The Last of March and the First of April

SUPERNATURAL: SEASON 2 (USA 2006 / 2007, Idee: Eric Kripke)

supernatural - season 2

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In diesem Jahr startet die mittlerweile 12. Staffel von SUPERNATURAL im US-Fernsehen. Eine Serie, die es auf so eine extrem lange Laufzeit bringt, muss irgendwas verdammt richtig machen. Ansonsten hätten sich die Fans schon lange abgewendet. Hat man wie ich nun gerade mal die ersten beiden Staffeln gesichtet, muss man sich allerdings zwangsläufig die Frage stellen, wann es denn endlich so weit sein wird, dass SUPERNATURAL die Kurve kriegt und sich zum echten Serienhit entwickelt. Die wie schon die Auftaktstaffel ist auch Season 2 bestenfalls als unterhaltsam zu bezeichnen und über die komplette Distanz von 22 Episoden mitunter eine arg zähe Angelegenheit.

Als Zuschauer begleitet man erneut die beiden Brüder Sam (Jared Padalecki) und Dean Winchester (Jensen Ackles) auf ihrer Reise durch die Vereinigten Staaten, die sie immer wieder an teils abgelegene Orte bringt, an denen es irgendwelche Dämonen, Geister oder sonstige Wesen der Unterwelt zu bekämpfen und zu besiegen gibt. Erneut ist jede Folge in sich abgeschlossen, jede Folge hält sich an einen fest vorgegebenen Handlungsverlauf und ein roter Faden, der alle Folgen der Staffel miteinander verbindet, ist zwar vorhanden, aber nur so hauchdünn, dass man nun nicht gerade behaupten könnte, SUPERNATURAL würde durch eine übergeordnete Rahmenhandlung großartig Spannung verbreiten.

Als wirklich sehenswert und gut würde ich gerade mal die ersten drei Folgen der Staffel bezeichnen wollen, danach geht es qualitativ leider merklich bergab und knapp die Hälfte aller Episoden haben sich nicht einmal das Prädikat “unterhaltsam“ verdient, welches sich die komplette Staffel bei Zusammenzählen der Bewertungen der einzelnen Folgen im Durchschnitt gerade noch knapp erkämpft hat. SUPERNATURAL: SEASON 2 plätschert ohne große Höhepunkte so vor sich hin, tut niemandem dabei ernsthaft weh und dürfte auch niemanden zu großen Begeisterungsstürmen hinreißen. Ich bin echt gespannt, ab welcher Staffel es mit dieser Serie qualitativ bergauf gehen wird. Diese Spannung werde ich allerdings noch eine ganze Weile aufrecht erhalten. Fürs Erste stelle ich SUPERNATURAL wieder zurück ins Regal. Hab momentan keinen Lust mehr auf den Kram.

Bewertung: Unterhaltsam! – 6/10

 

 

INSIDE OUT (USA 2015, Regie: Pete Docter / Ronnie Del Carmen)

inside out

(Fassung: Blu-ray 3D, Disney, Deutschland)

In INSIDE OUT katapultieren die beiden Regisseure Pete Docter und Ronnie Del Carmen mitten in das Gehirn der kleinen Riley, welches als riesengroße Schaltzentrale daherkommt, in der die Hauptemotionen Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut – animationsfilmgerecht als putzige Figuren dargestellt – irgendwie versuchen, die geänderte Lebenssituation zu verarbeiten, in der sich Riley nach einem Umzug nach San Francisco befindet..

Sieht man mal über die pädagogisch eher suboptimale Message des Films hinweg – INSIDE OUT bietet für Kinder natürlich eine herrliche Ausrede, den verschiedenen Stimmungen vollkommen freien Lauf zu lassen, sind ja bei plötzlichen Stimmungsschwankungen ganz offensichtlich, wie uns der Film lehrt, höhere Kräfte am Werk -, so kann man guten Gewissens feststellen, dass das, was Docter und sein Co-Regisseur Del Carmen hier präsentieren, schon einen riesigen Spaß für Jung und Alt darstellen dürfte. INSIDE OUT steckt voller witziger und charmanter Ideen, sprüht regelrecht vor Einfallsreichtum, ist toll animiert und ungemein kurzweilig und unterhaltsam erzählt. Und diese kurze Sequenz, in der INSIDE OUT auch mal einen kleinen Ausflug in die Schaltzentralen der Eltern der kindlichen Hauptfigur unternimmt, trifft so exakt ins Schwarze und ist so ungemein komisch, dass man sich als erwachsener Zuschauer eine Fortsetzung wünschen würde, in der dann tatsächlich das Gehirn erwachsener Menschen im Mittelpunkt steht. Die könnte diesen Film hier dann wahrscheinlich sogar noch toppen.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

THE LOST WORLD: JURASSIC PARK (USA 1997, Regie: Steven Spielberg)

the lost world - jurassic park

(Fassung: DVD, Columbia TriStar/Universal, Deutschland)

Nach dem großen Erfolg von JURASSIC PARK musste natürlich eine Fortsetzung her. Steven Spielberg selbst inszenierte 4 Jahre später diesen Nachfolger, ohne Sam Neill und Laura Dern, dafür erneut mit Jeff Goldblum, dieses Mal auch in der Hauptrolle, der es erneut mit Dinosauriern zu tun bekommt, weil der für den im Vorgänger gescheiterten Vergnügungspark verantwortliche John Hammond (Richard Attenborough) ausgerechnet die abenteuerlustige Freundin (Julianne Moore) des von Goldblum gespielten Chaostheoretikers Ian Malcolm auf eine Insel voller Dinos geschickt hat, um dokumentieren zu lassen, wie sich diese nunmehr ohne menschlichen Einfluss entwickeln…

Den Regeln der Fortsetzung folgend bietet THE LOST WORLD: JURASSIC PARK natürlich noch mehr Dino-Action als der Vorgänger, verkommt so aber leider auch relativ schnell zur bloßen Nummernrevue. Diesen Zauber und diese Magie, die von JURASSIC PARK noch ausging, kann der Nachfolger praktisch nie vermitteln. Was Spielberg hier jedoch erneut gelingt, sind famose Suspense-Sequenzen – allein diese Szene mit dem Angriff der beiden T-Rex und dem über dem Abgrund baumelnden Anhänger bietet Spannung pur und rechtfertigt schon allein die Sichtung des Films – und das Kunststück, dass dem Zuschauer innerhalb der gebotenen Jahrmarktsattraktionen die handelnden Figuren nicht irgendwann egal werden, sondern er bis zum Ende mit diesen gemeinsam hoffen und bangen kann. Alles in allem also eine gelungene Fortsetzung, die ich persönlich komischerweise tatsächlich erst jetzt zum allerersten Mal gesehen habe.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

JURASSIC PARK III (USA 2001, Regie: Joe Johnston)

jurassic park iii

(Fassung: DVD, Universal, Deutschland)

Vier weitere Jahre sind seit THE LOST WORLD: JURASSIC PARK ins Land gezogen und bei den Universal Studios dachten sie wohl, es sei an der Zeit für mehr Dino-Action. JURASSIC PARK III erblickte die Leinwände, Steven Spielberg wirkte nur noch als ausführender Produzent mit, für den Regiestuhl wurde stattdessen Joe Johnston verpflichtet, der sich zuvor mit THE ROCKETEER und JUMANJI einen Namen gemacht hatte. Und Sam Neill kehrt als Hauptdarsteller zurück, der mit einem Täuschungsmanöver von William H. Macy zur Dino-Insel gelockt wird. Dessen Sohn ist nämlich bei einem Paragliding-Unfall über der Insel abgestürzt und soll nun gerettet werden…

Puh, fehlt THE LOST WORLD: JURASSIC PARK im Vergleich zu JURASSIC PARK „nur“ der Zauber und die Magie, geht JURASSIC PARK III im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger nun auch noch die Spannung ab. Johnstons Film bietet dafür Dino-Action am laufenden Band, bombardiert den Zuschauer mit katastrophalen Vorkommnissen und lässt diesem kaum Zeit zum Atmen. Das wird alles sehr schnell sehr ermüdend und die gerade mal 90-minütige Laufzeit kommt einem schier unendlich vor. Als Zuschauer eine Bindung zu den handelnden Personen aufzubauen ist praktisch unmöglich, die Dinos sind erschreckend schlecht animiert (insbesondere im Vergleich zum 8 Jahre älteren Ausgangsfilm) und so manche Dino-Sequenz ist einfach nur komplett bescheuert geraten. Es ist fast schon erschreckend, wie belanglos der bis dato teuerste Film der Reihe doch geworden ist. Und noch erschreckender bzw. extrem erstaunlich ist es, dass dieser Film, in den 93 Mio. Dollar investiert wurden (20 Mio. mehr als beim zweiten und 30 Mio. mehr als beim Auftaktfilm) sogar noch fast das doppelte seiner Produktionskosten wieder eingespielt hat und nicht einfach nur gnadenlos gefloppt ist. Es hätte mich nicht gewundert.

Bewertung: Naja! – 4/10

 

 

BIRDMAN OR (THE UNEXPECTED VIRTUE OF IGNORANCE) (USA 2014, Regie: Alejandro González Iñárritu)

birdman or (the unexpected virtue of ignorance)

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

BIRDMAN – den kompletten Filmtitel einmal in der Überschrift zu nennen, muss genügen – erzählt die Geschichte des einst kommerziell erfolgreichen Schauspielers Riggan Thomson (Michael Keaton), der, um an alte Erfolge anzuknüpfen, nun versucht, mit einem Bühnenstück am Broadway sein Glück zu machen, bei dem er sowohl die Hauptrolle bekleidet als auch den Job als Regisseur und Drehbuchautor übernimmt. Doch während der Vorbereitungen auf die große Premiere hat Riggan nicht nur mit seinem Alter Ego zu kämpfen, sondern auch mit den Meriten des Starschauspielers Mike Shiner (Edward Norton), der kurzfristig für die zweite männliche Hauptrolle einspringt, da der dafür vorgesehene Schauspieler von einem herunterfallenden Scheinwerfer schwer verletzt wurde und nun ausfällt…

BIRDMAN war der große Gewinner der letztjährigen Oscarverleihung, konnte 4 der begehrten Trophäen einsacken (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera) und wurde mit guten Kritiken überhäuft. Ja, in Hollywood lieben sie solche Geschichten. Geschichten, die mit dem ach so schweren Schicksal des Schauspielers erzählen, der doch vornehmlich anspruchsvolle Kost abliefern möchte, beim unangenehmen Pöbel aber nur dann Erfolg hat, wenn er niveaulose Hauptrollen in Superheldenverfilmungen übernimmt. Puh, da hat uns doofen Zuschauern Alejandro González Iñárritu mit BIRDMAN aber mal so richtig einen vor den Latz geknallt. Jetzt haben wir beim nächsten Blockbuster, der uns blendend unterhält, sicherlich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und schauen von nun an nur noch Filme wie BIRDMAN an, die Hollywood wohl für so etwas wie anspruchsvolles Kunstkino zu halten scheint. Gut, ausgerechnet Michael Keaton in der Hauptrolle des hadernden Schauspielers zu besetzen war ein kluger Schachzug, dieses Zugeständnis muss man Iñárritu machen, bildet BIRDMAN letztendlich ja ein Schicksal ab, dass dem von Keaton selbst nicht ganz unähnlich ist. Nachdem er den Batman in den beiden Burton-Filmen Anfang der 90er Jahre gespielt hatte, ging es mit seiner Karriere eher ab- als aufwärts. Aber im Endeffekt ist das, was Iñárritu hier abliefert, nur jämmerlicher Schein, ein aufgeblähtes Nichts, ein Film, der mich zu keiner Sekunde seiner Laufzeit auch nur ansatzweise für seine Geschichte interessieren konnte. Dieses (vorgetäuschte) Stilmittel, BIRDMAN sei nur in einem Take gedreht (es gibt tatsächlich nur sehr wenige sichtbare Schnitte innerhalb des Films) und die daraus resultierende Tatsache, dass die Handkamera ständig am Arsch der handelnden Personen hängt, mag vielleicht auf den ersten Blick eindrucksvoll erscheinen, ist am Ende des Tages aber Beleg dafür, dass hier kein großer Regisseur, sondern in erster Linie ein großer Täuscher am Werk gewesen ist. Dieses Stilmittel – das in der vorliegenden Umsetzung übrigens extrem schnell extrem zu nerven beginnt – soll ganz offensichtlich über die Leere und Bedeutungslosigkeit der Geschichte hinwegtäuschen, dient in keiner Weise der Handlung und wirkt einfach nur selbstzweckhaft. Ich will BIRDMAN jetzt nicht komplett verreißen, dafür spielen Keaton, Norton und insbesondere auch die tolle Emma Stone in diesem großen Nichts einfach zu gut und retten Iñárritus Film schließlich auch davor, zum kompletten Ärgernis zu werden, aber das, was dem Zuschauer hier präsentiert wird, ist kein Film, sondern die Demonstration eines hochnäsigen Regisseurs, der sich anscheinend für den größten seines Fachs zu halten scheint. Ich habe selten einen unsympathischeren und dekadenteren Film gesehen als diesen hier. Und soll ich jetzt noch etwas über den unfassbar nervtötenden Drum Score von Antonio Sanchez schreiben? Ich lass es einfach.

Bewertung: Mies (mit wenigen guten Momenten)! – 3/10

 

 

 

MAN UP (Frankreich / Großbritannien 2015, Regie: Ben Palmer)

man up

(Fassung: Blu-ray, Studiocanal, Großbritannien)

Nancy (Lake Bell) ist Mitte 30, Single, und hat die Hoffnung, doch noch irgendwann den Mann fürs Leben zu finden eigentlich schon fast aufgegeben. Bis sie eines Tages nach London reist um an der Feier des 40. Hochzeitstages ihrer Eltern teilzunehmen und dort am Londoner Hauptbahnhof auf Jack (Simon Pegg) trifft, der Nancy verwechselt und für sein Blind Date hält. Nancy packt die Gelegenheit am Schopf und lässt sich auf eine aufregende Reise in die Nacht ein…

Wie es sich für eine echte RomCom gehört, muss auch MAN UP die typischen Stadien innerhalb des vorgegebenen Handlungsverlaufs abhaken. Auf das Kennenlernen folgt das Verlieben, darauf die Trennung aufgrund eines dummen Fehlers/Missverständnisses/usw. und am Ende natürlich die herbeigesehnte Wiedervereinigung. Und wie es sich für eine echte RomCom gehört, ist auch in MAN UP ausschließlich der Weg zum vorbestimmten Ende das Ziel und nicht dieses vorbestimmte Ende selbst. Und dieser Weg ist hier doch um einiges lustiger und unterhaltsamer geraten als in der stereotypen Durchschnitts-RomCom. Der besondere Reiz an diesem Weg ist die Tatsache, dass sich die Haupthandlung von MAN UP im Endeffekt auf einen einzigen Abend bzw. eine einzige Nacht beschränkt und die vorgenannten Eckpunkte des Handlungsverlaufs somit in Windeseile erreicht werden müssen. MAN UP ist ungemein rasant inszeniert, die Chemie der beiden Hauptdarsteller Simon Pegg und Lake Bell passt ausgesprochen gut, die vorhandenen Gags funktionieren zu größten Teilen und die diversen abstrusen Situationen, in die das Paar immer wieder gerät, wirken in ihrer teils hoffnungslosen Überzeichnung schon fast wieder glaubwürdig. MAN UP ragt qualitativ deutlich aus dem mittlerweile schon ausgesprochen unübersichtlich gewordenen Genre der romantischen Komödie heraus und sei an dieser Stelle ausdrücklich zur Sichtung empfohlen.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

AMERICAN FLYERS (USA 1985, Regie: John Badham)

american flyers

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Regisseur John Badham erzählt die Geschichte zweier Brüder (Kevin Costner und David Marshall Grant), die durch die gemeinsame Teilnahme an einem höllischen Radrennen nach Jahren der Trennung versuchen, ihre Familie wieder zu einen.

AMERICAN FLYERS ist eine Mischung aus Sportfilm und Familiendrama, welche exakt die unzähligen Klischees aufbietet, welche man sich aufgrund der Mini-Inhaltsangabe im ersten Satz dieses Textes so ausmalen könnte. Es gibt mit Kevin Costner den Bruder, der sich einst abgewendet hat und nun wieder zurückkehrt. Es gibt eine schwere Krankheit, die zusätzlich Dramatik ins Geschehen bringt. Und es gibt natürlich dieses gemeinschaftliche Sportereignis (incl. des fiesen Gegenspielers), welches bestens dazu geeignet ist, die Protagonisten an ihre Grenzen gehen zu lassen um im ach so unerwarteten Erfolg die Familie schließlich wieder zu vereinigen.

Wenn man einem Genre solche Klischees verzeihen kann, dann ist es allerdings das Genre des Sportfilms. Hier lässt man sich immer wieder gerne und bereitwillig anstecken und überrumpeln, hier ertappt man sich jedes Mal aufs Neue und stellt fest, dass man hofft und bangt, wo es doch eigentlich gar nichts zu hoffen und zu bangen gibt, weil das Ende der Geschichte in 99% aller Fälle doch sowieso von vornherein schon feststeht. Und doch bekommt man immer und immer wieder bei solchen Filmen eine Gänsehaut in diesen entscheidenden Szenen, in denen es ums Ganze geht, um den sportlichen Erfolg oder die (eh nicht stattfindende) Niederlage. AMERICAN FLYERS macht mit seinen enorm packend und spektakulär inszenierten Radrennsequenzen da keine Ausnahme. Auch John Badham gelingt es – wie vielen seiner Kollegen zuvor – mit Leichtigkeit, den Zuschauer für sich einzunehmen und Spannung zu erzeugen, wo doch eigentlich gar keine Spannung existieren dürfte. Davor kann man auch gerne mal seinen imaginären Hut ziehen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

MEN IN BLACK 3 (USA 2012, Regie: Barry Sonnenfeld)

men in black 3

(Fassung: Blu-ray 3D, Sony, Deutschland)

Regisseur Barry Sonnenfeld kehrt mit MEN IN BLACK 3 – stolze 10 Jahre nach dem unmittelbaren Vorgänger – erneut zu der geheimen Spezialeinheit zurück, welche das bunte Treiben der zahlreichen Außerirdischen auf der Erde überwacht und legt einen Film vor, der sich qualitativ vor den beiden ersten Teilen sicher nicht verstecken muss.

Aufgrund des Verlaufs des Plots – Will Smith als Agent J muss ins Jahr 1969 zurückreisen um zu verhindern, dass sein Partner K (Tommy Lee Jones / Josh Brolin) von einem besonders gefährlichen Alien getötet, die Geschichte dadurch entscheidend verändert wird und die Erde in der Gegenwart vor der Auslöschung steht – hat Tommy Lee Jones zwar nur eine etwas größere Nebenrolle abbekommen und taucht letztendlich nur im ersten Drittel und ganz am Ende des Films auf, sein Fehlen wird aber durch das Mitwirken von Josh Brolin, der den jungen K im Jahr 1969 spielt, locker wettgemacht und wurden die ersten beiden Filme zu großen Teilen auch durch diese Chemie zwischen Will Smith und Tommy Lee Jones getragen, so trägt MEN IN BLACK 3 nun stattdessen eben die Chemie zwischen Will Smith und Josh Brolin. Sehr schön auch zu sehen, dass Barry Sonnenfeld dem Stil der beiden Vorgänger treu geblieben ist und sich nicht den Gepflogenheiten des modernen Blockbusterkinos angepasst hat. MEN IN BLACK 3 kommt schon fast nostalgisch daher, mit seiner wieder mal ziemlich geradlinigen Geschichte (trotz Zeitreisethematik), seiner erneut übersichtlichen Laufzeit (der Film ist mit etwas über 100 Minuten gerade mal gut 20 Minuten länger als die beiden Vorgänger und so immer noch meilenweit von den Laufzeiten moderner Blockbuster entfernt, die ja gerne mal 2,5 Stunden oder noch länger dauern) und seinen unkomplizierten Helden, die keine gebrochenen Figuren sein müssen, um den Zuschauer zu erreichen. MEN IN BLACK 3 bietet kurzweiligen Spaß, ist witzig und actionreich und läuft, was die diversen Alien-Effekte angeht, vor Kreativität mal wieder regelrecht über.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

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Ein weiterer Kessel Buntes

MONA LISA (Großbritannien 1986, Regie: Neil Jordan)

mona lisa

(Fassung: Blu-ray, Arrow, Großbritannien)

Beim einflussreichen Gangster Mortwell (Michael Caine) tritt der gerade aus dem Gefängnis entlassene George (Bob Hoskins) einen Job als Chauffeur an und fährt die Edelprostituierte Simone (Cathy Tyson) von einem Kunden zum nächsten. Schon bald beginnt George, für seinen attraktiven Fahrgast Gefühle zu entwickeln und als diese ihn schließlich bittet, ihr bei der Suche nach einer vermissten Freundin zu helfen, bekommt George ein ernsthaftes Loyalitätsproblem…

Neil Jordan erzählt die Geschichte von George und Simone auf ausgesprochen ruhige Art und Weise, nimmt sich viel Zeit, seine Charaktere und Figuren zu entwickeln und taucht seine Story in teils einzigartig schöne Bilder. Die Atmosphäre von MONA LISA kann man vielleicht am besten als Mischung aus verträumt-melancholisch und verrucht beschreiben, das durchaus vorhandene Sleaze-Potential, welches diese Zwischenwelt, in der Jordans Film spielt, nun mal so mit sich bringt, verleiht MONA LISA immer wieder einen Hauch des Verbotenen, wobei der Film dabei nie in komplett schmierige Gefilde abzudriften droht. Dreh- und Angelpunkt des Gelingens des Films ist jedoch Bob Hoskins in der Rolle des Chauffeurs. Wird er in den ersten Szenen zunächst noch als jähzorniger Unsympath eingeführt, gelingt es ihm durch sein überzeugendes Spiel mit zunehmender Laufzeit immer mehr, den Zuschauer für sich zu gewinnen und ihn dazu zu bringen, ihn als Identifikationsfigur, mit der es sich lohnt, mitzufiebern, vollkommen zu akzeptieren.

MONA LISA ist einer dieser Filme, die einen als Zuschauer schleichend in ihren Bann ziehen, bei denen man irgendwann zu merken beginnt, dass man sich einfach nicht mehr von ihnen lösen kann, die einen um den sprichwörtlichen Finger wickeln und bei denen das Einsetzen des Abspanns durchaus Ernüchterung auslöst, da man gerne noch mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

SUDDEN DEATH (USA 1995, Regie: Peter Hyams)

sudden death

(Fassung: DVD, Universal, Deutschland)

Während des letzten und entscheidenden Spiels des Stanley-Cup-Finales der NHL nimmt eine Gruppe von Terroristen, angeführt von Powers Boothe in der Rolle des Joshua Foss, den US-Vizepräsidenten (Raymond J. Barry) als Geisel und droht damit, das komplette Eishockey-Stadion in die Luft zu jagen, wenn ihre finanziellen Forderungen nicht erfüllt werden. Während die Zuschauer gar nichts von der Bedrohung mitbekommen, nimmt der Feuerinspektor Darren McCord (Jean-Claude Van Damme) den einsamen Kampf gegen die Schwerverbrecher auf und hat dafür auch persönliche Gründe. Sein Sohn und seine Tochter befinden sich im Stadion und letztere ist in die Hände der Terroristen geraten…

Ein abgeschlossener Raum, eine terroristische Bedrohung, ein Mann, der persönlich betroffen ist und den Kampf aufnimmt – nachdem Steven Seagal bereits 3 Jahre zuvor in UNDER SIEGE seine eigene DIE HARD-Variante auf einem Schiff auf die Leinwände bringen durfte, ist es nun Jean-Claude Van Damme, der in die Bruce-Willis-Rolle schlüpft und es unter der Regie von Peter Hyams mit Terroristen in einem Eishockeystadion zu tun bekommt.

SUDDEN DEATH entstand damals am Höhepunkt der Karriere von Jean-Claude Van Damme, bereits kurze Zeit später sollte es mit dessen Erfolgen langsam bergab gehen, bis er sich schließlich – wie so viele seiner Kollegen, allen voran natürlich Steven Seagal – in der DTV-Hölle wiederfinden sollte. Bei mir persönlich löst das Wiedersehen mit einem Film wie diesem hier – nach gut 20 Jahren – vor allem ein Gefühl der Wehmut aus. Natürlich ist SUDDEN DEATH kein Kandidat für irgendwelche Filmpreise, aber er ist handwerklich über jeden Zweifel erhaben und wurde damals ganz offensichtlich mit einem Budget ausgestattet welches den Machern erlaubte, einen Film für die große Leinwand zu drehen. Er ist spannend inszeniert, seine Pro- und Antagonisten erzeugen beim Zuschauer Emotionen (vor allem Powers Boothe ist toll als diabolischer Bösewicht), die Action-Highlights sind innerhalb des Handlungsverlaufs perfekt platziert und über fehlende Härten kann man sich als Fan des Actionfilms nun wahrlich auch nicht beklagen. Heute, im Jahr 2016, könnte ein Film wie SUDDEN DEATH nicht mehr fürs Kino gedreht werden. Er wäre zu unspektakulär, viel zu klein für die große Leinwand. Filme wie dieser finden heutzutage nur noch im DTV-Bereich statt, was man ihnen oftmals aufgrund des fehlenden Budgets und mitunter auch des fehlenden Talents (hinter und vor der Kamera) deutlich ansieht. Ein Umstand, den ich persönlich ausgesprochen bedauerlich finde. Ich vermisse Filme wie SUDDEN DEATH in der aktuellen Kinolandschaft, sehr sogar.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

MEN IN BLACK II (USA 2002, Regie: Barry Sonnenfeld)

men in black ii

(Fassung: DVD, Columbia TriStar, Deutschland)

Nach dem großen Erfolg von MEN IN BLACK kam 5 Jahre später diese Fortsetzung in die Kinos, die sich natürlich sämtlichen Sequel-Regeln unterwarf. Alles ist etwas größer, phantastischer, spektakulärer und witziger geraten als im Vorgänger, die Bedrohung für die Menschheit ist noch ein Stück bedrohlicher und das von Will Smith und Tommy Lee Jones gebildete Duo – letzterer muss aufgrund der akuten Gefahr sogar aus dem wohlverdienten Ruhestand zurückgeholt werden – ist natürlich noch schlagfertiger als im Film zuvor.

Und doch trifft auch meine schon bei MEN IN BLACK gewonnene Erkenntnis hier zu. Im Vergleich zu dem Bombast, den das moderne Blockbusterkino so zu bieten hat, kommt auch MEN IN BLACK II erfreulich klein und bescheiden daher. Die Nettolaufzeit von MEN IN BLACK II dauert gerade mal 80 Minuten – in mancher aktuellen Comicverfilmung würde man sich wünschen, in den ersten 80 der insgesamt 160 Minuten passiere überhaupt mal etwas -, die Geschichte wird ohne große Schnörkel erzählt und ist in ihrer Einfachheit und Eingängigkeit ungemein unterhaltsam, witzig und einfach nur sympathisch. Blockbusterkino aus einer mittlerweile längst vergangenen Zeit, das auf mich persönlich aber auch heute noch eine riesige Faszination ausübt. Das ist einfach richtig gute Unterhaltung, die Barry Sonnenfeld und sein Team hier präsentieren, mit vielen tollen Ideen und einem wunderbaren Hauptdarstellergespann. Lediglich die CGI-Effekte haben die letzten 14 Jahre an technischer Entwicklung nicht ganz so gut überstanden. Das ist allerdings ein Makel, der leicht zu verkraften ist.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

SPY (USA 2015, Regie: Paul Feig)

spy

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

Um eine globale Katastrophe zu verhindern muss in SPY die CIA-Analystin Susan Cooper (Melissa McCarthy) ihren sicheren Schreibtischjob verlassen und stattdessen einen gefährlichen Undercover-Auftrag übernehmen – für den sie eigentlich gar nicht geeignet ist…

Nach BRIDESMAIDS und THE HEAT ist SPY nun schon der dritte Film, in dem Regisseur Paul Feig mit Hauptdarstellerin Melissa McCarthy zusammenarbeitet und diese Zusammenarbeit ist wie schon in den beiden Filmen zuvor ausgesprochen ansehnlich geraten. SPY geht von Anfang bis zum Ende als lupenreine James-Bond-Persiflage durch, präsentiert schon während der obligatorischen Anfangscreditsequenz mit dem Song “Who Can You Trust“ von Ivy Levan so ganz nebenbei einen der besten “Bond“-Songs der letzten Jahre, konzentriert sich in den folgenden 2 Stunden darauf, das Bond-Konzept auf ebenso unterhaltsame wie respektlose Art und Weise durch den Kakao zu ziehen und ist darüber hinaus sogar noch durchaus spannend geraten. Über Melissa McCarthy kann ich mich immer wieder regelrecht kranklachen – als Agentin wider Willen ist sie einmal mehr eine absolute Schau – und auch ihre beiden Co-Stars Jason Statham und Jude Law überzeugen mit großem komödiantischen Talent und einem feinen Gespür für immer wieder gelungenem Timing. Man merkt SPY regelrecht an, dass die Beteiligten beim Dreh dieses Films verdammt viel Spaß gehabt haben dürften und dieser Spaß überträgt sich über weite Strecken eins-zu-eins auf den Zuschauer. Lediglich die Laufzeit des Films ist mit 130 Minuten in der Extended Fassung doch etwas arg üppig ausgefallen und so kommt man nicht umhin, anmerken zu müssen, dass sich immer wieder kleinere Längen einzuschleichen drohen und der Film mitunter etwas auf der Stelle zu treten scheint. Dem positiven Gesamteindruck kann diese kleinere Schwäche jedoch kaum Schaden zufügen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

HOW I MET YOUR MOTHER: SEASON 9 (USA 2013 /2014, Idee: Carter Bays / Craig Thomas)

how i met your mother

(Fassung: DVD, 20th Century Fox, Deutschland)

 In der neunten und letzten Staffel lernt der von Josh Radnor gespielte Ted Mosby nun endlich die Mutter seiner künftigen Kinder kennen. Die Erzählzeit der Staffel beschränkt sich – bis auf die letzte Doppelfolge – dabei auf einen extrem übersichtlichen Rahmen, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, begleitet man die Freunde erstmals nicht durch ein komplettes Jahr. Staffel 9 schließt unmittelbar an das Ende der vorherigen Staffel an und spielt sich gänzlich wenige Tage vor der Hochzeit von Barney (Neil Patrick Harris) und Robin (Cobie Smulders) ab.

Wie schon der Vorgängerstaffel ist auch dieser finalen Season deutlich anzumerken, dass den kreativen Köpfen hinter HOW I MET YOUR MOTHER langsam aber sicher die Ideen ausgegangen sind. Es gibt einige Füllerepisoden, die gerade mal unterhaltsam geraten sind und denen man anmerkt, dass sie nur gedreht wurden, um am Ende des Tages wieder auf 24 Folgen zu kommen. Glücklicherweise sind die guten Folgen immer noch in der Überzahl und so ein, zwei echte Highlight-Episoden sind auch wieder vorhanden. So bringen Carter Bays und Craig Thomas ihre Serie zumindest zu einem halbwegs würdigen Ende.

An der finalen Doppelfolge dürften sich die Geister ziemlich scheiden. Hier rast der Zuschauer regelrecht durch die Zukunft der verschiedenen Protagonisten, hakt einzelne Stationen in deren Leben ab und landet letztendlich im Jahr 2030, in dem er Zeuge wird, wie Ted Mosby seine Geschichte beendet. Sehr gut hat mir dabei gefallen, wie es den Machern gelungen ist, in diesen 40 Minuten aufzuzeigen, wie fragil Lebenspläne aussehen können, wie sich Freundschaften zu verlieren drohen, weil der Zahn der Zeit an ihnen nagt, wie die Unbeschwertheit der 20er und frühen 30er Jahre im Leben eines Menschen irgendwann durch den Ernst des Lebens und den Alterungsprozess verloren geht. Richtig ärgerlich an dieser letzten Episode ist tatsächlich dieser finale Twist, den es einfach nicht gebraucht hätte und der auch extrem unglaubwürdig rüberkommt. Auf der DVD ist auch eine alternative Version dieser Episode enthalten, die ohne diesen Twist auskommt und die Serie so zu einem viel schöneren Ende führt. Vielleicht hätten die Macher ihre Serie einfach mit dieser Fassung offiziell beenden sollen.

Bewertung: Gut! – 7/10

 

 

JURASSIC PARK (USA 1993, Regie: Steven Spielberg)

jurassic park

(Fassung: DVD, Universal/Columbia TriStar, Deutschland)

Der Mega-Blockbuster aus dem Jahr 1993. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie man schon Monate vor Kinostart durch verschiedene Teaser im Kino extrem angefixt wurde, einem die Werbung vor dem Film am Tag des Deutschlandstarts fast schon unerträglich lang vorkam und die arme Eisverkäuferin (die Älteren unter uns werden sich an diese alte Gepflogenheit in den Kinos noch erinnern) unter lauten Buhrufen aus dem Saal gejagt wurde. Wirklich jeder wollte endlich die Dinosaurier auf der Leinwand und dieses Erlebnis sollte nicht noch von diversen Eiskäufen hinausgezögert werden. Als die Dinos dann nach gut 20 Minuten ihren ersten Auftritt hatten, war das schon einer dieser Kinomomente, die einfach nur Gänsehaut verbreiten.

Über 20 Jahre später nun ein erneutes Wiedersehen mit JURASSIC PARK (zuletzt dürfte ich den Film im Jahr 2001 auf DVD gesehen haben) und die damit verbundene Erkenntnis, dass Spielbergs Film die lange Zeit mehr als gut überstanden hat, auch heute noch ausgesprochen faszinierend wirkt und dem Zuschauer genau das bietet, was der sich von so einem Mega-Blockbuster erwartet: spektakuläre, geradlinige und spannende Unterhaltung, mit Figuren, die mehr sind als bloße Abziehbildchen, sondern Charaktere, für die man als Zuschauer Gefühle entwickeln kann, mit mitreißenden Suspense-Szenen (das erste Auftauchen des T-Rex, die Raptoren in der Küche, usw.) und mit Effekten, die auch heute noch richtig, richtig gut aussehen.

Ähnlich wie die beiden kurz zuvor gesehenen MEN IN BLACK-Filme gehört auch JURASSIC PARK zu einer Gattung des Blockbusterkinos, die mittlerweile komplett ausgestorben zu sein scheint. Ich bin gespannt, ob die aktuelleren Fortsetzungen dieser beiden Reihen, die ich mir demnächst ansehen werde, vielleicht ein kleines bisschen dieser alten Blockbustermagie entfachen können.

Bewertung: Sehr gut! – 8/10

 

 

HOUSE OF CARDS: SEASON 1 (USA 2013, Idee: Beau Willimon)

house of cards

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

In der ersten Staffel von HOUSE OF CARDS lernt der Zuschauer den Kongressabgeordneten Francis Underwood (Kevin Spacey) kennen, der sich große Hoffnungen auf den Außenministerposten unter dem neuen US-Präsidenten Garrett Walker (Michael Gill) gemacht hatte, von diesem jedoch abgekanzelt wurde. Der einflussreiche Underwood entspinnt ein Netz aus Intrigen und Korruption um am Ende des Tages doch irgendwie seinen Fuß in die Tür des Weißen Hauses zu bekommen…

Wow, normalerweise bin ich bei diese extrem gehypten Serien ja immer etwas skeptisch (nicht zuletzt seit der für mich ernüchternden und enttäuschenden Seherfahrung mit BREAKING BAD), aber bei HOUSE OF CARDS kann man dem ganzen Hype tatsächlich Glauben schenken. Die aus dem gleichnamigen Roman des Autoren Michael Dobbs und der auf diesem basierenden Miniserie der britischen BBC entwickelte Vision von Beau Willimon ist tatsächlich von der ersten bis zur letzten Minute spannend, packend und entwickelt ein enormes Suchtpotential. Die insgesamt 13 Episoden dieser ersten Staffel fliegen regelrecht an einem vorbei, die immer neuen Intrigen, die sich der von Kevin Spacey einfach nur grandios verkörperte Underwood ausdenkt, um an seine Ziele zu kommen, lassen einen immer wieder sprachlos zurück und wenn am Ende klar ist, dass Underwood sein erstes Etappenziel erreicht haben wird, kann man es kaum erwarten, zu erfahren, wie es denn wohl weitergehen wird, ob die sich auf seinen Fersen befindliche Reporterin es schaffen wird, sein Konstrukt aus Lug und Trug aufzudecken, oder ob er dieses Netz weiter spinnen kann, ohne dass er selbst irgendeinen Schaden davonträgt.

Neben Kevin Spacey als Underwood brillieren insbesondere Robin Wright als dessen Ehefrau Claire und Kate Mara als Reporterin Zoe Barnes und als Regisseure der ersten Staffel erschaffen u.a. David Fincher, James Foley, Joel Schumacher und Carl Franklin eine politische Landschaft am Abgrund, ohne jegliche Moral, die trotz der vielen schier unfassbaren Wendungen, die einem als Zuschauer hier aufgetischt werden, so verdammt authentisch und glaubwürdig wirkt, dass man es eigentlich nur als erschreckend bezeichnen kann.

Bewertung: Hervorragend! – 9/10

 

 

ALOHA (USA 2015, Regie: Cameron Crowe)

aloha

(Fassung: Blu-ray, 20th Century Fox, Deutschland)

 In ALOHA dreht sich alles um den ehemaligen Militärberater Brian Gilcrest (Bradley Cooper), der nach langen Jahren nach Hawaii zurückkehrt um den Start eines Waffensatelliten zu überwachen und dort fast zwangsläufig auf seine alte Liebe Tracy (Rachel McAdams) trifft, für die Gilcrest noch immer Gefühle hegt. Das Militär vor Ort stellt ihm in der attraktiven Allison Ng (Emma Stone) eine Art Wachhund an die Seite, für die Gilcrest schon nach kurzer Zeit auch ernsthafte Gefühle zu entwickeln scheint. Hin- und hergerissen zwischen zwei Frauen fällt es dabei ziemlich schwer, den eigentlichen Job zu erledigen…

Ok, ALOHA sieht phantastisch gut aus, was natürlich in erster Linie der traumhaften Kulisse von Hawaii geschuldet ist, versucht den Zuschauer zudem mit einer wirklich federleicht erzählten Geschichte einzulullen und über seine komplette Laufzeit eine Atmosphäre zu entwickeln, die den Zuschauer in so etwas wie Wellness- oder Urlaubsstimmung versetzen soll. Das ist ja alles durchaus hübsch und nett anzusehen, bei näherer Betrachtung verpuffen die billigen Taschenspielertricks, die zum Einlullen des Zuschauers angewendet werden, aber wie heiße Luft. ALOHA ist erschreckend leer und – insbesondere vor dem Hintergrund, dass dieser Film von dem Regisseur inszeniert wurde, der für einen meiner absoluten Lieblingsfilme (ALMOST FAMOUS) verantwortlich zeichnete – weit davon entfernt, als sehenswert oder auch nur ansatzweise gut bzw. unterhaltsam bezeichnet zu werden. Gerettet wird der Film letztendlich von der namhaften Besetzung (neben Bradley Cooper, Rachel McAdams und Emma Stone sind auch noch Bill Murray und Alec Baldwin mit von der Partie), der wirklich tollen Kameraarbeit von Eric Gautier, dem guten Soundtrack von Jónsi & Alex und dem einen oder anderen witzigen Moment, der sich in die inhaltliche Leere eingeschlichen hat.

Bewertung: Ganz ok! – 5/10

Hansel & Gretel: Witch Hunters / Entourage: Season 4 / Once / Magic in the Moonlight / Public Enemies / Entourage: Season 5 / The Terminal / The Longest Yard / Entourage: Season 6

Filme und TV-Serien im Mai 2015 – Teil 1

So, ich starte mit meinem ersten Sammelbeitrag kurzer Filmtexte. Ich werde immer zwischen 8 und 10 Texte in einem Beitrag zusammenfassen. Die Reihenfolge der Texte entspricht der Reihenfolge der Sichtungen. Here we go:

HANSEL & GRETEL: WITCH HUNTERS (Deutschland/USA 2013, Regie: Tommy Wirkola)

hansel & gretel - witch hunters

(Fassung: Extended Cut, 2D-Version, Blu-ray, Paramount, Deutschland)

Nach ihrem traumatischen Kindheitserlebnis im Hexenhaus ziehen die mittlerweile erwachsenen Geschwister Hansel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) mit dicken Wummen ausgestattet durch die Wälder und machen Jagd auf böse Hexen…
HANSEL & GRETEL: WITCH HUNTERS ist natürlich komplett überzogener Blödsinn, erinnert an einen rein auf Krawall gebürsteten Comictrip, der sich ausschließlich über “Krawumm“-Sprechblasen definiert, und befeuert den Zuschauer logischerweise über die komplette Laufzeit mit irgendwelchen Effekten, Kämpfen und Actionsequenzen und – sehr zu meiner Freude – mit der einen oder anderen überraschend zeigefreudigen Splattereinlage. Ich will ja gar nicht abstreiten, dass der ganze Unfug in gewissem Maße durchaus Spaß bereitet, aber selbst bei der relativ übersichtlichen Dauer von 90 Minuten (man muss ja noch dankbar sein, dass der Film nicht auf 2 Stunden und mehr gestreckt wurde) machen sich irgendwann Ermüdungserscheinungen breit und man ergibt sich regelrecht in sein Schicksal, lässt die Bilder nur noch auf sich niederprasseln und kann gar nicht mehr so genau definieren, was man sich da eigentlich ansieht.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam?!?

ENTOURAGE: SEASON 4 (USA 2007, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

Nachdem Shootingstar Vincent Chase (Adrian Grenier) seine kompletten Ersparnisse geopfert hat, um sich sein Traumprojekt – die Verfilmung der Biographie von Pablo Escobar – zu erfüllen, heißt es nun, möglichst schnell einen Verleih für das ambitionierte Projekt zu finden und gleichzeitig eine neue Hauptrolle zu ergattern, damit das Luxusleben von Vincent und seiner Gefolgschaft auch weiter finanziert werden kann. Doch der exzentrische Regisseur Billy Walsh (Rhys Coiro), der sich den Final Cut am Film zugesichert hat, macht alle Pläne eines schnellen Verkaufs zunichte. Er reicht seinen Film bei Cannes ein und weigert sich, das fertige Werk vor der Welturaufführung interessierten Studios zu zeigen.
Wenn in einer chronologischen Auflistung der in einem Monat gesehenen Filme und Serien eine komplette Serienstaffel bereits an zweiter Stelle auftaucht, dann sagt schon allein diese Tatsache verdammt viel über die Qualität und das Suchtpotential dieser Serie aus. Silke und ich haben auch diese vierte, insgesamt 12 Episoden umfassende Staffel von ENTOURAGE regelrecht verschlungen. Das ist einfach nur ganz, ganz großes Fernsehen, was die Macher hier abliefern, welches den kompletten Irrsinn des Showgeschäfts auf – ich kann mich nur wiederholen – extrem glaubwürdige und überzeugende Art und Weise ins heimische Wohnzimmer bringt. Und auch wenn es vielleicht unfair ist, von den durch die Bank großartigen Schauspielern einen besonders herauszuheben, so muss ich doch sagen, dass es auch in dieser vierten Staffel einmal mehr Jeremy Piven in der Rolle des Agenten Ari Gold ist, der alle anderen überstrahlt und ohne den ENTOURAGE wahrscheinlich nicht so funktionieren würde, wie es letztendlich funktioniert. Großartig, einfach nur großartig!

ONCE (Irland 2006, Regie: John Carney)

once

(Fassung: Blu-ray, Arthaus/Studiocanal, Deutschland)

Es gibt Filme, in die würde man sich während der Sichtung am liebsten hineinfallen lassen um ganz tief in ihnen zu versinken. Die in nur 2 Wochen abgedrehte, irische Low-Budget-Produktion ONCE des Regisseurs John Carney ist so ein Film. In ONCE geht es um einen an Liebeskummer leidenden Straßenmusiker (Glen Hansard), auf den eher zufällig eine alleinerziehende Blumenverkäuferin und Hobbypianistin (Markéta Irglová) aufmerksam wird. Eine Begegnung, die das Leben beider Protagonisten nachhaltig verändern soll.
ONCE ist einer dieser Filme, die man wohl einfach nur als schön und magisch bezeichnen kann. Das tolle Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, die großartigen Songs, diese perfekte Verbindung, die Bild und Musik miteinander eingehen. Kleines, großes Kino zum Wohlfühlen, ohne nervigen Kitsch und unnötigen Ballast. Wer ihn noch nicht kennt: anschauen, wohlfühlen, glücklich sein…

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

MAGIC IN THE MOONLIGHT (Großbritannien/USA 2014, Regie: Woody Allen)

magic in the moonlight

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Lästermäuler können gerne konstatieren, dass Woody Allen seit Jahrzehnten immer und immer wieder ein und denselben Film dreht. Fans des “auteurs“ aus New York lieben ihn gerade aus diesem Grund. Auch in MAGIC IN THE MOONLIGHT dreht sich mal wieder alles um die Irrungen und Wirrungen der Liebe, verpackt in eine Geschichte rund um einen Zauberer (Colin Firth) und ein Medium (Emma Stone), angesiedelt Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Firth soll nachweisen, dass es sich bei Stone um eine Schwindlerin handelt, doch dieser Nachweis will und will ihm einfach nicht gelingen. Stattdessen kommen sich die beiden Protagonisten im Laufe der knapp 100 Minuten immer näher.
Ja, wo Woody Allen draufsteht ist halt einfach auch Woody Allen drin. Einen wirklich schlechten Film habe ich von Allen noch nicht gesehen, was den jüngeren Werken Allens jedoch immer mehr abgeht – absolute Glücksfälle wie MIDNIGHT IN PARIS mal ausgenommen -, ist diese Magie, die insbesondere seine New-York-Filme Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre auszeichnete. Zwar ist auch MAGIC IN THE MOONLIGHT ein guter Film, in den man ganz vorzüglich versinken kann, von der Qualität eines ANNIE HALL oder eines MANHATTAN ist er jedoch meilenweit entfernt. Sonderlich schlimm und tragisch finde ich persönlich das nicht. Solange am Ende des Tages noch Filme wie dieser hier dabei rumkommen, kann Allen gerne noch viele Jahre weiterdrehen. Gerne auch mal wieder vermehrt in New York.

Persönliche Bewertung: Gut!

PUBLIC ENEMIES (Japan/USA 2009, Regie: Michael Mann)

public enemies

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Ich liebe die Filme von Michael Mann und ich liebe auch immer diese ganze spezielle Optik, die er seinen Filmen zu geben vermag. Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel und eine solche Ausnahme stellt leider PUBLIC ENEMIES dar. Denn der Einsatz von Hand- bzw. Wackelkamera und dieser extreme digitale Look des Films mögen irgendwie so gar nicht zur Geschichte rund um den von Johnny Depp gespielten John Dillinger – in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Staatsfeind Nr. 1 in den USA – passen. Diese Geschichte verlangt nach epischer Breite, nach klassischem Kinolook. Episch ist hier allerdings nur die Lauflänge von gut 140 Minuten, ansonsten bleibt Manns Biopic in wirklich jeder Hinsicht erstaunlich schwach. Die Figuren sind beispielsweise viel zu klischeehaft gezeichnet und als Zuschauer bleiben einem die handelnden Personen über die komplette Laufzeit schlichtweg egal. Irgendeine Bindung zu den Charakteren aufzubauen fällt immens schwer und für die Art und Weise wie Mann diese Geschichte erzählt, ist PUBLIC ENEMIES einfach viel zu lang geraten. Und dann ist die größte Schwäche des Films ausgerechnet auch noch das, was ansonsten mit die größte Stärke in Manns Filmen ist, nämlich die Optik. PUBLIC ENEMIES sieht einfach nur beschissen aus, manche Sequenzen scheinen fast aus einer während der Dreharbeiten entstandenen Behind-the-Scenes-Dokumentation entnommen, viel zu viele andere Szenen sehen aus als kämen sie unmittelbar aus einer beliebigen Vorabendserie eines Privatsenders. Wenn so die Zukunft des digitalen Kinos aussehen soll, bekomme ich bereits jetzt das kalte Grausen. Ach ja, die Soundabmischung war auch ne ziemliche Katastrophe (kann aber natürlich auch an der Blu-ray gelegen haben).

Persönliche Bewertung: Naja!

ENTOURAGE: SEASON 5 (USA 2008, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

Nachdem sich Vincent Chase (Adrian Grenier) mit seinem Traumprojekt “Medellin“ einen fatalen Flop geleistet hat, ist er nicht nur pleite, sondern scheint für Hollywood komplett verbrannt zu sein. Kein Regisseur und kein Studio wollen mehr mit ihm zusammenarbeiten. Für seinen besten Kumpel und Manager E (Kevin Connolly) und seinen Agenten Ari (Jeremy Piven) kommt es einer regelrechten Sisyphosaufgabe gleich, für Vincent einen neuen Job zu ergattern…
Die mittlerweile fünfte Staffel von ENTOURAGE zeigt den Superstar zurück auf dem Boden der Tatsachen. Diverse Fehlentscheidungen haben dazu geführt, dass der von Adrian Grenier gespielte Vincent Chase innerhalb der Nahrungskette von Hollywood mittlerweile ziemlich weit unten angekommen ist und der erneute Weg an die Spitze scheint nicht nur steinig, sondern schier unmöglich zu sein. ENTOURAGE-Schöpfer Doug Ellin und sein Team bringen dem Zuschauer auch diese Schattenseiten des Showbiz auf extrem glaubwürdige, realistische und abermals verdammt unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise näher. Auch die fünfte Staffel von ENTOURAGE erlaubt sich über die insgesamt 12 Episoden keinerlei Schwächen und befindet sich – wie schon die vier Staffeln zuvor – auf einem irrsinnig hohen Niveau. Und das Staffelfinale liefert dann auch nicht viel weniger als pures Gänsehautgefühl. Jeremy Piven als Ari Gold ist erneut der heimliche Star der Serie – alle Sequenzen mit ihm sind wortwörtlich nicht mit Gold aufzuwiegen. Einfach nur geil!

THE TERMINAL (USA 2004, Regie: Steven Spielberg)

the terminal

(Fassung: DVD, DreamWorks, Deutschland)

Das Leben schreibt die irrsten Storys. Inspiriert von der Geschichte des Mehran Karimi Nasseri, der 18 Jahre lang im Pariser Flughafen Charles de Gaulle lebte, schickt Regisseur Steven Spielberg den durch einen Putsch in seinem Heimatstaat staatenlos gewordenen Tom Hanks ins internationale Terminal des JFK-Flughafens in New York. Der von Hanks gespielte Viktor Navorski muss sich mit der Tatsache anfreunden, weder in die USA ein-, noch in seine Heimat ausreisen zu dürfen und richtet sich mit rudimentären Sprachkenntnissen und einer Engelsgeduld im Terminal des Flughafens häuslich ein, findet Freunde, einen Job und – natürlich muss es so kommen – nach knapp 2 Stunden Laufzeit schließlich doch ein Happy End.
Kitsch as Kitsch can – Spielberg inszeniert THE TERMINAL wahrlich zuckersüß, komplett harmlos und fast durchweg positiv (lediglich der von Stanley Tucci gespielte Chef der Einreisebehörde taugt als Unsympath). Man mag dem Film vorwerfen, dass ihm jegliche Ecken und Kanten fehlen, aber manchmal tut es auch einfach nur gut, sich einen Film wie diesen hier anzuschauen, sich von seiner positiven Grundstimmung verzaubern und berieseln zu lassen und sich einfach nur wohlzufühlen. THE TERMINAL ist schön – nicht mehr und auch nicht weniger.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

THE LONGEST YARD (USA 2005, Regie: Peter Segal)

the longest yard

(Fassung: DVD, Sony, Deutschland)

Adam Sandler ist Ex-Football-Profi Paul Crewe, der, nachdem er sich eine wilde Verfolgungsjagd in einem “geklauten“ Wagen geliefert hat, im Knast landet und dort ein Häftlings-Football-Team zusammenstellen soll, welches gegen ein Team der Wärter anzutreten hat. Ihm zur Seite steht Burt Reynolds als Coach, der im Jahr 1974 selbst Paul Crewe gewesen ist, und zwar im gleichnamigen Klassiker von Regisseur Robert Aldrich.
Manchmal ist es ganz gut, wenn man das Original noch nicht kennt (ich möchte dieses Versäumnis möglichst schnell nachholen), denn dann kann man vollkommen unbelastet an das Remake rangehen. Regisseur Peter Segal, der mit Hauptdarsteller Adam Sandler zuvor bereits 50 FIRST DATES und ANGER MANAGEMENT gedreht hatte, zieht THE LONGEST YARD als Mischung aus Knast-, Sportfilm und Komödie auf und macht damit ziemlich viel richtig. Die Gags sitzen, die Action- und Sportsequenzen sind toll choreographiert und das finale Spiel ist – wie sich das für einen Sportfilm gehört – packend inszeniert und mit dem einen oder anderen Gänsehautmoment ausgestattet. Wirkliche Tiefe darf man von THE LONGEST YARD jedoch nicht erwarten, dafür ist Segals Film viel zu unbekümmert und unbeschwert geraten und auch potentiell dramatische Höhepunkte innerhalb des Handlungsverlaufs werden eher weggelächelt und hinterlassen bei den handelnden Personen keine echten Wunden oder Narben. Einem Film, der so herrlich kurzweilige Unterhaltung bietet wie dieser hier, verzeihe ich eine solche “Schwäche“ jedoch gerne.

Persönliche Bewertung: Gut!

ENTOURAGE: SEASON 6 (USA 2009, Idee: Doug Ellin)

entourage

(Fassung: DVD, HBO/Warner, Großbritannien)

Nachdem Vincent Chase (Adrian Grenier) am Ende der fünften Staffel das überraschende Angebot erhalten hat, in einem Film von Martin Scorsese die Hauptrolle zu übernehmen, ist er wieder zurück auf der Erfolgsspur und lebt in dieser mittlerweile sechsten Staffel von ENTOURAGE erst mal gechillt in den Tag hinein. Sein großer Bruder Johnny (Kevin Dillon) und seine beiden besten Freunde E (Kevin Connolly) und Turtle (Jerry Ferrara) beginnen gleichzeitig, sich etwas von ihrem “Unterstützer“ zu lösen und eigene Standbeine aufzubauen. Und Agent Ari Gold (Jeremy Piven) ist weiter der Macher im Hintergrund und das faszinierende Ekel, welches alles möglich zu machen scheint. In dieser sechsten Staffel rückt die Gefolgschaft rund um Vincent Chase mehr in den Vordergrund und diese Tatsache sorgt für verdammt viel Abwechslung und insbesondere auch dafür, dass die Serie auch im sechsten Jahr ihrer Ausstrahlung keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigt. Auch die insgesamt 12 Folgen dieser Staffel flogen regelrecht an mir vorbei und ich kann einfach nicht damit aufhören, mir ENTOURAGE anzusehen. Langsam hasse ich die Serie schon fast dafür, dass sie so unverschämt gut und großartig ist und ich praktisch überhaupt nicht mehr dazu komme, mir auch einmal einen Film anzusehen. 😉