eher langweiligen Leben, welches Travoltas Manero außerhalb der Discothek zu leben hat.

 

Persönliche Bewertung: Gut!

 

 

WISH I WAS HERE (USA 2014, Regie: Zach Braff)

wish i was here

(Fassung: Blu-ray, EuroVideo, Deutschland)

 

Die Zutaten von Filmen wie WISH I WAS HERE sind fast immer gleich: die Geschichte dreht sich um ziemlich wohlhabende Mittelständler mit “First World Problems“, es gibt mindestens einen schrulligen Haupt- oder Nebencharakter, es gibt mindestens einen tragischen Subplot, am Ende des Films gehen alle Sympathieträger gestärkt und mit neuen Erkenntnissen aus den ihnen zuvor gestellten Aufgaben hervor, die Grundstimmung des ganzen Films ist zudem leicht melancholisch angehaucht, die Kameramänner tauchen den Film in teils wunderschöne Bilder und von der Tonspur gibt es Alternative-Songs von Bands wie Coldplay oder The Shins.

In WISH I WAS HERE ist Zach Braff, der auch gleich Regie geführt hat, als erfolgloser Schauspieler zu sehen, der sich die teure Privatschule seiner beiden Kinder nicht mehr leisten kann, da sein Vater, der diese bisher finanziert hatte, das Geld für eine alternative Krebsbehandlung benötigt, und der Verdienst von Ehefrau Kate Hudson nicht auch noch zur Finanzierung einer Privatschule ausreicht. Braff versucht sich darin, seine Kinder zuhause zu unterrichten.

Ich kann jeden verstehen, der mit Filmen wie diesem hier mittlerweile gar nichts mehr anfangen kann. Diese Nische kleiner Independent-Filme, aus der insbesondere Mitte der 00er Jahre des neuen Jahrtausends so tolle Sachen wie GARDEN STATE, ELIZABETHTOWN oder A LOVE SONG FOR BOBBY LONG hervorgekommen sind, scheint mittlerweile regelrecht geflutet zu werden und irgendwie kommt es einen so vor, als ob da wirklich gar nichts mehr Neues dabei ist, alles scheint man schon einmal gesehen zu haben. Die große Begeisterung, die ich damals für vorgenannte Titel aufbringen konnte, kann praktisch keiner der neueren Vertreter dieser Filme mehr hervorrufen. Auch WISH I WAS HERE macht da keine Ausnahme. Aber dennoch lösen auch Filme wie dieser hier immer noch etwas in mir aus. Ich fühle mich geborgen bei ihnen, kann in ihnen versinken, lasse mich bereitwillig und gerne von ihnen einlullen. Und solange Filme wie WISH I WAS HERE noch in dieser Form für mich funktionieren, werde ich sie mir weiterhin ansehen. Da reicht es mir auch, wenn ich sie „nur“ noch als gut und nicht mehr als herausragend empfinde.

 

Persönliche Bewertung: Gut!

 

CINEMA PERVERSO – DIE WUNDERBARE UND KAPUTTE WELT DES BAHNHOFSKINOS (Deutschland 2015, Regie: Oliver Schwehm)

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(Fassung: TV-Aufzeichnung, Free-TV, arteHD)

 

Eine Dokumentation über ein deutsches Phänomen, die bis in die 80er Jahre andauernde Bahnhofskinosubkultur. Was auf den ersten Blick wie ein vielversprechendes Projekt erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als ziemlich halbgare Angelegenheit. Wenn der gerade mal 60 Minuten dauernde Film vorbei ist, macht sich beim Zuschauer doch eher Enttäuschung und Ernüchterung breit. Das Hauptproblem des Films ist dabei in meinen Augen, dass Regisseur Oliver Schwehm wohl nicht so wirklich wusste, was er mit seiner Dokumentation eigentlich erzählen will. Wollte er nun – wie ich es eigentlich erwartet hätte – einen Film über das Phänomen Bahnhofskino an sich drehen? Oder wollte er – was in meinen Augen ziemlich überflüssig ist – nur einen Überblick über die Art von Filmen geben, die damals dort liefen? Schwehm kann sich weder für das eine noch für das andere so richtig entscheiden und für das theoretische Optimum, eine Vermischung beider Aspekte, steht ihm viel zu wenig Laufzeit zur Verfügung. So kratzt CINEMA PERVERSO lediglich ein bisschen an der Oberfläche, vermischt Filmausschnitte, Statements diverser Personen und Material aus dem Fotoarchiv miteinander und macht so niemanden wirklich glücklich. Vor allem die Auswahl der Rede und Antwort stehenden Personen ist mehr als unglücklich ausgefallen. Einzig die Aussagen und Statements des Herrn aus dem Filmarchiv, des Filmhändlers und von Regisseur Jörg Buttgereit sind interessant und fundiert, die Mitwirkung aller weiterer Beteiligten vor der Kamera ist nichts als plumpe Zeitverschwendung (und gerade das sollte man sich bei einem Film, der nur 60 Minuten läuft, doch einfach verkneifen). Weder BAP-Sänger Wolfgang Niedecken noch Schauspielerin Mechthild Großmann können irgendwelche interessanten Erkenntnisse zum Thema liefern, Christian Anders und René Weller erzählen lediglich über ihre Filme – ersterer über DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAMPS, letzterer über MACHO MAN -, die damals auch in den Bahnhofskinos liefen und tätigen Aussagen, die vielleicht im Bonusmaterial entsprechender Heimkinoveröffentlichungen der beiden Filme gut aufgehoben wären, nicht aber in einer solchen Dokumentation. Schauspieler Ben Becker disqualifiziert sich spätestens in dem Moment, in dem er sich über Olsens BLUTIGER FREITAG lustig macht, komplett selbst und die Tatsache, dass der sogenannte Regisseur Uwe Boll hier überhaupt zu Wort kommen darf, ist in meinen Augen eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Films, der jemals in einem Bahnhofskino gelaufen ist. Am Ende von CINEMA PERVERSO steht für mich somit vor allem folgende Erkenntnis: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

 

Persönliche Bewertung: Naja!

 

 

TRUE BLOOD: SEASON 7 (USA 2014, Idee: Alan Ball)

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(Fassung: Blu-ray, HBO/Warner, Deutschland)

 

In den letzten zehn Folgen von TRUE BLOOD ist nun endgültig die Luft raus. Es scheinen hier auch keine Regisseure mehr am Werk gewesen sein, sondern lediglich Abwickler. Die einst so furios gestartete Serie wird in der letzten Staffel abgewickelt wie ein in Insolvenz geratenes Unternehmen. Man merkt jeder einzelnen Folge irgendwie an, dass die Macher nur noch versucht haben, TRUE BLOOD ohne größere Kollateralschäden noch halbwegs vernünftig über die Zielgeraden zu bringen. Netterweise ist zumindest das auch einigermaßen geglückt. Ich würde jetzt nicht soweit gehen wollen und behaupten, dass diese finale Staffel extrem mies ausgefallen wäre. Sie ist über weite Strecken unterhaltsam, lebt einmal mehr vor allem von ihren Nebencharakteren und bringt die Geschichte in den letzten zwei Folgen auch zu einem akzeptablen Ende. Denkt man jedoch zurück, welche herausragende Qualität TRUE BLOOD in den ersten drei Staffeln hatte, so ist die Entwicklung, die die Serie seit der 4. Staffel genommen hat, doch sehr enttäuschend und ernüchternd.

 

Persönliche Bewertung: Ok!

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Mad Max: Fury Road / Non-Stop / Entourage: Season 8 / A Free Soul / Wall Street: Money Never Sleeps / Miami Vice: Season 5 / Verbrechen nach Schulschluss / Begin Again / Haywire

Filme und TV-Serien im Mai 2015 – Teil 3

Der letzte Sammeleintrag zu den in Mai gesehenen Filmen und TV-Serien:

MAD MAX: FURY ROAD (Australien/USA 2015, Regie: George Miller)

mad max fury road

(Fassung: Originalversion, 2D, Central Kino, Hof)

Ich gehe, weil ich mir schon seit Jahren Filme ausschließlich im Originalton anschaue, in Deutschland praktisch nicht mehr ins Kino. Wenn dann sogar hier im beschaulichen Hof alle heilige Zeiten mal ein Film im Originalton gezeigt wird und man das große Glück hat, dass es sich dabei auch noch um MAD MAX: FURY ROAD handelt, muss man das natürlich ausnützen. Zwar nur in 2D und auf einer der kleineren Leinwände, aber immerhin.
Nach knapp 30 Jahren schickt Regisseur George Miller seine Titelfigur, die hier von Tom Hardy gespielt wird, wieder auf eine irrsinnige Reise durch die postapokalyptische Welt. Wobei die Hauptfigur hier nicht komplett im Zentrum des Geschehens steht, es geht in erster Linie um die von Charlize Theron gespielte Furiosa, welche die fünf Frauen eines grausamen Warlords (Hugh Keays-Byrne) befreit hat und sich nun auf der Flucht ins gelobte Land befindet, den Warlord und unzählige seiner Schergen im Schlepptau. Max selbst gerät eher zufällig in dieses ganze Schlamassel, hilft aber natürlich, am Ende doch den Tag zu retten.
Das relativ simple Jagd/Flucht-Szenario inszeniert George Miller in einer Art und Weise, als ob es kein Morgen mehr gäbe. MAD MAX: FURY ROAD ist schlichtweg atemberaubend, drückt einen regelrecht in den Kinosessel und lässt einen die Augen überlaufen. Was Miller hier in einer perfekten Mischung aus handgemachten und computergenerierten Effekten auf die Leinwand gezaubert hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Mich persönlich hat MAD MAX: FURY ROAD komplett überrollt und platt gewalzt. Ich kann mich nicht daran erinnern, in den letzten Jahren einen visuell so ausgereiften und beeindruckenden Blockbuster gesehen zu haben wie diesen hier. Allein diese Sandsturmsequenz – der pure Wahnsinn. Ich kann meine Begeisterung nur schwer in Worte fassen und möchte einfach nur jedem, der ein Faible für Actionfilme hat, anraten, sich diesen Film im Kino anzusehen. Es ist der Hammer, der pure Wahnsinn.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk /potentieller Lieblingsfilm!

NON-STOP (Frankreich/Großbritannien/USA 2014, Regie: Jaume Collet-Serra)

non-stop

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Liam Neeson hat sich ja in den letzten Jahren zu einem echten Actionhelden auf der Leinwand entwickelt. In NON-STOP spielt er einen Air Marshall, der während eines Langstreckenfluges von einem Unbekannten erpresst wird. Dieser fordert die stolze Summe von $ 150 Mio. und droht damit, alle 20 Minuten ein Menschenleben innerhalb des Flugzeugs zu opfern, wenn das Geld nicht überwiesen wird…
Man muss sich schon vollkommen auf den teils obskur konstruierten Plotverlauf einlassen können, um mit NON-STOP seinen Spaß zu haben. Teilweise ist das, was Regisseur Jaume Collet-Serra seinen Zuschauern bietet, doch etwas arg abenteuerlich ausgefallen. Und auch über die extrem klischeehaft gezeichneten Charaktere sollte man wohlwollend hinwegsehen können. Gelingt dies, kann man sich von NON-STOP ziemlich gut unterhalten lassen. Der Film ist, so klischeehaft und konstruiert er auch sein und wirken mag, über weite Strecken tatsächlich verdammt spannend ausgefallen und vergeht – dem Thema des Films angemessen – sprichwörtlich “wie im Flug“.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

ENTOURAGE: SEASON 8 (USA 2011, Idee: Doug Ellin)

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(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

In der achten und letzten Staffel von ENTOURAGE richtet sich der Fokus mehr und mehr auf die titelgebende Gefolgschaft von Vincent Chase (Adrian Grenier), von denen sich letztendlich jeder ein eigenes Standbein aufbauen kann. Und es geht um den von Jeremy Piven gespielten Ari Gold, der sich praktisch am Abgrund befindet und alles versucht, um seine Ehe zu retten…
Serienschöpfer Doug Ellin bringt ENTOURAGE in leider nur acht Episoden, die mal wieder wie im Flug vergangen sind, zu einem ausgesprochen schönen Ende. Als Zuschauer kann man sich insbesondere von dieser letzten Staffel ganz wunderbar treiben lassen und hat diese acht Folgen auch Zeit, sich auf den Abschied von die liebgewonnen Charakteren und ihren ganzen Macken, Schwächen und Stärken vorzubereiten. Es ist nur konsequent, dass die letzte Szene der Serie – nach dem Abspann – Jeremy Piven und seinem Ari Gold gehört. Er war der heimliche Star von ENTOURAGE, ich bin mir nicht sicher, ob die Serie ohne ihn auch so extrem gut funktioniert hätte.
Was Doug Ellin, seine Crew und seine Schauspieler mit ENTOURAGE erschaffen haben war definitiv überlebensgroßes Fernsehen. Eine der besten Serien, die ich persönlich je gesehen habe. Umso schöner, dass in Kürze der Kinofilm zur Serie anlaufen wird. So war diese letzte Episode glücklicherweise kein Abschied für immer.

A FREE SOUL (USA 1931, Regie: Clarence Brown)

a free soul

(Fassung: DVD, Warner, USA)

In A FREE SOUL geht es um Jan Ashe (Norma Shearer), eine junge und selbstbewusste Frau, die sich von niemandem etwas vorschreiben lassen will. Durch ihren Vater (Lionel Barrymore), einen alkoholkranken Anwalt, lernt sie den Gangster Ace Wilfong (Clark Gable) kennen – es entwickelt sich eine Liaison, die letztendlich in einer Katastrophe endet…
Mal wieder ein Film aus der Ära vor dem Production-Code, der Filmemacher in den USA wenige Jahre später in ihren Möglichkeiten stark beschränken sollte. Wie so viele andere Beispiele aus dieser Zeit überzeugt A FREE SOUL vor allem durch die erfreulich moderne und emanzipierte Zeichnung der weiblichen Hauptrolle. Die von Norma Shearer einfach nur famos gespielte Jan Ashe weiß genau, was sie will und ist nicht bereit, großartige Kompromisse einzugehen. Das müssen sowohl ihr Vater und ihr Freund (Leslie Howard), dessen Heiratsantrag sie ausschlägt, als auch der Gangster Ace, der glaubt, hier eine gehorsame Gespielin erobert zu haben, auf teils drastische Art und Weise erkennen.
Die für einen solchen Film relativ üppige Laufzeit von knapp über 90 Minuten (normalerweise wurde Geschichten dieser Art Anfang der 30er Jahre in maximal 75-80 Minuten erzählt) vergeht wie im Flug und es ist mir persönlich immer wieder eine Freude, mir Produktionen aus dieser Zeit anzusehen und mich von ihrer Frische, ihrem Mut und ihrem Tempo einnehmen zu lassen.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS (USA 2010, Regie: Oliver Stone)

wall street money never sleeps

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

23 Jahre nach WALL STREET hat Regisseur Oliver Stone – wohl auch als Reaktion auf die Entwicklungen innerhalb der Finanzmärkte in den Jahren zuvor – diese Fortsetzung gedreht, in der Shia LaBeouf den jungen Investmentbanker Jake Moore spielt, der mit der Tochter (Carey Mulligan) von dem mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassenen Gordon Gecko (Michael Douglas) liiert ist und der Geckos Manipulationskünsten zum Opfer fällt, da dieser hofft, über Moore wieder Kontakt zu seiner Tochter bekommen zu können.
WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS sieht toll aus, ist großartig besetzt und überzeugend gespielt – Michael Douglas ist erneut über jeden Zweifel erhaben, Eli Wallach ist in seiner letzten Rolle zu sehen, Josh Brolin gibt einen herrlich schmierigen Fiesling und dem Gastauftritt von Charlie Sheen als Bud Fox kann man ein gewisses Gänsehautpotential sicher auch nicht absprechen -, so wirklich gepackt hat mich diese Fortsetzung allerdings nicht. WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS fehlt einfach der Biss des Vorgängers, die Faszination, die dieser auf mich als Zuschauer ausgeübt hat, ist hier nur in ganz wenigen Momenten vorhanden. Ein schlechter Film ist diese Fortsetzung natürlich trotzdem, aber halt auch kein wirklich guter.

Persönliche Bewertung: Ok!

MIAMI VICE: SEASON 5 (USA 1988-1989; Idee: Anthony Yerkovich)

miami vice

(Fassung: DVD, Universal, USA)

Die letzten 21 Episoden der Kultserie aus den 80er Jahren. Und ja, wenn diese allerletzte, spielfilmlange Episode der Serie langsam auf ihr Ende zusteuert und kurz vor und auch während des Abspanns diverse Szenen zurückliegender Episoden und Staffeln eingeblendet werden, macht sich schon so etwas wie Wehmut breit und man mag es gar nicht so richtig glauben, dass es nun keine neuen Fälle vor Crockett und Tubbs mehr zu bearbeiten geben soll. Aber diese Wehmut darf – nüchtern betrachtet – natürlich auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Ende von MIAMI VICE zwingend erforderlich gewesen ist, um die Serie positiv im Gedächtnis behalten zu können. In dieser fünften Staffel, das merkt man überdeutlich, ist die Luft einfach raus. Es gibt zwar keine qualitativen Ausreißer mehr nach unten (wie in der Staffel zuvor), die einzelnen Folgen sind aber bestenfalls als solide und gut zu bezeichnen, auf echte Highlights wartet man vergebens und die Tatsache, dass in sehr vielen Episoden einzelne Hauptpersonen überhaupt nicht oder nur kurz auftauchen – vor allem Don Johnson macht sich verdammt rar in dieser Staffel – hat sich auch nicht unbedingt positiv auf das Seherlebnis ausgewirkt. Und dann ist auch noch der Start in die Staffel – mit dem Auflösen des Cliffhangers aus Season Nr. 4 und der Amnesie von Crockett – komplett misslungen. Hanebüchener kann man einen Plot gar nicht entwickeln. Es ist etwas schade, dass MIAMI VICE in den letzten beiden Staffeln so extrem abgebaut hat. So bleiben die ersten drei Staffeln als ganz vorzüglich und großartig, die letzten beiden Staffeln als solide und durchwachsen und die komplette Serie in der Gesamtbetrachtung als sehr gut in Erinnerung.

VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS (Deutschland 1959, Regie: Alfred Vohrer)

verbrechen nach schulschluss

(Fassung: DVD, Pidax, Deutschland)

Mischung aus Juvenile-Delinquent-Drama und Kriminalfilm aus deutschen Landen. Regisseur Alfred Vohrer zeichnet ein lebhaftes Bild des jungen Rebellen Fabian König (Christian Wolff), der wegen einer Nichtigkeit von der Schule fliegt, anschließend eine kriminelle Jugendbande gründet und schließlich zwischen zwei Frauen gerät, was ihm zum Verhängnis werden soll. Ich hatte – insbesondere aufgrund des Erscheinungsjahres – erwartet, dass VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS in der Tradition der diversen “scare movies“ aus den USA stehen dürfte, Filme, die gesellschaftliche Missstände (insbesondere innerhalb jugendlicher Subkulturen) mit erhobenem Zeigefinger anprangern und pflegen, aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen. Zwar gibt es auch in VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS die einfache Botschaft, dass sich Verbrechen am Ende doch nicht auszahlen, den erhobenen Zeigefinger lässt Vohrer jedoch weg. VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS wirkt rein gar nicht angestaubt oder altbacken, sondern ist vielmehr erstaunlich unbeschwert, spannend, wendungsreich und in gewisser Weise auch rasant inszeniert und bietet so herrlich kurzweilige Genreunterhaltung. Und diese (Party-)Szenen, die die Jugendlichen unter sich zeigen, sind so toll inszeniert, dass man sich am liebsten in den Film hineinbeamen möchte, nur, um sich in eine Ecke zu setzen und die diversen Protagonisten zu beobachten.

Persönliche Bewertung: Gut!

BEGIN AGAIN (USA 2013, Regie: John Carney)

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(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Deutschland)

Nach dem großen Erfolg seines Low-Budgets-Werks ONCE (den ich mir Anfang des Monats angesehen hatte) verschlug es den irischen Regisseur John Carney in die USA, wo er BEGIN AGAIN drehen durfte. Einen Film mit deutlich höherem Budget, zwei namhaften Hauptdarstellern (Keira Knightley und Mark Ruffalo) und New York als heimlichen Star.
Carney bleibt auch in BEGIN AGAIN dem Thema Musik treu. Der Film dreht sich um einen verzweifelten Musikagenten (Ruffalo), der auf der Suche nach einem neuen Star eher zufällig auf die Sängerin und Songwriterin Gretta (Knightley) trifft und versucht, dieser einen Plattenvertrag zu verschaffen. Doch sein Plattenlabel, bei dem er kurz vorher die Segel geschmissen hatte, hat kein Interesse an einer Verpflichtung und aus Geldmangel entsteht die aberwitzige Idee, eine Demo-CD nicht in einem Studio, sondern an verschiedenen Orten New Yorks aufzunehmen, mit dem Sound der Stadt im Hintergrund.
BEGIN AGAIN ist einer dieser Filme, die man wohl einfach nur als schön bezeichnen kann. Die Chemie zwischen Ruffalo und Knightley stimmt, die Guerilla-Aufnahmesessions in den Straßen von New Yorks verursachen Gänsehaut und der bei einem Film wie diesen fast zwangsweise vorhandene Kitschfaktor wird dabei glücklicherweise relativ niedrig gehalten. Sehr schön auch zu sehen, dass der Plot – was die “Beziehung“ der beiden Hauptfiguren angeht – eben nicht diese typischen Verlauf nimmt. In 99 von 100 ähnlichen Filmen würden die Sängerin und der Produzent am Ende des Tages als Liebespaar in den Abspann entlassen werden und sich der ganze Film darauf konzentrieren, dass sich zwischen den beiden Protagonisten eine Liebesbeziehung entwickelt. Carney konzentriert sich stattdessen auf die Musik und legt BEGIN AGAIN als Liebeserklärung an die Alternative- & Indieszene an und hat ganz nebenbei noch einen der schönsten New-York-Filme der letzten Jahre gedreht. Der “deutsche“ Titel von BEGIN AGAIN stellt die Fragen “Can a Song Save Your Life?“ – nach Sichtung von BEGIN AGAIN darf man diese gerne mit Ja beantworten.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

HAYWIRE (Irland/USA 2011, Regie: Steven Soderbergh)

haywire

(Fassung: Blu-ray, Concorde, Deutschland)

HAYWIRE oder: Action Goes Arthouse. Regisseur Steven Soderbergh, der nun wahrlich nicht als Spezialist in Sachen Actionkino bekannt ist, schnappt sich mit Gina Carano eine Mixed-Martial-Arts-Kämpferin für die Hauptrolle und lässt diese in einem typischen Racheplot mit Jagd/Flucht-Szenario auf Stars wie Ewan McGregor, Michael Douglas, Antonio Banderas, Channing Tatum, Michael Fassbender, Mathieu Kassovitz und Bill Paxton treffen (wobei jetzt nicht alle der vorgenannten Schauspieler im Filme auf der Seite der Bösen stehen). Seinen eigentlich relativ simplen Plot erzählt Soderbergh verschachtelt, in Rückblenden und teils atemberaubend schönen Bildern. Die Kampfchoreographien sind exzellent und die Kampf- und Actionszenen kommen immer wieder unerwartet aus dem Nichts und zeichnen sich nicht durch übertriebenen Schnickschnack sondern eher durch staubtrockene Härte aus. Von den zahlreichen Fights ist insbesondere der am Strand im letzten Drittel des Films hervorzuheben, der einfach nur wunderschön in Szene gesetzt ist.
HAYWIRE ist auf seine Art und Weise schon ziemlich toll, aber irgendwie wurde ich während der Sichtung das Gefühl nicht los, dass diesem Film doch irgendetwas fehlt. Ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber so richtig begeistert hat mich Soderberghs Ausflug ins Actiongenre dann doch nicht. Kann mir aber gut vorstellen, dass HAYWIRE das Potential hat, nach weiteren Sichtungen noch zu wachsen.

Persönliche Bewertung: Gut!

Mad Max / Spider Baby or, The Maddest Story Ever Told / Mad Max 2 / Wall Street / Mad Max Beyond Thunderdome / How I Met Your Mother: Season 4 / Entourage: Season 7 / Foxcatcher / The Man with the Iron Fists 2

Filme und TV-Serien im Mai 2015 – Teil 2

Weiter geht’s mit kurzen Texten zu den Film- und Seriensichtungen im Mai:

MAD MAX (Australien 1979, Regie: George Miller)

mad max

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Etwas über MAD MAX schreiben oder Eulen nach Athen tragen. Aus diesem Grund fasse ich mich extrem kurz. MAD MAX ist einer dieser ganz großen Kultklassiker des (Genre-)Kinos. Der Film, der Mel Gibson zum Star machte. Dystopie, Gewaltstudie, Rachephantasie. Roh, ungeschliffen, packend, trotz vieler ruhigerer Sequenzen eine unglaubliche Energie verbreitend. Ich hab ihn jetzt das erste Mal seit über 20 Jahren wieder gesehen und er hat nichts, aber wirklich rein gar nichts, von der Faszination, die er damals auf mich ausgeübt hat, eingebüßt. Ein Glücksfall von einem Film, gedreht für heutzutage fast schon lächerlich anmutende $ 650.000.

Persönliche Bewertung: Großartig!

SPIDER BABY OR, THE MADDEST STORY EVER TOLD (USA 1967, Regie: Jack Hill)

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(Fassung: Blu-ray, Arrow, Großbritannien)

Aufgrund eines genetischen Defekts entwickeln zwei Schwestern (Beverly Washburn und Jill Banner) und deren Bruder (Sid Haig) ein etwas arg absonderliches Verhalten. Abgeschottet in einem alten Anwesen kümmert sich ein alter Bediensteter (Lon Chaney Jr.) rührend um die Geschwister und entsorgt auch schon mal die eine oder andere Leiche, die auf deren Konto geht. Als eines Tages entfernte Verwandte anreisen um die Vormundschaft zugesprochen zu bekommen und letztendlich Ansprüche hinsichtlich des Hauses geltend zu machen, kommt es zur Katastrophe…
SPIDER BABY OR, THE MADDEST STORY EVER TOLD ist die erste Soloarbeit von Exploitationspezialist Jack Hill, dessen Filmographie als Regisseur zwar durch übersichtlich ausgefallen ist, dafür aber fast ausschließlich Granaten wie COFFY, FOXY BROWN, THE JEZEBELS oder THE SWINGING CHEERLEADERS enthält. Es ist wenig verwunderlich, dass auch sein Erstlingswerk nicht viel weniger ist als ein ausgesprochen eindrucksvoller Genrebeitrag. Hill kreiert von Anfang an eine ziemlich unheimliche und bedrohliche Atmosphäre und bricht diese immer wieder mit herrlich krudem und schwarzem Humor. Das Setting im alten Anwesen mit seinen spinnwebenverhangenen Räumen, dem unheimlichen Kellergeschoss und den verwinkelten Treppenaufgängen ist dabei schon die halbe Miete. Die andere Hälfte liefern die Darsteller, allen voran Sid Haig in der Rolle des Bruders, der in einem seiner ersten größeren Leinwandauftritte eine wahrlich erinnerungswürdige Vorstellung abgibt. Und dann dieses Finale, in dem wirklich gar keine Wünsche des geneigten Exploitationfans mehr offen bleiben.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

MAD MAX 2 (Australien 1981, Regie: George Miller)

mad max 2

(Fassung: Blu-ray, Warner, Großbritannien)

War in dem zwei Jahre zuvor entstandenen MAD MAX zumindest noch so etwas wie ein Hauch von Zivilisation vorhanden, ist diese in MAD MAX 2 nunmehr komplett kollabiert. In einer postnuklearen Welt ist Benzin das größte Gut und der fiese Lord Humungus hat es mit seiner brutalen Gefolgschaft auf den reichhaltigen Vorrat friedliebender Siedler abgesehen, die sich rund um ihren Rohstoff wie in einem Fort aus einem Western verschanzt haben und sich verzweifelt gegen die immer wiederkehrenden Angriffe der brutalen Barbaren verteidigen müssen. Mel Gibson rettet schließlich den Tag. Obwohl gegenüber dem Vorgänger mit dem knapp vierfachen Budget ausgestattet, muss man natürlich auch MAD MAX 2 eher als Low-Budget-Produktion begreifen und was George Miller da mit den $ 2 Mio. angestellt hat, die ihm zur Verfügung standen ist tatsächlich mehr als beeindruckend. MAD MAX 2 ist praktisch nur noch pure Energie, die Bilder von Kameramann Dean Semler brennen sich regelrecht in die Netzhaut ein und die Settings, die irrsinnigen Gefährte und die fetischisierten Kostüme der Bösewichte stellen so etwas wie die Blaupause für die Utensilien eines jeden Endzeitfilms dar. Die Verfolgungsjagden (insbesondere natürlich die im Finale), die diversen Stunts und die sonstigen Actionszenen sind einfach nur als wahnsinnig zu bezeichnen und lassen einen als Zuschauer mehr als einmal mit offenem Mund vor dem Bildschirm verharren.
Die herrschende Meinung bevorzugt diesen Film hier gegenüber dem Vorgänger. Auch ich schließe mich dieser an. MAD MAX war großartig, MAD MAX 2 ist phänomenal, ein Film jenseits von Gut und Böse, nicht weniger als ein Meisterwerk.

Persönliche Bewertung: Lieblingsfilm!

WALL STREET (USA 1987, Regie: Oliver Stone)

wall street

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Stones Epos über Geld, Macht und Gier rund um den charismatischen und unwiderstehlichen Menschenfänger Gordon Gecko (Michael Douglas) und dessen größten Fan, Bud Fox (Charlie Sheen), der so gerne seinem Idol nacheifern würde. Bis Fox jedoch erkennt, dass er sich auf einen Deal mit dem Teufel eingelassen hat, ist es fast schon zu spät für ihn. WALL STREET lebt natürlich in allererster Linie von seinen beiden großartigen Hauptdarstellern, die den Film zu einem echten Erlebnis machen. Vor allem Douglas spielt fast schon erschreckend gut und verleiht dem Schreckgespenst des skrupellosen Kapitalismus ein Gesicht. WALL STREET zieht in den Bann, ist packend inszeniert und hat auch heute, knapp 30 Jahre nach seinem Erscheinen, nichts von seiner Aktualität verloren und war bzw. ist in den letzten Jahren vielleicht sogar aktueller denn je. Auch für Regisseur Oliver Stone scheint gerade dieses Thema eine Herzensangelegenheit zu sein, hat er zu diesem Film hier doch im Jahr 2010 mit WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS erstmals in seiner Karriere eine echte Fortsetzung gedreht. Die wird dann baldmöglichst auch bei mir mal im Player rotieren.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

MAD MAX BEYOND THUNDERDOME (Australien 1985, Regie: George Miller/George Ogilvie)

mad max beyond thunderdome

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Im Vergleich zu den beiden Vorgängern stinkt der dritte Teil ganz gewaltig ab. Mel Gibson wird hier im barbarischen Bartertown erst von Tina Turner gelinkt, dann in die Wüste geschickt und dort schließlich von einer Gruppe Kinder und Jugendlicher gerettet, die von ihm ins gelobte Land geführt werden wollen. MAD MAX BEYOND THUNDERDOME fühlt sich eher an wie ein postnuklearer Abenteuerfilm und weitaus familientauglicher ausgefallen als die ersten beiden Teile. Am stärksten ist auch MAD MAX BEYOND THUNDERDOME in seinen Actionszenen. Leider gibt es davon nicht sonderlich viele zu bestaunen. Toll sind insbesondere der Kampf von Max in Bartertown gegen den Blaster und natürlich das Finale mit seinen letzten 20 Minuten, in denen endlich wieder echtes MAD MAX-Feeling aufkommt und die für so manche Schwäche zuvor entschädigen. Ich mochte MAD MAX BEYOND THUNDERDOME früher nie besonders, mittlerweile habe ich meinen Frieden mit ihm gemacht und mag ihn trotz aller Schwächen eigentlich ganz gerne (was vielleicht auch etwas damit zu tun haben mag, dass mir früher die schwierige Situation von Regisseur George Miller während des Drehs des Films nicht bekannt war und man mit diesem Wissen im Hinterkopf – Millers Freund Byron Kennedy, der die ersten beiden Teile produziert hatte und auch als Produzent für diesen Film vorgesehen war, kam anlässlich eines Location Scoutings für diesen Film bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben; Miller wollte den Film eigentlich gar nicht mehr drehen, doch die Produktion ließ sich nicht mehr stoppen; der trauernde Miller holte sich dann George Ogilvie als Co-Regisseur ins Boot und hatte wohl mehr mit seiner Trauer zu kämpfen als mit der Entstehung des Films selbst – den Film sicherlich unbewusst wohlwollender beurteilt).

Persönliche Bewertung: Gut!

HOW I MET YOUR MOTHER: SEASON 4 (USA 2008-2009; Idee: Carter Bays/Craig Thomas)

how i met your mother

(Fassung: DVD, 20th Century Fox, Deutschland)

24 weitere Folgen, in denen es im Leben der 5 New Yorker Freunde Ted (Josh Radnor), Marshall (Jason Segel), Lily (Alyson Hannigan), Robin (Cobie Smulders) und Barney (Neil Patrick Harris) mal wieder drunter und drüber geht. Als Zuschauer begleiten wir sie bei Turbulenzen im Job, Turbulenzen innerhalb ihrer Freundschaft und natürlich bei Turbulenzen im Liebesleben. Bei letzteren steht einmal mehr der von Josh Radnor gespielte Ted im Mittelpunkt, aus dessen Sicht ja alle Ereignisse erzählt werden, und der nun noch 5 Staffeln Zeit hat, um die Mutter seiner beiden Kinder kennenzulernen. Heimlicher Star auch dieser Staffel ist natürlich wieder Neil Patrick Harris in der Rolle des Barney, auf dessen Konto die Mehrzahl der gelungenen Gags und Lacher geht und der dafür sorgt, dass man HOW I MET YOUR MOTHER einfach nur als extrem spaßige und kurzweilige Unterhaltung bezeichnen kann. Ohne ihn wäre diese Sitcom wohl nur halb so witzig. Meinen imaginären Hut möchte ich an dieser Stelle auch mal vor dem unglaublichen Wortwitz ziehen, mit dem die Dialoge gespickt sind und in dessen Genuss man tatsächlich nur dann kommen dürfte, wenn man sich HOW I MET YOUR MOTHER im Originalton ansieht. Da sind so unzählig viele Spielereien mit der englischen Sprache vorhanden, dass man diese wohl unmöglich adäquat übersetzen kann.
Zum Abschluss noch kurz ein paar Highlights dieser Season: Da hätten wir die Episode THE NAKED MAN, in der eine ziemlich eigenwillige Methode versucht wird, ein misslungenes Date doch noch zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen. Oder die Episode THE FRONT PORCH, in der Ted herausfindet, dass Lily seine bisherigen Beziehungen sabotiert hat – auch die mit Robin. Und natürlich die Episode MURTAUGH, in der Barney beweisen will, dass er für nichts zu alt ist und eine ganz spezielle Liste abarbeitet (allein die Piercing-Szene in dieser Folge ist Gold wert).

ENTOURAGE: SEASON 7 (USA 2010; Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

In der siebten Staffel von ENTOURAGE gerät Superstar Vincent Chase (Adrian Grenier) völlig außer Kontrolle, beginnt eine Affäre mit dem Pornostar Sasha Grey und begibt sich auf einen Drogentrip – und das alles während sich sein bester Freund und Manager E (Kevin Connolly) und sein Agent Ari Gold (Jeremy Piven) sich in Verhandlungen befinden um Vincent die Hauptrolle in einem Megablockbuster zu verschaffen. Unterdessen versuchen Turtle (Jerry Ferrara) und Johnny Drama (Kevin Dillon) weiter, sich von Vincents Geldhahn zu lösen und ihre eigene Karriere voranzutreiben. Und Ari Gold bekommt erstmals richtige Probleme wegen seiner ständigen Wutausbrüche…
Das Leben im Showbusiness ist ein ständiges Auf und Ab, ein wilder Ritt in einer nie enden wollenden Achterbahn. Das zeigt diese siebte Staffel überdeutlich auf. Während es insbesondere für E und Turtle ganz gut anläuft, scheint die Karriere von Johnny Drama fast in Trümmern zu liegen. Und auch die beiden Alpha-Tiere der Serie, nämlich Vincent und Ari, müssen sich damit auseinandersetzen, dass nicht alles immer nach ihrem Willen zu laufen scheint. Vincent verliebt sich in die (sich übrigens selbst spielende) HC-Darstellerin Sasha Grey, ist drauf und dran, seinen Verstand zu verlieren und setzt seine Karriere aufs Spiel. Und Ari hat definitiv den einen oder anderen Wutausbruch zu viel und muss dann hilflos zusehen, wie sein Leben in seine Einzelteile zu zerfallen droht. Auch für diese siebte Staffel gilt das, was ich schon zu den sechs Staffeln zuvor geschrieben hatte: sie ist famos gespielt, der Verlauf des Plots ist einmal mehr ausgesprochen glaubwürdig und realistisch geraten und es gibt nicht eine einzige Episode, die qualitativ abfallen würde. Der Promifaktor ist erneut verdammt hoch (Stars aus Film, Fernsehen, sowie der Sport- und Musikbranche geben sich praktisch die Klinke in die Hand) und wenn es überhaupt etwas auszusetzen gibt, dann ist lediglich die Tatsache, dass Staffel 7 leider nur 10 Folgen lang und somit viel zu kurz ausgefallen ist. Verdammt, macht diese Serie süchtig und ist die Serie großartig!

FOXCATCHER (USA 2014, Regie: Bennett Miller)

foxcatcher

(Fassung: Blu-ray, Entertainment One, Großbritannien)

Steve Carell spielt den exzentrischen Multimillionär John du Pont, der es sich in den Kopf gesetzt hat, ein privates Trainingszentrum für Ringer zu gründen und ein eigenes Ringerteam für die USA zu den Olympischen Sommerspielen 1988 nach Seoul zu entsenden. Um dies zu erreichen, macht er dem ehemaligen Olympiasieger Mark Schultz (Channing Tatum) das Angebot, für ihn anzutreten um um ihn herum ein Team zu formen. Schultz, der endlich aus dem Schatten seines älteren Bruders David (Mark Ruffalo) treten will, nimmt dieses Angebot begeistert an. Sein Gönner und Förderer erhofft sich indessen, über Mark auch David für sein Team gewinnen zu können.
FOXCATCHER basiert auf wahren Ereignissen, deren Handlungszeit – und wahrscheinlich auch Ablauf – aus dramaturgischen Gründen jedoch leicht verändert wurde. Während sich bspw. die zugrundeliegenden Ereignisse tatsächlich wohl in den 90er Jahren abspielten, wurde die Handlung für den Film ins Jahr 1987 verlegt. Millers Film pendelt irgendwo zwischen Biographie, Drama und Sportfilm, wobei er letzteres im Endeffekt am wenigsten ist. Ringen als Sport ist dann ja auch für einen Film nicht wirklich so einfach und mitreißend zu inszenieren. Und so ist FOXCATCHER in allererster Linie ein Film über Besessenheiten, Enttäuschungen und überhöhte Erwartungshaltungen, die letztendlich in der größtmöglichen Katastrophe enden. Gespielt ist das alles ganz vorzüglich, insbesondere Steve Carell, mit diesem irrsinnigen Make-Up ausgestattet, spielt einfach nur grandios (und wurde dafür auch mit einer Oscar-Nominierung bedacht), so wirklich fesseln konnte mich Millers Film jedoch nicht. FOXCATCHER fehlt dieses gewisse Etwas um den Zuschauer vollkommen für sich einzunehmen und braucht insbesondere in der ersten Stunde einfach viel zu lange um so richtig in Fahrt zu kommen. Miller ist hier sicher ein sehenswerter Film gelungen, uneingeschränkt weiterempfehlen würde ich ihn jedoch nicht unbedingt wollen.

Persönliche Bewertung: Ok!

THE MAN WITH THE IRON FISTS 2 (USA 2015, Regie: Roel Reiné)

the man with the iron fists 2

(Fassung: Blu-ray, Universal, Großbritannien)

US-Rapper Robert Diggs, besser bekannt unter seinem Pseudonym RZA, seines Zeichens Gründungsmitglied des legendären Wu-Tang Clan und begeisterter Fan von klassischen Martial-Arts-Filmen, hat sich im Jahr 2012 mit THE MAN WITH THE IRON FISTS wohl so etwas wie einen Kindheitstraum erfüllt. Als Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Komponist in Personalunion schuf er die ultimative Liebeserklärung an das Kino der Shaw Brothers und war damit zumindest erfolgreich genug, damit dieses Direct-to-Video-Sequel nachgeschoben werden konnte. RZA zeichnete erneut für die Titelrolle, das Drehbuch und die Musik verantwortlich und fungierte außerdem als ausführender Produzent. Nur auf dem Regiestuhl nahm er nicht mehr Platz, diesen Job übernahm Roel Reiné, einer der Spezialisten, wenn es um Direct-to-Video-Produktionen geht und in dessen Filmographie sich u.a. die beiden famosen DEATH RACE-Nachfolger befinden. Und Reiné macht seinen Job auch hier richtig gut. THE MAN WITH THE IRON FISTS 2 ist vielleicht nicht ganz so wahnsinnig und spektakulär ausgefallen wie der Vorgänger, wer mit diesem jedoch bereits seinen Spaß hatte, wird auch von der Fortsetzung nicht enttäuscht werden. Der Plot des Films gereicht den großen Vorbildern aus den 70er Jahren zur Ehre, auch THE MAN WITH THE IRON FISTS 2 ist eindeutig als liebevolle Verbeugung vor den Shaw Brothers zu erkennen und versprüht – insbesondere aufgrund seines einfach nur oberaffengeilen Soundtracks und Scores – in nicht wenigen Sequenzen eine ähnliche Atmosphäre wie die alten Klassiker. Geile Kampfchoreographien, ein paar nette Splattereffekte (mit dem CGI muss man halt einfach leben) und – ich erwähnte es schon – diese Musikspur zum Niederknien: THE MAN WITH THE IRON FISTS 2 rockt. Ganz gewaltig sogar.

Persönliche Bewertung: Gut!

Hansel & Gretel: Witch Hunters / Entourage: Season 4 / Once / Magic in the Moonlight / Public Enemies / Entourage: Season 5 / The Terminal / The Longest Yard / Entourage: Season 6

Filme und TV-Serien im Mai 2015 – Teil 1

So, ich starte mit meinem ersten Sammelbeitrag kurzer Filmtexte. Ich werde immer zwischen 8 und 10 Texte in einem Beitrag zusammenfassen. Die Reihenfolge der Texte entspricht der Reihenfolge der Sichtungen. Here we go:

HANSEL & GRETEL: WITCH HUNTERS (Deutschland/USA 2013, Regie: Tommy Wirkola)

hansel & gretel - witch hunters

(Fassung: Extended Cut, 2D-Version, Blu-ray, Paramount, Deutschland)

Nach ihrem traumatischen Kindheitserlebnis im Hexenhaus ziehen die mittlerweile erwachsenen Geschwister Hansel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) mit dicken Wummen ausgestattet durch die Wälder und machen Jagd auf böse Hexen…
HANSEL & GRETEL: WITCH HUNTERS ist natürlich komplett überzogener Blödsinn, erinnert an einen rein auf Krawall gebürsteten Comictrip, der sich ausschließlich über “Krawumm“-Sprechblasen definiert, und befeuert den Zuschauer logischerweise über die komplette Laufzeit mit irgendwelchen Effekten, Kämpfen und Actionsequenzen und – sehr zu meiner Freude – mit der einen oder anderen überraschend zeigefreudigen Splattereinlage. Ich will ja gar nicht abstreiten, dass der ganze Unfug in gewissem Maße durchaus Spaß bereitet, aber selbst bei der relativ übersichtlichen Dauer von 90 Minuten (man muss ja noch dankbar sein, dass der Film nicht auf 2 Stunden und mehr gestreckt wurde) machen sich irgendwann Ermüdungserscheinungen breit und man ergibt sich regelrecht in sein Schicksal, lässt die Bilder nur noch auf sich niederprasseln und kann gar nicht mehr so genau definieren, was man sich da eigentlich ansieht.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam?!?

ENTOURAGE: SEASON 4 (USA 2007, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

Nachdem Shootingstar Vincent Chase (Adrian Grenier) seine kompletten Ersparnisse geopfert hat, um sich sein Traumprojekt – die Verfilmung der Biographie von Pablo Escobar – zu erfüllen, heißt es nun, möglichst schnell einen Verleih für das ambitionierte Projekt zu finden und gleichzeitig eine neue Hauptrolle zu ergattern, damit das Luxusleben von Vincent und seiner Gefolgschaft auch weiter finanziert werden kann. Doch der exzentrische Regisseur Billy Walsh (Rhys Coiro), der sich den Final Cut am Film zugesichert hat, macht alle Pläne eines schnellen Verkaufs zunichte. Er reicht seinen Film bei Cannes ein und weigert sich, das fertige Werk vor der Welturaufführung interessierten Studios zu zeigen.
Wenn in einer chronologischen Auflistung der in einem Monat gesehenen Filme und Serien eine komplette Serienstaffel bereits an zweiter Stelle auftaucht, dann sagt schon allein diese Tatsache verdammt viel über die Qualität und das Suchtpotential dieser Serie aus. Silke und ich haben auch diese vierte, insgesamt 12 Episoden umfassende Staffel von ENTOURAGE regelrecht verschlungen. Das ist einfach nur ganz, ganz großes Fernsehen, was die Macher hier abliefern, welches den kompletten Irrsinn des Showgeschäfts auf – ich kann mich nur wiederholen – extrem glaubwürdige und überzeugende Art und Weise ins heimische Wohnzimmer bringt. Und auch wenn es vielleicht unfair ist, von den durch die Bank großartigen Schauspielern einen besonders herauszuheben, so muss ich doch sagen, dass es auch in dieser vierten Staffel einmal mehr Jeremy Piven in der Rolle des Agenten Ari Gold ist, der alle anderen überstrahlt und ohne den ENTOURAGE wahrscheinlich nicht so funktionieren würde, wie es letztendlich funktioniert. Großartig, einfach nur großartig!

ONCE (Irland 2006, Regie: John Carney)

once

(Fassung: Blu-ray, Arthaus/Studiocanal, Deutschland)

Es gibt Filme, in die würde man sich während der Sichtung am liebsten hineinfallen lassen um ganz tief in ihnen zu versinken. Die in nur 2 Wochen abgedrehte, irische Low-Budget-Produktion ONCE des Regisseurs John Carney ist so ein Film. In ONCE geht es um einen an Liebeskummer leidenden Straßenmusiker (Glen Hansard), auf den eher zufällig eine alleinerziehende Blumenverkäuferin und Hobbypianistin (Markéta Irglová) aufmerksam wird. Eine Begegnung, die das Leben beider Protagonisten nachhaltig verändern soll.
ONCE ist einer dieser Filme, die man wohl einfach nur als schön und magisch bezeichnen kann. Das tolle Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, die großartigen Songs, diese perfekte Verbindung, die Bild und Musik miteinander eingehen. Kleines, großes Kino zum Wohlfühlen, ohne nervigen Kitsch und unnötigen Ballast. Wer ihn noch nicht kennt: anschauen, wohlfühlen, glücklich sein…

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

MAGIC IN THE MOONLIGHT (Großbritannien/USA 2014, Regie: Woody Allen)

magic in the moonlight

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Lästermäuler können gerne konstatieren, dass Woody Allen seit Jahrzehnten immer und immer wieder ein und denselben Film dreht. Fans des “auteurs“ aus New York lieben ihn gerade aus diesem Grund. Auch in MAGIC IN THE MOONLIGHT dreht sich mal wieder alles um die Irrungen und Wirrungen der Liebe, verpackt in eine Geschichte rund um einen Zauberer (Colin Firth) und ein Medium (Emma Stone), angesiedelt Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Firth soll nachweisen, dass es sich bei Stone um eine Schwindlerin handelt, doch dieser Nachweis will und will ihm einfach nicht gelingen. Stattdessen kommen sich die beiden Protagonisten im Laufe der knapp 100 Minuten immer näher.
Ja, wo Woody Allen draufsteht ist halt einfach auch Woody Allen drin. Einen wirklich schlechten Film habe ich von Allen noch nicht gesehen, was den jüngeren Werken Allens jedoch immer mehr abgeht – absolute Glücksfälle wie MIDNIGHT IN PARIS mal ausgenommen -, ist diese Magie, die insbesondere seine New-York-Filme Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre auszeichnete. Zwar ist auch MAGIC IN THE MOONLIGHT ein guter Film, in den man ganz vorzüglich versinken kann, von der Qualität eines ANNIE HALL oder eines MANHATTAN ist er jedoch meilenweit entfernt. Sonderlich schlimm und tragisch finde ich persönlich das nicht. Solange am Ende des Tages noch Filme wie dieser hier dabei rumkommen, kann Allen gerne noch viele Jahre weiterdrehen. Gerne auch mal wieder vermehrt in New York.

Persönliche Bewertung: Gut!

PUBLIC ENEMIES (Japan/USA 2009, Regie: Michael Mann)

public enemies

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Ich liebe die Filme von Michael Mann und ich liebe auch immer diese ganze spezielle Optik, die er seinen Filmen zu geben vermag. Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel und eine solche Ausnahme stellt leider PUBLIC ENEMIES dar. Denn der Einsatz von Hand- bzw. Wackelkamera und dieser extreme digitale Look des Films mögen irgendwie so gar nicht zur Geschichte rund um den von Johnny Depp gespielten John Dillinger – in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Staatsfeind Nr. 1 in den USA – passen. Diese Geschichte verlangt nach epischer Breite, nach klassischem Kinolook. Episch ist hier allerdings nur die Lauflänge von gut 140 Minuten, ansonsten bleibt Manns Biopic in wirklich jeder Hinsicht erstaunlich schwach. Die Figuren sind beispielsweise viel zu klischeehaft gezeichnet und als Zuschauer bleiben einem die handelnden Personen über die komplette Laufzeit schlichtweg egal. Irgendeine Bindung zu den Charakteren aufzubauen fällt immens schwer und für die Art und Weise wie Mann diese Geschichte erzählt, ist PUBLIC ENEMIES einfach viel zu lang geraten. Und dann ist die größte Schwäche des Films ausgerechnet auch noch das, was ansonsten mit die größte Stärke in Manns Filmen ist, nämlich die Optik. PUBLIC ENEMIES sieht einfach nur beschissen aus, manche Sequenzen scheinen fast aus einer während der Dreharbeiten entstandenen Behind-the-Scenes-Dokumentation entnommen, viel zu viele andere Szenen sehen aus als kämen sie unmittelbar aus einer beliebigen Vorabendserie eines Privatsenders. Wenn so die Zukunft des digitalen Kinos aussehen soll, bekomme ich bereits jetzt das kalte Grausen. Ach ja, die Soundabmischung war auch ne ziemliche Katastrophe (kann aber natürlich auch an der Blu-ray gelegen haben).

Persönliche Bewertung: Naja!

ENTOURAGE: SEASON 5 (USA 2008, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

Nachdem sich Vincent Chase (Adrian Grenier) mit seinem Traumprojekt “Medellin“ einen fatalen Flop geleistet hat, ist er nicht nur pleite, sondern scheint für Hollywood komplett verbrannt zu sein. Kein Regisseur und kein Studio wollen mehr mit ihm zusammenarbeiten. Für seinen besten Kumpel und Manager E (Kevin Connolly) und seinen Agenten Ari (Jeremy Piven) kommt es einer regelrechten Sisyphosaufgabe gleich, für Vincent einen neuen Job zu ergattern…
Die mittlerweile fünfte Staffel von ENTOURAGE zeigt den Superstar zurück auf dem Boden der Tatsachen. Diverse Fehlentscheidungen haben dazu geführt, dass der von Adrian Grenier gespielte Vincent Chase innerhalb der Nahrungskette von Hollywood mittlerweile ziemlich weit unten angekommen ist und der erneute Weg an die Spitze scheint nicht nur steinig, sondern schier unmöglich zu sein. ENTOURAGE-Schöpfer Doug Ellin und sein Team bringen dem Zuschauer auch diese Schattenseiten des Showbiz auf extrem glaubwürdige, realistische und abermals verdammt unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise näher. Auch die fünfte Staffel von ENTOURAGE erlaubt sich über die insgesamt 12 Episoden keinerlei Schwächen und befindet sich – wie schon die vier Staffeln zuvor – auf einem irrsinnig hohen Niveau. Und das Staffelfinale liefert dann auch nicht viel weniger als pures Gänsehautgefühl. Jeremy Piven als Ari Gold ist erneut der heimliche Star der Serie – alle Sequenzen mit ihm sind wortwörtlich nicht mit Gold aufzuwiegen. Einfach nur geil!

THE TERMINAL (USA 2004, Regie: Steven Spielberg)

the terminal

(Fassung: DVD, DreamWorks, Deutschland)

Das Leben schreibt die irrsten Storys. Inspiriert von der Geschichte des Mehran Karimi Nasseri, der 18 Jahre lang im Pariser Flughafen Charles de Gaulle lebte, schickt Regisseur Steven Spielberg den durch einen Putsch in seinem Heimatstaat staatenlos gewordenen Tom Hanks ins internationale Terminal des JFK-Flughafens in New York. Der von Hanks gespielte Viktor Navorski muss sich mit der Tatsache anfreunden, weder in die USA ein-, noch in seine Heimat ausreisen zu dürfen und richtet sich mit rudimentären Sprachkenntnissen und einer Engelsgeduld im Terminal des Flughafens häuslich ein, findet Freunde, einen Job und – natürlich muss es so kommen – nach knapp 2 Stunden Laufzeit schließlich doch ein Happy End.
Kitsch as Kitsch can – Spielberg inszeniert THE TERMINAL wahrlich zuckersüß, komplett harmlos und fast durchweg positiv (lediglich der von Stanley Tucci gespielte Chef der Einreisebehörde taugt als Unsympath). Man mag dem Film vorwerfen, dass ihm jegliche Ecken und Kanten fehlen, aber manchmal tut es auch einfach nur gut, sich einen Film wie diesen hier anzuschauen, sich von seiner positiven Grundstimmung verzaubern und berieseln zu lassen und sich einfach nur wohlzufühlen. THE TERMINAL ist schön – nicht mehr und auch nicht weniger.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

THE LONGEST YARD (USA 2005, Regie: Peter Segal)

the longest yard

(Fassung: DVD, Sony, Deutschland)

Adam Sandler ist Ex-Football-Profi Paul Crewe, der, nachdem er sich eine wilde Verfolgungsjagd in einem “geklauten“ Wagen geliefert hat, im Knast landet und dort ein Häftlings-Football-Team zusammenstellen soll, welches gegen ein Team der Wärter anzutreten hat. Ihm zur Seite steht Burt Reynolds als Coach, der im Jahr 1974 selbst Paul Crewe gewesen ist, und zwar im gleichnamigen Klassiker von Regisseur Robert Aldrich.
Manchmal ist es ganz gut, wenn man das Original noch nicht kennt (ich möchte dieses Versäumnis möglichst schnell nachholen), denn dann kann man vollkommen unbelastet an das Remake rangehen. Regisseur Peter Segal, der mit Hauptdarsteller Adam Sandler zuvor bereits 50 FIRST DATES und ANGER MANAGEMENT gedreht hatte, zieht THE LONGEST YARD als Mischung aus Knast-, Sportfilm und Komödie auf und macht damit ziemlich viel richtig. Die Gags sitzen, die Action- und Sportsequenzen sind toll choreographiert und das finale Spiel ist – wie sich das für einen Sportfilm gehört – packend inszeniert und mit dem einen oder anderen Gänsehautmoment ausgestattet. Wirkliche Tiefe darf man von THE LONGEST YARD jedoch nicht erwarten, dafür ist Segals Film viel zu unbekümmert und unbeschwert geraten und auch potentiell dramatische Höhepunkte innerhalb des Handlungsverlaufs werden eher weggelächelt und hinterlassen bei den handelnden Personen keine echten Wunden oder Narben. Einem Film, der so herrlich kurzweilige Unterhaltung bietet wie dieser hier, verzeihe ich eine solche “Schwäche“ jedoch gerne.

Persönliche Bewertung: Gut!

ENTOURAGE: SEASON 6 (USA 2009, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

Nachdem Vincent Chase (Adrian Grenier) am Ende der fünften Staffel das überraschende Angebot erhalten hat, in einem Film von Martin Scorsese die Hauptrolle zu übernehmen, ist er wieder zurück auf der Erfolgsspur und lebt in dieser mittlerweile sechsten Staffel von ENTOURAGE erst mal gechillt in den Tag hinein. Sein großer Bruder Johnny (Kevin Dillon) und seine beiden besten Freunde E (Kevin Connolly) und Turtle (Jerry Ferrara) beginnen gleichzeitig, sich etwas von ihrem “Unterstützer“ zu lösen und eigene Standbeine aufzubauen. Und Agent Ari Gold (Jeremy Piven) ist weiter der Macher im Hintergrund und das faszinierende Ekel, welches alles möglich zu machen scheint. In dieser sechsten Staffel rückt die Gefolgschaft rund um Vincent Chase mehr in den Vordergrund und diese Tatsache sorgt für verdammt viel Abwechslung und insbesondere auch dafür, dass die Serie auch im sechsten Jahr ihrer Ausstrahlung keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigt. Auch die insgesamt 12 Folgen dieser Staffel flogen regelrecht an mir vorbei und ich kann einfach nicht damit aufhören, mir ENTOURAGE anzusehen. Langsam hasse ich die Serie schon fast dafür, dass sie so unverschämt gut und großartig ist und ich praktisch überhaupt nicht mehr dazu komme, mir auch einmal einen Film anzusehen. 😉