Jahresendspurt – 2. Teil

STAYING ALIVE (USA 1983, Regie: Sylvester Stallone)

staying alive

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Bei STAYING ALIVE handelt es sich um die Fortsetzung des kürzlich von mir angesehenen SATURDAY NIGHT FEVER. John Travolta ist erneut in der Rolle des Tony Manero zu sehen, der zwar mittlerweile nach Manhattan geschafft hat, sich seine Brötchen allerdings nur als Tanzlehrer und Bedienung verdient und bei diversen Castings als Tänzer eine Absage nach der anderen erhält. Doch eines Tages hat Manero Glück und ergattert eine Rolle in einer großen Show am Broadway und verliebt sich dabei in Laura (Finola Hughes), die Startänzerin des Stücks. Doch seine Gefühle treffen auf wenig Gegenliebe.

Wahrscheinlich ist SATURDAY NIGHT FEVER der bessere Film, weil er insgesamt betrachtet einfach glaubwürdiger und authentischer wirkt, dafür ist STAYING ALIVE irgendwie eingängiger und kurzweiliger geraten als Badhams Vorgänger. Stallone hat mit STAYING ALIVE eine Mischung aus Tanzfilm und kitschiger Romanze gedreht, die – und das hat die Fortsetzung mit Badhams Film gemein – insbesondere von ihren teils spektakulären Tanzszenen (die Aufführung des Stücks am Ende ist schlichtweg der Hammer!) und John Travolta in der Hauptrolle lebt, der den Tony Manero einmal mehr ausgesprochen sympathisch (auch wenn man ihn für so manche Handlung ohrfeigen möchte) und authentisch rüberbringt. Es macht einfach Spaß, Tony und den anderen handelnden Personen dabei zuzusehen, wie sie versuchen, in ihrem Leben zurechtzukommen und ihr Glück zu finden. Da stört es nicht sonderlich, dass man den Plot so oder so ähnlich schon unzählige Male vorher gesehen hat.

Und ganz am Ende – kurz vor den Endcredits – wenn sich der Kreis schließt, und Travolta in dem selben, unnachahmlichen Stil durch die Straßen New Yorks läuft, wie er es schon zu den Anfangscredits in SATURDAY NIGHT FEVER getan hat, weht durchaus ein Hauch von Magie durchs heimische Wohnzimmer.

Bewertung: Gut!

 

YOUNGBLOOD (USA 1986, Regie: Peter Markle)

youngblood

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Rob Lowe ist Dean Youngblood, ein talentierter, junger Eishockeyspieler, der gegen den Willen seines Vaters die heimische Farm verlässt um bei einem Team in der kanadischen Junior-League zu spielen. Dort will er auf sich aufmerksam machen und einen begehrten Profivertrag ergattern…

Wer aufgrund der kurzen Zusammenfassung des Inhalts nun der Meinung ist, YOUNGBLOOD könnte seinen Zuschauern durchaus das eine oder andere Klischee servieren, der irrt gewaltig. YOUNGBLOOD kommt nicht mit dem einen oder anderen Klischee um die Ecke, YOUNGBLOOD ist im Endeffekt das Klischee. Wenn man sich den Film so anschaut, muss man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass Regisseur und Drehbuchautor Peter Markle seine Geldgeber irgendwann beim Verfassen des Drehbuchs mal die Frage gestellt haben muss, wie viele Klischees er in seinem Drehbuch verwursten darf. Und diese Frage dürfte ganz eindeutig mit einem einzig Wort beantwortet worden sein: Alle!

Wir haben das junge Talent, das gegen den Willen seines Vaters das schützende Zuhause verlässt. Wir haben den großen Bruder, der einst selbst ein talentierter Eishockeyspieler war, aufgrund einer schweren Verletzung den Sport aber nicht mehr ausüben kann. Wir haben den fiesen Gegenspieler, dem von unserem Protagonisten der Platz im Team weggeschnappt wurde und der nun beim härtesten Konkurrenzteam anheuert und nur darauf wartet, sich zu rächen. Wir haben die typischen Initiationsriten innerhalb der Mannschaft. Wir haben das typische “Sich-Respekt-Erkämpfen“ bei den Teamkollegen. Wir haben die Lovestory zwischen dem Titelhelden und – natürlich – der Tochter des Coachs (der davon – auch natürlich – nicht gerade begeistert ist). Wir haben das traumatische Erlebnis, welches den Protagonisten alles hinwerfen lässt, um auf die heimische Farm zurückzukehren. Wir haben das entscheidende Spiel, zu dem der reumütige Youngblood dann doch wieder zum Team zurückkehrt, bei dem er vom Trainer aber erst mal auf der Bank gelassen wird, nur um dann doch eingewechselt zu werden, sich dem fiesen Gegenspieler zu stellen und den entscheidenden Treffer – 3 Sekunden vor Spielende (!!!) – zu erzielen. Natürlich vor den Augen des Vaters und des Bruders, die sich zum ersten Mal auf den Zuschauerrängen einfinden.

YOUNGBLOOD lässt wirklich gar nichts aus und das wirklich Verwunderliche an dem Film ist die Tatsache, dass er trotzdem funktioniert. Ich habe keine Ahnung warum, aber er funktioniert sogar ganz vorzüglich. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich mit ihm zu viele nostalgische Erinnerungen verbinde (YOUNGBLOOD ist einer dieser Filme, mit denen ich in den 80ern meine Jugendzeit verbracht habe), vielleicht liegt es aber auch daran, dass diese ganzen Klischees irgendwie als das normalste der Welt präsentiert werden, so, als gäbe es gar keine andere Möglichkeit diese Geschichte zu erzählen. Und vielleicht liegt es auch daran, dass YOUNGBLOOD richtig gut besetzt ist. Rob Lowe ist super in der Titelrolle, George J. Finn als mieser Gegenspieler Racki ein Unsympath vor dem Herrn. Dazu überzeugt Patrick Swayze als alter Hase im Team auf ganzer Linie und Ed Lauter ist einfach nur herrlich in der Rolle des oft mürrischen Coachs. Und dann noch die einfach nur ungemein süße Cynthia Gibb als Youngbloods Love Interest Jessie. Wahrscheinlich ist es die Mischung aus allem, die dafür sorgt, dass YOUNGBLOOD auch knapp 30 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner damaligen Faszination eingebüßt hat. Mir gefällt diese Mischung aus Sportfilm, Coming-of-Age-Geschichte und Lovestory auch heute noch richtig gut.

Bewertung: Sehr gut!

 

MINIONS (USA 2015, Regie: Kyle Balda/Pierre Coffin)

minions

(Fassung: Blu-ray 3D, Universal, Deutschland)

Nachdem sich die kleinen, gelben Helfer des Superkriminellen Gru in den beiden DESPICABLE ME-Filmen aus den Jahren 2010 und 2013 zu absoluten Publikumslieblingen entwickelt hatten, war klar, dass die produzierenden Universal-Studios diese sichere Geldquelle nicht versiegen lassen wollten und den gelben Sidekicks von Gru einen eigenen Film spendieren würden. Das fertige Produkt hört konsequenterweise auf den Namen MINIONS, funktioniert als Prequel zu DESPICABLE ME und erzählt die Vorgeschichte der titelgebenden Helden und wie diese schließlich in Gru ihren Meister fanden.

Und wenn man bedenkt, dass die sich im Endeffekt fast nur in unverständlichem Kauderwelsch artikulierenden Erdnussflips mit Augen ja nun nicht unbedingt dafür prädestiniert sind, alleine einen kompletten Film über 90 Minuten zu tragen, muss man doch eingestehen, dass MINIONS erstaunlich gut geworden ist und weitaus besser funktioniert, als ich das zuvor erwartet hätte. Die beiden Regisseure Balda und Coffin haben ihren Film ausgesprochen rasant inszeniert und mit einigen wirklich grandiosen Gags ausgestattet, bei denen Freunde des Animationsfilms voll auf ihre Kosten kommen dürften. Ich habe an vielen Stellen wirklich herzhaft gelacht und bin positiv überrascht vom Ergebnis. Wirklich enttäuschend sind eigentlich nur die 3D-Effekte geraten. Von einem Animationsfilm hätte ich gelungenere Effekte erwartet.

Bewertung: Gut!

 

BODY SNATCHERS (USA 1993, Regie: Abel Ferrara)

body snatchers

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Wie schon im Text zu THE INVASION angekündigt, schaue ich mir die “The Body Snatchers“-Verfilmungen in umgekehrter Reihenfolge an. Ich verspreche mir davon eine Steigerung von Film zu Film und natürlich ist es auch interessant zu sehen, wie die einzelnen Verfilmungen das Thema variieren. Gab es in THE INVASION zumindest noch die Chance gegen die Außerirdischen immun zu sein und Hoffnung auf ein Gegenmittel, welches den Übernahmeprozess durch die außerirdische Lebensform wieder rückgängig machen konnte, gibt es in Ferraras BODY SNATCHERS aus dem Jahr 1993 keinerlei Hoffnung. Einmal in der Gewalt der Außerirdischen, wird dem Wirtskörper sämtliche Lebensenergie entzogen bis nur noch ein paar Überreste übrig bleiben; parallel wird in ein perfekter, außerirdischer Klon des Wirtskörpers geboren, der fortan dessen Stellung einnimmt. Heilung gibt es hier nicht.

Ferraras Film ist deutlich kleiner als der 14 Jahre später in die Kinos gekommene THE INVASION, die Handlung spielt auf einer Militärbasis, von der aus die Außerirdischen im ganzen Land verteilt werden sollen und der Handlungsort ist im Gegensatz zu THE INVASION somit sehr eingeschränkt. Auch auf echte Starpower muss man als Zuschauer verzichten, am prominentesten dürfte wohl Forest Whitaker in einer Nebenrolle sein, der damals erst ein Jahr vor diesem Film mit seiner Hauptrolle in THE CRYING GAME einem größeren Publikum bekannt wurde. Aber diese Bescheidenheit, der Verzicht auf echte Stars, die Beschränkung der Handlung auf einen abgeschlossenen Raum, steht BODY SNATCHERS richtig gut zu Gesicht. Ferraras Film strahlt diese wunderbare B-Movie-Atmosphäre aus, ist spannend und rasant inszeniert und geizt auch nicht mit Schauwerten. Genrefans dürften definitiv ihren Spaß mit diesem Film haben.

Bewertung: Gut!

 

THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES (Neuseeland/USA 2014, Regie: Peter Jackson)

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(Fassung: Blu-ray 3D Extended Cut, Warner, Deutschland)

 Jacksons letzter Ausflug nach Mittelerde endet in einem bombastischen Schlachtengemälde, welches aus rein technischer Sicht absolut begeisternd geraten ist. Der wuchtige Sound drückt einen regelrecht in die heimische Couch, die visuelle Kraft der Bilder ist überragend und die 3D-Effekte gehören wohl mit zu den besten, die ich je in einem Film gesehen habe. Wenn man sich selbst dabei ertappt, wie man sich auf der Couch vor heranfliegenden Pfeilen duckt, können die Macher nicht wirklich viel falsch gemacht haben. Würde man THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES rein aus technischer Sicht beurteilen, man müsste ihn wohl tatsächlich als Meisterwerk bezeichnen.

Leider (bzw. zum Glück) ist die technische Seite jedoch nicht alles und in all diesen anderen Kleinigkeiten, die einen Film halt auch noch irgendwie ausmachen (z.B. Handlung und Figurenzeichnung) offenbart der Abschluss der THE HOBBIT-Trilogie ähnliche Schwächen wie die beiden Vorgänger und ist – da die eh schon viel zu dünne Buchvorlage für diesen letzten Film nun wirklich gar nichts mehr hergibt und die knapp 3-stündige Handlung sich somit praktisch ausschließlich mit der finalen Schlacht beschäftigt, was irgendwann doch etwas ermüdend wirkt – sogar von allen drei Filmen, die natürlich trotz aller offensichtlichen Schwächen meilenweit davon entfernt sind, auch nur ansatzweise als schlecht bezeichnet zu werden, tatsächlich sogar der schwächste Film geworden. Irgendwie ist es schade, dass es Jackson mit der THE HOBBIT-Trilogie nicht gelungen ist, einen ähnlichen Zauber zu entfachen wie mit seinen grandiosen THE LORD OF THE RINGS-Filmen. Da ist die eher überschaubare Handlung der Vorlage gar nicht mal so entscheidend, den THE HOBBIT-Filmen fehlt es einfach an echten Typen wie es sie in der THE LORD OF THE RINGS-Trilogie einfach zuhauf gab. Ohne echte Charakterköpfe wie es Aragorn oder Gimli gewesen sind, fehlt es einfach an Identifikationsfiguren und als Zuschauer lässt man sich zwar von der visuellen Kraft des Films begeistern, emotional gepackt wird man dadurch aber eher nicht. Es ist bezeichnend, dass die mit Abstand beste und magischste Szene des Films diese kurze Sequenz ganz am Ende ist, in der plötzlich wieder Ian Holm in der Rolle des nun gealterten Bilbo in seinem Zuhause zu sehen ist und Jackson zum Abschluss der THE HOBBIT-Trilogie seinen Film exakt so enden lässt wie das Abenteuer in THE LORD OF THE RINGS: THE FELLOWSHIP OF THE RING einst begann. Zumindest da, wenn auch nur kurz: Gänsehaut!

Bewertung: Gut!

 

YOU BETTER WATCH OUT (USA 1980, Regie: Lewis Jackson)

you better watch out

(Fassung: Blu-ray, Vinegar Syndrome, USA)

 So ganz ohne Filme mit Weihnachtsbezug geht’s in der Adventszeit ja dann auch nicht. Da mir gerade aber nicht der Sinn nach dem ganzen Besinnlichkeitsoverkill ist, hab ich mich für einen Weihnachtsfilm der etwas anderen Art entschieden.

YOU BETTER WATCH OUT handelt von Harry Stadling (Brandon Maggart), der einst als kleines Kind auf eher drastische Art und Weise erfahren musste, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt und von diesem Erlebnis auch über 30 Jahre später noch zutiefst traumatisiert ist. Das ganze Jahr über beobachtet Harry die Kinder in der Nachbarschaft, führt genau Buch darüber, wer von ihnen brav gewesen ist und wer nicht, und entscheidet für sich selbst, wer es letztendlich verdient hat, zu Weihnachten Geschenke zu erhalten. Als Weihnachtsmann verkleidet streift er in der Vorweihnachtszeit durch die Straßen, versucht die lieben Kinder mit Geschenken zu bedenken und legt dabei ein immer psychotischeres Verhalten an den Tag. Bis es am Weihnachtsabend schließlich zur Katastrophe kommt…

Regisseur Lewis Jackson hat mit YOU BETTER WATCH OUT eine Mischung aus Psychostudie und Horrorfilm gedreht. Sonderlich spannend geraten ist YOU BETTER WATCH OUT zwar nicht, dafür überzeugt Jacksons Film mit einem Hauptdarsteller, der diese Rolle des immer mehr dem Wahnsinn verfallenden Psychopathen aber mal richtig glaubwürdig interpretiert. Da gibt es schon einige Sequenzen, bei denen man als Zuschauer einfach nur noch dasitzt und mit offenem Mund auf den Fernseher starrt, sei es weil sie einfach nur absurd komisch (der klägliche Versuch, in ein Haus über den Schornstein einzusteigen) oder halt praktisch aus dem Nichts vollkommen “over the top“ (die Sequenz vor der Kirche, der wütende Mob mit den Fackeln) geraten sind.

Bewertung: Unterhaltsam!

 

DON’T OPEN TILL CHRISTMAS (Großbritannien 1984, Regie: Edmund Purdom)

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(Fassung: DVD, Mondo Macabro, USA)

Vom tötenden Weihnachtsmann in YOU BETTER WATCH OUT hin zu getöteten Weihnachtsmännern in DON’T OPEN TILL CHRISTMAS, in dem ein irrer Killer in der Vorweihnachtszeit in London Jagd auf Weihnachtsmänner macht, diese auf verschiedenste Art und Weise ins Jenseits befördert und die ermittelnden Polizisten so vor eine schwierige Aufgabe stellt. Für Edmund Purdom, der in unzähligen – meist in Italien produzierten – Genrefilmen aus den 60er, 70er und 80er Jahren vor der Kamera stand und auch hier die Rolle des ermittelnden Inspektors übernommen hat, sollte DON’T OPEN TILL CHRISTMAS leider der einzige Ausflug ins Regiefach bleiben, was sehr schade ist, denn Purdoms Weihnachtsslasher ist rasant inszeniert, über weite Strecken durchaus spannend geraten, hat – für einen Slasher das sprichwörtliche A und O – eine ganze Reihe an “creative kills“ zu bieten und überschreitet genüsslich diverse Grenzen des guten Geschmacks. Sicher kein Film, den man sich am Heiligabend gemeinsam mit der Schwiegermutter ansehen sollte.

Bewertung: Unterhaltsam!

 

DIE KATZE (Deutschland 1988, Regie: Dominik Graf)

die katze

(Fassung: DVD, FAZ/EuroVideo, Deutschland)

Komplett gegen sein heißblütiges Schimanski-Image besetzt, brilliert Götz George in Grafs DIE KATZE als eiskalter und unterkühlter Gangster im feinen Zwirn, der aus einem Hotelzimmer heraus einen Bankraub samt Geiselnahme organisiert, den seine beiden Komplizen Heinz Hoenig und Ralf Richter ausführen.

DIE KATZE ist reinstes Genrekino, ungemein packend inszeniert, großartig besetzt und spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Mit zunehmender Laufzeit wird das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gangstern und der Polizei immer intensiver, wird der Plot, den Regisseur Dominik Graf erzählt, immer wendungsreicher, überraschender und spannender.

Schaut man sich DIE KATZE heute an, muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, was in den letzten 25 Jahren eigentlich falsch gelaufen ist in der deutschen Filmproduktion, warum Filme wie dieser heutzutage praktisch nicht mehr gedreht werden. Es kann doch nicht sein, dass es für Filme wie DIE KATZE kein Publikum mehr geben soll. Das hier ist überlebensgroßes Kino, ein in allen Bereichen nahezu perfekter Film, der sauspannende und eingängige Unterhaltung bietet und schlicht grandios gespielt ist. Ich fasse es einfach nicht, dass das Publikum Filme dieser Art offensichtlich nicht mehr sehen will. Viel Spaß bei “Kokowääh 15“ und “Siebenohrelefanten“…

Bewertung: Meisterwerk!

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September 2015: 10 Kurzkommentare

BRICK MANSIONS (Frankreich/Kanada 2014, Regie: Camille Delamarre)

brick mansions

(Fassung: Blu-ray (Extended Cut), Universum, Deutschland)

BRICK MANSIONS ist ein für den englischsprachigen Markt gedrehtes Remake des französischen Films BANLIEUE 13 aus dem Jahr 2004, in dem in einen an Carpenters ESCAPE FROM NEW YORK erinnernden Plot ein Cop an der Seite eines aufrechten Gangsters in einem von Mauern umgebenen Ghetto im Paris der nahen Zukunft dem gefährlichen Herrscher über das Ghetto das Handwerk legen und eine Bombe entschärfen sollte.

Für Drehbuch und Produktion des Originals zeichnete Luc Besson verantwortlich, der nun auch dieses Remake produzierte und mit David Belle einen der Hauptdarsteller des Originals hier seine Rolle als aufrechter Gangster wiederholen ließ. Als Bösewicht ist Wu-Tang-Clan-Mastermind RZA zu sehen, den Cop spielt Paul Walker in seinem letzten, vollständig abgedrehten Film.

BRICK MANSIONS ist ein Paradebeispiel für komplett überstilisierte Action, ein Plot ist zwar vorhanden, dieser fungiert aber lediglich als Vorwand um möglichst viele atemberaubende Actionszenen und Schauwerte miteinander zu verbinden. Praktisch alles in BRICK MANSIONS ist auf den größtmöglichen Schlüsselreiz, den spektakulärsten Schauwert und die aufwendigste Actionsequenz hin ausgerichtet und die Stilmittel, welche Regisseur Camille Delamarre wählt – treibender Soundtrack, schnelle Schnitte, Zeitlupensequenzen – sind natürlich bestens dazu geeignet, dieses Vorhaben über die komplette Laufzeit von gut 100 Minuten (im von mir gesehenen Extended Cut) durchzuziehen. BRICK MANSIONS sieht größtenteils tatsächlich richtig toll aus und insbesondere die zahlreich vorhandenen Parkour-Sequenzen sind der absolute Knaller, über die komplette Laufzeit gesehen machten sich bei mir als Zuschauer aber doch Ermüdungserscheinungen bemerkbar und dieses komplette Abhandensein einer gewissen Substanz wirkte sich alles andere als positiv auf das Filmerlebnis aus.

Ich habe keine Ahnung, wie BRICK MANSIONS auf Leute wirkt, die das französische Original, welches im Gegensatz zum Remake ziemlich gute Kritiken bekommen hat, kennen; wahrscheinlich dürfte ihr Urteil ziemlich vernichtend ausfallen. Ich bin froh, dass ich das Original noch nicht kenne und das Remake nun zuerst gesehen habe, kann ich so Delamarres Film doch unvoreingenommen und aufgrund seines nicht wegzuleugnenden Unterhaltungswertes weitaus wohlwollender beurteilen.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

ARMORED (USA 2009, Regie: Nimród Antal)

armored

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Die Geschichte eines eigentlich todsicheren Plans – und wie dieser durch einen dummen Zufall in die Binsen geht. In ARMORED will eine Gruppe von Sicherheitsleuten den eigenen Geldtransport ausrauben, eine scheinbar unkomplizierte Sache, die sich jedoch sehr schnell verkompliziert.

Nimród Antal hat seinen Film als Mischung aus Heist Movie und Belagerungsthriller angelegt, der insbesondere in der zweiten Hälfte, nachdem das Geld in einem abgelegenen Fabrikgelände eigentlich sicher verstaut werden sollte, auch aufgrund dieses Settings im Fabrikgelände, stark an Walter Hills TRESPASS erinnert. Denn einer der Kollegen versucht dann halt doch, das Richtige zu tun und verschanzt sich in einem der beiden Geldtransporter, die anderen versuchen verzweifelt, in den gepanzerten Wagen hineinzukommen – halt ganz so wie einst die Gangmitglieder in Hills TRESPASS versucht hatten, Zugriff auf zwei in einem alten Fabrikgebäude verschanzte Feuerwehrmänner zu bekommen. Was Antal mit ARMORED leider nicht so richtig gelingen mag, ist, sein klaustrophobisches Setting zu nutzen und die Spannungsschraube mit zunehmender Laufzeit immer mehr anzuziehen. Irgendwann im letzten Drittel geht ARMORED doch ziemlich die Luft aus, großartige Spannungsmomente sind nicht mehr zu verzeichnen und wie die ganze Geschichte verlaufen wird, ist – auch wegen der teils arg klischeehaften Zeichnung der verschiedenen Charaktere – sowieso schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt innerhalb des Films vorhersehbar. Am Ende des Tages bleibt ein Film übrig, den man sich gerne mal ansehen kann – schon allein wegen seiner illustren Besetzung mit u.a. Matt Dillon, Jean Reno, Laurence Fishburne und Fred Ward -, aber sicher nicht unbedingt ansehen muss.

Persönliche Bewertung: Ok!

WILD CARD (USA 2015, Regie: Simon West)

wild card

(Fassung: Blu-ray, Universum, Deutschland)

Aus dem ursprünglichen Gedanken, nur in ganz kurzen Worten ein paar Eindrücke zu gesehenen Filmen niederzuschreiben, sind dann doch immer wieder etwas längere Texte geworden.

Für WILD CARD kehre ich zum ursprünglichen Gedanken zurück. Denn Wests Film kann so gut wie gar nichts. WILD CARD zieht sich wie Kaugummi, ist langweilig ohne Ende und lediglich ein paar inmitten der ganzen Trost- und Bedeutungslosigkeit untergebrachte und nett anzusehende Kampfchoreographien retten WILD CARD am Ende des Tages davor, als absolutes Ärgernis bezeichnet zu werden. Und mehr Worte gibt es dann auch gar nicht zu verlieren. Kurzkommentar Ende.

Persönliche Bewertung: Mies (mit einigen wenigen Momenten)

THE PURGE: ANARCHY (Frankreich/USA 2014, Regie: James DeMonaco)

the purge - anarchy

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Regisseur und Drehbuchautor James DeMonaco entführt den Zuschauer ein zweites Mal in eine dystopische Zukunft der USA, in der an einer Nacht im Jahr über einen Zeitraum von 12 Stunden alle Verbrechen legal sind – incl. Mord.

Zeichnete sich der ein Jahr zuvor entstandene THE PURGE noch durch eine unheimliche Atmosphäre und die Tatsache aus, dass er das immer wieder mal gern gesehene Home-Invasion-Motiv mit einem aus klassischen Western bestens bekannten Belagerungsszenario auf durchaus spannende Art und Weise kreuzte, verlegt James DeMonaco in seiner Fortsetzung die Szenerie nun in die verlassenen Straßen einer Großstadt, in der eine Handvoll Menschen sich durch ein typisches Jagd/Flucht-Szenario kämpfen muss. Was Spannung und Atmosphäre anbelangt kommt THE PURGE: ANARCHY nicht wirklich an den Vorgänger heran. Dafür punktet der Film mit ein paar netten Actionsequenzen und ein paar doch ziemlich derben “What the Fuck!?!“-Momenten, die DeMonaco innerhalb des Plotverlaufs seiner satirischen Abrechnung mit dem amerikanischen Waffenfetischismus geschickt platziert hat. So wirklich überzeugen oder begeistern kann der Film aber trotzdem zu eigentlich keinem Zeitpunkt.

Persönliche Bewertung: Naja!

THIRD PERSON (Belgien / Deutschland /Frankreich / Großbritannien / USA 2013, Regie: Paul Haggis)

third person

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

Paul Haggis zeichnete einst für Regie und Drehbuch von CRASH verantwortlich, dem – für mich persönlich – vielleicht besten Ensemble-Film des noch relativ jungen Jahrtausends. Entsprechend gespannt war ich natürlich auf THIRD PERSON, in dem Haggis als Regisseur und Drehbuchautor erneut verschiedene Geschichten erzählt. Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen und sich letztendlich doch nach und nach zusammenfügen.

Es geht um eine junge Frau (Mila Kunis), die in New York um das Sorgerecht für ihren Sohn kämpft, einen Autor (Liam Neeson), der in einem Pariser Hotel sein neuestes Buch schreibt und  eine Art Industriespion (Adrien Brody), der in Rom versucht, einer jungen Frau zu helfen, damit diese ihr Kind wieder in die Arme schließen kann.

Anders als der ganz vorzüglich konstruierte CRASH überzeugt THIRD PERSON weniger aufgrund seiner Handlung, sondern viel mehr mit der Atmosphäre, die er erzeugt und mit den technischen Mitteln, mit denen er umgesetzt ist. Denn die Handlung ist hier eigentlich nur Nebensache und wen die Stimmung des Films einfach nicht packt und wer sich auch nicht von der ausgefeilten Schnitttechnik, die Haggis und sein Film Editor Jo Francis hier präsentieren, begeistern lässt, der wird wohl nicht sonderlich viel Spaß mit diesem Film haben und wird wahrscheinlich auch vom doch etwas arg billigen Ende des Films maßlos enttäuscht sein.

Ich persönlich mochte THIRD PERSON sehr gerne. Weil er wie ein langer, ruhiger Fluss unaufgeregt am Zuschauer vorbeizieht, weil er so wunderbar melancholisch und atmosphärisch geraten ist, weil er mit Schauspielern und Schauspielerinnen wie Liam Neeson, Adrien Brody, James Franco, Mila Kunis, Kim Basinger, Maria Bello und Olivia Wilde ganz vorzüglich besetzt ist, weil er diese Grenzen zwischen Fiktion und Realität und zwischen Raum und Zeit (wer ganz genau hinsieht, dürfte ziemlich schnell ahnen, wie das alles ausgehen wird) immer wieder aufhebt, weil mich die bereits weiter oben genannte Schnitttechnik absolut fasziniert hat und weil mir Filme, die Kim Basinger mit an Bord haben, schon aus Prinzip gefallen.

Persönliche Bewertung: Gut!

VEHICLE 19 (USA 2013, Regie: Mukunda Michael Dewil)

vehicle 19

(Fassung: Blu-ray, StudioCanal, Deutschland)

Ich mag ja Filme, in denen die Protagonisten durch einen dummen Zufall in einen Schlamassel geraten, aus dem sie einfach nicht mehr herauskommen wollen. Auch VEHICLE 19 ist einer dieser Filme. Hier erhält Paul Walker kurz nach seiner Ankunft in Südafrika den falschen Leihwagen und muss schon bald feststellen, dass er einen blinden Passagier im Kofferraum hat und von der Polizei gejagt wird.

VEHICLE 19 ist insbesondere in der ersten Hälfte ziemlich spannend geraten und überzeugt durch einen leichten Mystery-Touch. Die Spannung und auch die Atmosphäre werden jedoch in der zweiten Filmhälfte zugunsten wenig spektakulärer Actionsequenzen geopfert und insbesondere im letzten Drittel verflacht Dewils Film dann doch zunehmend. Definitiv kein Film, über den man größere Worte verlieren müsste. VEHICLE 19 eignet sich vor allem als netter Zeitvertreib, wenn man sich ohne großartige Ansprüche einfach mal 90 Minuten lang berieseln lassen will.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

A LEAGUE OF THEIR OWN (USA 1992, Regie: Penny Marshall)

a league of their own

(Fassung: DVD, Columbia TriStar, Deutschland)

Regisseurin Penny Marshall erzählt mit A LEAGUE OF THEIR OWN die Geschichten einer Frauen-Baseball-Mannschaft, die in den 40er Jahren zusammengestellt wurde, um in der eigens gegründeten Frauen-Baseball-Profiliga ihr Glück zu versuchen.

A LEAGUE OF THEIR OWN ist natürlich typisches Award-Material (der Film war dann zumindest auch für 2 Golden Globes nominiert), ein Film, der darauf abzielt, ein möglichst großes Publikum zu erreichen, nirgendwo anzuecken und mit einer Mischung aus komischen und dramatischen Momenten zumindest vorzutäuschen so etwas wie anspruchsvolle Unterhaltung zu liefern. Ein Film ohne großartige Ecken und Kanten (lediglich ein paar böse Spitzen sind in diversen Dialogen versteckt), eigentlich verabscheuenswert, aber dann kriegen sie es halt doch hin, mich als Zuschauer so sehr zu manipulieren, dass ich eigentlich gar kein böses Wort über A LEAGUE OF THEIR OWN verlieren möchte. Weil diese Mischung aus Komik, Dramatik und Kitsch wirklich ganz vorzüglich unterhält, weil Geena Davis in der Rolle der Starspielerin Dottie Hinson großartig aufspielt, weil Tom Hanks als ständig betrunkener und motzender Trainer eine echte Schau ist, weil dieses entscheidende Spiel am Ende nicht dem typischen Sportfilmklischee entspricht und weil auch ich nicht verleugnen kann, dass ich mich, als ganz zum Schluss die ersten Klänge des Madonna-Hits „This Used to Be My Playground“ einsetzten, gegen die aufkommende Gänsehaut einfach nicht mehr wehren konnte. A LEAGUE OF THEIR OWN ist auf seine eigene Art dann doch ziemlich toll und diese „There’s no crying in baseball“-Sequenz ist tatsächlich eine dieser Szenen für die Ewigkeit.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

ROCKY BALBOA (USA 2006, Regie: Sylvester Stallone)

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(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

16 Jahre nach ROCKY V kam mit ROCKY BALBOA der sechste Teil der Reihe rund um den aus Philadelphia stammenden Boxer in die Kinos. Stallone selbst übernahm – wie schon beim 2., 3. und 4. Film – die Regie und verfasste auch das Drehbuch und führte die Reihe so zu einem versöhnlichen (vorläufigen) Ende (mit dem Spin-Off CREED, in dem der von Stallone gespielte Rocky dann als Trainer zu sehen sein wird, steht ja schon der nächste Film in den Startlöchern).

Was mir besonders gut an diesem Film hier gefallen hat ist die Tatsache, dass hier wieder der Mensch Rocky im Mittelpunkt steht und sich Stallone wieder mehr auf die Charaktere und ihre Geschichte konzentriert hat. Der Titelheld ist in die Jahre gekommen, seine große Liebe Adrian ist schon vor längerer Zeit einem Krebsleiden erlegen, sein Sohn Robert (Milo Ventimiglia) hält immer mehr Abstand zu seinem übergroßen Vater und die einzige Konstante in Rockys Leben ist sein Schwager Paulie (Burt Young). Der ehemalige Champion trauert alten Zeit nach, erzählt in seinem italienischen Restaurant von seinen früheren Kämpfen und lebt mehr in der Vergangenheit als im Hier und Jetzt. Als er die Gelegenheit erhält, noch ein letztes Mal in den Ring zu steigen, nimmt er diese Chance war – insbesondere um endgültig mit der Vergangenheit abzuschließen und in der Hoffnung, endlich wieder nach vorne blicken zu können.

ROCKY BALBOA ist ein ausgesprochen schöner Film geworden, gewährt dem Zuschauer einen melancholisch-verträumten Rückblick auf diese 30 Jahre, die diese Filmfigur ihn begleitet hat und bereitet dem Titelhelden einen mehr als würdevollen Abgang. Ein Film, der Gänsehaut verursacht. Hoffentlich macht sich Stallone mit CREED dieses wundervolle Vermächtnis nicht wieder kaputt.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

THE SHIELD: SEASON 4 (USA 2005, Idee: Shawn Ryan)

the shield

(Fassung: DVD, Sony, USA)

Nach drei wirklich herausragenden Staffeln erlaubt sich THE SHIELD mit dieser vierten Season nun eine erste Auszeit. Was Shawn Ryan und sein Team vor und hinter der Kamera hier abgeliefert haben, hat mir zwar immer noch richtig gut gefallen (die im Durchschnitt doch ziemlich schlechten Bewertungen, die praktisch jede einzelne Episode dieser Staffel in der IMDB erhalten hat, kann ich nicht wirklich nachvollziehen), es ist aber definitiv nicht wegzuleugnen, dass Season 4 im direkten Vergleich zu den drei Staffeln zuvor qualitativ deutlich abfällt. Schauspielerisch und stilistisch ist zwar alles beim Alten geblieben, aber irgendwie mag der in dieser Staffel erzählte Main Plot von der ersten Folge an einfach nicht richtig in Schwung kommen. THE SHIELD tröpfelt über fast 10 Episoden in dieser Season einfach nur so vor sich hin, weist teilweise deutliche Längen auf und an glorreiche THE SHIELD-Zeiten können im Endeffekt erst die letzten paar Episoden erinnern. Die machen dann jedoch auch Hoffnung, dass es in der nächsten Staffel qualitativ wieder aufwärts geht und ich persönlich Season Nr. 5 wieder mit „hervorragend“ und nicht nur mit „gut“ bewerten kann.

Persönliche Bewertung: Gut!

HOW I MET YOUR MOTHER: SEASON 6 (USA 2010/2011, Idee: Carter Bays/Craig Thomas)

how i met your mother

(Fassung: DVD, 20th Century Fox, Deutschland)

In den fünf Staffeln zuvor war – so zumindest mein Empfinden – die von Carter Bays und Craig Thomas erdachte Serie mehr eine Aneinanderreihung von einzelnen, in sich abgeschlossenen Episoden, die durch einen losen Handlungsstrang miteinander verbunden waren.

In Staffel Nr. 6 scheint nun erstmals die episodenübergreifende Handlung im Vordergrund zu stehen, die über die bisherigen Staffeln natürlich ausgesprochen lieb gewonnenen Charaktere entwickeln sich weiter, die Serie ist nicht mehr ganz so abhängig von dem von Neil Patrick Harris wieder genial gespielten Barney Stinson und erstmals scheint tatsächlich das große Ganze im Mittelpunkt zu stehen und weniger der schnelle Gag für zwischendurch. Es gibt sogar immer wieder mal nachdenklichere Momente in den einzelnen Episoden und diese neue Ausrichtung tut HOW I MET YOUR MOTHER richtig gut. Mir persönlich hat diese Staffel insgesamt betrachtet bisher am besten gefallen. Wer jetzt Angst hat, dass unter der größeren Konzentration auf den Plot die Gagdichte leiden würde, den kann ich getrost beruhigen. Auch diese Staffel sorgt für so einige Lachanfälle – mein persönliches Highlight: die Folge „Oh Honey“, in der Ted (Josh Radnor) realisiert, dass er sich tatsächlich in Zoey (Jennifer Morrison) verliebt hat und Marshall (Jason Segel) davon in Häppchen am Telefon erfährt – und in Sachen Wortwitz macht den Autoren der Serie sowieso niemand was vor. Freue mich schon auf Staffel Nr. 7.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

Neues vom Sport…

ROCKY IV (USA 1985, Regie: Sylvester Stallone)

rocky iv

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Autorenfilmer Stallone hat wieder zugeschlagen. Wie schon beim zweiten und dritten Teil übernahm Sylvester Stallone auch bei ROCKY IV nicht nur die Hauptrolle, sondern steuerte zusätzlich das Drehbuch bei und machte es sich auch auf dem Regiestuhl bequem (soweit letzteres überhaupt möglich ist, wenn man auch die Hauptrolle spielt).

Wie bereits im Eintrag zum ersten Teil angemerkt, bin ich mit den ersten vier Filmen rund um den Italian Stallion aufgewachsen, habe sie unzählige Male in meiner Jugend gesehen und werde sie schon allein aus diesem Grund wohl für alle Ewigkeit lieben. Von allen vier Filmen habe ich damals ROCKY IV wohl am häufigsten (und wahrscheinlich auch als erstes) gesehen und eine halbwegs objektive Bewertung dieses Filmes ist mir schlicht unmöglich.

Stallone beginnt auch seinen vierten Teil mit einer kurzen Rückblende auf den vorhergehenden Film und gibt danach gleich Vollgas – eine großartige Exposition gibt es genauso wenig wie eine “richtige“ Geschichte, in der sich Charaktere (weiter)entwickeln können und Spannung erzeugt wird. Stattdessen setzt Stallone voll auf Videoclip-Ästhetik und lässt mit Musik untermalte Bilder sprechen. Der fatale Kampf zwischen Rockys Kumpel Apollo Creed (Carl Weathers) und dem russischen Boxer Ivan Drago (Dolph Lundgren), bei dem Apollo getötet wird und der schließlich dazu führt, dass Rocky in Russland gegen Drago antritt um diesen zu besiegen und Apollo zu “rächen“, wird bspw. durch einen mehrminütigen Showact von James Brown eingeleitet, in dem dieser seinen Hit “Living in America“ zum Besten gibt und die Trainingssequenz, in der immer wieder zwischen dem in der Wildnis trainierenden Rocky und dem im hochmodernen Leistungszentrum sich vorbereitenden Drago hin- und hergeschnitten wird, wäre ohne die geniale Musikuntermalung nicht halb so effektiv. Am deutlichsten tritt diese Videoclip-Ästhetik in der Sequenz kurz nach Apollos Tod zum Vorschein. Rocky steigt in sein Auto, fährt durch die Nacht und zu den Klängen von “No Easy Way Out“ von Robert Tepper bekommt der Zuschauer noch einmal eine Art Best Of aus den bisherigen Teilen präsentiert.

ROCKY IV ist im Endeffekt nur noch glänzende Oberfläche, vielleicht der Film, der wie kein zweiter die 80er Jahre definiert. Mit seiner Optik, mit seiner Kalter-Krieg-Thematik, mit seiner Propaganda, die er transportiert. Man könnte ROCKY IV auch als Kriegsfilm lesen, als filmische Lösung des Konflikts zwischen der USA und der UdSSR. Dem Angriff Russlands folgt der amerikanische Gegenschlag, der natürlich siegreich für die Amerikaner ausfällt und am Ende ruft der Sieger zur Völkerverständigung auf. Es wäre schön, wenn internationale Konflikte so einfach durch einen Boxkampf zu lösen wären. ROCKY IV ist irgendwie auch ein wunderbar naives Märchen. Und er ist ein persönlicher Lieblingsfilm und rein subjektiv betrachtet der beste Film der ganzen Reihe.

Persönliche Bewertung: Lieblingsfilm!

HOOSIERS (Großbritannien/USA 1986, Regie: David Anspaugh)

hoosiers

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

In HOOSIERS bzw. BEST SHOT (so der “Original“-Titel im Co-Produktionsland Großbritannien) übernimmt Gene Hackman als umstrittener Coach Anfang der 50er Jahre ein erfolgloses Highschool-Basketball-Team einer Kleinstand in Indiana und macht aus den geborenen Verlierern letztendlich Champions. Bis es jedoch soweit ist, muss Hackman erst die typischen Phasen eines Sportdramas durchlaufen, muss bspw. seinen zahlreichen Kritikern beweisen, dass er der richtige Mann für diesen Job ist, muss den talentiertesten Schüler, der sein Team weiterbringen könnte, dem Sport jedoch abgeschworen hat, auf seine ganz eigene Art und Weise davon überzeugen, dass dieser wieder mit dem Basketball anfangen muss, usw., usf.; auch HOOSIERS tritt letztendlich den Beweis an, dass das Genre des Sportfilms neben dem Genre der romantischen Komödie zu den wohl vorhersehbarsten Filmgenres gehört und es praktisch so gut wie keine Ausnahmen geben dürfte, die die festgelegten Genreregeln brechen und neue Wege gehen. Sonderlich tragisch finde ich das jedoch nicht. Denn das, was mich an diesem Genre so sehr fasziniert, ist, dass es vielen Filmemachern – so auch David Anspaugh, der für HOOSIERS verantwortlich zeichnen – gelingt, dieses von Anfang an bereits feststehende Ende so spannend, emotional und packend herbeizuführen, dass man als Zuschauer vor dem heimischen Bildschirm sitzt und trotzdem mitfiebert. Natürlich gewinnen die Underdogs auch in HOOSIERS am Ende die Highschool-Meisterschaft innerhalb ihres Bundesstaates, natürlich ist das nicht überraschend und natürlich wird auf dem Weg dorthin nicht nur ein Klischee bemüht, spannend, packend und emotional war es für mich als Zuschauer dennoch. Auch HOOSIERS ist ein Sportfilm zum Weiterempfehlen.

Persönliche Bewertung: Gut!

STAY HUNGRY (USA 1976, Regie: Bob Rafelson)

stay hungry

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

STAY HUNGRY ist ein perfekter Titel für einen Sportfilm – ohne den nötigen Hunger auf Erfolg kann man im Endeffekt keine Leistungen bringen, um eben diesen Erfolg dann auch einzufahren. Aber auch wenn Rafelsons Film praktisch diesen wunderbaren Sportfilmtitel mit sich herumträgt, ein Sportfilm ist er eigentlich nur ganz am Rande und ehrlich gesagt hat mich Rafelson mit seinem etwas komischen Genremix ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt und ich hab keine Ahnung, was ich letztendlich von dem Film halten soll.

Es geht um den durch eine Erbschaft an großen Wohlstand gekommen Craig Blake (Jeff Bridges), der sich mit dem schmierigen Geschäftsmann Jabo (toll wie immer: Joe Spinell) einlässt. Blake soll als Mittelsmann ein heruntergekommenes Fitnessstudio erwerben, welches Jabo für ein ambitioniertes Bauprojekt benötigt. Doch der Besitzer (R.G. Armstrong) ist nicht unbedingt handlungsbereit und Blake nicht sonderlich motiviert, den Auftrag auszuführen. Stattdessen freundet er sich mit dem Studioangestellten Franklin (Robert Englund) und dem österreichischen Bodybuilder Joe Sarno (Arnold Schwarzenegger, der sich letztendlich selbst spielt) an, beginnt  im Studio gemeinsam mit Sarno, der sich auf die Wahl zum Mister Universum vorbereitet, zu trainieren und beginnt eine Affäre mit der Empfangsdame Mary Tate (Sally Field). Doch schon bald sitzt ihm der hartnäckige Jabo im Nacken…

STAY HUNGRY ist ein wahrlich seltsamer Film, verbindet Elemente des Thrillers, des Dramas, der Komödie, des Sportfilms und einer Love Story lose miteinander während er eher fragmentarisch die oben skizzierte Handlung abwickelt. Es gibt einige herrlich absurde Füllszenen – großartig bspw. die Sequenzen, in denen der muskelbepackte Arnie unerwartete Talente offenbart und sich als wahrer Meister der Violine outet – und im letzten Drittel driftet STAY HUNGRY immer mehr in den Sleaze und nach Absurdistan ab. Die Sequenz, in der die Teilnehmer am Mr.-Universum-Contest in geballter Ladung und entsprechendem Contest-Outfit durch diverse Straßen stürmen ist nicht weniger als episch.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

MONEYBALL (USA 2011, Regie: Bennett Miller)

moneyball

(Fassung: Blu-ray, Sony, Deutschland)

MONEYBALL erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des Baseball-Managers Billy Beane (gespielt von Brad Pitt), dem es Anfang der 00er Jahre gelungen ist, mit Hilfe seines Assistenten (Jonah Hill) und intensiver Computeranalysen die Mannschaft der Oakland Athletics trotz geringer finanzieller Mittel so gut aufzustellen, dass sie immer wieder bis in die Play-Off-Phase der Meisterschaft vordringen konnte…

MONEYBALL, der mit seiner extrem ruhigen, unaufgeregten und nüchternen Inszenierung sicher nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte, hat mich persönlich vor allem wegen seiner ausgesprochen authentisch wirkenden Darstellung des Geschäftszweigs Profimannschaftssport fasziniert. Was Regisseur Bennett Miller hier am Beispiel Baseball aufzeigt, dürfte letztendlich auf so gut wie jede Mannschaftssportart übertragen werden können und als Sportfan ist es ausgesprochen interessant zu sehen, wie es vielleicht auch hinter den Kulissen der eigenen Lieblingsmannschaft ablaufen könnte. MONEYBALL zieht in den Bann, öffnet Augen und sorgt sicher auch für die eine oder andere ernüchternde Erkenntnis. Ein Film, den ich jedem Fan einer Sportmannschaft (egal aus welcher Sportart) nur wärmstens empfehlen möchte.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

BLOODSPORT (USA 1988, Regie: Newt Arnold)

bloodsport

(Fassung: DVD, Kinowelt, Deutschland)

Der Film, der für Hauptdarsteller Jean-Claude Van Damme den großen Durchbruch bedeutete. BLOODSPORT wurde von der angeblich wahren Geschichte des Amerikaners Frank W. Dux inspiriert, der nach eigenen Angaben in den 70er Jahren an diesen geheimen Kampfsport-Turnieren teilnahm und dort nicht wenige Rekorde brach.

Bei dem von Van Damme gespielten Dux handelt es sich um einen Agenten einer amerikanischen Spezialeinheit, der unerlaubt nach Hongkong reist um an dem geheimen Turnier teilzunehmen, zwei Agenten (einer davon wird von Forest Whitaker gespielt, der hier in einer seiner ersten Filmrollen zu sehen ist) sollen derweil versuchen, Dux aufzuspüren und ihn in die USA zurückzubringen.

Seinen Reiz gewinnt BLOODSPORT natürlich in erster Linie aus dem Kampfsportturnier und den zahlreichen Kampfszenen, wobei ich auch – durchaus etwas ernüchtert – zugeben muss, dass die Mehrzahl dieser Vollkontaktkampfsequenzen erstaunlich unspektakulär geraten ist und eigentlich nur der Schlusskampf zwischen dem von Van Damme gespielten Frank Dux und dem von Bolo Yeung gespielten Chong Li auch heute noch zu gefallen und zu begeistern weiß. BLOODSPORT gehört dann doch eher zu den Favoriten aus der eigenen Jugendzeit, die nicht so richtig gut gealtert sind und denen man heute nicht mehr so einfach das Prädikat “Weltklasse“ verpassen mag. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Van Damme und den beiden Agenten, die ihn aufspüren sollen, hat mir heute fast mehr Spaß gemacht als die vielen durchschnittlichen Kampfszenen vor dem großen Finale.

Erschrocken war ich während der Sichtung übrigens vor allem vor mir selbst, denn obwohl ich den Film bestimmt seit gut 25 Jahren nicht mehr gesehen habe, konnte ich mich noch an den genauen Ablauf des Schlusskampfes erinnern. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich mir den Film und speziell diesen letzten Fight zwischen Van Damme und Yeung damals wohl angesehen habe. Ach, und irgendwie ist er schon immer noch geil. Verdammte Nostalgie!

Persönliche Bewertung: Gut!

CADDYSHACK (USA 1980, Regie: Harold Ramis)

caddyshack

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Vom Kampfsport zum Golfsport in meinem persönlichen Sportfilmmonat August. In CADDYSHACK lässt Regisseur Harold Ramis, der auch am Verfassen des Drehbuchs beteiligt war, in einem Golfclub das Chaos ausbrechen und regelrecht Welten aufeinanderprallen. Besetzt mit so begnadeten Komikern wie Chevy Chase, Bill Murray und insbesondere Rodney Dangerfield, der eine wahrhaft grandiose Darbietung als Chaosgolfer Al Czervik abgibt, ist CADDYSHACK ein Film, bei dem sich sicher auch Menschen, die zum Lachen normalerweise ausschließlich den Keller aufsuchen, ein gewisses Grinsen nicht verkneifen können. Ramis reiht einen Gag an den nächsten (nicht jeder, aber doch eine verdammt hohe Anzahl trifft dann auch voll ins Schwarze) und schickt seine verschiedenen Figuren in herrlich absurde Situationen. Ein herkömmlicher Plot bleibt dem Zuschauer dabei verwehrt, CADDYSHACK erzählt seine Geschichte in vielen, kleinen Episoden, die zwar immer mal wieder lose zusammenhängen, sich aber nie zu einem großen Ganzen zusammenfügen wollen. Meine ganz persönliche Lieblingsepisode in dem bunten Treiben: der Schokoriegel im Swimmingpool – zum Schreien komisch.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

VARSITY BLUES (USA 1999, Regie: Brian Robbins)

varsity blues

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Regisseur Brian Robbins entführt seine Zuschauer in eine texanische Kleinstadt, in der die Spiele des Football-Teams der örtlichen Highschool schon seit jeher im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses stehen und in der ein ohne Rücksicht auf Verluste agierender Coach (Jon Voight) ein hartes Regiment führt und alles tut, um erfolgreich zu sein und Titel zu gewinnen. Zu seinen Spielern gehört u.a. Mox (James Van Der Beek), der sich nicht sonderlich viel aus dem Sport macht, den er als Reserve-Quarterback größtenteils auf der Ersatzbank absolviert. Doch als sich Lance Harbor (Paul Walker), der Stamm-Quarterback und absoluter Star des Teams so schwer verletzt, dass die Saison gelaufen ist, rückt Mox plötzlich in den Blickpunkt des Interesses und der eigenwillige Spieler findet schon bald Gefallen daran, von der Öffentlichkeit bemerkt und bewundert zu werden und gleichzeitig dem verhassten Trainer eins auswischen zu können…

VARSITY BLUES erzählt die Geschichte des Stars wider Willen, der sich nur langsam mit seiner Rolle anfreunden kann und der diese letztendlich aber umso mehr genießt. Regisseur Brian Robbins kommt – was wäre ein Sportfilm auch ohne sie – natürlich nicht ohne Klischees aus, kriegt es aber dennoch richtig gut hin, seine Story möglichst authentisch und glaubwürdig zu erzählen. Robbins verbindet dabei Elemente der Highschool-Komödie, des Coming-of-Age-Dramas und eben des Sportfilms zu einem homogenen Ganzen und unterhält den Zuschauer mit einer richtig schönen Mischung aus unbekümmerter, jugendlicher Leichtigkeit und dieser nachdenklichen Melancholie, die einen selbst einst an der Schwelle zum Erwachsenwerden begleitet hat.

Mit Jon Voight als fieser Trainer und den damaligen Jungstars James Van Der Beek, Paul Walker, Scott Caan, Ali Larter und Amy Smart ist VARSITY BLUES zudem richtig gut besetzt, Kameramann Chuck Cohen hat die Geschichte in tollen Bildern festgehalten und von der Tonspur tönt ein rockiger Teenie-Soundtrack mit Songs von den Foo Fighters, Green Day, The Offspring u.a.; von mit gibt’s ne Empfehlung.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

ROCKY V (USA 1990, Regie: John G. Avildsen)

rocky v

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Zu ROCKY V steuerte Hauptdarsteller Sylvester Stallone nur noch das Drehbuch bei. Die Regie übernahm John G. Avildsen, der einst auch den Auftakt zur Reihe inszenierte. Auch dieser Film startet – wie es mittlerweile zur Tradition der Reihe gehört – mit dem Ende des Vorgängers und die Geschichte, die Avildsen und Stallone erzählen, schließt direkt an ROCKY IV an.

In ROCKY V geht es “back to the roots“, der leicht naive Boxer mit dem großen Herzen hat aufgrund eines Fehlers seines Schwagers Paulie (Burt Young) sein komplettes Vermögen verloren und hat aus dem Kampf gegen Drago zudem so schwere und irreparable Verletzungen davon getragen, dass er auch nicht mehr in den Ring steigen kann, um Geld zu verdienen. Rocky landet wieder dort, wo er einst herkam, eröffnet das alte Trainingszentrum seines toten Mentors Mickey (Burgess Meredith), lernt so das hungrige Boxtalent Tommy Gunn (Tommy Morrison) kennen und versucht alles, den Jungen nach oben zu bringen. Doch Rocky wird Opfer seiner eigenen Naivität, sein Ziehsohn wendet sich ab und am Ende kommt es zum alles entscheidenden Straßenkampf…

Puh, es fällt nicht wirklich leicht, ROCKY V in sein Herz zu schließen. Insbesondere im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger stellt dieser Film – vor allem was den Stil und die filmische Ästhetik angeht – einen extrem harten Bruch dar. Avildsen und Stallone unternehmen hier den Versuch, dem Franchise wieder mehr Herzblut einzuhauchen und sich deutlich mehr auf die Entwicklung der Story und der Charaktere und weniger auf die Schauwerte zu konzentrieren. Das ist zwar durchaus sympathisch, geht aber leider auch irgendwie ziemlich in die Hose. ROCKY V versinkt im tiefsten Kitsch und in übelsten Klischees und wirkt stellenweise wie der hilflose Versuch, an den grandiosen Auftaktfilm aus dem Jahr 1976 anzuknüpfen, was vor allem dadurch gelingen soll, dass einzelne Szenen mehr als deutlich und in nur leicht abgeänderter Weise aus diesem Film übernommen werden. Funktionieren mag das irgendwie alles nicht so richtig und doch bin ich nach der jetzigen Sichtung – früher fand ich ROCKY V einfach nur beschissen – doch irgendwie hin- und hergerissen. Denn trotz all seiner offensichtlichen Schwächen hat mir Avildsens Film heute ziemlich gut gefallen. Ich fand den gescheiterten Versuch, den Stallone und Avildsen unternommen haben, eine echte Geschichte zu erzählen, ungemein sympathisch und es war auch schön, diese in den letzten vier Filmen einfach ins Herz geschlossenen Charaktere auch ein fünftes Mal bis zum Abspann zu begleiten.

Ich verstehe jeden, der diesen Film mies findet. Ich fand ihn bei der jetzigen Sichtung eigentlich ziemlich geil.

Persönliche Bewertung: Gut!

Es lebe der Sport…

ROCKY (USA 1976, Regie: John G. Avildsen)

rocky

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Sylvester Stallone ist Rocky Balboa, ein junger Mann, der sich mit Boxkämpfen und einem Job als Geldeintreiber über Wasser hält, in die unscheinbare Schwester (Talia Shire) seines besten Kumpels (Burt Young) verliebt ist und einfach nur seinen Platz im Leben finden will. Doch eines Tages erhält die Chance seines Lebens. Der ungeschlagene Box-Champion Apollo Creed (Carl Weathers) möchte – vor allem aus Marketinggründen – einem unbekannten Boxtalent die Möglichkeit geben, gegen ihn um den Titel zu kämpfen. Die Wahl fällt auf Rocky…

Im Endeffekt dürfte es überflüssig sein, die Ausgangssituation von Avildsens ROCKY überhaupt zu skizzieren, dürfte er doch zu den Filmen gehören, die nun wirklich jeder, der sich auch nur ein bisschen für Film interessiert, irgendwann schon mal gesehen haben dürfte. ROCKY ist Kult, einer der größten Sportfilme aller Zeiten und bedeutete für Sylvester Stallone damals den Durchbruch. Dieser Film, der die Oscars für Beste Regie, Bester Film und Bester Schnitt abräumte und ihn 7 weiteren Kategorien für den Oscar nominiert gewesen ist, machte Stallone zum Superstar. Es ist – natürlich neben der Rolle des John Rambo – die Figur des Rocky Balboa, die man fast zwangsläufig mit Sylvester Stallone in Verbindung bringt.

Ich selbst bin mit den ersten vier ROCKY-Filmen aufgewachsen, habe sie mir in den 80er Jahren immer und immer wieder angesehen. Die jetzige Sichtung des ersten Teils bedeutete ein Wiedersehen nach verdammt langer Zeit (ich habe die Film sicher schon über 20 Jahre nicht mehr gesehen) und irgendwie war es so, als ob man einen alten Freund nach langen Jahren wieder trifft und feststellt, dass sich an der Freundschaft nichts verändert hat und man sich auf Anhieb wieder versteht.

ROCKY ist dabei fast mehr als Sozialdrama als Sportfilm, der Kampf gegen Creed und auch die Vorbereitung auf diesen nimmt im Vergleich zum Rest der Handlung vergleichsweise wenig Spielraum ein. Getragen wird Avildsens Film in erster Linie von seinem Hauptdarsteller, der in der Titelrolle schlichtweg großartig ist und diesen jungen Mann mit dem riesengroßen Herzen, der eigentlich zu gut für seine Umwelt ist, eine Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht, vor der man nur seinen Hut ziehen kann. Als Zuschauer fühlt und leidet, hofft und bangt man mit diesem Rocky Balboa. Bewundert ihn für sein großes Herz (einem Schuldner seines Bosses bricht er bspw. nicht wie aufgetragen die Daumen, sondern gewährt ihm stattdessen auf eigene Verantwortung Zahlungsaufschub), versteht ihn in seinen Wutausbrüchen, begleitet ihn bei seinen zaghaften und unbeholfenen Versuchen, das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen, schwitzt mit ihm während der Trainingsvorbereitung und bangt schließlich mit ihm im großen Kampf (dessen Ende – das ist auch eine ganz große Stärke des Films – dann eben nicht dem üblichen Sportfilmklischee entspricht). Ich glaube nicht, dass ROCKY mit einem anderen Schauspieler in der Hauptrolle funktioniert hätte. Fast scheint es, als ob Stallone nur für diese Rolle beim Film gelandet wäre.

Aber natürlich ist Stallone nicht alleine für die hohe Qualität des Films verantwortlich – seine Co-Stars, allen voran Talia Shire und Burt Young, agieren ebenso überzeugend in ihren Rollen wie der Hauptdarsteller, der Score von Bill Conti mit dem eingehenden Titelthema ist nicht viel weniger als ein Glücksgriff und dann hatte Regisseur John G. Avildsen auch noch den Ehrgeiz eine Hall of Fame magischer Filmmomente ausschließlich mit Szenen aus seinem Film füllen zu wollen. ROCKY läuft vor erinnerungswürdigen Gänsehautmomenten regelrecht über, seien es nun eher kleinere Szenen (bspw. die erste Reaktion Rockys auf das Angebot zum Kampf) oder eben Sequenzen, die so berühmt geworden sind, dass sie auch Menschen kennen dürften, die den ganzen Film noch nie gesehen haben (bspw. wie Rocky nach dem Kampf nach Adrian ruft). ROCKY ist nicht viel weniger als ein Meisterwerk, einer dieser Filme für die Insel, ein Lieblingsfilm, Kino für die Ewigkeit!

Persönliche Bewertung: Lieblingsfilm!

ROCKY II (USA 1979, Regie: Sylvester Stallone)

rocky ii

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass Fortsetzungen von so großartigen Filmen wie ROCKY es schaffen, ihren Vorgängern praktisch ebenbürtig zu sein oder diese gar noch zu übertreffen. ROCKY II ist so ein Glücksfall. 3 Jahre nach Avildsens ROCKY inszenierte Hauptdarsteller Sylvester Stallone diese Fortsetzung, zu der er auch das Drehbuch beisteuerte. Stallone orientiert sich – was den Verlauf der Handlung angeht – dabei deutlich am Vorgänger und macht damit im Endeffekt alles richtig. Nach einem kurzen Rückblick auf das Ende des ersten Teils – ein kluger Schachzug, diesen Film gleich noch mal mit dem Finale des Vorgängers zu beginnen, da man als Zuschauer sofort wieder in diesen magischen Momenten des ersten Teils gefangen ist – wird die Geschichte des Titelhelden konsequent und glaubwürdig weitererzählt. Während der gutmütige Rocky mit dem plötzlichen Geldsegen und den ihm zufliegenden Sympathien überfordert ist, einige falsche Entscheidungen trifft und schließlich wieder am unteren Ende der Nahrungskette landet, hadert der abermals von Carl Weathers gespielte Apollo Creed noch immer mit seinem Sieg nach Punkten. Er kann es einfach nicht ertragen, dass Rocky als moralischer Sieger aus dem Kampf hervorging und fordert den Underdog zu einem erneuten Duell heraus.

Ähnlich wie im ersten Teil dient auch hier die erste Hälfte des Films dazu, einen Blick auf Rockys Leben zu werfen, den Zuschauer weiter an die Identifikationsfigur zu binden (wenn dies überhaupt noch erforderlich ist) um schließlich erneut von ganzem Herzen mit ihr mitfiebern zu können. Die zweite Hälfte des Films widmet sich dann wieder den Vorbereitungen zum Kampf und natürlich dem Kampf selbst, beide Hälften sind perfekt aufeinander abgestimmt und präsentieren dem Zuschauer – wie schon ROCKY zuvor – eine Vielzahl an erinnerungswürdigen Szenen und magischen Momenten. Ich liebe bspw. diese gemeinsame Pressekonferenz von Rocky und Apollo und diese Schlussszene des Kampfes, in der beide Boxer parallel zu Boden gehen, hat sich für alle Ewigkeiten in meine Netzhaut eingebrannt.

Und auch wenn ROCKY II vielleicht nicht ganz an den Vorgänger herankommt, ich liebe auch diese Fortsetzung – von ganzem Herzen.

Persönliche Bewertung: Lieblingsfilm!

THE LONGEST YARD (USA 1974, Regie: Robert Aldrich)

the longest yard 1974

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Vor einigen Wochen habe ich mir das Remake mit Adam Sandler in der Hauptrolle aus dem Jahr 2005 angesehen und war von diesem zwar nicht unbedingt restlos begeistert, aber doch ziemlich angetan. Nun als Aldrichs Original aus dem Jahr 1974, in dem Burt Reynolds die Hauptrolle des Ex-Football-Stars Paul Crewe spielt, der wegen diverser Delikte im Knast landet und dort dazu gezwungen wird, ein Football-Team unter den Häftlingen zusammenzustellen, die in einem fingierten Match gegen das halbprofessionelle Team der Wärter antreten und dieses natürlich verlieren sollen.

War der Grundton von Peter Segals Remake noch eher unbekümmert, locker und mit jeder Menge Humor durchsetzt, geht es in THE LONGEST YARD aus dem Jahr 1974 – obwohl auch dieser Film einige sehr witzige Szenen zu bieten hat – doch weitaus ernster zur Sache. Reynolds Crewe geht hier – ganz im Gegensatz zu Sandlers Crewe – echte (und nicht nur behauptete) Risiken ein, sein Verhalten und seine Entscheidungen drohen dramatische Konsequenzen nach sich zu ziehen und als Zuschauer fällt es einem somit leichter als in Segals Film, mit der Hauptfigur mitzufiebern. Die Inszenierung des entscheidenden Spiels zwischen den Häftlingen und den Wärtern stellt natürlich erwartungsgemäß den absoluten Höhepunkt des Films dar und findet über fast die komplette zweite Hälfte des Films statt. Dass es auch für Zuschauer wie mich, die mit den Regeln des American Football nicht wirklich vertraut sind, über die doch recht lange Laufzeit, die dieses Spiel dauert, nie auch nur ansatzweise langweilig wird und man sich stattdessen immer wieder dabei ertappt, wie man mit dem Team der Underdogs leidet, bangt und hofft, ist wohl der beste Beweis dafür, dass Aldrich, sein Team hinter der Kamera und seine Schauspieler, hier wirklich Großes zustande gebracht haben. Und diese Szene, in der Reynolds am Ende den Football holt, stellt nicht viel weniger als pure Kinomagie dar.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

DAYS OF THUNDER (USA 1990, Regie: Tony Scott)

 days of thunder

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Der smarte Newcomer, der über Nacht zum Star wird und den alteingesessenen Champion herausfordert. Zwei besessene Rivalen, die aufgrund eines traumatischen Ereignisses zu Freunden werden. Der alte Haudegen, der mit diesem Sport schon längst abgeschlossen hat und sich doch wieder dazu überreden lässt, sich erneut zu engagieren. Der Unfall, der Karrieren beenden kann, der aus dem erfolgreichen Newcomer einen Außenseiter macht, der es allen noch einmal beweisen will und der im entscheidenden Rennen dann natürlich wieder mit exakt der Rennsituation konfrontiert wird, die einige Monate zuvor zum Unfall führte. Ich könnte sicher noch weiter ausführen, belasse es aber an dieser Stelle einfach bei der Aufzählung der vorgenannten Plotpunkte. Wie sicher nicht schwer zu erkennen ist, verwurstet Scotts DAYS OF THUNDER so ziemlich jedes Klischee, welches man aus dem Genre des Sportfilms so kennt und ist meinetwegen alles, aber sicher nicht in irgendeiner Weise innovativ was das Storytelling angeht.

Warum DAYS OF THUNDER dennoch halbwegs funktioniert und es auch schafft, über die komplette Laufzeit ziemlich gut zu unterhalten, liegt also weniger an der erzählten Geschichte, sondern eher an der Art und Weise und mit welchen Stilmitteln diese erzählt wird und an der Tatsache, dass mit Tom Cruise, Robert Duvall, Michael Rooker, Randy Quaid, John C. Reilly, Fred Dalton Thompson und Nicole Kidman ein paar richtig gute Schauspieler am Werk sind. Das ganz große Plus von DAYS OF THUNDER ist seine Optik, der typische Stil von Regisseur Tony Scott passt ganz vorzüglich zu der portraitierten NASCAR-Rennszene, der Score von Hans Zimmer und der rockige Soundtrack mit Songs von Künstlern wie Chicago, Tina Turner, Elton John, der Spencer Davis Group und Guns N‘ Roses passt ganz vorzüglich zu den stylishen Bildern, die Scott gemeinsam mit seinem Kameramann Ward Russell auf die Leinwand zaubert und die im wahrsten Sinne des Wortes rasante Inszenierung der Rennszenen ist absolut packend, spannend und spektakulär geraten.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

MAJOR LEAGUE (USA 1989, Regie: David S. Ward)

 major league

(Fassung: DVD, Paramount, USA)

Mit dem Tod ihres schwerreichen Gatten hat Rachel Phelps (Margaret Whitton) nicht nur dessen Vermögen, sondern auch dessen Herzensangelegenheit, die Cleveland Indians, einen schon seit Jahrzehnten erfolglosen Baseballclub, geerbt. Da es der Witwe in Cleveland nicht unbedingt gut gefällt und sie mitsamt dem Verein lieber Miami umziehen würde, möchte sie eine Klausel in den Verträgen mit den öffentlichen Trägern ausnutzen. Sollte das Team tatsächlich eine weitere Saison komplett erfolglos abschließen, könnte sie aus den laufenden Verträgen aussteigen und den Club tatsächlich nach Miami verlegen. Phelps heuert aus diesem Grund einen Haufen von Verlierern an, doch die spielen urplötzlich weitaus besser als erwartet…

MAJOR LEAGUE ist ein absolutes Paradebeispiel für das Genre des Sportfilms. Schon der Ausgangspunkt des Plots, der einen Haufen offensichtlicher Verlierer zusammenbringt, die sich letztendlich zusammenraufen, über sich hinauswachsen und schier Unmögliches erreichen, wurde in ähnlicher Art und Weise wohl schon unzählige Male in ähnlichen Genreproduktionen verwendet. Aber nur selten dürfte es so extrem unterhaltsam gewesen sein wie im Film von David S. Ward. Das liegt zum einen am tollen Casting – Tom Berenger als abgehalfterter Ex-Star, Charlie Sheen als unberechenbarer Psychopath, Wesley Snipes als halbwegs talentierter Blender, Dennis Haysbert als ehrfurchtsgebietende und dem Voodookult verfallene Diva, usw., usf. -, zum anderen an einer perfekten Mischung aus spannenden, komischen und dramatischen Momenten. Die Protagonisten wachsen dem Zuschauer ans Herz, Ward hat einige phänomenal gute Gags eingebaut und diese Sequenz im finalen Spiel, in der schließlich Charlie Sheen als Ricky “Wild Thing“ Vaughn eingewechselt wird und das komplette Stadion zum Ausrasten bringt, ist einer dieser magischen Momente für die Ewigkeit, eine der Szenen, in denen sich die Essenz eines ganzen Genres perfekt wiederspiegelt.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

ROCKY III (USA 1982, Regie: Sylvester Stallone)

rocky iii

(Fassung: DVD, MGM, Deutschland)

Wie bereits beim unmittelbaren Vorgänger zeichnete Hauptdarsteller Sylvester Stallone auch bei diesem Film hier für Drehbuch und Regie verantwortlich (was ROCKY III letztendlich zu einem Autorenfilm macht). Eine weitere Parallele zum Vorgänger findet sich im Auftakt des Films. Auch ROCKY III beginnt mit den letzten Einstellungen des Kampfes des vorangegangenen Films und versucht auf diese Weise, den Zuschauer mit der Wiederholung der emotionalen Momente gleich wieder zu packen. So wirklich gelingen mag Stallone dies bei diesem Film allerdings nicht. Trotz all der nostalgischen Erinnerungen, die ich auch mit diesem Film hier verbinde, ist das jetzige Wiedersehen doch eher ernüchternd ausgefallen.

Im Endeffekt ist die Geschichte von ROCKY III nur eine leicht veränderte Zusammenfassung der ersten beiden Filme. Ein Starboxer – nun der von Stallone gespielte Rocky Balboa – tritt gegen einen Underdog – Mr. T, vor allem bekannt aus der TV-Serie THE A-TEAM, mit der er ein Jahr nach ROCKY III TV-Geschichte schreiben sollte, als Clubber Lang – an, verliert diesen Kampf und gewinnt schließlich die Revanche (dies stellt auch die einzige Variation zur Geschichte der ersten beiden Filme dar, in dem es ja bekanntermaßen genau andersrum abgelaufen ist). Was ROCKY III fehlt, ist diese Geschichte rund um das Boxevent herum, diese Beschäftigung mit den Charakteren und deren sorgfältige Zeichnung, praktisch all das, was ROCKY so großartig gemacht hat und auch in ROCKY II zumindest noch in Ansätzen vorhanden war. ROCKY III ist eine Kirmesveranstaltung – am deutlichsten und auch negativsten wird einem dies in dem Showkampf zwischen Rocky und dem von Hulk Hogan gespielten Wrestler Thunderlips bewusst, eine Sequenz, die man einfach nur noch als peinlich bezeichnen kann. Und auch wie der von Mr. T gespielte Clubber Lang gezeichnet und charakterisiert ist nicht wirklich eine Glanzleistung von Drehbuch und Regie. Lang ist das ultimative Böse, der Antichrist im Boxring, eine komplett überzeichnete Figur, die man als Zuschauer gar nicht mehr ernst nehmen kann, was letztendlich auch dazu führt, dass der finale Kampf zwischen Rocky und Clubber zwar durchaus nett inszeniert ist, aber beim Zuschauer in keinster Weise die Emotionalität hervorrufen kann, wie es die beiden Schlusskämpfe der ersten beiden Filme noch vermochten. Emotionaler Höhepunkt von ROCKY III ist der Tod von Rockys Trainer Mickey (Burgess Meredith), inszenatorischer Höhepunkt ist zum einen die Pre-Credit-Sequenz, in der man kurz den weiteren Verlauf von Rockys Leben und Karriere nach dem zweiten Kampf gegen Apollo skizziert bekommt und parallel immer wieder Bilder des verbissen kämpfenden und trainierenden Clubber Lang montiert sind, zum anderen die Sequenz rund um das von Apollo geleitete Training, in dem Rocky für den zweiten Fight gegen Clubber fitgemacht wird.

Hätte ich ROCKY III jetzt zum ersten Mal gesehen, meine Bewertung würde wohl ziemlich negativ ausfallen. Aufgrund meiner persönlichen Geschichte mit der Reihe und der Tatsache, dass auch die Sichtung dieses dritten Teils jede Menge Erinnerungen hervorgerufen hat, bringe ich es jedoch nicht wirklich fertig, allzu hart mit ihm ins Gericht zu gehen.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

FOLLOW ME (USA 1969, Regie: Gene McCabe)

follow me

(Fassung: DVD, Scorpion Releasing, USA)

Die IMDB listet FOLLOW ME von Regisseur Gene McCabe als Dokumentation, was irgendwie schon zutreffen mag, irgendwie aber auch nicht. McCabe folgt in seinem Film drei Surfern (Mary Lou McGinnis, Bob Purvey und Jerry Dexter) rund um die Welt und beobachtet sie beim Wellenreiten an verschiedensten Stränden der Erde. Jerry Dexter fungiert dabei noch als Off-Erzähler, der Film selbst kommt ansonsten ohne jeglichen Dialog aus und lässt über die komplette Laufzeit von gut 75 Minuten einfach nur seine Bilder sprechen. Und die sind tatsächlich teils atemberaubend schön geraten und insbesondere die Aufnahmen aus Hawaii, die McCabe da eingefangen hat, sind schon mehr als beeindruckend zu bezeichnen. FOLLOW ME vermittelt dabei allerdings weniger den Eindruck, so etwas wie eine Dokumentation zu sein, sondern kommt – insbesondere auch in Verbindung mit Soundtrack und Score – eher wie ein überlanges, psychedelisch angehauchtes Urlaubsvideo rüber. Wenn man diesen Film wie ich bei glühend heißen Temperaturen einfach so auf sich einwirken lässt, kann man ihm eine gewisse Sogwirkung wohl sicher nicht absprechen. Bedingungslos weiterempfehlen würde ich ihn allerdings nicht unbedingt wollen.

Persönliche Bewertung: Nett!

KANSAS CITY BOMBER (USA 1972, Regie: Jerrold Freedman)

 kansas city bomber

(Fassung: DVD, Warner, USA)

Regisseur Jerrold Freedman unternimmt mit KANSAS CITY BOMBER einen Blick auf die Roller-Derby-Szene in den USA der früher 70er Jahre und folgt den Träumen der Top-Skaterin K.C. Carr (gespielt von der einfach nur atemberaubend attraktiven Raquel Welch), die versucht, ihr Privatleben und sportlichen Erfolg in Einklang zu bringen.

KANSAS CITY BOMBER versucht dabei vor allem die Problematiken zu thematisieren, die sich ergeben, wenn ein neuer Topathlet (hier die von Welch gespielte Carr) in ein eingespieltes Team integriert werden muss und der bisherige Platzhirsch (Helena Kallianiotes in der Rolle der Jackie Burdette) versucht, seinen Stand mit allen Mitteln gegen den unangenehmen Neuankömmling zu verteidigen. Man muss jedoch eingestehen, dass es beim Versuch bleibt. So wirklich gelungen ist Freedman sein KANSAS CITY BOMBER nämlich nicht, der Film wirkt zerfahren und – was für einen Sportfilm ja im Endeffekt mit am wichtigsten ist – es gelingt Freedman eigentlich zu keiner Zeit, den Zuschauer emotional zu packen. Das ist zwar alles ganz nett anzusehen (insbesondere natürlich Raquel Welch) und die diversen Roller-Derby-Einlagen haben auch durchaus hohen Unterhaltungswert, neben diversen Schauwerten bietet KANSAS CITY BOMBER jedoch nicht wirklich viel an und ist – wenn überhaupt – nur wegen seines Zeitkolorits und wegen Raquel Welch empfehlenswert.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

WILDCATS (USA 1986, Regie: Michael Ritchie)

wildcats

(Fassung: DVD, Warner, USA)

Ok, mit Goldie Hawn als Football-Coach und der ziemlich hanebüchenen Ausgangssituation der Geschichte muss man sich definitiv anfreunden und arrangieren können, damit man seinen Spaß mit Ritchies Film haben kann. Gelingt dies, ist dieser Spaß allerdings tatsächlich vorprogrammiert. WILDCATS erzählt eine dieser typischen Underdog-Geschichten, in der ein Haufen von Chaoten und Versagern zu einem Team geformt wird und letztendlich über sich hinauswächst. Ritchie verbindet dabei geschickt dramatische und komische Momente und präsentiert dem Zuschauer auch die eine oder andere Gänsehaut verursachende Sequenz. Die Inszenierung des entscheidenden Spiels ist richtig, richtig gut geraten und im ganzen Haufen der diversen Loser und Versager, die eine Mannschaft bilden müssen, tummeln sich u.a. Wesley Snipes und Woody Harrelson in ihrem jeweils ersten größeren Leinwandauftritt. Und sonderlich viel mehr gibt es zu Ritchies Film in meinen Augen auch gar nicht zu sagen.

Persönliche Bewertung: Gut!